Bern
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Des personnes forment une chaine humaine afin de transporter la plaque de « La place 18 juin » lors de la fete de la Liberte ce samedi 15 juin 2019 devant l’Hotel de Ville a Moutier. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Pro-Jurassier im Juni 2019 in Moutier. Bild: KEYSTONE

Moutier kann nicht zum Jura wechseln: Berner Gericht erklärt Abstimmung für ungültig



Was ist passiert?

Das Städtchen Moutier BE kann weiterhin nicht zum Kanton Jura wechseln. Nach der Regierungsstatthalterin des Berner Juras hat auch das bernische Verwaltungsgericht die Abstimmung von 2017 über den Kantonswechsel von Moutier für ungültig erklärt.

Valentin Zuber, Sprecher des Komitees «Moutier Ville jurassienne», bestätigte am Donnerstagmorgen eine entsprechende Meldung der «Berner Zeitung».

Auch der Gemeinderat von Moutier, der in diesem Gebäude tagt, gehört zu den Beschwerdeführern in Bern. (Archivbild)

Auch der Gemeinderat von Moutier, der in diesem Gebäude tagt, gehört zu den Beschwerdeführern in Bern (Archivbild). Bild: KEYSTONE

Was ist der Hintergrund?

Mit lediglich 137 Stimmen Differenz hatten die Bürgerinnen und Bürger Moutiers am 18. Juni 2017 entschieden, den Kanton Bern zu verlassen und künftig zum Kanton Jura zu gehören. Doch hob die Regierungsstatthalterin des Berner Juras diese Abstimmung im November des vergangenen Jahres auf.

Sie hiess sechs von sieben Beschwerden gegen die Abstimmung gut, worauf das projurassische Lager Moutiers beim kantonalen Verwaltungsgericht Beschwerde erhob. Zu den Beschwerdeführern gehört auch die Stadt Moutier und das Komitee «Moutier ville jurassienne». Sie möchten, dass das Gericht das erstinstanzliche Urteil aufhebt.

Wie wurde das begründet?

Als Begründung für die Aufhebung des Urnengangs gab die Statthalterin im November 2018 an, die Verlautbarungen der Gemeinde seien als unzulässige, irreführende Propaganda zu werten. Das gelte insbesondere für Äusserungen des separatistischen Stadtpräsidenten Marcel Winistoerfer.

Politische Behörden hätten das Recht, sich vor Abstimmungen zu äussern. Diese Kommunikation müsse aber verhältnismässig, objektiv und transparent sein.

Um diesen Urnengang geht es: Im Juni 2017 entschieden sich Moutiers Stimmbürger knapp für einen Wechsel zum Kanton Jura.

Um diesen Urnengang geht es: Im Juni 2017 entschieden sich Moutiers Stimmbürger knapp für einen Wechsel zum Kanton Jura. Bild: KEYSTONE

Die Statthalterin machte weiter eine mangelhafte Abstimmungsorganisation geltend. Beispielsweise hätten Mitglieder des Stimmbüros die Identität der Abstimmenden nicht kontrolliert und damit eine Anweisung der Gemeinde missachtet. Niederhauser sprach auch von Abstimmungstourismus.

Ausserdem habe die Gemeinde Moutier eine Klausel der Vereinbarung mit dem Kanton über die Durchführung der Abstimmung missachtet. Die projurassischen Kräfte in Moutier sind anderer Meinung: Für sie lief die Abstimmung absolut sauber ab.

Wie reagieren die Autonomisten?

Sie kritisieren den Entscheid heftig. «Die Demokratie wird beerdigt»: mit diesem Satz verschaffte sich Valentin Zuber, Stadtrat von Moutier und bekennender Autonomist Luft, nachdem er vom Verwaltungsgerichtsentscheid zum Kantonswechsel der Stadt Kenntnis genommen hatte.

Valentin Zuber, porte-parole du comite Moutier Ville Jurassienne parle apres avoir pris connaissance du resultat du recours sur le vote du 18 juin ce lundi 5 novembre 2018 a Moutier. Le transfert de la ville de Moutier dans le canton du Jura n'aura pas lieu. Le vote a ete invalide par la prefete du Jura bernois, elle a declare recevable les recours lies au vote du 18 juin de Moutier (BE) sur son appartenance cantonale. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Valentin Zuber. Bild: KEYSTONE

«Wir fühlen uns beschmutzt und missverstanden», sagte Zuber, der auch Sprecher des Komitees «Moutier ville jurassienne» ist. Man habe aber erwarten müssen, dass die Berner sich probernisch verhielten.

Wie geht's weiter?

Schon vor der Bekanntgabe des Verwaltungsgerichtsentscheids gaben sowohl Projurassier als auch Berntreue zu verstehen, dass sie sich ans Bundesgericht wenden würden, wenn das Berner Gericht nicht in ihrem Sinne entscheiden sollte. Das bedeutet, dass es noch Monate dauern dürfte, bis bekannt wird, ob das Resultat der kommunale Abstimmung von 2017 gültig ist oder nicht. (jaw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Trennungsgelüste überall: Wer es Moutier gleichtun könnte

Dieses Projekt im Jura soll die Klimawandel verhindern

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

170'000 Impfungen in der Schweiz verabreicht – 42 Mal gab's Nebenwirkungen

Das Warten hat ein Ende: Der Bund hat die Impfzahlen der Kantone veröffentlicht. In der Schweiz sind bis am Donnerstag rund 170'000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Das entspricht rund zwei Prozent der Bevölkerung, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mitteilte.

Anteilsmässig die meisten Personen geimpft hat bisher der Kanton Basel-Stadt mit 5,54 Dosen pro 100 Einwohner. Auch im Kanton Appenzell Innerrhoden sind bereits 5,10 Dosen pro 100 Einwohner verabreicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel