Basel
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velodieb velo diebstahl klauen bike thief

Mit Peilsendern ausgestattete Velos sollen Diebstähle verhindern. bild: shuttestock

Mit diesem System soll es Velodieben an den Kragen gehen – die Romandie macht's vor

Velos in der Romandie werden mit Radiowellen geschützt. Die Basler Polizei beobachtet den Versuch interessiert.

Samuel Hufschmid / ch media



Tierforscher kennen die Technik schon seit Jahrzehnten. Sie statten Tiere mit kleinen Peilsendern aus, um sie im Regenwald oder in der weitläufigen Savanne wiederzufinden. Mit derselben Technik machen Polizisten in Genf und Yverdon seit 2016 Jagd auf Velodiebe. «Trakyv» heisst das System, das von der Basler Polizei «mit Interesse beobachtet» wird, wie Sprecher Toprak Yerguz auf Anfrage sagt.

Das System ist eine Kooperation zwischen Velohändlern und Polizei. Erstere bieten ihren Kunden an, die Velos mit einem kleinen Sender auszustatten, dessen Akku zehn Jahre halten soll. Die Polizei ihrerseits hat ihre Fahrzeuge mit Empfängern ausgestattet, die einen Radius von rund 30 Metern abdecken. Einige zehntausend Franken kostet es gemäss Hersteller, eine Flotte Polizeiautos mit Empfängern auszustatten. Die einzelnen Sender sind zwischen 60 und 80 Franken teuer, zusätzliche Kosten entstehen keine, weil nicht über das Mobilfunknetz gesendet wird.

«Welches Arschloch hat mein Velo geklaut?» Diese 11 wütenden Zettel an Velodiebe verstehen Radler nur zu gut
Mir wurde das Velo aus dem eigenen Garten gestohlen..

Damit solche Botschaften bald ausbleiben, soll ein neues System helfen. Bild: comments://255488085/515054

Als drittes Element fungiert das Smartphone, das mit dem Peilsender am Velo gekoppelt wird. Wird das Zweirad gestohlen, kann dies via Smartphone-App an die Polizei übermittelt werden. Sobald das Signal eines als gestohlen gemeldeten Velos vom Polizei-Empfänger registriert wird, schlägt dieser Alarm. Grégoire Junod von der Lausanner Polizei sagt gegenüber der Zeitung «24 Heures»: «Das System wäre noch viel effizienter, wenn andere Städte es auch einsetzen würden. Und wieso eigentlich nicht die Grenzwache?»

Bis jetzt hat «Trakyv» den Sprung über den Röstigraben noch nicht geschafft. Polizeisprecher Yerguz sagt denn auch: «Das System hat derzeit eine kleine geografische Verbreitung. Damit sich eine allfällige Investition lohnen könnte, braucht es beide Seiten: Polizei und Velobesitzer.»

In den ersten fünf Monaten über 1000 Velos gestohlen

Vergangene Woche meldete die Basler Staatsanwaltschaft einen spektakulären Fall. Ein Velodieb konnte überführt werden, der innert eines Jahres rund 300 Velos geklaut und via einer Internet-Plattform verkauft hat. Auf die Schliche gekommen ist ihm die Polizei dank des Hinweises einer Frau, die ihr eigenes, gestohlenes Velo auf der Plattform wiedererkannt hat. Auch wegen dieses Täters ist die Anzahl gemeldeter Velodiebstähle im laufenden Jahr höher als in Vorjahren. Bis Ende Mai sind im Stadtkanton über 1000 Velos gestohlen worden, wie die Polizei gegenüber dem «Regionaljournal» sagte. Besonders beliebt bei Dieben ist die Innenstadt, wie eine Auswertung der Polizei zeigt. Jedes sechste seit 2015 gestohlen gemeldete Velo stand in diesem Stadtteil (siehe Tabelle unten). Vom Bruderholz hingegen wurden in demselben Zeitraum lediglich 56 Velodiebstähle gemeldet, aus Bettingen gar lediglich 13.

Technik im Kampf gegen Velodiebe war bereits im Jahr 2015 ein Thema im Kantonsparlament. Nora Bertschi forderte damals die Regierung auf zu prüfen, ob Velodiebe nicht mittels GPS-Trackern aufgespürt und überführt werden könnten. Dazu sollte die Polizei Velos verteilen, die mit einem Sender ausgestattet sind. Bertschi nannte das Beispiel Holland, wo solche «Lockvogel-Velos» eingesetzt würden, was zu einer Halbierung der Anzahl Diebstähle geführt habe.

