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Das Seuchenjahr war das weltweit stärkste für Börsengänge seit 2010 (aber nicht bei uns)



Börse

Für die Börse war 2020 ein gutes Jahr Bild: Keystone

Trotz der Corona-Krise haben in diesem Jahr weltweit mehr Unternehmen den Gang an den Aktienmarkt gewagt als 2019. Die Zahl der Börsengänge stieg um 15 Prozent auf 1322. Während in der Schweiz Flaute herrschte, boomten die Emissionen in den USA und China.

Das weltweite Emissionsvolumen kletterte um 26 Prozent auf 263 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Wert seit 2010, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht.

Die Aktienmärkte profitierten von den weit geöffneten Geldschleusen der Zentralbanken, der Digitalisierungsboom trieb die Nachfrage nach Technologieunternehmen und auch der Gesundheitssektor stand im Fokus der Investoren. Die Pandemie führte zudem zu einem Digitalisierungsschub, von dem gerade Börsengänge von Technologieunternehmen profitiert hätten.

«Auf den ersten Blick erscheint es widersinnig, dass in einem so schwierigen Jahr wie 2020 Börsengänge derartig boomen», sagte EY-Experte Martin Steinbach. Ein wichtiger Treiber sei aber weiterhin die «enorm hohe Liquidität, die im Markt ist und nach Anlagemöglichkeiten sucht.»

Flaute in der Schweiz

In der Schweiz allerdings kommt es erstmals seit 2011 zu keinem echten Börsengang. Es gab lediglich zwei Neuzugänge an der Schweizer Börse. So brachte Metall Zug seine Haushaltgerätesparte V-Zug an die Börse und der Baukonzern Implenia einen Teil seines Entwicklungsportfolios als Ina Invest. Dabei erhielten die bestehenden Aktionäre in Form einer Sachdividende Aktien an den Abspaltungen - ohne, dass neue Aktien ausgegeben wurden.

In anderen Länder sieht das anders aus. Aufbruchstimmung herrschte vor allem in den USA und China. Das Emissionsvolumen in den Vereinigten Staaten stieg um 69 Prozent auf 86 Milliarden Dollar. Die Zahl der Transaktionen kletterte um 32 Prozent auf 222.

China - einschliesslich Hongkong - verzeichnete ein Wachstum des Emissionsvolumens um 51 Prozent auf 116 Milliarden Dollar, die Zahl der Börsengänge legte um 41 Prozent auf 514 zu. Weltweit grösster Börsengang war demnach der des chinesischen Chip-Herstellers Semiconductor Manufacturing International mit 7.6 Milliarden Dollar.

In Europa war das Wachstum dagegen vergleichsweise bescheiden: Das Emissionsvolumen kletterte um neun Prozent auf 27 Milliarden Dollar.

Technologie und Gesundheit

33 Prozent der weltweiten Emissionserlöse entfielen auf Börsengänge von Technologieunternehmen, die 24 Prozent aller Transaktionen ausmachten. An zweiter Stelle standen IPOs (Initial Public Offering - Erstangebot von Aktien) von Unternehmen aus dem Gesundheitssektor.

(aeg/sda/awp/dpa/reu)

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