Interview
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ARCHIV --- DIE SCHWEIZ HOLTE IN DEN JAHRZEHNTEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG VIELE ARBEITERINNEN UND ARBEITER AUS DEN SUEDEUROPÄISCHEN LAENDERN INS LAND UM DEN ARBEITSKRAEFTEMANGEL IN DER INDUSTRIE, DER LANDWIRTSCHAFT UND AUF DEM BAU ZU BEHEBEN. DAZU STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG  --- Italienische Gastarbeiter steigen am 2. Juni 1979 im Hauptbahnhof Zuerich, in den bereits ueberfuellten Extrazug ein, um fuer die Wahlen nach Italien zu fahren. Mit zahlreichen Extrazuegen

Die Schweiz holte nach dem zweiten Weltkrieg italienische Gastarbeiter ins Land, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Interview

50 Jahre Schwarzenbach-Initiative: «In einem anderen Land wäre das nicht möglich gewesen»

Vor 50 Jahren scheiterte James Schwarzenbach mit seiner Überfremdungs-Initiative knapp an der Urne. Im Interview sagt Migrationsforscher Gianni D'Amato, wie es zur historischen Abstimmung gekommen war und wie sie die Schweiz veränderte.



Herr D’Amato, die Proteste gegen rassistische Gewalt in den USA sind auch bei uns angelangt. Hat die Schweiz ein Rassismusproblem?
Gianni D'Amato: In der Schweiz war Rassismus schon immer ein Problem. Nur weigert man sich oft, das anzuerkennen. Obwohl es eine Kommission gegen Rassismus und die Fachstelle zur Bekämpfung von Rassismus und seit 1994 ein Anti-Rassismus-Gesetz gibt, ist es noch immer ein mit Scham behaftetes Thema, das nicht offensiv angegangen wird. Aber ich würde die Situation in der Schweiz nicht direkt mit dem historischen Rassismus in den USA vergleichen.

Wo liegen die Unterschiede?
In der Schweiz ist der Rassismus mit der Migrationspolitik und der Einstellung gegenüber Einwanderern verknüpft, wenn man vom Antisemitismus absieht. Der amerikanische Kontext ist anders. Der dortige Rassismus hängt mit der Sklaverei zusammen, mit der Nationenbildung der USA, das sich als Land der Befreiung inszeniert, das aber mit einer Ursünde belegt ist, weil es nach der Unabhängigkeit die Sklavenarbeit der aus Afrika stammenden Schwarzen nicht abgeschafft hatte. Diese Wunde ist nie wirklich verheilt und das Thema längst nicht abgeschlossen.

«Dass sich ‹weisse Schweizer› gegenüber ‹Fremden› überlegen fühlen, hat auch hier bei uns Tradition und ist tief in unseren Strukturen verankert.»

In den USA spricht man von strukturellem Rassismus, der bis heute tief in den Institutionen verankert ist.
Ja, wobei das in der Schweiz nicht anders ist. Rassismus heisst ja, dass Leute als Einheit, als «Rasse» – was ein pseudowissenschaftlicher Begriff aus dem 19. Jahrhundert ist – zusammengefasst werden und dass ihnen bestimmte Attribute zugeschrieben werden. Und diese Zuschreibungen sollen ihre Unterlegenheit legitimieren. Dass sich «weisse Schweizer» gegenüber «Fremden» überlegen fühlen, hat auch hier bei uns Tradition und ist tief in unseren Strukturen verankert.

Gianni D'Amato

Bild: watson

Zur Person:

In der Schweiz als Sohn italienischer Einwanderer geboren und aufgewachsen, bekam Gianni D’Amato die Überfremdungsängste und Ressentiments gegenüber Italienern in der Schweiz hautnah mit. «Im Kindesalter sagte mir ein Freund, er könne nicht mehr mit mir spielen, weil er nicht wolle, dass sein Vater arbeitslos werde», sagt D'Amato. Heute ist er Professor für Migration und Staatsbürgerschaftsstudien an der Universität Neuenburg.

Wie?
Struktureller Rassismus gibt es ja nicht nur gegenüber schwarzen Menschen. Die Schweiz hat eine lange Geschichte der Einwanderung unterschiedlicher Gruppierungen. Antisemitismus oder Antiziganismus waren bereits im 19. Jahrhundert weit verbreitet und in den Schweizer Institutionen verfestigt. Die Schweizer Verfassung galt bis in die 1870er-Jahren ausschliesslich für Christen. 1893 wurde per Volksinitiative ein Schächtverbot eingeführt, was als klare antisemitische Aktion zu verstehen war.

Was uns zu James Schwarzenbach führt, der es 1970 schaffte, die fremdenfeindlichen Ressentiments von Schweizerinnen und Schweizern in einem gemeinsamen Feindbild zu bündeln: den italienischen Gastarbeitern. Warum war die Politik Schwarzenbachs so erfolgreich?
Schwarzenbach hat immer von einem «einzigartigen Patrimonium» gesprochen. Die Schweiz als Abstammungsgemeinschaft, mit seiner direkten Demokratie, den Landschaften, die Verfassung, die muss bewahrt werden vor den Leuten oder vor Entwicklungen, die von aussen kommen und alles in Gefahr bringen. Das Fremde muss abgewehrt werden.

«Das neue Gesetz festigte die Ideologie der ‹Überfremdung› auf Bundesebene.»

Warum diese Angst vor dem Fremden?
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff der «Rasse» durch denjenigen der «Kultur» ersetzt. So wurde der Neorassimus eingeläutet oder der kulturell orientierte Rassismus. Die Kultur einer Gruppe wurde quasi als Programm gesehen, wonach gelebt und auf das letztlich das Verhalten determiniert wird. Es hiess: «Die haben eine andere Kultur, darum passen wir nicht zusammen.» Einwanderinnen und Einwanderer galten mit ihrer fremden Kultur als nicht assimilierbar.