Die Regierung antwortete, dass sie «das gezielte Platzieren von unabgeschlossenen mit GPS-Sendern ausgerüsteten Velos durch die Polizei im Sinne eines ‹agent provocateur› aus rechtsprinzipiellen Überlegungen» ablehne. Privatpersonen stehe es hingegen frei, einen GPS-Überwachungssender zu erwerben und an ihrem Velo zu befestigen. Was sie nicht sagte: Bei diesen Modellen ist – im Gegensatz zu den «Trakyv»-Sendern – für jeden Sender ein Mobilfunkvertrag nötig, dessen monatliche Kosten die Velobesitzer zu tragen haben. (bzbasel.ch)

Mark Beaumont fährt mit dem Velo in 80 Tagen um die Welt

Ein Foto-Velo, das Dreck scannt

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kari Baldi 26.08.2019 09:41
    Highlight Highlight Eine Sisyphus-Arbeit, die vermutlich nicht viel bringt. Die teuren Velos werden gesucht geklaut und verschwinden im Ausland. Zudem ist beim Auffinden das Velo durch die Versicherung meistens schon vergütet und das Velo geht somit an die Versicherung, die es dann versteigern muss.
    • Hzwo 26.08.2019 12:55
      Highlight Highlight Dann müsste man wohl eher bei dieser Versicherungsraxis was ändern, nicht? Kann ja nicht sein dass Missstände Lösungen zum Problem machen.
      Ist ja wie wenn man erst den Tunnel baut und dann den Berg drüber. Verkehrte welt..
  • silverback 26.08.2019 09:36
    Highlight Highlight Seit 2016 im Einsatz aber kein Wort über die Erfolgsquote?
  • Snowy 26.08.2019 09:34
    Highlight Highlight Velodiebe sind zusammen mit Autoverkratzern und historische Gemäuer Tagger ganz niedere Mitmenschen.
  • Ich_bin_ich 26.08.2019 09:22
    Highlight Highlight Egal ob oben genannte Technik oder Ortung mittels GPS.
    Die organisierten Banden werden sich den Jammer für die Hosentasche kaufen um den Abtransport zu decken. Dementsprechend dürfte man nur noch die Besoffenen erwischen die am Wochenende Fahrräder klauen.
    Oder übersehe ich da was, technisch gesehen?
    • Bündn0r 26.08.2019 10:47
      Highlight Highlight Für die GPS Version wird das wohlstimmen, für die "Empfänger auf jedem Polizeiauto"-Idee aber nicht.
      Jammer senden grosszügig auf allen Frequenzen um das Signal zu übertönen. Er schreit sozusagen "Hallo, i bims 1 Velodieb" auf Elektromagnetisch.
    • Helios 26.08.2019 11:19
      Highlight Highlight Sollte der Sender so verbaut sein, dass man ihn nicht entfernen kann, müsste er doch früher oder später wieder senden können, spätestens wenn der Kunde das Velo erhält.

      Das System (ohne GPS Ortung) ist allerdings ziemlich nutzlos, wenn es nicht überregional, ja eigentlich international, eingesetzt wird, da die Velos problemlos in einer anderen Region oder einem anderen Land verkauft werden können.

      Zumindest profesionellen Dieben wird man so kaum auf die Schliche kommen.
    • Ich_bin_ich 26.08.2019 14:07
      Highlight Highlight Besten Dank für Eure Infos.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Elterro 26.08.2019 09:16
    Highlight Highlight alufolie?
    • Bündn0r 26.08.2019 11:13
      Highlight Highlight Hilft sicher auch auf Sattel und Lenker:
      Benutzer Bild
  • THEOne 26.08.2019 09:15
    Highlight Highlight bei velos son aufwand zu betreiben, wo die in jeder hausratversicherung drin sind... naja..
    bei teuren ebikes gibts bereits im rahmen verbaute gpstracker. bei meinem auto hab ich die ebenfalls zus. verbaut, da die festinstallierten sowieso nach 5 min geknackt und offline sind.
    • Oigen 26.08.2019 14:23
      Highlight Highlight jap, meine 5 Fahrräder haben einen gesamtwert von ca.22'000.-
      is mir egal ob das geld ersetzt wird von der versicherung. 2 habe ich selber geabut (komplett, rahmen, räder etc)
      und 2 sind spezial anfertigungen für meine grösse.

  • dä dingsbums 26.08.2019 08:29
    Highlight Highlight Super Symbolbild! :-D

    Ein Velodieb, der am hellichten Tag eine Maske trägt und ein Velo, das nicht sehr teuer aussieht und auch nicht abgeschlossen ist, auf der Schulter davonträgt.

    Hat mir gerade den Morgen versüsst.

