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Liveticker

Spanien: «Wir haben das Virus bezwungen» +++ Verwirrung um neue BAG-Zahlen



Liveticker: Corona National+International 21.06.

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18:04
Unruhen bei Protesten gegen Corona-Massnahmen in Den Haag
epa08500547 Police try to stop protesters in the center of The Hague, Netherlands, 21 June 2020. Demonstrators attended the protest on event venue Malieveld that focused on the coronavirus measures of the cabinet. The protest was initially banned due to an excessive number of interested people, but Mayor Remkes eventually allowed a short gathering.  EPA/ROBIN VAN LONKHUIJSEN
Bei Protesten gegen Corona-Massnahmen hat es in Den Haag Unruhen gegeben. Mobile Einsatzkommandos der Polizei setzten am Sonntag Wasserwerfer und Polizeipferde ein, um die Menschenmenge auseinander zu treiben. Mehrere hundert Demonstranten, darunter viele Hooligans, hätten bewusst die Konfrontation mit der Polizei gesucht. «Das hat nichts mehr mit einer normalen Demonstration zu tun», sagte ein Polizeisprecher im Radio. Fünf Menschen wurden festgenommen. Sie hatten nach Angaben der Polizei mit Steinen geworfen.

Bürgermeister Johan Remkes hatte zunächst aus Sicherheitsgründen die Demonstration gegen Corona-Massnahmen der Gruppe «Virus Waanzin» verboten. Dennoch waren einige hundert Demonstranten zum Hauptbahnhof gekommen sowie auch noch mehrere hundert Fussball-Fans, wie die Polizei mitteilte. Der Bürgermeister hatte daraufhin eine kurze Kundgebung gestattet. Als die Atmosphäre gewalttätig wurde und vor allem Hooligans Richtung City ziehen wollten, griff die Polizei ein.

Ein Platz in der Nähe des Hauptbahnhofes wurde geräumt, nachdem mehrere hundert Demonstranten sich geweigert hatten, ihn zu verlassen. Mehrere Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Ein nahe gelegenes Einkaufszentrum war vorsorglich geschlossen worden. (sda/dpa)
17:01
Verwirrung um BAG-Zahlen
Sind es jetzt 35 neue Fälle oder 49? Das tägliche Update des Bundesamts für Gesundheit (BAG) verursachte am Sonntag Verwirrung. Grund dafür ist die separate Auflistung von alten Fällen. Demnach gibt es im Vergleich zu gestern zwar 49 Fälle mehr, 14 davon sind aber Nachreichungen aus den Monaten April und Mai.

Die 35 neuen Fälle sind von Donnerstag bis Samstag dieser Woche. Grund für die Verwirrung war wohl das tägliche Zahlen-Update der Schweizer Nachrichtenagentur SDA, in dem es hiess, dass die 14 alten Fälle bei den 35 Fällen inbegriffen seien, das stimmt aber nicht. Das Missverständnis könnte darauf zurückzuführen sein, dass das BAG erstmals die Nachmeldungen der alten Fälle separat aufgelistet hat.
16:22
«Virus bezwungen»: Corona-Notstand in Spanien nach 14 Wochen beendet
Im früheren Corona-Hotspot Spanien herrscht seit Sonntag die «neue Normalität»: Nach genau 14 Wochen ging um Mitternacht der Notstand zur Eindämmung der Pandemie zu Ende. Die 47 Millionen Bürger des Landes durften sich erstmals seit dem 14. März wieder im ganzen Land frei bewegen. «Gemeinsam haben wir das Virus bezwungen», schrieb Gesundheitsminister Salvador Illa auf Twitter. «Wir tun nun diesen Schritt allerdings, ohne zu vergessen, dass Covid-19 noch da ist», betonte der Minister der linken Regierung.

Nach einer am Sonntag in der Zeitung «El Mundo» veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sigma Dos wollen die meisten Spanier auch in Zukunft Vorsicht walten lassen. Vier von fünf Befragten hätten ihre Sorgen vor einem Corona-Neuausbruch geäussert, hiess es. Mehr als 40 Prozent waren demnach «sehr besorgt», weitere knapp 40 Prozent «ziemlich besorgt».

In der «neuen Normalität» hält die Zentralregierung nur noch wenige Corona-Regeln landesweit aufrecht. Die Wichtigste: In geschlossenen Räumen und auch im Freien muss man Schutzmaske tragen, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoss können Geldstrafen von bis zu 100 Euro verhängt werden. Über andere Massnahmen dürfen die einzelnen Regionen - ähnlich wie in Deutschland - selbst entscheiden.

