Vozinhas WM-Märchen – US-Regierung will nun Mutter zur WM holen
Kap Verde trotzte beim Auftaktspiel der Gruppe H und in seinem allerersten WM-Spiel dem Titelfavoriten Spanien ein 0:0 ab. Im Mittelpunkt stand der 40-jährige Torhüter. Vozinha spielte bisher in der zweiten portugiesischen Liga und brachte den spanischen Angriff mit unglaublichen Paraden zur Verzweiflung.
Nach der Partie zeigte sich Vozinha äusserst emotional: «Ich habe geweint, weil meine Mutter wegen des Visums nicht hier sein konnte. Wegen des Geldes, das wir für das Visum bezahlen mussten, haben wir es nicht rechtzeitig geschafft. Ich wünschte, sie wäre hier», sagte er.
Hintergrund ist eine Regelung der USA: Kap Verde gehört zu den Ländern, deren Staatsangehörige eine Kaution hinterlegen müssen.
US-Aussenministerium will helfen
Auf Nachfrage erklärte ein Vertreter des US-Aussenministeriums, dass die Kaution für sämtliche Angehörigen von Spielern erlassen werde. Man stehe aktiv mit der Familie in Kontakt, um bei der Visumserteilung zu unterstützen. Auf der Website des Ministeriums heisst es, die Kautionspflicht entfalle für Athleten, Betreuer und unmittelbare Angehörige von Teams der WM-Teilnehmerländer – sofern sie alle Voraussetzungen erfüllten.
Für den Torhüter selbst überschlagen sich die Ereignisse ohnehin. Vor dem Turnier kannten ihn nur wenige – und viele rechneten damit, dass Kap Verde gegen den Europameister untergehen würde. Stattdessen wurde Vozinha über Nacht zum gefeierten Helden. Seine Follower-Zahl auf Instagram wuchs von rund 50'000 auf bereits über elf Millionen.
Die nächste Gelegenheit, weiter Geschichte zu schreiben, bietet sich Kap Verde am Sonntag: Dann trifft das Team im zweiten Gruppenspiel auf Uruguay.