  • Humpe 26.08.2019 07:53
    Highlight Highlight GPS-Tracker wären tatsächlich effektiver, vermutlich aber auch teurer. Würde man anstatt des Mobilfunknetzes Lora bzw Low Power Network verwenden, liessen sich die Übermittlungskosten drastisch reduzieren.
    • mcspeedy 26.08.2019 10:00
      Highlight Highlight Ciao Humpe, Idee gut mit IoT, LoRa ist jedoch eher ungeeignet dafür. Sicherheitstechnisch ist LoRa leider schlimmer als ein echter schweizer Emmentaler und die aktuellen Modems eher gross...
    • Helios 26.08.2019 11:22
      Highlight Highlight @mcspeddy

      An welche Sicherheitstechnischen Probleme denkst du?
  • Matrixx 26.08.2019 07:36
    Highlight Highlight Warum nicht einfach GPS-Sender verwenden?
    30 Meter Reichweite finde ich dann doch etwas wenig...
    • Deorai 26.08.2019 08:08
      Highlight Highlight Wegen dem Stromverbrauch
    • Bits_and_More 26.08.2019 08:18
      Highlight Highlight GPS-Sender??? Die GSP Sender befinden sich in Satelliten. Auf der der Erde hat es nur die GPS Empfänger. Wie der Name sagt, ein Empfänger sendet nicht.
    • reactor 26.08.2019 08:32
      Highlight Highlight GPS funktioniert irgendwie andersrum :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 26.08.2019 07:34
    Highlight Highlight "Die Regierung antwortete, dass sie «das gezielte Platzieren von unabgeschlossenen mit GPS-Sendern ausgerüsteten Velos durch die Polizei im Sinne eines ‹agent provocateur› aus rechtsprinzipiellen Überlegungen» ablehne."
    Ja das ist Typisch Schweiz. Es gibt Arbeit für die Behörden also macht man es lieber nicht und hockt faul rum und ärgert den Rechtschaffenen Bürger.
    • Magnum44 26.08.2019 09:18
      Highlight Highlight Schon blöd, wenn man in einem Rechtsstaat lebt, gell?
  • Gähn on the rocks 26.08.2019 07:12
    Highlight Highlight habe gelesen:
    mit diesem system soll es vollidioten an den kragen gehen.

    ich: na endlich!
  • MorukNo1 26.08.2019 07:06
    Highlight Highlight Bringt das wirklich was? In der Regel gehen die Velos doch sowieso direkt über die Grenze ins Ausland. Zumindest aber sind die wenigsten Diebe so dumm, in der gleichen Stadt rumzugondeln.
  • Thinkdeeper 26.08.2019 06:53
    Highlight Highlight An und für sich eine gute Idee und sinnvollen Einsatz von ioT.
    Super ist es, dass es ohne LORA und Abo bzw. Monatliche Gebühren auskommt.

    Letzteres wäre zwar fortschrittlicher aber die monatliche Kosten sind ein No Go.

    Jetzt muss es von den Velohersteller nur noch Flächendeckend eingebaut werden, vielleicht gar mit elektronischem Schloss an eine App gekoppelt?

    Die Technologie gibt es von der Sharing Economie bereits.
  • Uitam 26.08.2019 06:42
    Highlight Highlight Wie sieht so ein Tracker aus und kann der nicht einfach entfernt werden?
  • pamayer 26.08.2019 06:37
    Highlight Highlight Gut. Sehr gut. Her damit.
  • Triple A 26.08.2019 06:35
    Highlight Highlight Ist das mit dem Mobilfunkvertrag wirklich so? Vgl. die Internetseite der VanMoof-Fahrräder.
    • walsi 26.08.2019 07:12
      Highlight Highlight Wie will das Velo sonst mit dem Internet kommunizieren?
    • p4trick 26.08.2019 07:22
      Highlight Highlight Entweder du benutzt Peilsender die können diese Geräte innerhalb 300m oder so aufspüren, also du weisst in etwa wie weit entfernt und in welcher Richtung es ist. Oder aber du brauchst Mobilnetz damit die GPS Daten übertragen werden können.
      Peilsender verwenden kein GPS und müssen dadurch auch keine Daten senden und die Batterie hält auch rund 1000mal länger
    • Punktraum 26.08.2019 07:32
      Highlight Highlight Habe ich mich auch gefragt. Es ist technisch möglich, über GPS mittels Textnachrichten zu kommunizieren, wie dies einige GPS-Tracker tun. Im Notfall kann so eine Nachricht an eine Notrufzentrale geschickt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Staatsgebeutelter 26.08.2019 06:34
    Highlight Highlight Das System wird sich weder durchsetzen noch bewähren, zudem ist es zu teuer und aufwändig. Wenn sich bei potentiellen professionellen Velodieben, ich meine nicht die welche ein Velo aus dummer Idee entwenden, herumsprechen wird dass alle Velos mit solchen Systemen versehen sind, dann werden die Diebe eben mit einem mitgeführten Jammer stehlen und schon ist der Nutzen weg. Wie aus dem Bericht hervorgeht senden diese Systeme aus Energieeffizienz eben nur 30 meter weit und diese Leistung ist mit einem Jammer leicht unterdrückt, jedenfalls solange bis man das System dann neutralisiert hat.
  • Balabar 26.08.2019 06:26
    Highlight Highlight “Grégoire Junod von der Lausanner Polizei” sucht grad seine Uniform und Dienstwaffe:) Der Herr ist Syndic von Lausanne (Stadtpräsident ). Er ist übrigens nicht Polizeivorsteher. Tant pis.

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