Am Sonntag öffnete Spanien auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten. Die Grenze zu Portugal bleibt aber auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen. Allen Einreisenden wurde am Sonntag die Temperatur gemessen. Medizinisches Personal stand bereit, um im Falle eines erhöhten Wertes die Betroffenen in Augenschein zu nehmen. Zudem müssen alle Besucher auf einem Fragebogen Angaben unter anderem zur Gesundheit sowie zu persönlichen Kontaktdaten machen.
epa08499833 Travelers wearing masks upon arrival at Palma de Mallorca Airport, which has been opened for travelers from most of Europe after lifting the State of Emergency and lockdown to stop the spread of the coronavirus, in Palma de Mallorca, Balearic Islands, Spain, 21 June 2020. Spanish airports receive from today travelers from European Union and Schengen area after being closed for about three months amid coronavirus pandemic.  EPA/CATI CLADERA
14:48
Corona-Ausbruch bei Tönnies - jetzt 1331 Infizierte bekannt
Die Zahl der Corona-Infizierten in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück ist auf 1331 gestiegen. Dies teilte der Kreis Gütersloh am Sonntag mit. Die Reihentestungen auf dem Gelände der Firma seien am Samstag abgeschlossen worden, hiess es. Insgesamt 6139 Tests seien gemacht worden, 5899 Befunde lägen bereits vor.

Bei 4568 Beschäftigten konnte demnach das Virus nicht nachgewiesen werden. «Bei den Testungen zeigte sich, dass die Zahl der positiven Befunde ausserhalb der Zerlegung deutlich niedriger sind als in diesem Betriebsteil», hiess es weiter.

In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen 6 Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

Der Kreis teilte weiter mit, dass bei den Reihentestungen im Mai bei der Firma Tönnies deutlich mehr Testungen gemacht wurden. «Das liegt daran, dass die Zahl der Beschäftigten gesunken ist. Eine Reihe von Mitarbeitern ist ganz offensichtlich in die Heimat zurückgekehrt, unter anderem Personen, die negativ getestet worden sind und die die sich abzeichnende Quarantäne hier vermeiden wollten.»

Am Sonntag seien 32 mobile Teams in den Städten und Gemeinden des Kreises unterwegs gewesen, um Personen in ihren Unterkünften zu beraten und ihnen Unterstützung anzubieten. «Dabei wird auch kontrolliert, wie aktuell die Adresslisten sind, die sich der Kreis Gütersloh in der Nacht zu Samstag beschafft hat.» (sda/dpa)
14
Südkorea beschränkt Visa für Pakistan und Bangladesch
Aufgrund des Coronavirus wird Südkorea ab dem 23. Juni beschränkt Visa für Bürger aus Pakistan und Bangladesch ausstellen. Wie «CNN» berichtet, würden Ankömmlinge aus diesen Ländern einen hohen Prozentsatz der bestätigten Coronavirus-Fälle ausmachen. Für Diplomaten und wichtiges Geschäftspersonal gelten ausnahmen.

Alle Reisenden müssen in Südkorea zunächst zum Coronatest antraben und danach zwei Wochen in Quarantäne. Um das Gesundheitssystem jedoch nicht zu überlasten, werden nun entsprechende Beschränkungen vorgenommen. (rst)
13:48
Berset feiert französischen Nationalfeiertag in Paris
Bundesrat Alain Berset wird an der Zeremonie zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli in Paris teilnehmen. Der Gesundheitsminister zeigte sich erfreut über eine Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Macron will sich mit dieser Geste bei der Schweiz bedanken, für die Aufnahme von 48 französischen Covid-19-Patienten in hiesigen Spitälern auf dem Höhepunkt der Corona-Krise.

Die Sprecherin der französischen Botschaft in der Schweiz bestätigte am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA entsprechende Informationen der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche». Die Gesundheitsminister von Deutschland, Österreich und Luxemburg haben ebenfalls eine solche Einladung erhalten.

Die Zeremonie zum französischen Nationalfeiertag findet in diesem Jahr nicht wie üblich auf dem Champs-Élysées statt, sondern auf der Place de la Concorde. Die Militärparade beschränkt sich dabei auf die Flugstaffel. Es werden 2000 Gäste erwartet. (sda)
Bunddesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz ueber Covid-19 Entscheide, am Freitag, 19. Juni 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
13:10
Ab 25. Juni ist die SwissCovid App verfügbar
Die SwissCovid App für Mobiltelefone ist ab 25. Juni im Apple Store und Google Play Store verfügbar, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Homepage schreibt.

