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Iran-Ticker: Trump skeptisch gegenüber neuem Iran-Vorschlag

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Trump droht dem Iran: «NO MORE MR. NICE GUY»

Der aktuelle Nachrichten-Ticker zu dem von der Trump-Regierung und Israel gestarteten Krieg gegen den Iran und zur US-Aussenpolitik.
28.04.2026, 04:4529.04.2026, 12:44
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12:42
Trump droht Iran: «NO MORE MR. NICE GUY»
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Teheran, zu einer Verhandlungslösung mit den USA zu kommen.

Mit einem Post auf seiner Plattform Truth Social drohte er: «Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschliesst. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!»

Dazu postete der US-Präsident eine Fotomontage, die ihn im Hollywood-Stil im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte, Sonnenbrille und umgehängtem Sturmgewehr zeigt. Dahinter sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft zu sehen. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten: «NO MORE MR. NICE GUY» (etwa: «Jetzt ist Schluss mit lustig»)

Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen.

Die Islamische Republik blockiert unterdessen den wichtigen Schiffahrtsweg durch die Strasse von Hormus und treibt damit den Ölpreis in die Höhe. Die USA reagierten ihrerseits mit einer Blockade iranischer Häfen.

Die Äusserungen Trumps schienen eine direkte Auswirkung auf den Ölpreis zu haben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar an. (sda/dpa)




6:41
Sanktionen gegen Banken: USA wollen Iran den Geldhahn zudrehen
Die US-Regierung will verbliebene Lücken bei den Sanktionen gegen den Iran schliessen und verschärft damit auch die Spannungen mit China. Das Finanzministerium in Washington droht Banken und Finanzdienstleistern mit Strafen, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in der Volksrepublik machen. So werden vergleichsweise kleine und unabhängige Anlagen bezeichnet, die Öl aus mit Sanktionen belegten Ländern wie dem Iran billig aufkaufen und zu Benzin verarbeiten. Medienberichten zufolge gehen etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.

Seine Behörde gehe gegen die internationale Finanzinfrastruktur des Irans vor, gegen den Zugang zu Kryptowährungen, die «Schattenflotte» aus Schiffen mit verschleierter Eigentümerschaft, Netzwerke zur Waffenbeschaffung, die Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten und gegen die chinesischen «Teekannen»-Raffinerien, schrieb US-Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X. Dadurch seien dem Iran Einnahmen in Milliardenhöhe entgangen. Wer illegale Geschäfte mit dem Iran mache, laufe Gefahr, Ziel von US-Sanktionen zu werden.

China will Rechte seiner Unternehmen verteidigen

Ende vergangener Woche hatte die US-Regierung bereits eine der grössten unabhängigen chinesischen Raffinerien wegen deren Geschäften mit dem Iran sanktioniert. Chinas Führung kritisierte die Strafmassnahmen. Die Volksrepublik werde die Rechte und Interessen ihrer Firmen entschlossen verteidigen, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Peking.

Während die Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind, setzen sich beide Seiten zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Der Iran hat die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Strasse von Hormus durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen weitgehend unpassierbar gemacht. Die USA haben ihrerseits weitreichende Sanktionen und eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. (sda/dpa)


US-Finanzminister Scott Bessent.
6:33
UN: Schiffsverkehr durch Strasse von Hormus fast zum Erliegen gekommen
Seit Beginn des Iran-Kriegs vor zwei Monaten ist die Zahl der Schiffe, die die Strasse von Hormus passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Dagegen seien die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric in New York. Der Rohölpreis für Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte er mit dem Verweis auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf beobachten lasen.

Meerenge von grosser Bedeutung für Weltwirtschaft
Die Meerenge ist von enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft, vor allem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs. Da kaum noch Schiffe die Strasse von Hormus passieren, sind die Weltmarktpreise für Rohöl und Flüssiggas kräftig gestiegen. Vor dem Krieg hatten Tanker ein Fünftel der weltweit benötigten Ölmenge durch die Strasse von Hormus transportiert.

Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen. Teheran daran zu hindern, eine Atombombe zu bauen, war eines der erklärten Ziele sowohl des aktuellen Kriegs als auch der US-Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen im Juni vergangenen Jahres. (sda/dpa)
12:55
Bahrain entzieht Iran-Unterstützern die Staatsbürgerschaft
Der kleine Golfstaat Bahrain hat Dutzenden Menschen wegen mutmasslicher Unterstützung des Irans die Staatsbürgerschaft entzogen. Die 69 Betroffenen hätten die «feindlichen und abscheulichen Taten des Irans verherrlicht» und ihre «Sympathie dafür» ausgedrückt, teilte das bahrainische Innenministerium mit. Es handle sich um Menschen, die nicht aus Bahrain stammten und die mit «ausländischen Einheiten» zusammengearbeitet hätten. Auch deren Angehörigen sei die Staatsbürgerschaft aberkannt worden.

