Energiewende
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Untersuchungsbericht: AKW Beznau hat 925 «fehlerhafte Stellen»



Der Reaktordruckbehälter von Block 1 des AKW Beznau hat 925 Stellen mit Materialfehlern. Dies hat die Sendung «10vor10» unter Berufung auf den vorläufigen Untersuchungsbericht des ENSI publik gemacht. «10vor10» des Schweizer Fernsehens SRF berief sich am Freitagabend auf die vorläufigen Resultate der ersten Ultraschall-Untersuchung. Auszüge davon lagen auch der Nachrichtenagentur SDA vor.

Demnach sind die Materialfehler im Reaktordruckbehälter durchschnittlich 7,5 mal 7,5 Millimeter gross. Die Fehler im Material liegen im Ring C des Druckbehälters. Die Reaktordruckbehälter in Beznau bestehen aus zusammengeschweissten Ringen aus 18 Zentimeter dickem Stahl. Ring C ist der oberste.

ZUM 50. JAHRESTAG DES BAUBEGINNS DES AKW BEZNAU AM SONNTAG, 6. SEPTEMBER 2015 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Kernkraftwerk Beznau I und II mit den beiden Reaktorbloecken, aufgenommen am 21. Maerz 2011 in Beznau im Kanton Aargau. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das AKW Beznau.
Bild: KEYSTONE

Die Materialfehler sind unregelmässig verteilt, dies auf einer Breite von 250 Millimetern und bis in eine Tiefe von 60 Millimeter. Eine problematische Neigung wird verneint. Im Reaktordruckbehälter findet die Kernspaltung statt. Die Brennstäbe erhitzen das Wasser auf über 300 Grad.

Herzstück beschädigt

Das AKW Beznau ist von gleicher Bauart wie das belgische AKW Doel 3. Das belgische AKW steht seit 2014 wegen Haarrissen im Reaktordruckbehälter still. In den Dokumenten vergleicht das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) die Materialfehler in Beznau und Doel 3 miteinander. So wurden in Doel 12'000 schadhafte Stellen gefunden. Deren Durchmesser ist doppelt so gross wie in Beznau.

«Nur weil Beznau weniger Materialbefunde oder Materialfehler aufweist, heisst das noch lange nicht, dass Beznau sicherer ist. Auch nur ein Materialfehler kann zu einem Problem führen», sagte Sabine von Stockar von der Schweizerischen Energiestiftung (SES) dazu in der Sendung. Die Frage sei: «Ist das Herzstück von der Anlage von Beznau, ist der Reaktordruckbehälter sicher oder nicht, und dafür müsste er intakt sein und das ist er nicht.»

ZUM 50. JAHRESTAG DES BAUBEGINNS DES AKW BEZNAU AM SONNTAG, 6. SEPTEMBER 2015 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Atomkraftwerk Beznau, aufgenommen in Doettingen am Freitag, 3. Juni 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

Definitives Aus kein Thema

Axpo-Sprecher Antonio Sommavilla sagte dagegen, die vorläufigen Resultate belegten, «dass es in Beznau eine ganz andere Situation gibt als in Belgien». Die Ergebnisse der Untersuchung «stützen eigentlich unsere Position».

Das AKW endgültig vom Netz zu nehmen, sei für die Axpo «kein Thema, weil erste Einschätzungen von uns zeigen, dass keine sicherheitstechnischen Vorbehalte da sind für einen sicheren Weiterbetrieb der Anlage».

Block 1 des AKW Beznau war im März zunächst wegen Erneuerungs- und Prüfungsarbeiten vom Netz gegangen. Im Sommer waren die seit dem Bau des AKW bestehenden Materialfehler entdeckt worden. Im Herbst wurde die Betreiberin Axpo vom ENSI zu weiteren Messungen verpflichtet. Das ENSI wird frühestens im ersten Quartal 2016 entscheiden, ob Block 1 die Sicherheitsanforderungen noch erfüllt. Bis dahin bleibt dieser vom Netz getrennt.

(sda)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rolf.iller 17.10.2015 14:49
    Highlight Highlight Warum wird diese Steinzeittechnologie noch verteidigt. In GB ist heute schon Wind günstiger als konventionelle Energieträger. Und trotzdem gibt es sowohl hier als auch dort eine Hartnäckige Lobby die ihre Pfründe davonschwimmen sieht. http://ind.pn/1WOvtlb
  • amore 17.10.2015 10:50
    Highlight Highlight Wir sind nicht mehr weit entfernt vor einem unbewohnbaren Mittelland. Man muss sich wirklich überlegen, ob alle Verantwortlichen, die diesen Schrotthaufen weiter laufen lassen, auf vorsätzliche Tötung Anklagen müsste. Dies um so mehr als sich die CH so organisieren kann, dass deren Energiebedarf aus erneuerbaren Ressourcen gedeckt werden kann. Alles belegt im Buch "Kraftwerk Schweiz", Anton Gunzinger.
  • The Destiny // Team Telegram 17.10.2015 09:54
    Highlight Highlight Tepco 2.0?
  • _kokolorix 17.10.2015 09:02
    Highlight Highlight de fakto kann niemand mehr sagen wie viel der druckbehälter noch aushält. sollte es je zu einer schnellabschaltung kommen, könnte es sein, dass der behälter bricht. dann wäre eine kernschmelze nicht mehr zu vrrhindern.
    lest dazu den interessanten artikel in der woz, der wohl einzigen unabhängigen zeitung der schweiz.
    https://www.woz.ch/1542/akw-beznau/wie-kommen-die-loecher-da-rein
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 17.10.2015 01:04
    Highlight Highlight Wie lange noch, bis sich die Axpo endlich entschliesst diesen Schrotthaufen vom Netz zu nehmen? Wollen wir wirklich den unrühmlichen Rekord, die ältesten AKW der Welt zu betreiben?
  • Tropfnase 17.10.2015 00:51
    Highlight Highlight Das Teil darf nie mehr ans Netz! Runterfahren Rückbau!
  • JJ17 17.10.2015 00:10
    Highlight Highlight Oje dann bauen wir halt ein Neues. :)
  • geuuuuuuuu 16.10.2015 23:58
    Highlight Highlight Skandalös und frech, wie die Betreiberfirma die offensichtlichen Probleme klein zu reden versucht. Habe absolut KEIN Vertrauen in diese Leute. Und darum darf dieser Reaktor NIE MEHR ans Netz. Und die noch aktiven schleunigst ausschalten, bitte.

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