FragFrauFreitag
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Kinder von coolen Müttern haben es auch nicht leicht. Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Ich bin vor einigen Monaten Mutter geworden. Ich hab' mir immer geschworen und fest vorgenommen eine coole und gelassene Mutter zu werden. 



Nicht so eine gackernde, aufbrausende Henne. Doch oftmals stelle ich nun fest, dass das nicht ganz so einfach ist wie gedacht. Aktuell grösstes Problem bereitet mir die Freundin meines Vaters. Sie hat grosse Freude an dem Kleinen (was ja schön ist), aber sie ist unglaublich aufdringlich, sie reisst ihn uns jeweils förmlich aus den Händen, wenn wir zu Besuch sind, drängt sich auf, knutscht ihn von Kopf bis Fuss ab und säuselt ständig «Mein Liebling», zudem ist sie unglaublich laut und trägt eine Parfümwolke mit sich, die kilometerweit zu riechen ist. Den Kleinen scheint es zwar nicht riesig zu stören, ausser dass es ihm oft zu viel wird, wenn er ständig zwischen ihr und dem Grossvater hin und her gereicht wird. Aber mir (und auch meinem Freund) geht sie gewaltig auf die Nerven. Auf meine genervten Anzeichen geht sie nicht ein (im Gegenteil, ich hab' das Gefühl, dann dreht sie noch mehr auf). Ich hätte grösste Lust ihr mal «fadegrad» die Meinung zu sagen. Sie ist ja «nur» die Freundin meines Vaters und das auch noch nicht wahnsinnig lange. Andererseits fürchte ich mich ein wenig, dass dann der Draht zu meinem Vater (der eh etwas angeschlagen ist) darunter leidet. Was würdest du tun? Danke und lieber Gruss. Vivienne, 29

Liebe Vivienne 

Erst einmal herzliche Gratulation zu Ihrem Kleinen! Schön, dass es Ihnen beiden gut geht.

Soso. Sie haben sich also fest vorgenommen, eine coole und gelassene Mutter zu werden. Es geht doch nichts über gute Vorsätze, gell? Hätte ich Ihnen gleich sagen können, dass daraus nichts wird. Weil es nun wirklich null und nix bringt, sich Gedanken darüber zu machen, wie man dann mal sein wird, kaum ist das Kind da. Das lässt sich nämlich nicht voraussehen und schon gar nicht planen. Und das Beste ist, es geht allen so.

Was Ihr Problem betrifft, da haben Sie im Prinzip zwei Möglichkeiten. Sie können der Parfümwolke «fadengrad» Ihre Meinung sagen und dann die nächsten Jahre ohne Babysitter zu Hause sitzen, oder aber Sie nehmen es als Lernaufgabe. Sie wollten doch eine gelassene Mutter sein? Na also, dann werden Sie eine!

Ich weiss natürlich, dass das keine einfache Aufgabe ist. Schliesslich mussten unsere Besucher erst die Hände mit Sterillium abreiben, bevor sie unseren Sohn anfassen durften. Aber das ist selbstverständlich bescheuert und ich bin sehr dankbar, dass sich anscheinend niemand mehr daran erinnert. (Oder es zumindest nicht laut ausspricht.)

Die Freundin Ihres Vaters ist nicht Ihre Mutter. Das macht das Ganze für Sie nicht einfacher. Aber sie kann eine Bezugsperson werden, die es sehr gut mit Ihrem Sohn meint. Und das würde ich mir nicht vergeigen. Nicht nur, aber auch wegen Ihres Vaters. Denn es wird schlussendlich nicht er sein, der den Enkel hütet und umsorgt, sondern vermutlich eher seine Freundin. Und im Gegensatz zu Schäden, welche Alkohol in der Schwangerschaft anrichten kann, habe ich noch nie von ernsthaften Langzeitschäden wegen süssem Parfüm gehört. Er könnte höchstens vielleicht schwul werden. Aber auch das wäre nicht so tragisch, hat man es als Frau mit Schwiegersöhnen doch in der Regel einfacher als mit Schwiegertöchtern ...

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

P.S. Ich hoffe fest, dass Sie in Ihrem Leben niemals «nur» die Freundin von irgendjemandem sein werden. Degradierender geht kaum.

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • manu94 09.01.2015 06:04
    Highlight Highlight Liebe Kafi

    Jetzt endlich verstehe ich wieso gewisse Typen soviel Parfüm im Ausgang tragen... Die wollen ihre Gegenüber im Schnelldurchlauf "schwulifiszieren"! Welches Parfüm empfiehlst du denn am meisten? Kölnisch Wasser?
    • kafi 09.01.2015 10:27
      Highlight Highlight Lieber Nils. Ich befürchte, wir müssen auf den Helene Fischer Duft warten. Selbst Kölnisch Wasser hinterlässt niemanden derart atemlos.

      Lieben Gruss, Kafi
  • Angelika 08.01.2015 20:37
    Highlight Highlight "könnte schwul werden"... von Parfüm? Wie klischert. Ich dachte, schwul ist man von Geburt an. Sorry für die Humorlosigkeit, aber das ist mir jetzt doch etwas zu abgeschmackt.
  • SaveAs_DELETE 07.01.2015 18:47
    Highlight Highlight ... und ich hoffe, dass es auch dem Vater gut geht?! :-)
    Wieso fragt eigentlich nie jemand, wie es nach der Geburt eines Kindes dem Vater geht und es fragen alle immer nach dem Kind und der Mutter geht?
    Nicht das es nicht gerechtfertigt wäre, aber der Vater hat nicht die selbe Vorbereitungszeit wie eine Mutter. Er trägt das Kind nicht jeden Tag unter dem Herzen. Trotzdem ist er dann einfach mal Vater und das sein ganzes Leben lang...
    Tschuldigung, abgeschweifft...
    • Yelina 08.01.2015 19:07
      Highlight Highlight Er kann aber auch nicht an Geburtskomplikationen sterben. Da das heute auch bei Frauen eher selten vorkommt, stammt diese Phrase wohl aus vergangener Zeit und wird irgendwie gesellschaftlich weitergegeben.
    • kafi 09.01.2015 10:27
      Highlight Highlight Mir kommen die Tränen, Michael.
    • NewYorker 09.01.2015 16:29
      Highlight Highlight DANKE KAFI!

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Was ich mich schon länger frage: Wieso sind besserwisserische Menschen so humorlos? 

Liebe Franka  Leider muss ich Ihnen recht geben, diese Beobachtung habe ich auch schon oft machen müssen. Es wird vermutlich damit zusammenhängen, dass sich ein Mensch, der gerne ständig recht hat, von Natur aus sehr ernst nimmt. Und Menschen, die sich selber zu ernst und wichtig nehmen, können kaum über guten Humor verfügen. Denn der basiert eher auf der Fähigkeit, sich selber zu ironisieren. Und das verträgt sich nun mal schampar schlecht mit dem Bedürfnis, immer im Recht zu …

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