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Presseschau: Sonntagszeitungen über Stellenabbau, Datenschutz und Freikirchen



Missionieren in Interlaken, Interpretieren in Graubünden und Reparieren bei der Schweizer Armee: Dies und mehr steht in den Schlagzeilen der Sonntagspresse.

SonntagsZeitung/Le Matin Dimanche:

Im Kampf gegen die Auswirkungen der Frankenaufwertung setzen Schweizer Unternehmen auch bei den Mitarbeitern an: 82 Prozent der Befragten äusserten sich in einer Umfrage dahingehend. Laut der SonntagsZeitung wollen 61 Prozent einen Einstellungsstopp und 57 Prozent einen Lohnstopp verhängen. Fast die Hälfte erwägt einen Personalabbau. 73 Prozent der Firmen rechnen zudem damit, dass in den nächsten zwölf Monaten die Margen kleiner werden. Das Beratungsunternehmen Deloitte befragte von Mai bis Juni 111 Finanzchefs von Schweizer Unternehmen.

NZZ am Sonntag:

Die SVP Graubünden wird die Stimmenzahlen ihrer Nationalratskandidaten auf den zwei Toplisten nach eigenem System interpretieren. Obwohl bei den Wahlen vom 18. Oktober der Proporz gilt, will die Partei nur die persönlichen Stimmen für die Sitzvergabe anschauen, wie der kantonale SVP-Präsident Heinz Brand gegenüber der NZZ am Sonntag bestätigte. Alle Kandidaten auf den zwei Listen haben die Abmachung unterschrieben. Faktisch bedeutet die Vereinbarung bessere Chancen für die Spitzenkandidatin Magdalena Martullo-Blocher, die wie Brand eine Liste anführt. Denn bei einem Sitzgewinn könnte es sein, dass beide Mandate an die zwei Besten der Brand-Liste gehen. Martullo-Blocher würde erben, falls sie mehr persönliche Stimmen macht als jemand der Gewählten.

Schweiz am Sonntag:

Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel, kritisiert die aktuelle Asyldebatte in der Schweiz. Manche Politiker seien gerade in Steuer- und Asylthemen engstirnig, sagte Gmür in einem Interview mit der Schweiz am Sonntag. Als «völlig daneben» bezeichnete er den Vorschlag, für Asylsuchende die Grenzen zu schliessen. «Das bringt einfach gar niemandem etwas - auch der Schweiz nicht.» Der Oberhirte des grössten Schweizer Bistums rief zudem die Schweiz dazu auf, bei der Entwicklungszusammenarbeit mehr zu leisten. «Wir schöpfen nicht alle unsere Möglichkeiten aus, um Bildung, Infrastruktur und Rechtsstaatlichkeit zu fördern. Das ist bedauernswert.» Stossend sei auch, dass die Schweiz kritiklos mit Ländern und Regierungen zusammenarbeite, die «Menschen und die Schöpfung» ausbeuten und extremistische Gruppen unterstützen würden.

NZZ am Sonntag:

Der Fonds von AHV, IV und Erwerbsersatzordnung legt künftig kein Geld mehr in Agrarrohstoffen und Vieh an. Dies hat der Verwaltungsrat des AHV-Fonds aus Gründen der «politischen Sensibilität» beschlossen, wie dessen Präsident Marco Netzer in der NZZ am Sonntag erklärte. Das gesamte Anlagevermögen belief sich 2014 auf knapp 31 Milliarden Franken. Davon waren knapp 500 Millionen oder 1.6 Prozent in Rohstoffe investiert. Innerhalb dieser Sparte machten die Landwirtschaftsprodukte mit 41 Prozent den grössten Anteil aus. Beim jüngsten Entscheid dürfte auch die Volksinitiative «Keine Spekulation mit Nahrungsmittel» eine Rolle gespielt haben, welche die SP eingereicht hat.