Bahrain beheimatet unter anderem einen wichtigen US-Marinestützpunkt und geriet im Zuge des Iran-Kriegs unter Beschuss. Die Flugabwehr fing dort Hunderte iranische Drohnen und Raketen ab. Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist in Bahrain wie in den weiteren Golfstaaten stark eingeschränkt.

Die Menschenrechtsorganisation Bahrain Institute for Rights and Democracy (BIRD) kritisiert den Schritt. «Dies markiert den Beginn einer gefährlichen Ära der Unterdrückung», teilte BIRD mit. Es verstosse gegen das Völkerrecht, Menschen die Staatsbürgerschaft zu entziehen und diese damit zu Staatenlosen zu machen.

Staatsbürger bekommen in Bahrain vielfach staatliche Unterstützung zum Wohnen und Bildung, oft kostenlosen Zugang zu Gesundheitsversorgung und steuerliche Vorteile.

Der kleine Inselstaat wird von der sunnitischen Familie von König Hamad bin Isa al-Chalifa beherrscht, die Bewohner sind aber mehrheitlich Schiiten. Schon nach den Aufständen in der arabischen Welt ab 2011 hatte Bahrain laut Menschenrechtlern mindestens 990 Landsleuten die Staatsbürgerschaft entzogen. 2019 kündigte König Hamad an, dass der Schritt bei etwa 550 von ihnen rückgängig gemacht würde. Kritiker sehen den Entzug als Methode, um Abweichler oder auch Angehörige der schiitischen Gemeinde zu unterdrücken. (sda/dpa)
10:31
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah bröckelt weiter
Die gegenseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz einer offiziellen Waffenruhe an. Bei einem israelischen Drohnenangriff nahe der Küstenstadt Tyrus seien zwei Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. In dem Gebiet seien Kampfflugzeuge und Drohnen gesichtet worden. Israelische Kampfflugzeuge hätten auch einen weiteren Ort in der Nähe des Litani-Flusses im Süden angegriffen. In Bint Dschubail würden Bodentruppen weiterhin mit Maschinengewehren angreifen.

Die israelische Armee teilte mit, in zwei Fällen sei eine Abwehrrakete auf ein «verdächtiges Flugobjekt» abgefeuert worden, das in der Nähe israelischer Truppen im Südlibanon identifiziert worden sei. Am Montag seien zwei israelische Soldaten beim Angriff einer mit Sprengstoff beladenen Drohne im Südlibanon verletzt worden, einer davon schwer. Mit dem Angriff habe die proiranische Hisbollah gegen die Waffenruhe verstossen.

Bei dem Einsatz im Südlibanon habe die Armee mehr als 1.000 «Terror-Infrastrukturstätten» zerstört, die von der Hisbollah für Angriffe genutzt worden seien. Dazu gehörten auch mit Sprengfallen versehene Gebäude. Es seien dort auch Hunderte Waffen gefunden worden, darunter Maschinengewehre, Handgranaten, Minen, Panzerabwehrraketen sowie Mörsergranaten. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel gilt offiziell eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump am 16. April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Die anschliessend verlängerte Feuerpause gilt noch gut zwei Wochen. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei.

Bei israelischen Angriffen im Libanon wurden nach dortigen offiziellen Angaben allein am Sonntag 14 Menschen getötet, darunter 2 Kinder, und 37 weitere verletzt. Bei einem Hisbollah-Drohnenangriff wurde an dem Tag ein israelischer Soldat getötet.

Bei ersten direkten Gesprächen in Washington zwischen Israel und dem Libanon hat Israel eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah gefordert, die libanesische Seite einen kompletten Abzug der israelischen Armee von libanesischem Boden. (sda/dpa)
6:30
Medien: Trump skeptisch gegenüber Irans neuem Vorschlag
US-Präsident Donald Trump sieht Teherans jüngsten Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs übereinstimmenden Medienberichten zufolge skeptisch. Er habe den Vorschlag zwar nicht direkt abgelehnt, aber er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die «New York Times» berichtete ebenfalls, Trump sei mit dem Vorschlag nicht zufrieden.

Der Entwurf sieht Medienberichten zufolge eine Öffnung der Strasse von Hormus und ein Ende des Kriegs vor – über das umstrittene iranische Atomprogramm soll dann erst im Anschluss verhandelt werden.

Strasse von Hormus hat grosse Bedeutung für Weltwirtschaft
Der Iran blockiert weiterhin den internationalen Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Strasse von Hormus. Die Meerenge ist unter anderem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden.

Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Am Wochenende sagte Trump eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan kurzfristig ab. Die Regierung in Islamabad vermittelt zwischen den Konfliktparteien.

Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht auf eine Atombombe. Die Führung in Teheran dementiert Pläne zum Bau von Atomwaffen, besteht aber auf ihrem Recht auf ein ziviles Nuklearprogramm, inklusive des Rechts zur Anreicherung von Uran. (sda/dpa)


6:17
Iran wirft den USA wegen der Seeblockade Piraterie vor
Angesichts der US-Seeblockade gegen den Iran wirft die Regierung in Teheran den Vereinigten Staaten Piraterie vor. «Dies ist die unverhohlene Legalisierung von Piraterie und bewaffnetem Raub auf hoher See», schrieb der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X. Das US-Militär hatte zuletzt sanktionierte iranische Öltanker auf hoher See abgefangen. Baghai kritisierte, es handle sich um eine «Rückkehr der Piraten – nur dass sie heute mit staatlich ausgestellten Vollmachten operieren».

Während die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts stocken, will Washington die Führung in Teheran mittels einer Seeblockade wirtschaftlich in die Knie zwingen. Das US-Militär stoppt dafür Schiffe, die einen iranischen Hafen ansteuern oder aus einem solchen auslaufen. Damit soll der Iran unter anderem von den Einnahmen des Ölexports abgeschnitten werden.

Teheran wiederum blockiert weiterhin die strategisch wichtige Strasse von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Die Meerenge ist unter anderem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. (sda/dpa)
20:42
Merz äussert sich «desillusioniert» zum Iran-Krieg
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich «desillusioniert» vom Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. «Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert», sagte er am Rande der Unions-Klausur in Berlin. Die von den USA und Israel anfangs angestrebte Lösung des «Problems» in wenigen Tagen sei nicht erfolgt.

«Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen», sagte Merz. «Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann.» (sda/dpa)
11:57
Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab
Die vom Iran unterstützte Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel nach Worten ihres Generalsekretärs Naim Kassim weiterhin ab.

Die libanesische Organisation werde weiter «defensiven Widerstand» gegen Angriffe Israels leisten, teilte Kassim heute mit. Die Miliz werde ihre Waffen auch nicht abgeben, weil diese nötig seien, um sich gegen Israel zu verteidigen.



Im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel gilt eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump nach Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Die Mitte April verkündete Feuerpause gilt noch gut zwei Wochen. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei.

Die Hisbollah war nicht direkt an den Gesprächen zur Waffenruhe beteiligt, hat aber signalisiert, dass sie sich an die Feuerpause halten werde - vorausgesetzt, dass Israel die Angriffe ebenfalls aussetzt. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. (sda/dpa)
22:36
Irans Präsidialamt rechtfertigt Internetsperren
Im Iran sieht sich das Präsidialamt nach massiver Kritik an den Internetsperren im Land zu einer Rechtfertigung der Massnahmen gezwungen. «Auch der Präsident (Massud Peseschkian) ist strikt gegen eine eingeschränkte Internetnutzung für die Bevölkerung», behauptet die Pressestelle des Präsidialamts auf der Plattform X. Das Projekt «Pro Internet» – so werden die Einschränkungen in der Islamischen Republik genannt – sei nicht dauerhaft, sondern lediglich eine vom Sicherheitsrat verhängte vorübergehende Massnahme in der aktuellen Kriegssituation, hiess es weiter. Nach Ende der Konflikte werde der reguläre Zugang für alle Bürger wiederhergestellt.

Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist der Zugang zum Internet in der Islamischen Republik nahezu vollständig gesperrt. Der Zugriff ist seither auf das sogenannte «nationale Internet» beschränkt, in dem ausschliesslich vom Staat genehmigte Webseiten verfügbar sind. Millionen Iraner haben seit Beginn der Sperre daher praktisch keinen Kontakt mehr zu Angehörigen im Ausland. Auch wirtschaftlich sind die Folgen erheblich. Vor allem rund eine Million Online-Händler leiden unter der Blockade.

Zugleich können staatliche Institutionen, Anhänger des Machtapparats sowie Medien weiterhin weitgehend ungehindert das Internet nutzen: Das staatliche Projekt «Pro Internet» gewährt bestimmten Berufsgruppen und staatlich ausgewählten Personen Zugang. Es sorgt landesweit für Empörung. Kritiker bezeichnen es als «Zweiklassen-Internet» und klare Diskriminierung der normalen Bürgerinnen und Bürger gegenüber politisch und wirtschaftlich privilegierten Gruppen.

