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Ostsee-Wal hängt nach Sandbank-Rettung wieder fest

Wal Ostsee Deutschland
Noch vor der erfolgreichen Befreiung: Die Helfer besprühten den Wal mit frischem Wasser. Nun muss das Tier es aus der Ostsee aufs offene Meer schaffen.Bild: keystone

Wal hängt nach Sandbank-Rettung wieder fest – ist aber am Leben

Nach seiner Befreiung von einer Sandbank war der Buckelwal in der Ostsee verschwunden. Nun scheint er schon wieder festzuhängen.
28.03.2026, 09:3128.03.2026, 15:45
Ein Artikel von
t-online

Seit dem Abbruch der Beobachtung des von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand befreiten Buckelwals am Freitag geht die Polizei einem neuen Hinweis nach, wonach der Wal in der Wismarer Bucht gesichtet worden sein soll.

Der Wal sitzt nun schon wieder fest. Eine Greenpeace-Sprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Meeressäuger nun auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht festhängt.

«Nachdem er sich aus seiner misslichen Lage befreien konnte, wurde der Wal heute am Mittag in der Wismarbucht in der Nähe der Insel Walfisch erneut gesichtet», bestätigte ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums.

«Er atmet», sagte Greenpeace-Sprecherin Daniela von Schaper gegenüber «Bild». Es werde nun geklärt, ob das Tier Verletzungen erlitten habe.

Neben der Wasserschutzpolizei aus Wismar und Rostock waren demnach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung sowie der Naturschutzorganisation Greenpeace auf dem Wasser und an Land im Einsatz, um die Lage zu bewerten und im Notfall helfen zu können.

Die Wasserschutzpolizei hatte seit dem frühen Morgen die Küste abgefahren und nach dem Wal gesucht. Auch ein weiteres Polizeiboot sowie Greenpeace waren am Samstag mit zwei Booten an der Suche beteiligt, sagte eine Sprecherin der dpa.

Die Wismarer Bucht liegt östlich von Boltenhagen, wo der Meeressäuger am späten Freitagnachmittag zuletzt gesehen worden war.

Wal rettet sich selbst von Sandbank vor Timmendorfer Strand

Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht auf Freitag nach Tagen selbst von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne freigeschwommen. Nach wie vor machen sich Experten aber Sorgen um den Meeressäuger, nachdem er zuletzt in der Nähe der Küste geschwommen war.

Wal muss den Weg aus der Ostsee ins offene Meer finden

Selbst wenn sich das Tier wieder befreien kann, ist es noch lange nicht in Sicherheit: Damit der Buckelwal wirklich gerettet ist, muss er noch den Weg ins offene Meer finden. Dafür muss er noch mehr als 1'000 Kilometer zurücklegen.

Der Wal muss den Weg zwischen den dänischen Inseln entweder durch den Kleinen oder den Grossen Belt finden oder zwischen Seeland und dem schwedischen Festland durch den Öresund schwimmen, um die Ostsee zu verlassen.

Verwendete Quellen:

  • Material der Nachrichtenagentur dpa

(hkl/sda/dpa)

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Buckelwal in der Ostsee gestrandet
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Die beliebtesten Kommentare
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Bluedog5420
28.03.2026 11:37registriert Dezember 2024
Die etwas "andere Optik". Was ist, wenn der Wal einfach in Ruhe sterben gehen wollte? Liegt der Mensch in seiner Auffassung immer richtig?
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Robert Marc Lehmann: Der Wal-Flüsterer, der früher Haie fing
Ein Wal kämpft ums Überleben, Millionen fiebern mit. Auf dem Weg in Richtung Freiheit hat dem Tier möglicherweise ein Mann den entscheidenden Schubs gegeben, der früher noch einen anderen Fokus hatte.
Robert Marc Lehmann hat dem Buckelwal vor Niendorf die Hand aufgelegt. Er habe gespürt, dass das grosse Tier Angst hat, sagte der Meeresbiologe Journalisten vor Ort. Aber er habe den Wal beruhigen können, während direkt daneben ein Bagger die Rinne aushob. Und dann drückte Lehmann den Wal vorwärts, er motivierte ihn, zu kämpfen – und der Wal schwamm.
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