Die SwissCovid App für Mobiltelefone (Android/iPhone) trägt laut BAG zur Eindämmung des neuen Coronavirus bei. Sie ergänze das klassische Contact Tracing, die Rückverfolgung neuer Ansteckungen durch die Kantone. Die SwissCovidApp helfe damit, Übertragungsketten zu stoppen.

Die Nutzung der SwissCovid App ist freiwillig und kostenlos. Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sie laut BAG die Eindämmung des neuen Coronavirus.

Seit Ende Mai überprüften Hacker und weitere Interessierte die App auf Sicherheitslücken. Anfang Juni stimmten Ständerat und Nationalrat den gesetzlichen Grundlagen für den Einsatz der vom Bund und den beiden ETH entwickelte SwissCovid Ap zu.

In der Debatte im Nationalrat hatte Gesundheitsminister Alain Berset erklärt, das die ersten Rückmeldungen von Benutzern der App ein überwiegende positives Bild zeigten. (sda)
12:32
35 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden gemeldet
In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 35 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Darin inbegriffen sind 14 Fälle von April und Mai, die dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) nachgereicht und nun am Sonntag vermeldet wurden.

Insgesamt gab es bisher 31'292 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie BAG am Sonntag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Am Samstag waren 26 neue Fälle gemeldet worden, am Freitag und Donnerstag je 17 und am Mittwoch 37. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner entfielen 365 Fälle.

Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1680 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Sonntagmorgen übermittelt hatten.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher insgesamt auf 507'736. Bei sieben Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. (sda)
12:14
Irakischer Ex-Fussballstar stirbt an Covid-19
Der ehemalige irakische Fussballer Ahmed Radhi ist an den Folgen der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben. Wie «CNN» berichtet, wurde Radhi am 13. Juni in ein Spital in Bagdad eingeliefert, am Sonntag ist er verstorben.

Ahmed Radhi (56) war in den 1980er-Jahren einer der berühmtesten irakischen Fussballer. 1986 war er der erste irakische Fussballer, der an einer Weltmeisterschaft ein Tor erzielte.

Bislang sind im Irak etwas mehr als 1000 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. (rst)
11:51
Auf zum Strand: Corona-Notstand in Spanien nach 14 Wochen beendet
Im früheren Corona-Hotspot Spanien herrscht seit Sonntag die «neue Normalität»: Nach genau 14 Wochen ging um Mitternacht der Notstand zur Eindämmung der Pandemie zu Ende.

Die 47 Millionen Bürgerinnen und Bürger des Landes durften sich erstmals seit Mitte März wieder im ganzen Land frei bewegen. In der Hauptstadt Madrid und in anderen küstenfernen Gemeinden machten sich zahlreiche Menschen und ganze Familien am ersten Tag bei Temperaturen von zum Teil weit über 30 Grad schon frühmorgens auf in den Badeurlaub. Dafür sei vor allem der eigene Wagen benutzt worden, berichteten Medien.

In der «neuen Normalität» hält die Zentralregierung nur noch wenige Corona-Regeln landesweit aufrecht. Die Wichtigste: In geschlossenen Räumen und auch im Freien muss man Schutzmaske tragen, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoss können Geldstrafen von bis zu 100 Euro verhängt werden. Über andere Massnahmen dürfen die einzelnen Regionen selbst entscheiden.

Grenzöffnungen mit Ausnahme Portugals
Am Sonntag öffnete Spanien auch die Grenzen für Ferienreisende aus Schengenstaaten. Die Grenze zu Portugal bleibt aber auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen. Allen Einreisenden wurde am Sonntag die Temperatur gemessen.

Medizinisches Personal stand bereit, um im Falle eines erhöhten Wertes die Betroffenen in Augenschein zu nehmen. Zudem müssen alle Besucher auf einem Fragebogen Angaben unter anderem zur Gesundheit sowie zu persönlichen Kontaktdaten machen.

