Bericht: US-Truppen soll gesagt worden sein, Iran-Krieg sei für Rückkehr Jesu
Mehrere US-Soldaten sollen sich darüber beschwert haben, dass ihre Vorgesetzten einen möglichen Krieg gegen den Iran mit religiösen und endzeitlichen Aussagen erklärt hätten. Diese Angaben stammen von dem Journalisten Jonathan Larsen. Larsen, der als Trump-Kritiker gilt, beruft sich auf Berichte der US-Organisation Military Religious Freedom Foundation (MRFF), die sich für die Trennung von Staat und Religion im Militär einsetzt.
Demnach habe ein Kommandeur erklärt, der Angriff im Iran sei Teil von Gottes Plan und Trump sei von Jesus «gesalbt» worden, um Armageddon einzuleiten. Eine unabhängige Bestätigung durch andere Medien oder offizielle Stellen liegt bislang nicht vor.
Zwischen Samstag, Beginn des Krieges, und Montag seien laut MRFF mehr als 110 ähnliche Beschwerden aus verschiedenen Einheiten eingegangen. Das US-Verteidigungsministerium äusserte sich zunächst nicht, schreibt Larsen.
In einem Fall meldete sich ein christlicher Unteroffizier im Namen mehrerer Kameraden unterschiedlicher Religionen. Er berichtete, sein Vorgesetzter habe den Einsatz als Teil eines «göttlichen Plans» dargestellt und dabei auf die Offenbarung des Johannes verwiesen.
MRFF-Gründer Mikey Weinstein erklärte, viele Militärvorgesetzte würden den Krieg im Nahen Osten als religiös legitimierten Endzeitkampf deuten. Das verstosse gegen Verfassung und Militärrecht. Das MRFF erhalte derartige Beschwerden immer dann, wenn es im Nahen Osten eskaliere, etwa nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 oder nach 9/11.
In diesem Zusammenhang verweist Larsen auf religiöse Aktivitäten in der militärischen Führungsebene. Laut dem Journalisten soll Verteidigungsminister Pete Hegseth christliche Gebetstreffen im Pentagon durchführen. Hegseth selbst äussere sich bei diesen Veranstaltungen zu seinen religiösen Überzeugungen und werbe dafür. Zudem soll er regelmässig an einem Bibelkreis im Weissen Haus teilnehmen. Dieser werde von einem Prediger geleitet, der die Unterstützung Israels als göttlichen Auftrag darstelle.
Da sich die Vorwürfe bislang nur auf anonyme Berichte und die Darstellung eines einzelnen Journalisten stützen, bleibt ihr Umfang unklar. (hkl)
