«Sie sind eine dumme Person» – Trump beschimpft Journalistin wegen Ballsaal
Zu Beginn war noch von rund 200 Mio. USD die Rede. So viel Geld wollte US-Präsident Donald Trump, zusammen mit «Patriotischen Spendern» ausgeben, um den Ostflügel des Weissen Hauses in einen Ballsaal zu verwandeln. Keine Steuergelder sollten dafür ausgegeben werden.
Das grosse Bauvorhaben, das dem Präsidenten, der selbst aus der Baubranche kommt, sehr am Herzen liegt, soll für Empfänge internationaler Gäste geeigneter sein als die jetzige Lösung. Bisher wurden für grosse Empfänge und Feste Zelte vor dem Ostflügel des Weissen Hauses aufgestellt, und die Anlässe dort abgehalten.
Für Donald Trump ist das eines Regierungssitzes nicht würdig. In seinem Ballsaal sollen dereinst 650 Personen Platz nehmen können, deutlich mehr als die 200 Personen, die im aktuellen East Wing bewirtet werden können.
Kurz nach der ersten Ankündigung sprach der US-Präsident nicht mehr von 200, sondern von 300 Mio. USD, dann von 350 und schliesslich von 400 Mio. USD. Nach wie vor sollte das Projekt von ihm und den nicht namentlich genannten «patriotischen Spendern» finanziert werden. So der letzte Stand.
Sicherheitskosten aus Steuergeldern
Schon lange gab es Kritik am Bauvorhaben. Nicht nur, dass mit dem Abriss des ehemaligen East Wing ein historisches Bauwerk verschwindet – 1902 gebaut, 1942 erweitert und seither traditionell Teil der offiziellen Räumlichkeiten der First Lady –, sondern auch, dass der Bau erfolgte, ohne ein öffentliches Prüfverfahren zu durchlaufen, wird von den Gegnern des Projekts kritisiert.
Der neueste Disput rund um den Ballsaal, der etwa die Fläche von 33 Tennisfeldern haben wird, entfachte sich an einem Vorschlag republikanischer Senatoren. Sollte der Vorschlag durchkommen, würde dem Secret Service eine Milliarde USD für «Sicherheitsanpassungen und -verbesserungen» rund um das «Modernisierungsprojekt des Ostflügels» zugesprochen werden. Der Ballsaal wurde dabei nicht explizit genannt.
Als der US-Präsident am Dienstag von Medienschaffenden darauf angesprochen wurde, dass auf diesem Weg nun doch Steuergelder für den Ballsaal ausgegeben würden, wurde er ausfällig:
In Gerichtsdokumenten wurde seitens des Weissen Hauses detaillierter angegeben, wie die Sicherheit des neuen Ostflügels gewährleistet werden soll.
So soll der Bereich «stark befestigt» werden, einschliesslich Bunkern, militärischen Anlagen und einer medizinischen Einrichtung unterhalb des Ballsaals. Donald Trump fordert zusätzlich kugelsicheres Glas und Drohnenabwehr.
Republikaner und das Weisse Haus haben den Vorschlag nach dem Angriff auf das Korrespondenten-Dinner im April im Eiltempo vorangetrieben.
Die Milliarde USD, die für die Sicherheit des Ostflügels vorgeschlagen wurde, haben republikanische Senatoren einem Haushaltsgesetz hinzugefügt, das die Finanzierung von Behörden zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze wiederherstellen soll. Das Budget umfasst insgesamt 72 Milliarden USD und wird von den Demokraten seit Februar blockiert.
(hde)
Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war von 72 Mio. USD die Rede statt 72 Mrd. USD.