Mit mehr als 28'000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 und mehr als 245'000 nachgewiesenen Infektionsfällen ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Inzwischen ist die Zahl der aktuell Infizierten stark gesunken. In einer Fernsehansprache mahnte Ministerpräsident Pedro Sánchez seine Landsleute am Samstag aber noch einmal eindringlich, auch in Zukunft vorsichtig zu sein. (sda/dpa)
epa08497377 People enjoy the warm and sunny weather on the beach of Calella in Barcelona, Catalonia, Spain, 20 June 2020, on the day before all the country is scheduled to enter into what is dubbed the 'new normality' after a total of 98 days of lockdown and emergency measures in a bid to curb the pandemic of the the SARS-CoV-2 coronavirus that causes the COVID-19 disease.  EPA/ALEJANDRO GARCIA
Möglicherweise bald wieder sehr gut besucht: Spaniens Strände
11:26
Aserbaidschan verhängt Corona-Ausgangssperren
Die autoritär regierte Kaukasus-Republik Aserbaidschan hat wegen steigender Corona-Neuinfektionen in mehreren Regionen zweiwöchige Ausgangssperren verhängt. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Betroffen ist auch die Hauptstadt Baku. Die Wohnung darf man nur noch mit Genehmigung verlassen, die per SMS verschickt wird. Einkaufszentren, Friseursalons, Restaurants und Museen dürfen nicht mehr öffnen.

Die bislang geltenden Quarantäne-Massnahmen wegen der Epidemie wurden der Regierung zufolge bis 1. August verlängert. Dies gelte auch für Ein- und Ausreisen in das Land am Kaspischen Meer. In der Ex-Sowjetrepublik gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 12'200 Corona-Fälle. 150 Menschen starben. Aserbaidschan grenzt an den Iran, das ebenfalls schwer von der Pandemie betroffen ist. (sda/dpa)
11:22
Israels Krankenhäuser öffnen Corona-Abteilungen wieder
Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Neuinfektionen hat Israels Gesundheitsministerium die Krankenhäuser des Landes angewiesen, ihre Corona-Abteilungen wieder zu öffnen.

In einem am Samstag veröffentlichen Bericht des israelischen Armee-Geheimdienstes war eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle gewarnt worden. Ohne rasche Eindämmungsmassnahmen müsse das Land damit rechnen, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Monats auf mehr als 1000 am Tag steigen werde. Dann seien auch hunderte von Toten zu befürchten.

Die Professorin Sigal Sadetzki, eine ranghohe Repräsentantin im Gesundheitsministerium, sagte dem Armeesender am Sonntag: «Wir beobachten einen besorgniserregenden und fortwährenden Anstieg der Infektionen.» Man wolle keine Angst schüren, aber der Öffentlichkeit die Wahrheit sagen. «Die Möglichkeiten des Gesundheitssystems sind begrenzt.»

Israel hatte zu Beginn der Corona-Welle sehr schnell mit rigorosen Massnahmen reagiert, die Pandemie verlief in dem kleinen Mittelmeerland zunächst relativ glimpflich. Im Mai begannen schrittweise Lockerungen. Seit Ende Mai ist die Zahl der Neuinfektionen wieder stetig angestiegen. Das Finanzministerium ist jedoch aus Sorge vor weiterem wirtschaftlichen Schaden gegen die Verhängung neuer Sperrmassnahmen. Sadetzki sagte dazu, wenn die Bürger sich weiter nicht an die Maskenpflicht und Hygienevorschriften hielten, und dies zu einem weiteren Anstieg von Infektionen führe, «dann kann nicht alles offen bleiben».

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 20'686 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 305 sind gestorben. (sda/dpa)
epa08446992 People walk next to a cafe in Jerusalem, 27 May 2020. Media report that Israel has officially opened restaurants and cafes that were closed for more than two months in order to prevent the spread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the COVID-19 disease.  EPA/ABIR SULTAN
10:34
Iran erwartet vor 2022 kein Ende der Corona-Krise
Im Iran ist nach offizieller Einschätzung der Regierung bis ins Jahr 2022 kein Ende der Corona-Krise in Sicht. Gesundheitsminister Saeid Namaki äusserte am Sonntag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna die Erwartung, «dass wir noch weitere zwei Jahre mit Corona leben müssen». Das Virus habe verschiedene Dimensionen, sei daher sehr kompliziert und quasi wie ein Tier, «das sowohl beissen als auch treten kann».

