Schweiz
FDP

Aargauer Landammann Stephan Attiger tritt Ende 2026 zurück

Stephan Attiger, Aargauer Regierungsrat, spricht zu den Medien nach der Medienkonferenz, an der VertreterInnen von Nagra, (Nationale Genossenschaft fuer die Lagerung radioaktiver Abfaelle), Bundesamt  ...
Stephan Attiger tritt zurück.Bild: KEYSTONE

Attiger: «Ich wollte nie bis zur Pension Regierungsrat bleiben»

Der Aargauer Landammann Stephan Attiger (FDP) scheidet per Ende Dezember 2026 aus dem Regierungsrat aus. Dies hat der 59-Jährige an der Regierungsratssitzung vom Mittwoch bekannt gegeben. «Für mich war immer klar, dass dies meine letzte Legislatur sein wird.»
06.05.2026, 15:2706.05.2026, 17:17

Die Frage sei nur gewesen, ob er nach dem Landammannjahr oder nach der kompletten Legislatur aufhören werde, sagte Attiger gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

«In den letzten Wochen und Monaten hat sich herauskristallisiert, dass ich nach dem Landammannjahr zurücktreten werde», führte Attiger weiter aus. Einen konkreten Auslöser für den Entscheid habe es nicht gegeben. Es sei nie sein Ziel gewesen, bis zur Pensionierung Regierungsrat zu bleiben. «Jetzt bin ich 59 Jahre alt, das spielt natürlich auch eine Rolle.»

Nach über 13 Jahren als Regierungsrat möchte er sich einer neuen Herausforderung stellen, schrieb die Staatskanzlei Aargau am Mittwoch in einer Medienmitteilung. Attiger habe den restlichen Regierungsrat an seiner Sitzung vom Mittwochmorgen über seinen Rücktritt informiert.

Wohin die Reise gehe, sei noch offen

In der Medienmitteilung hiess es weiter, Attiger strebe einen Wechsel in die Privatwirtschaft an. Auf Nachfrage sagt er, wohin die Reise gehe, sei noch recht offen. Er sei sehr interessiert an der Schnittstelle öffentliche Hand und Privatwirtschaft. Er könne sich sowohl operative als auch strategische Positionen vorstellen.

Attiger führt seit 1. April 2013 das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). In seiner ersten Legislatur wurde laut Medienmitteilung der Richtplan mit der Umsetzung der bundesrechtlichen Vorgaben zu begrenzten Siedlungsgebieten überarbeitet.

Weitere Meilensteine mit nationaler Ausstrahlung habe Attiger in der Energiepolitik, zuletzt mit der Anpassung der Energiestrategie Aargau, gesetzt. In seiner Amtszeit sei erstmalig eine umfassende Umweltstrategie erarbeitet worden, heisst es weiter.

Attiger war dreimal Landammann

Zusätzlich zum Departement Bau, Verkehr und Umwelt leitete Attiger im Jahr 2019 interimistisch auch das Departement Gesundheit und Soziales. Neben dem aktuellen Landammann-Jahr hatte Attiger den Regierungsvorsitz bereits in den Jahren 2017 und 2021.

Als Highlight seiner 13-jährigen Amtszeit hob der FDP-Mann die Zusammenarbeit im Kanton hervor: «Sowohl im Departement als auch im Regierungsrat und im Grossen Rat. Die Zusammenarbeit war immer konstruktiv und sachbezogen. Das schätze ich sehr.»

Die Menschen und die Zusammenarbeit seien es denn auch, was er am meisten vermissen werde. Er freue sich aber, noch einmal etwas Neues zu starten. Und er sei erleichtert, dass der Entscheid über seinen Rücktritt nun publik sei.

Der Ersatzwahltermin ist noch nicht bekannt, dürfte aber im Herbst sein. Laut Attiger wird der Regierungsrat den Termin an einer seiner nächsten Sitzungen festlegen. (sda)

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