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Dallas Mavericks' Harrison Barnes walks off the court after the team's NBA basketball game against the Charlotte Hornets in Dallas, Wednesday, Feb. 6, 2019. Barnes was traded during the game to the Sacramento Kings for Zach Randolph and Justin Jackson. (AP Photo/Tony Gutierrez)

Harrison Barnes verlässt die Arena: Kurz zuvor erfuhr er, dass er kein Dallas-Spieler mehr ist. Bild: AP

Dieser NBA-Star erfuhr gerade mitten im Spiel, dass er getradet wurde

Harrison Barnes spielt mit den Dallas Mavericks gegen die Charlotte Hornets, als ihn der Trainer vom Feld nimmt. Dort wird dem Olympiasieger beschieden, dass man ihn soeben an ein anderes Team abgegeben hat.



Regelmässig wird der Ruf laut, das nordamerikanische System mit Drafts und Trades auf den europäischen Sport zu übertragen. Nun ist das System wieder einmal wegen seiner Unzimperlichkeit in den Schlagzeilen.

Die Dallas Mavericks haben Harrison Barnes mitten in der Partie gegen die Charlotte Hornets darüber informiert, dass man ihn getradet hat. Nichts ahnend erfuhr Barnes, dass er ab sofort ein Spieler der Sacramento Kings ist.

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Was Barnes wohl durch den Kopf geht, als er auf der Bank sitzt? Video: streamable

Auch der Trainer wusste von nichts

Barnes, ein Erstrunden-Draft und NBA-Champion 2015 mit den Golden State Warriors, war in Dallas Stammspieler. Er stand auch bei seinem letzten Einsatz für die «Mavs» in den ersten drei Vierteln auf dem Parkett, steuerte zum 99:93-Sieg zehn Punkte bei. Doch im letzten Abschnitt blieb der 2,03 m grosse Forward auf der Bank. Coach Rick Carlisle bestätigte, dass der Trade der Grund dafür gewesen war. Auch er selber sei vom Entscheid des Mavericks-Managements überrascht worden, sagte Carlisle. «Ich erfuhr davon während des Spiels, deshalb habe ich ihn nicht mehr eingesetzt.»

Dallas-Superstar Dirk Nowitzki war von der Reaktion des getradeten Barnes beeindruckt. «Er ist ein besserer Kerl als ich, jeder andere wäre abgehauen», sagte Nowitzki. Denn Barnes blieb bis zum Ende des Spiels in der Halle, um seine Teamkollegen – pardon: Ex-Teamkollegen – zu unterstützen. Der Deutsche lobte Barnes als harten Arbeiter. «Ich sagte ihm, dass ich ihm nur das Allerbeste wünsche und dass wir garantiert in Kontakt bleiben».

Dallas Mavericks Dirk Nowitzki, right, celebrates with teammate Harrison Barnes as time runs out at the end of their regular-season NBA basketball game against the Phoenix Suns in Mexico City, Thursday, Jan. 12, 2017. The Mavericks won 113-108. (AP Photo/Rebecca Blackwell)

Nowitzki kam mit Barnes nicht nur auf dem Feld gut aus. Bild: AP

Dallas braucht Geld für einen Neuaufbau

Nowitzki zeigte sich enttäuscht darüber, Barnes als Mitspieler verloren zu haben. «Jeder weiss, wie nahe wir zwei uns standen. Wir werden ihn vermissen.» Dallas erhielt im Tausch für den 26-Jährigen Zach Randolph und Justin Jackson. Doch nicht die Verpflichtung der beiden neuen Spieler war der Hauptgrund dafür, dass Barnes gehen musste. Nächste Saison verdient er 25,1 Millionen Dollar – Geld, das nun anderweitig eingesetzt werden kann. Dallas plant einen Neuaufbau um den 19-jährigen Slowenen Luka Doncic, schliesslich wird Nowitzki im Sommer bereits 41 Jahre alt.

Mavericks-Coach Carlisle hätte gerne auch zukünftig mit Harrison Barnes zusammengearbeitet. «Ich werde ihn sehr vermissen», gab er zu. «Bevor alle anderen in die Kabine kamen, konnte ich mich noch mit ihm unterhalten. Ich habe mich bei ihm für seine zweieinhalb Jahre bei uns bedankt. Er ist ein vorbildlicher Sportler und gehört zu den Spielern, die sich am meisten verbessert haben.» 

Dallas Mavericks forward Luka Doncic (77) talks with his head coach Rick Carlisle as the Mavericks play the Golden State Warriors during the second half of an NBA basketball game, Saturday, Nov. 17, 2018, in Dallas. The Mavericks won 112-109. (AP Photo/Ron Jenkins)

Rick Carlisle mit Luka Doncic: Der junge Slowene gilt als grösstes europäisches Talent. Bild: AP

LeBron James ärgert sich

Musterprofi Barnes, im Bundesstaat Iowa aufgewachsen, bedankte sich mit einem Tweet bei der Organisation, Besitzer Mark Cuban, Trainer und Mitspielern für zweieinhalb Jahre in Dallas, während denen er sich wie zuhause gefühlt habe. «Ich werde die unglaublichen Fans in dieser Stadt nie vergessen. Nun bin ich gespannt auf das nächste Kapitel der Karriere.» Der gläubige Christ beendete sein Statement mit einem Bibelvers: «Seht, ich schaffe Neues, schon spriesst es, erkennt ihr es nicht? Ja, durch die Wüste lege ich einen Weg und Flüsse durch die Einöde.»