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Infektionen im Mai hat der Iran die Schutzmassnahmen gelockert. In fast allen Branchen ist die Arbeit wieder erlaubt. Immer weniger Menschen nehmen die Hygienevorschriften ernst. Das Ergebnis ist nach Angaben von Experten ein erneuter Anstieg der Fallzahlen. Seit Ende Februar haben sich mehr als 200'000 Iraner nachweislich infiziert. Mehr als 9500 sind an oder mit dem Virus gestorben. (sda/dpa)
9:38
Indiens Premierminister Modi: «Yoga hilft, Covid-19-Pandemie zu besiegen»
An einer Sonntagsrede anlässlich des 6. Internationalen Yogatages, sagte Narendra Modi, der indische Premierminister, dass Yoga helfen könne, die Covid-19-Pandemie zu besiegen.

«Yoga hilft uns, unsere Kraft zu stärken und die Immunität und den Stoffwechsel aufzubauen, um die Pandemie zu besiegen», sagte Modi gemäss «CNN». «Während der Testphase der Coronavirus-Pandemie erkennt die Welt die Notwendigkeit von Yoga mehr denn je. Pranayam oder Atemübungen helfen uns, unser Atmungssystem in Form zu halten, und machen uns so stark gegen das Coronavirus.»

Aufgrund des Coronavirus werden öffentliche Anlässe zur Feier des Internationalen Yogatages vermieden, die Menschen wurden gebeten, am Sonntag zu Hause Yoga zu praktizieren. Gemäss Narendra Modi vereine Yoga: «Yoga fördert unser Streben nach einem gesünderen Planeten. Es hat sich als eine Kraft der Einheit erwiesen und vertieft die Bande der Menschheit. Es diskriminiert nicht. Es geht über Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Glauben und Nationen hinaus.» (rst)
epa08464177 Indian Prime Minister Narendra Modi is seen on a conference screen during the 2020 Virtual Leaders Summit between Australia and India at Parliament House in Canberra, Australia, 04 June 2020.  EPA/LUKAS COCH AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT
07:19
Trump für verlangsamte Corona-Tests – Weisses Haus: Scherz
US-Präsident Donald Trump hat seine Mitarbeiter nach eigenen Angaben dazu aufgerufen, Coronavirus-Tests einzuschränken, damit die Infektionszahlen in den USA nicht steigen. Die inzwischen ausgeweiteten Tests seien ein «zweischneidiges Schwert», sagte Trump bei seiner ersten Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise am Samstagabend (Ortszeit) in Tulsa (Oklahoma) unter Applaus. «Wenn man in diesem Ausmass testet, wird man mehr Menschen finden, man wird mehr Fälle finden, also habe ich meinen Leuten gesagt: «Verlangsamt bitte die Tests«.»

Aus dem Weissen Haus hiess es auf dpa-Anfrage, Trump habe «offensichtlich gescherzt». Die USA führten die Welt bei der Anzahl der Tests mit mehr als 25 Millionen an. Trump verglich das Coronavirus in Tulsa erneut mit einer Grippe – auf englisch «Flu». Trump sagte, er kenne für das Virus 19 verschiedene Namen, darunter «Kung Flu». Trump sprach erneut von einem «chinesischen Virus». China hätte das Virus am Ursprung stoppen müssen.

Die USA haben inzwischen nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 2,25 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen. Die Vereinigten Staaten haben fast 120'000 Tote durch das Virus zu beklagen. Trump hatte zu Beginn der Krise versucht, die Gefahr kleinzureden. In mehr als 20 Bundesstaaten steigen die Infektionszahlen inzwischen wieder, darunter auch in Oklahoma. Trump drängt trotz der Krise auf eine Rückkehr zur Normalität.

Teilnehmer der Kundgebung mussten sich bei der Registrierung damit einverstanden erklären, dass die Wahlkampf-Organisatoren nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können. Vor Trumps Kundgebung wurden sechs Mitarbeiter seines Wahlkampfteams in Tulsa positiv auf das Coronavirus getestet. (sda/dpa)
04:50
Corona-Notstand in Spanien beendet
Spanien befindet sich seit Mitternacht nicht mehr im Corona-Notstand. Der Sonntag ist damit der erste Tag nach 14 Wochen, an dem sich die 47 Millionen Bürger wieder im ganzen Land frei bewegen können. Auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten sind seit 00.00 Uhr wieder offen. Nur die Grenze zu Portugal bleibt auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen.

Mit mehr als 28'000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 und mehr als 245'000 Infizierten ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Inzwischen sind die Corona-Zahlen stark gesunken. (sda/dpa)
04:15
Zahl der Corona-Infizierten in Peking steigt weiter
Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Nach Angaben der staatlichen Gesundheitskommission vom Sonntag wurden in der Hauptstadt 22 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Landesweit wurden insgesamt 26 Infizierte neu gemeldet.