SonntagsBlick:

1900 Geländewagen vom Typ Duro lässt die Schweizer Armee generalüberholen. Laut dem SonntagsBlick sind dafür 500 Millionen Franken budgetiert. Das geht aus dem «zusätzlichen Rüstungsprogramm» hervor, das der Bundesrat noch dieses Jahr vorlegen will. Wie die Zeitung vorrechnet, ergibt das pro Fahrzeug durchschnittliche Reparaturkosten von 263'000 Franken. Der durchschnittliche Kaufpreis für die Duros belief sich bei der Anschaffung in den 90er Jahren auf 144'000 Franken. Solange das Rüstungsprogramm nicht genehmigt sei, könne man zu Details keine Stellung nehmen, teilte das Verteidigungsdepartement (VBS) mit.

SonntagsZeitung/Le Matin Dimanche:

Die CVP gründet unter dem Titel «CVP International» ein Netzwerk für Auslandschweizer. Das bestätigte Generalsekretärin Béatrice Wertli gegenüber der SonntagsZeitung. Ziel des Unterfangens ist es, Schweizer im Ausland zu vernetzen, die die Werte der Partei teilen, sie über das politische Geschehen zu informieren und ihre Sorgen und Nöte aufzunehmen, meldet Le Matin Dimanche unter Berufung auf ein entsprechendes Flugblatt. Vier Co-Präsidenten sollen die neue Sektion bei den 140'000 Stimmberechtigten der «Fünften Schweiz» beliebt machen. Es sind dies der Genfer Ständeratskandidat Raymond Loretan, CVP-Fraktionschef Filippo Lombardi TI, das ehemalige Präsidiumsmitglied Patricia Mattle, die in New York lebt, und der in Hongkong lebende Nationalratskandiat Daniel Wyss BE.

Zentralschweiz am Sonntag:

Der abtretende oberste Datenschützer der Schweiz, Hanspeter Thür, warnt vor der Entwicklung, die das Internet der Dinge mit sich bringt. Millionen von Gegenständen würden in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, die über eine eigene IP-Adresse verfügen und über das Internet miteinander kommunizieren. «All diese Dinge werden Informationen über uns austauschen, hinter unserem Rücken, ohne unser Zutun», sagte Thür im Interview mit der Zentralschweiz am Sonntag. Positiv äusserte er sich zum neuen Nachrichtendienstgesetz. Als heikel stuft er dagegen die Staatstrojaner ein, wie sie im Überwachungsgesetz Büpf zum Einsatz kommen könnten: Es sei schwierig, dieses Instrument unter Kontrolle zu halten, doch zahle man letztlich damit den Preis für die technologische Entwicklung.

Ostschweiz am Sonntag:

20 bis 40 Freikirchen-Anhänger sollen im August in Interlaken Bibeln und DVDs an arabische Touristen verteilen. Organisiert wird die Aktion mit dem Titel «Salamu Aleikum in Interlaken» von mehreren Missionsorganisationen und Freikirchen, wie die Ostschweiz am Sonntag unter Berufung auf ein entsprechendes Flugblatt meldete. Gemäss der Webseite einer der mitorganisierenden Gruppierungen, Arabian Peninsula Partnership, ist Zweck der Aktion, das «Gebet zu mobilisieren, damit Moslems zu Jesus als ihrem Herrn finden und die Festung des Islam in sich zusammen fällt, gleich wie 1989 die Mauer in Berlin zusammen fiel und somit der gesamte Kommunismus». Der Medienverantwortliche des Projekts sagte, man wolle sich niemandem aufdrängen, ähnliche Aktionen fänden seit Jahren auch in Genf und Montreux statt. Die Tourismusverbände im Berner Oberland stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber.

NZZ am Sonntag:

Die 21 Spielbanken in der Schweiz haben 2014 über 3500 Kunden neu mit einem Ausschluss belegt. Damit sind mehr als 43'000 Casino-Besucher gesperrt, wie die NZZ am Sonntag unter Berufung auf die Statistik der Eidgenössischen Spielbankenkommission berichtet. Laut einer Studie sank die Zahl der Spielsüchtigen in den letzten Jahren leicht. Doch seit Jahren werden kontinuierlich je 3000 bis 3500 Spielsüchtige ausgeschlossen. Im Jahr 2004 waren erst 9600 Sperren in Kraft. Die stete Zunahme erklärt die Spielbankenkommission damit, dass kaum verhängte Zutrittsverbote rückgängig gemacht werden. (sda)

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