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Fall Relotius: «Spiegel»-Chefs stellen ihre Posten zur Verfügung



Nach der Aufdeckung von Fälschungen durch den Ex-«Spiegel»-Autor Claas Relotius lassen «Spiegel»-Chefredakteur Ulrich Fichtner und Blattmacher Matthias Geyer ihre Arbeit vorerst ruhen. Der Fall Relotius habe die Frage aufgeworfen, ob die Beiden noch tragbar seien.

epa07240238 (FILE) - People walk in rainy weather near the headquarters of German weekly news magazine DER SPIEGEL in Hamburg, Germany, 03 January 2017 (reissued 19 December 2018). Accoring to the magazine, one of its reporters, Claas Relotius, has admitted partly faking several news stories he wrote for DER SPIEGEL.  EPA/CARSTEN KOALL

Unruhige Zeiten im Spiegel-Haupthaus in Hamburg. Bild: EPA/EPA

Dies erklärte der designierte «Spiegel»-Chefredakteur Steffen Klusmann in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter der «Spiegel»-Gruppe, das der Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend vorlag.

Demnach hatte Fichtner Relotius «für den 'Spiegel' entdeckt», Geyer habe ihn «fest angestellt und bis zuletzt geführt», führte Klusmann aus. Beide hätten ihm «angeboten, ihre Posten zur Verfügung zu stellen», falls er dies für nötig erachte.

«Ich finde allerdings, Verantwortung sollte man dann übernehmen, wenn man sich etwas vorzuwerfen hat», schrieb Klusmann. Allerdings wolle er den Fall Relotius «nicht leichtfertig abtun». Dafür sei er «zu gross und zu gefährlich».

Mahnung des neuen Chefs

Klusmann schrieb, er habe daher mit Fichtner und Geyer verabredet, ihre neuen Verträge erst einmal auszusetzen und ruhen zu lassen, bis die Kommission für die Untersuchung des Skandals ihre Arbeit abgeschlossen habe.

Der designierte Chefredakteur warnte alle Mitarbeiter davor, sich durch die aktuelle Krise entzweien zu lassen. «Eine Reihe von Kollegen hat mich in den vergangenen Tagen gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass die Causa Relotius nicht zur Begleichung alter Rechnungen im Haus missbraucht wird», schrieb Klusmann weiter. «Ich fürchte, dafür müsst ihr auch selbst Sorge tragen.» Die Belegschaft habe es «gemeinsam in der Hand, aus der Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen – oder es maximal zu versemmeln».

Der «Spiegel» hatte vor einer Woche bekanntgegeben, dass der 33-jährige preisgekrönte Journalist Relotius Reportagen ganz oder teilweise systematisch gefälscht hatte. Er habe dabei Figuren, Zitate und Begebenheiten erfunden oder die Biografien von realen Protagonisten verfälscht. Relotius schrieb für den Verlag seit 2011 knapp 60 Texte und arbeitete auch für andere Medien. Das Hamburger Magazin sagte eine umfassende Aufarbeitung zu. (sda/afp)

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