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Er organisierte Anti-Masken-Events – jetzt ist Caleb Wallace an Covid-19 gestorben

Erst kämpfte er auf den Strassen gegen die Corona-Massnahmen, dann im Spital gegen das Corona-Virus. Vor zwei Tagen ist der 30-jährige US-Amerikaner Caleb Wallace an der Krankheit gestorben.
30.08.2021, 14:5830.08.2021, 16:55

Er setzte sich aktiv gegen das Masken-Tragen im Bundesstaat Texas ein. Der 30-jährige Caleb Wallace war mit den Corona-Massnahmen in Texas nicht einverstanden und glaubte, dass das Corona-Virus ein Schwindel sei.

Noch zu Beginn dieses Monats organisiert Wallace eine sogenannte «Freedom Rally» für Menschen, die es satt hätten, von der Regierung kontrolliert zu werden, schreibt die «New York Times».

Dann verspürt er am 26. Juli erstmals Covid-Symptome, erzählt seine Frau Jessica Wallace der lokalen Zeitung «San Angelo Standard-Times». Sie ist schwanger. Es soll die vierte gemeinsame Tochter werden. Im Gegensatz zu ihren drei Schwestern wird diese ihren Vater allerdings nie kennenlernen.

Jessica und Caleb Wallace mit ihren drei Töchtern.
Jessica und Caleb Wallace mit ihren drei Töchtern.
Bild: gofundme

Trotz starken trockenen Hustens, hohen Fiebers und Kurzatmigkeit will sich Wallace nicht testen lassen. «Er wollte keinen Arzt aufsuchen, weil er nicht in den Statistiken zu COVID-Tests aufgeführt werden wollte», so Jessica Wallace weiter.

Stattdessen beginnt er unter anderem mit der Einnahme von Ivermectin, einem Arzneimittel gegen Parasiten, dem eine bisher unbelegte Wirkung gegen Covid-19 nachgesagt wird. Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) rät von der Einnahme dieses Entwurmungsmittels zur (vermeintlichen) Corona-Behandlung strengstens ab.

Auch die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin C, Zink Aspirin und der Gebrauch eines Asthma-Sprays hilft Wallace nicht. Am 30. Juli wird er in den Notfall eingeliefert. Die erste Woche wird er noch mit Sauerstoff versorgt, ab dem 8. August muss er beatmet werden.

Seine Frau eröffnet eine «GoFundMe» Kampagne, um die Spitalrechnungen ihres Mannes zu bezahlen und den Haushalt als dreifache Mutter bewältigen zu können.

Hin und wieder kann sie mithilfe des Pflegepersonals einen Videoanruf mit ihrem Ehemann arrangieren. Die Gespräche sind aber einseitig – ab dem 8. August befindet sich Wallace unter dem Einfluss starker Betäubungsmittel und ist nicht mehr ansprechbar.

Sein Zustand verschlechtert sich immer weiter und am 27. August steht fest, was schon seit einigen Tagen befürchtet wird: Caleb Wallace wird es nicht schaffen.

Wie Jessica auf der GoFundMe Seite mitteilt, werde er am darauffolgenden Tag in ein Hospiz verlegt. In derselben Nachricht wendet sie sich auch noch an diejenigen, die sich negativ über ihren Mann geäussert hatten:

«An diejenigen, die ihm den Tod wünschten: Es tut mir Leid, dass seine Ansichten und Meinungen euch verletzt haben. Ich habe dafür gebetet, dass er mit einer neuen Perspektive und mehr Wertschätzung aus dieser Sache herauskommen möge. Viel mehr kann ich nicht sagen, weil ich nicht für ihn sprechen kann.»

Ihre eigene Ansicht unterschied sich von derjenigen ihres Mannes. Im Gegensatz zu ihm will sie die Maske tragen. Zu wissen, dass sie vielleicht jemanden beschütze oder das Virus damit selbst vermeide, spende ihr Trost, sagt sie.

Ihr Leben muss sie nun ohne ihren Mann bewältigen: Am Sonntag Nachmittag schreibt sie, dass Caleb friedlich eingeschlafen sei. (saw)

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Putzen im Covid-Spital

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Putzen im Covid-Spital
quelle: ch media / sandra ardizzone
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