DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Polizist im Gespräch mit einem Motorradfahrer auf dem Sustenpass.
Ein Polizist im Gespräch mit einem Motorradfahrer auf dem Sustenpass.Bild: keystone

Jeder Dritte ist mit Auto oder Motorrad zu schnell unterwegs – Hälfte ignoriert Tempo 30

23.07.2020, 11:30

Innerorts und auf Autobahnen ist in der Schweiz jeder Dritte mit Auto oder Motorrad zu schnell unterwegs. Besonders Motorradlenkerinnen und -lenker drehen den Gasgriff gerne auf. Das fand die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) heraus.

Die BFU erhob die Daten in einer umfassenden Pilotstudie, wie sie am Donnerstag mitteilte. Bisher fehlten verlässliche Angaben. Die Stelle wertete Daten von über 16 Millionen Fahrzeugen auf 211 Strassenabschnitten aus.

Dabei stellte sich heraus, dass sich ausserorts eine klare Mehrheit an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Kilometern pro Stunde hielt. Innerorts oder auf Autobahnen wurden die Tempolimiten hingegen von jedem dritten Fahrzeug überschritten. Ausserorts war dies nur bei jedem sechsten der Fall.

Über dem Tempolimit: Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie im BFU-Video.Video: YouTube/bfu, bpa, upi

Hälfte missachtet Tempo 30

Innerorts fuhren bei Tempo 30 gar über die Hälfte der Lenkerinnen und Lenker schneller als erlaubt. Autos waren auf diesen Strecken in den Landesteilen ähnlich schnell unterwegs.

Bei den Motorradfahrerinnen und -fahrern zeigten sich hingen regionale Unterschiede: Während in der Westschweiz und im Tessin 55 Prozent zu schnell fuhren, waren es in der Deutschschweiz 72 Prozent. Über alle Tempolimiten gesehen zeigte sich, dass Motorräder durchschnittlich etwas schneller fuhren als Autos.

Wie die BFU weiter schreibt, liessen sich jährlich mehr als 20 tödliche Unfälle vermeiden, wenn sich alle Lenkerinnen und Lenker von Motorfahrzeugen an die Tempolimiten halten würden. Und 300 schwere Verletzungen liessen sich ebenfalls verhindern.

Erhebliches Präventionspotenzial

Nach den verschiedenen Limiten aufgeschlüsselt zeigt sich das grösste Präventionspotenzial von zehn Toten auf Strassen mit Höchstgeschwindigkeit 80. Dahinter folgen die Tempo-50-Zonen mit acht Opfern und 182 Schwerverletzten pro Jahr weniger.

Die BFU schlägt als Mittel gegen Tempoüberschreitungen neben Polizeikontrollen bauliche Massnahmen und Geschwindigkeitsassistenten an möglichst vielen Fahrzeugen vor.

Demnach sollten Strassen so gestaltet sein, dass schon ihr Erscheinungsbild erklärt, welches Tempo gilt. Ausserorts sollte ein gleichmässiges Tempo möglich sein und feste Objekte vom Strassenrand entfernt werden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

SVP-Wobmann fährt den «Öko-Taliban» in der Tempo-30-«Arena» an den Karren
Ist Walter Wobmann in der SRF-«Arena», ist Feuer im Dach. Der SVP-Nationalrat wütet gegen Tempo 30 und sieht seine linken Kontrahenten im Wahn gegen das Auto. Nur einmal reicht es für ein Lächeln.

Nach wochenlangen Debatten über Impfschutz, Herdenimmunität und R-Werte, wechselte man im Studio 8 im Leutschenbach am Freitagabend nicht nur das Vokabular, sondern auch den Moderator. Sandro Brotz legte für einmal eine Pause ein und liess Mario Grossniklaus den Vortritt. Und um die Ohren knallte man sich zur Abwechslung Begriffe wie Mobility Pricing, Flüsterasphalt und Modal Split.

Zur Story