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Neuer Ansatz – so begründen Trumps Leute den Angriff auf den Iran jetzt

President Donald Trump chooses a reporter to ask a question with Vice President JD Vance, left, and Sec. of State Marco Rubio, right, during a meeting with oil executives in the East Room of the White ...
Bei JD Vance und Marco Rubio zeichnet sich Einigkeit bezüglich der Kriegsmotive ab.Bild: keystone

Neuer Ansatz – so begründen Trumps Leute den Angriff auf den Iran jetzt

Seit die USA an der Seite von Israel ihren Angriff auf den Iran gestartet haben, sorgen die Rechtfertigungen und Zielnennungen der US-Regierung für reichlich Verwirrung. Nun scheinen sie sich auf ein gemeinsames Narrativ verständigt zu haben.
03.03.2026, 07:5303.03.2026, 09:01

Zerstörung des iranischen Waffenarsenals, Verhinderung einer künftigen Atomwaffe in Mullah-Besitz, und ein Machtwechsel wäre schön, aber nicht erste Priorität: Auf diese Ziele scheinen sich die US-Vertreter mittlerweile geeinigt zu haben. Das legen zumindest Äusserungen von Marco Rubio, JD Vance und Mike Johnson, drei führende Figuren aus Donald Trumps engem Zirkel, in der Nacht auf Dienstag (Schweizer Zeit) nahe. Sowohl Trump als auch seine Minister gaben zuvor widersprüchliche und immer wieder andere Begründungen und Ziele für den Angriff an.

Diese Dinge haben die Trump-Republikaner nun zum Krieg erklärt:

Marco Rubio

Eng verknüpft mit den Zielen der Intervention ist die Begründung dafür. Diese lieferte US-Aussenminister Marco Rubio in der Nacht auf Dienstag gegenüber Journalisten: Man habe gewusst, dass Israel einen Schlag gegen den Iran ausführen werde. Wäre das passiert, hätten die Iraner unweigerlich US-Ziele in der Region angegriffen, auch wenn man nicht am Schlag beteiligt gewesen wäre, so die Theorie der US-Regierung.

«Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde.»

Deshalb habe man sich entschlossen, sich dem «Präventivschlag» Israels anzuschliessen.

«Wir haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie (der Iran, d. Red.) grösseren Schaden anrichten.»

Bisher kamen sechs US-Soldaten seit Kriegsausbruch ums Leben, sie wurden in Kuwait von iranischen Raketen getroffen.

epa12790906 US Secretary of State Marco Rubio speaks to the media before a classified briefing with lawmakers at the US Capitol in Washington, DC, USA, 02 March 2026. Iranian Supreme Leader Ayatollah  ...
Marco Rubio.Bild: keystone

JD Vance

Der US-Vizepräsident hat sich ebenfalls zu den Kriegsabsichten geäussert. Er sagte gegenüber Fox News, in einer «perfekten Welt» würden die USA es begrüssen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den USA zu kooperieren. Das vorrangige Ziel Trumps sei aber, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere, so Vance.

Trump hatte diese Perspektive zwischenzeitlich auch als Begründung für den Beginn der Angriffe angeführt. Später sprach er auch von einem Regimewechsel, ehe er in der Nacht auf Montag zurückruderte und eine Venezuela-Szenario als «perfekte» Option beschrieb. In Venezuela wurde mit Nicolas Maduro die Spitze des Regimes eliminiert, die bestehende Regierung zeigte sich anschliessend aber bereit, mit den USA zu kooperieren. Geht es nach Vance, dann scheint Trumps «perfektes Szenario» nun unrealistisch.

Mike Johnson

Der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, rechtfertigte den Angriff auf Iran ähnlich wie Marco Rubio.

«Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung.»

Er sagte nach einem Briefing, die US-Regierung habe wegen Israels Entschlossenheit zum Angriff eine schwierige Entscheidung treffen müssen. Er sei überzeugt, dass die US-Regierung das Richtige getan habe, sagte Johnson.

«Das Ziel war nicht ein Regimewechsel.»

Vielmehr stünden die Zerstörung des Raketenprogramms sowie der Marine des Irans im Fokus, stützte Johnson die Argumentation von JD Vance.

Interessant ist im Kontext von Johnsons und Rubios Aussagen: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu widersprach der Darstellung, dass Israel, die USA quasi zum Handeln gezwungen habe. Auf die Frage von Fox News, ob er US-Präsident Donald Trump in den Krieg «hineingezogen» habe, lachte der israelische Regierungschef und sagte, das sei «lächerlich». «Donald Trump ist der stärkste Führer der Welt. Er tut das, was er für richtig für Amerika hält», so Netanjahu. (con/sda/dpa)

House Speaker Mike Johnson of La., speaks to reporters following a House and Senate Intelligence Committee briefing about the Iran war at the Capitol in Washington, Monday, March 2, 2026. (AP Photo/Ma ...
Mike Johnson.Bild: keystone
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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Andy25
03.03.2026 08:22registriert April 2019
Wer die Ausführungen von Vance, Rubio oder Johnson glaubt, der glaubte auch damals beim Irakkrieg der Begründung der USA, dass Saddam Hussein im Besitz von Atomwaffen sei. Der Rest glaubt der derzeitigen Trump Admin schon lange nicht mehr.
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Gina3
03.03.2026 09:02registriert September 2023
Was will Trump mit diesem Krieg erreichen?

➡️ auf der Plattform Polymarket kann man auf alle möglichen Ereignisse weltweit wetten (Sport, Politik ..) sogar aufs Militär.
In den letzten Tagen wurden 529 Millionen Dollar auf den Tag der Bombardierungen gesetzt.
Unter diesen Wetten haben mehrere kürzlich erstellte Konten korrekt auf einen amerikanischen Angriff am 28. Februar getippt.
Zufall? Spieler Glück?
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