Offiziell begründet der Staat die Sperren mit sicherheitsrelevanten Gründen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass das autoritäre islamische System vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über das tatsächliche Ausmass der Kriegsschäden sowie über die wahre Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden. (sda/dpa)
19:42
Iranischer Aussenminister in Moskau erwartet
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi wird am Montag zu Gesprächen in Moskau erwartet. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte im Gespräch mit den russischen Staatsagenturen, dass sich Präsident Wladimir Putin mit dem iranischen Aussenamtschef treffen wolle. Weitere Details nannte er nicht. Kurz zuvor hatte auch das Aussenministerium in Moskau den bevorstehenden Besuch Araghtschis gemeldet.

Moskau und Teheran sind strategische Verbündete, allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.


Am Sonntag war Araghtschi für einen Kurzbesuch nach Islamabad gereist, um erneut iranische Bedingungen für eine Beendigung des Krieges an pakistanische Vermittler zu übermitteln, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Unklar ist weiter, wann und ob es eine neue Verhandlungsrunde mit den USA in Pakistan gibt. (sda/dpa)
12:36
Neue Angriffe von Israel und Hisbollah trotz Waffenruhe
Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon greifen sich trotz der geltenden Waffenruhe weiter gegenseitig an. Bei den jüngsten Angriffen seien gestern im südlichen Libanon 7 Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut heute mit.

Die Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten heute früh im Südlibanon unter anderem israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee gestern Abend an, Ziele der Hisbollah «intensiv» anzugreifen. Die israelische Armee warnte Anwohner der südlichen Gebiete nahe der gemeinsamen Grenze erneut, «bis auf weiteres» nicht in ihre Häuser zurückzukehren. (sda/dpa)
11:13
Iran vollstreckt weiteres Todesurteil
Im Iran ist ein weiteres Todesurteil vollstreckt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wurde am Morgen ein Mann erhängt. Er wurde demnach zuvor unter anderem wegen Mitgliedschaft in der sunnitischen Rebellengruppe Dschaisch al-Adl und für Anschläge auf Streitkräfte verurteilt.

Organisationen wie Amnesty International und Iran Human Rights kritisieren, dass die Urteile oft in unfairen Schnellverfahren und auf Basis von unter Folter erpressten Geständnissen ergehen.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights mindestens 1639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. (sda/dpa)
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Die Vorgeschichte

  • Israel und die USA starteten am 28. Februar 2026 gross angelegte Angriffe auf Iran. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenattacken gegen Israel sowie US-Stützpunkte in der Region.
  • Irans oberster Führer Ali Chamenei wurde getötet, ebenso zahlreiche Militärs. Sein Sohn Mojtaba wurde Nachfolger, ist aber verletzt und bisher nicht öffentlich aufgetreten.
  • Der Konflikt hat sich auf den Nahen Osten ausgeweitet, mit Angriffen u.a. in Katar, den VAE, Saudi-Arabien und Bahrain sowie Kämpfen im Libanon. Auch US-Soldaten wurden getötet.
  • Die USA geben unterschiedliche Kriegsziele und Rechtfertigungen an – von der Zerstörung des iranischen Atomprogramms bis hin zu einem möglichen Regimewechsel.
  • Am 8. April einigten sich die Kriegsparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump verlängerte diese danach einseitig. Die Aufnahme von neuen Verhandlungen stockt weiterhin. Die für die Weltwirtschaft wichtige Strasse von Hormus ist weiterhin blockiert.
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Ende Dezember begannen Proteste in Iran. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

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USA und Israel greifen Iran an – Das sagt Trump
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742 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jacques #23
28.02.2026 08:18registriert Oktober 2018
Hab erst vor zwei Tagen hier geschrieben, dass Nethanjahu Trump dann schon sagt, was er tun müsse.

Voilà.
492122
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Zanzibar
28.02.2026 08:10registriert Dezember 2015
Hoffentlich gelingt es die Mullahs von der Macht zu drängen und dass die Iranische Bevölkerung wieder frei leben kann, nach europäischem Vorbild.
510211
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SamsonP
28.02.2026 08:08registriert April 2024
Immer am Wochende, damit die Börsen nicht überreagieren. Man kann schon bald darauf gehen. Wäre interessant zu sehen, wie der Gold-Kurs bzw Edelmetalle allgemein reagiert hätten. Schade, immer wenn auch mal die kleinen Anleger hätten profitieren können, wird es sogar auf geopolitischer Ebene verhindert. Jetzt wird klar, warum der Goldpreis gestern Abend bzw bei US-Marktöffnung rapide gestiegen ist, da waren wohl nicht die kleinen Anleger die treibenden Kräfte.
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