Als Reaktion auf den neuen Ausbruch, der vergangene Woche auf dem Xinfadi-Grossmarkt der Stadt begann, hatten die Behörden am Dienstag die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit Peking teilweise abgeriegelt wurde. Flüge aus und in die Hauptstadt wurden drastisch reduziert. Auch der Busverkehr in andere Provinzen wurde inzwischen eingestellt. Menschen sollen die Stadt nicht mehr verlassen. Wenn doch Reisen notwendig sind, muss ein negativer Coronatest vorliegen. (sda/dpa)
03:30
Brasilien beklagt fast 50'000 Corona-Tote
Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf fast 50'000 gestiegen. Bislang seien 49'976 Patienten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Das waren 1022 mehr als am Tag zuvor. Über eine Million Menschen haben sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Experten allerdings wesentlich höher sein, da Brasilien nur relativ wenig testet.

Damit liegt das grösste Land Lateinamerikas sowohl bei Infektionen als auch bei Toten an zweiter Stelle hinter den USA. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus zunächst als «leichte Grippe» und wehrt sich noch immer gegen Ausgangsbeschränkungen. Der Staatschef fürchtet die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Zwar haben eine Reihe von Bundesstaaten und Städten auf eigene Faust Schutzmassnahmen ergriffen, allerdings werden die Einschränkungen an vielen Orten bereits wieder gelockert. (sda/dpa)
epa08462826 Brazilian President Jair Bolsonaro speaks to his supporters without a mask, in breach of the decree on the mandatory use of masks to protect against the coronavirus, at the Palacio do Alvorada, headquarters of the presidency, in Brasilia, Brazil, 03 June 2020.  EPA/Joédson Alves
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro
02:50
Erste Trump-Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise
Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump wieder eine Massenkundgebung abgehalten. Trump wurde am Samstagabend in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma von Tausenden Anhängern mit «USA, USA, USA»-Rufen empfangen. «Wir fangen unseren Wahlkampf an», sagte Trump. «Ihr seid Krieger», fügte er an die Adresse seiner Unterstützer hinzu.

Teilnehmer der Kundgebung mussten sich bei der Registrierung damit einverstanden erklären, dass die Wahlkampf-Organisatoren nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können. Vor der Kundgebung wurden sechs Mitarbeiter seines Wahlkampfteams in Tulsa positiv auf das Coronavirus getestet.

Sie seien Teil des Vorausteams gewesen und in Quarantäne genommen worden, teilte der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, am Samstag mit. Trump selber trug wie üblich keine Maske bei seinem Auftritt. Trumps designierter Herausforderer der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, warf Trump vor, Menschen zu gefährden, um seinen Wahlkampf wieder aufzunehmen. (sda/dpa)
Government officials, including U.S. Reps. Kevin Hern, top left, and Frank Lucas, left, Lt. Gov. Matt Pinnell, center, and U.S. Sens. James Lankford, top, and Jim Inhofe applaud before a campaign rally for President Donald Trump at the BOK Center in downtown Tulsa, Okla., Saturday, June 20, 2020. (Matt Barnard/Tulsa World via AP)
21:45
Vor Kundgebung: Positive Corona-Tests bei Mitarbeitern von Trump-Team
Vor der ersten Massenkundgebung von US-Präsident Donald Trump seit Beginn der Corona-Krise sind sechs Mitarbeiter seines Wahlkampfteams in Tulsa positiv auf das Virus getestet worden. Sie seien Teil des Vorausteams gewesen und in Quarantäne genommen worden, teilte der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, am Samstag mit. Hunderte Mitarbeiter seien getestet worden. Niemand von den positiv getesteten Mitarbeitern oder deren unmittelbaren Kontakten werde bei der Veranstaltung am Samstagabend in der Nähe von Teilnehmern oder Politikern sein.

Teilnehmer der Kundgebung mussten sich bei der Registrierung damit einverstanden erklären, dass die Organisatoren nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können. In Tulsa (Oklahoma) ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Trump führt steigende Infektionszahlen in mehr als 20 US-Bundesstaaten auf eine Zunahme von Tests zurück.

