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Bundesrat Alain Berset warnt: «Sorglosigkeit könnte sich rächen»

13.06.2020, 08:3613.06.2020, 15:59
Alain Berset: «Das Virus ist noch da.»
Alain Berset: «Das Virus ist noch da.»Bild: sda

Trotz ermunternder Anzeichen, dass die Schweiz die Coronakrise gut bewältigt hat, bleibt die Gefahr eines Rückfalls nach Ansicht von Bundesrat Alain Berset präsent. Die Vorbereitungen für eine mögliche zweiten Welle liefen.

«Das Virus ist noch da, und die Abstands- und Hygieneregeln sind noch immer unverzichtbar», sagte Berset in einem Gastbeitrag zur Corona-Bewältigung in den Tamedia-Zeitungen (Samstagausgabe). Sorglosigkeit könnte sich rächen.

Das sei ein täglicher Balanceakt zwischen Lebensfreude und Lebensdisziplin, zwischen Aufatmen und Sorge. Wer sich vorsichtig verhalte, schütze die anderen. Und in dem die anderen sich vorsichtig verhielten, schützten sie uns.

Solidarisches Handeln

Eigenverantwortung führe so zu solidarischem Handeln und fördere den Gemeinsinn. «Wir haben gezeigt, dass wir für einander da sind, wenn es darauf ankommt. Allen – fast allen – war und ist bewusst, dass Nachlässigkeit oder gar Rücksichtslosigkeit all das gefährdet, was wir in den letzten Monaten zusammen erreicht haben», sagte Berset.

Die Schweiz verdanke ihre Stabilität der ständigen Suche nach einem für alle akzeptablen Weg. Dieses Vorgehen habe sich in der Krise bewährt. Der Bundesrat habe stark auf Eigenverantwortung und Einsicht gesetzt; auf Argumente und nicht auf Verbote und Kontrollen.

Lange Zeit sei unser Alltag kaum wiederzuerkennen gewesen. Und in genau dieser Zeit sei am deutlichsten zutage getreten, was die Schweiz ausmache: Pragmatismus, Gemeinsinn, Flexibilität und Bescheidenheit. Die Schweiz sei damit für künftige Krisen gerüstet.

Auch künftig sei Solidarität gefragt. Systemrelevante Arbeitskräfte, mehrheitlich Frauen, müssten finanziell bessergestellt werden. Wer es mit der Wertschätzung der lebenswichtigen Berufe ernst meine, drücke diesen Wert auch in Franken aus, sagte der Innenminister.

>>> Coronavirus: Alle Infos im Liveticker

Die Ausrufung der ausserordentlichen Lage habe die Demokratie nicht geschwächt. Sie bleibe eine kurze Episode und werde in den nächsten Tagen wieder aufgehoben, bekräftigte Berset frühere Aussagen des Bundesrates. Das Parlament sei wieder an der Arbeit.

Parlamentarier-Aufruf

Die Parteipräsidenten von FDP, SVP, CVP sowie die Kantone pochen laut Tamedia-Zeitungen darauf, dass der Bundesrat direkt zur normalen Lage zurückkehrt und nicht bei der zweithöchsten Stufe, der besonderen Lage, verharrt. Bei der besonderen Lage behält die Regierung weitreichende Sondervollmachten. (sda)

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sherlock_Holmes
13.06.2020 09:26registriert September 2015
Das Drängen von Gössi und Rösti zeigt einmal mehr, dass es der FDP und SVP mehr um ihre Selbstdarstellung und ihre Interessen als um die Sache selbst geht.

Das Parlament erhält mit dem Übergang zur besonderen Lage genug Kompetenzen zurück, um Beschlüsse des BR korrigieren zu können.
Die zum Teil berechtigten Anliegen der Parteien und Kantone garantieren leider jedoch noch längst kein übergeordnetes Vorgehen.

Die umsichtige Strategie des BR hat sich bisher bewährt.

Wieder steigende Infektionen zeigen, was passiert, wenn allzu vorschnell nach der Devise des «courant normal» gehandelt wird.
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Clife
13.06.2020 11:58registriert Juni 2018
Ich muss zugeben, dass mir die Schweiz in den letzten Monaten, wo die BR das Sagen hatten anstatt die Parteivorsteher/Parlamentarier, deutlich ruhiger und organisierter aufkam als sonst. So langsam glaube ich, dass unser Parlament schlicht und einfach verseucht ist mit Parasiten
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Berner_in
13.06.2020 09:21registriert September 2018
Die Parteipräsidenten von FDP, SVP, CVP sowie die Kantone pochen darauf, dass der Bundesrat direkt zur normalen Lage zurückkehren...

Wenn selbstgefälliges Machtgerangel noch vor der Ziellinie so richtig losgeht, dann lässt das wenig Gutes erahnen...
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