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Soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben: Bloggerin Marie Sophie Hingst
Soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben: Bloggerin Marie Sophie Hingstbild: screenshot/Twitter

Fall Relotius in der Bloggerszene? Historikerin soll ihre jüdische Familie erfunden haben

03.06.2019, 05:0403.06.2019, 06:16

Die Geschichte erinnert an den Fall Claas Relotius: Vergangenen Dezember wurde bekannt, dass der deutsche Journalist zahlreiche seiner zum Teil preisgekrönten Reportagen ganz oder teils erfunden hatte.

Nun will der «Spiegel», der Relotius im Dezember überführte, von einer weiteren Betrügerin wissen. Die preisgekrönte Historikerin und Bloggerin Marie Sophie Hingst soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben.

Die in Irland lebende Autorin soll in ihrem Blog als auch dem Archiv der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gegenüber falsche Angaben über ihre Abstammung gemacht haben.

Gemäss der Spiegel-Recherche hat Hingst gar keine nähere jüdische Verwandtschaft, obwohl sie das immer wieder berichtete. Tatsächlich stamme Hingst laut dem Nachrichtenmagazin aus einer evangelischen Familie. Ihr Grossvater, der gemäss der Bloggerin im Vernichtungslager in Auschwitz gewesen sein soll, sei keineswegs jüdisch sondern ein evangelischer Pfarrer gewesen sein.

Hingst äusserte sich vorerst über ihren Anwalt zu den Anschuldigungen. Sie liess verlauten, dass die Texte auf ihrem Blog «Read on my dear, read on», der aktuell nicht mehr erreichbar ist, «ein erhebliches Mass an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch» nähmen. Es handle sich dabei um Literatur und nicht um Journalismus, hiess es weiter in der Stellungnahme. (ohe)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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chnobli1896
03.06.2019 07:43registriert April 2017
Künstlerische Freiheit, so geil. Bei einem solch emotionalen Thema den Familienstammbaum neu erfinden, Chapeau!
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Ökonometriker
03.06.2019 05:44registriert Januar 2017
Willkommen im postfaktischen Zeitalter. Der Unterschied zwischen Fakten und Fiktion, Blog und Bericht, Journalismus und Propaganda verschwindet immer mehr. Das lässt sich ja in den Medien weltweit beobachten. Umso wichtiger ist es, dass man als Leser kritisch die Berichte hinterfragt. Deswegen schätze ich die Kommentarspalte hier bei Watson auch so sehr. Sie zwingt die Authoren ein bisschen, bei den Fakten zu bleiben, zeigt neue Perspektiven und fördert kritisches Denken.
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The Count
03.06.2019 07:30registriert Juni 2018
Armes Menschlein...
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