Wegen der Corona-Pandemie kündigten die Veranstalter an, bei Teilnehmern werde Fieber gemessen, zudem würden Desinfektionsmittel und Masken ausgegeben. Es ist allerdings fraglich, ob die Teilnehmer - insbesondere innerhalb der geschlossenen Arena, die 19 000 Menschen fasst - ausreichend Abstand zueinander halten können. Trump hatte zuletzt gesagt, dass kein Platz frei bleiben werde. (sda/dpa)
20:33
Corona: Palästinensischer Ministerpräsident verkündet Beschränkungen
Wegen eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen im Westjordanland hat der palästinensische Regierungschef Mohammed Schtaje am Samstag neue Beschränkungen verkündet. In den besonders betroffenen Städten Hebron und Nablus wurden Sperren verhängt. Schtaje appellierte an die palästinensische Bevölkerung, Masken zu tragen und sich an Abstandsregeln zu halten. Hochzeiten dürfen vorerst nicht mehr abgehalten werden.

In den Palästinensergebieten war die Pandemie bislang ausserordentlich glimpflich verlaufen. Beschränkungen waren vor knapp einem Monat weitgehend aufgehoben worden.

In den letzten Tagen sind die Infektionszahlen jedoch stetig gestiegen. Im Westjordanland gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 711 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, im Gazastreifen mehr als 70, drei Infizierte starben. (sda/dpa)
16:23
Trump nimmt Kundgebungen trotz Corona-Krise wieder auf
US-Präsident Donald Trump nimmt trotz der andauernden Corona-Krise seine Massenkundgebungen wieder auf. Die erste Wahlkampfveranstaltung Trumps seit mehr als drei Monaten sollte am Samstagabend in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma stattfinden. Weniger als fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl liegt der designierte Kandidat der Demokraten, Joe Biden, in landesweiten Umfragen vor dem Republikaner Trump.

Der Präsident ist in der Corona-Krise, aber auch infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am 25. Mai in Minneapolis unter Druck geraten. Seit dem Tod Floyds dauern Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA an.

Trump richtete vor seiner Kundgebung eine scharfe Warnung an Teilnehmer von möglichen Protesten in Tulsa: «Alle Demonstranten, Anarchisten, Unruhestifter, Plünderer oder Gesindel, die nach Oklahoma kommen, bitte begreift, dass ihr nicht wie in New York, Seattle oder Minneapolis behandelt werdet», schrieb er am Freitag auf Twitter.

Trump spielte damit auf die aus seiner Sicht zu laxen Reaktionen einiger Bundesstaaten auf Demonstrationen infolge von Floyds Tod an, bei denen es zunächst bei einigen zu Ausschreitungen gekommen war. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Freitag, Trump habe sich nicht auf friedliche Proteste bezogen, sondern auf «gewaltsame Demonstranten, Anarchisten, Plünderer».

Vor der Veranstaltungshalle in Tulsa warteten schon lange vor Beginn der Kundgebung Trump-Unterstützer, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Einige Anhänger des Präsidenten zelteten in der Nacht zuvor bereits in der Umgebung des Veranstaltungsortes.

Teilnehmer der Kundgebung mussten sich bei der Registrierung damit einverstanden erklären, dass die Organisatoren nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können. In Tulsa ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Trump führt steigende Infektionszahlen in mehr als 20 Bundesstaaten auf eine Zunahme von Tests zurück.

Wegen der Corona-Pandemie kündigten die Veranstalter zwar an, bei den Teilnehmern werde Fieber gemessen, zudem würden Desinfektionsmittel und Masken ausgegeben. Es ist allerdings fraglich, ob die Teilnehmer - insbesondere innerhalb der geschlossenen Arena, die 19 000 Menschen fasst - ausreichend Abstand zueinander halten können. Trump hatte zuletzt schon davon damit geprahlt, dass kein Platz frei bleiben werde.

McEnany sagte, es bleibe jedem selbst überlassen, ob er eine Maske aufsetzen wolle. «Ich werde keine Maske tragen», sagte sie. McEnany fügte hinzu, dass sie regelmässig auf das Virus getestet werde. Trump selbst tritt regelmässig ohne Maske in der Öffentlichkeit auf.

Trump hatte mit seinen Auftrittsplänen auch Unmut auf sich gezogen, weil er die Kundgebung eigentlich bereits am Freitag abhalten wollte, an dem in den USA «Juneteenth» begangen wurde. Am 19. Juni wird in den Vereinigten Staaten des Endes der Sklaverei gedacht. Tulsa war zudem am 1. Juni 1921 Schauplatz eines Massakers durch einen weissen Mob an der schwarzen Bevölkerung. Historiker werten dies als schlimmsten Vorfall dieser Art in den USA nach dem Ende des Bürgerkriegs. Hunderte Menschen wurden damals getötet.