Mit LeBron James äusserte sich auch der wohl beste Spieler der Welt zum ungewöhnlichen Trade – ziemlich wütend. «Lasst mich raten, es ist cool, weil sie das machen müssen, was für die Franchise richtig ist???», postete der Star der Los Angeles Lakers. «Sie haben den Mann getradet, während er gespielt hat und NULL Ahnung hatte.»

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Barnes' Highlight-Video 2017/18. Video: YouTube/AIR Highlights

James regte sich besonders über die allgemeine Wortwahl bei Transfers auf. «Will ein Spieler wechseln, wird er als egoistisch oder undankbar dargestellt.» Werde ein Team jedoch von sich aus tätig und schicke Spieler in die Wüste, werde immer nur erzählt, dass es das Beste für das Team sei. Um den Menschen gehe es dabei nie.

Die Trade Deadline in der NBA ist heute um 21 Uhr (Schweizer Zeit). Bis dahin dürfen die Team-Verantwortlichen noch mit Spielerrechten handeln. Ob auch Dallas nochmals tätig wird?

Trades «während» des Spiels

In den Geschichtsbüchern der NBA findet sich eine besondere Partie zwischen den New Jersey Nets und den Philadelphia 76ers. Das Spiel fand am 8. November 1978 statt, doch nach einem Protest wurden die letzten 17:50 Minuten am 23. März 1979 nochmals gespielt. Weil zwischendurch getradet wurde, spielten drei Spieler in einer Partie für beide Teams: Eric Money, Ralph Simpson und Harvey Catchings.

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Video: watson/nico franzoni, corsin manser

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chrigi-B 07.02.2019 14:23
    Highlight Highlight Naja der Herr James 😏
  • Grigor 07.02.2019 11:04
    Highlight Highlight In unserem System werden dagegen Verträge einfach aufgelöst. Klar, nicht während dem Spiel aber dieser Spieler ist danach arbeitslos. In der USA kann der Spieler sicher sein das sein Vertrag weiterhin gültig ist. Der Spieler wird also einiges besser geschützt als bei uns, auch wenn es dann zu solch skurrilen Szenen kommt.
    • Chili5000 07.02.2019 11:26
      Highlight Highlight Werden die Vertärge nicht augezahlt? Buy-out? Das wäre ja zu begrüssen im gegensatz zu den Trades.
    • messanger 07.02.2019 11:56
      Highlight Highlight Verträge können auch hier nur in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst werden. Meist erhält der Spieler eine Abfindung und kann danach ablösefrei wechseln.
      Ein Spieler kann hier seinen Vertrag "absitzen". Er darf sich einfach nichts zu schulden kommen lassen.
    • Grigor 07.02.2019 13:17
      Highlight Highlight In der Schweiz unterliegen solche Verträge dem normalen Arbeitsrecht. Natürlich wird etwas ausbezahlt, weil wir Kündigungsfristen haben. Dieser Betrag liegt aber oft weit unter dem was der Spieler mit dem Vertrag erhalten hätte. Ein Verein muss nur einige Monate bezahlen, auch wenn der Vertrag noch mehrere Jahre gelaufen wäre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • de_spy 07.02.2019 10:48
    Highlight Highlight Der normale Wahnsinn in der Zeit um die Trading Deadline. Für die Fans äusserst unterhaltend, für die Spieler resp. Menschen schon manchmal schwer zu schlucken. Da hat LeBron schon recht, wobei Barnes nun auch nicht grad "in die Wüste" geschickt wird, sondern seinen gut dotierten Vertrag behält und nun halt von Sacramento bezahlt wird. Und gerade LeBron hat gut Reden, nimmt er doch bekanntermassen auch viel Einfluss darauf, welche Spieler ihm zur Seite gestellt werden sollen. Seine Lakers bitten so auch grad das halbe Kader an für Anthony Davis...
    • Chili5000 07.02.2019 11:29
      Highlight Highlight Mit dem Unterschied das jeder Spieler von den Lakers das weiss. LeBron oder sonst ein Superstar kann natürlich auch sagen wen er gerne zur Seite hätte. Er will ja auch um die Meisterschaft mitspielen.
    • de_spy 07.02.2019 19:13
      Highlight Highlight Das ist Unsinn, weil auch Barnes nicht erst seit dem Porzingis Trade klar auf den Markt geworfen wurde. Und die Lakers hätten sich sicher auch eine andere Saison und Synergie vorgestellt. Glaub nicht, dass etwa die Herren Ball, Ingram oder
      Kuzma unbedingt aus Lalaland weg wollen.

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