Angesichts des ursprünglich geplanten Termins und Tulsa als Standort war Trump vorgeworfen worden, Rechtsradikale zu ermutigen. Er verschob die Kundgebung dann um einen Tag. Trump hatte zuletzt eine Wahlkampfveranstaltung am 2. März in Charlotte in North Carolina abgehalten. Danach hatte die Corona-Krise Kundgebungen unmöglich gemacht. (sda/dpa)
FILE - In this Friday, Feb. 28, 2020, file photo, President Donald Trump speaks during a campaign rally, in North Charleston, S.C. Trump is looking to reverse a decline in his political fortunes by returning to the format that has so often energized himself and his base: a raucous, no-holds-barred rally before thousands of ardent supporters. Trump understands the stakes and is pushing ahead despite pleas from some health officials in Oklahoma to delay a rally in Tulsa on Saturday, June 20 until the region has a better handle on the coronavirus.  (AP Photo/Patrick Semansky, File)
Donald Trump
15:06
Familie von erstem Genfer Covid-19-Opfer klagt gegen zwei Ärzte
Die Familie des ersten Covid-19-Todesopfers im Kanton Genf hat Klage gegen zwei Genfer Ärzte wegen fahrlässiger Tötung eingereicht. Sie wirft den Medizinern vor, der 31-jährigen Frau einen Corona-Test verweigert zu haben, obwohl sie zuckerkrank und fettleibig war und Symptome zeigte.

Die Staatsanwaltschaft hatte schon im März eine Untersuchung eröffnet. Die Familie des Todesopfers wolle jedoch in die Abklärungen miteinbezogen werden und als Klägerin auftreten, wie ihr Anwalt am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht der Zeitung «Tribune de Genève» bestätigte. Dank der Klage hat der Anwalt nun Zugriff auf das Dossier. Die beiden beschuldigten Ärzte sind noch nicht einvernommen worden.

Auf Geheiss ihres Arbeitgebers hatte sich die an einem hartnäckigen Husten leidende Frau Anfang März in den Notfall eines Privatspitals begeben. Dort ist sie jedoch nach Angaben der Angehörigen vom diensthabenden Arzt zurechtgewiesen worden, weil sie wegen einer einfachen Grippe den Notfall überlaste. Der Arzt verschrieb ihr Medikamente.

In den folgenden Tagen verschlechterte sich der Zustand der Frau. Sie konsultierte einen zweiten Hausarzt, der jedoch die gleiche Diagnose wie der erste stellte. Auch er entschied, die Frau nicht auf Covid-19 zu testen. Drei Tage später starb die Frau. Sie war das erste von unterdessen 290 Todesopfern im Kanton Genf.

Das Verhalten der beiden Ärzte ist laut dem Anwalt der Familie «völlig unverständlich». Zu diesem Zeitpunkt seien die Risikofaktoren bereits bekannt gewesen. Der Tod der Frau hätte verhindert werden können. Die beiden Ärzte hätten die Situation der Patientin zu wenig ernst genommen und müssten deshalb bestraft werden. (sda)
12:13
26 neue Corona-Fälle
In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 26 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es bisher 31'243 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstagmittag mitteilte.

Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Am Freitag und Donnerstag waren je 17 neue Fälle gemeldet worden, am Mittwoch 37 und am Dienstag 15. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner entfielen 364 Fälle.

Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1680 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Freitagmorgen übermittelt hatten.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher insgesamt auf 502'371. Bei 7 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. (sda)
Sars-Cov-2, Covid-19, Coronavirus – die wichtigsten Begriffe
Coronaviren sind eine Virusfamilie, die bei verschiedenen Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Fischen sehr unterschiedliche Erkrankungen verursachen.

Sars-Cov-2 ist ein neues Coronavirus, das im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan identifiziert wurde. Zu Beginn trug es auch die Namen 2019-nCoV, neuartiges Coronavirus 2019 sowie Wuhan-Coronavirus.

Covid-19 ist die Atemwegserkrankung, die durch eine Infektion mit Sars-Cov-2 verursacht werden kann. Die Zahl 19 bezieht sich auf den Dezember 2019, in dem die Krankheit erstmals diagnostiziert wurde.

Die wichtigsten Fakten zum Coronavirus: Symptome, Übertragung, Schutz.

Coronavirus: Was du wissen musst

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