Schwarzenbach sprach von Überfremdung.
Der Begriff der «Überfremdung» wurde lange vor Schwarzenbach etabliert, am Ende des 19. Jahrhunderts. 1931 trat das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer, kurz Anag, in Kraft mit dem ausdrücklichen Ziel, die «Überfremdung» zu verhindern. Mit der Schaffung des Saisonnierstatuts sollte dafür gesorgt werden, dass ausländische Arbeitskräfte nach Bedarf schnell wieder abgeschoben werden konnten. So sollte verhindert werden, dass sie sich längerfristig in der Schweiz niederliessen oder gar ihre Familien nachziehen und ein Prozess der Integration hätte stattfinden können. Das neue Gesetz festigte die Ideologie der «Überfremdung» auf Bundesebene.

Das Gesetz hielt die Gastarbeiter nicht davon ab, in die Schweiz zu kommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Europa in Trümmern. Die Schweiz und ihre Industrie war intakt geblieben, die Wirtschaft boomte. Die Schweiz war auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. 1950 lebten 140'000 Italiener in der Schweiz. Zehn Jahre später waren es 346'000 und 1970 rund 600'000.

Die Arbeitslosigkeit war tief und die Wirtschaft florierte als Schwarzenbach seine Überfremdungs-Initiative aufs Tapet brachte. Warum konnte seine Politik so gut gedeihen?
Schwarzenbach war nicht der erste, der das aufs Tapet brachte. Schon in den 50er-Jahren problematisierten die Gewerkschaften und die Sozialdemokraten den Zustrom an ausländischen Arbeitskräften. Viele übernahmen den Überfremdungs-Duktus, sprachen von der «Vermehrung ausländischer Arbeitskräfte». Sie befürchteten die Italienerinnen und Italiener drückten das Lohnniveau und erwarteten eine Überhitzung der Wirtschaft. Die Gewerkschaften trauten dem Boom nicht, Ängste einer Inflationsspirale kamen auf. Sie dachten, irgendwann kommt die Krise und dann sind all diese Leute im Land.

ARCHIV --- DIE SCHWEIZ HOLTE IN DEN JAHRZEHNTEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG VIELE ARBEITERINNEN UND ARBEITER AUS DEN SUEDEUROPÄISCHEN LAENDERN INS LAND UM DEN ARBEITSKRAEFTEMANGEL IN DER INDUSTRIE, DER LANDWIRTSCHAFT UND AUF DEM BAU ZU BEHEBEN. DAZU STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG   --- Rund 2000 italienische Saisonarbeiter und Jahresaufenthalter demonstrieren am Sonntag, den 29. November 1970 in Bern, um gegen den jetzigen Status der Saisonarbeiter zu protestieren. Die Kundgebung steht im Zusammenhang mit den kurz bevorstehenden Verhandlungen zwischen Italien und der Schweiz ueber das Auswanderungsabkommen. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Str )

Italienische Gastarbeiter demonstrieren 1970 gegen den Saisonnierstatus in Bern. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Aber vorerst kam die Krise nicht.
Dafür aber ein entscheidender politischer Beschluss. In den 60er-Jahren wurden die bilateralen Verträge mit Italien neu verhandelt. Kritik aus dem Nachbarsland wurde laut, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Gastarbeiter unterirdisch seien. Bei einem Besuch des italienischen Arbeitsministers in der Schweiz, beklagte er dies in aller Öffentlichkeit, was als grosser Affront galt. Die Debatte war lanciert. 1964 unterzeichneten Italien und die Schweiz ein Abkommen, das die Situation von italienischen Arbeitnehmern erheblich verbesserte. Künftig konnten sie nach fünf Jahren als Saisonnier eine Jahresaufenthaltsbewilligung beantragen. Aber das wichtigste war: Die Gastarbeiter durften fortan die Ehefrau und minderjährige Kinder in die Schweiz nachziehen. Das hiess, dass die Italienerinnen und Italiener nicht in ihr Land zurück gingen, sondern dass sie blieben und ihre Familien mitbrachten.

Was passierte dann?
Das war eine Signalwirkung für James Schwarzenbach und seine rechtsextreme Nationale Aktion. Er nahm den Vorschlag der Überfremdungs-Initiative der Demokratischen Partei des Kantons Zürichs wieder auf, die bereits 1965 eingereicht, aber wieder zurückgezogen wurde. Er forderte, der Ausländeranteil sollte auf zehn Prozent beschränkt werden, was damals zur Folge gehabt hätte, dass auf einen Schlag 300'000 Personen hätten ausgewiesen werden müssen.

«Die Schwarzenbach-Initiative vor fünfzig Jahren war ein gesellschaftliches Ventil zum Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.»

Schwarzenbach erkannte also das Potenzial dieser Debatte?
Ja, zu dieser Zeit funktionierte der Diskurs der «Überfremdung» sehr gut. Dank der direkten Demokratie konnte Schwarzenbach nach dem «Try and Error»-Prinzip schauen, was funktioniert und was nicht. Einen ersten Versuch unternahm wenige Jahre vor ihm bereits die Demokratische Partei des Kantons Zürichs. Sie reichte 1965 eine erste Überfremdungs-Initiative ein, zog sie dann aber wieder zurück, bevor es zur Abstimmung kam. Schwarzenbach hatte mehr Erfolg. Er wurde bis tief in die Linke hinein unterstützt und scheiterte schliesslich am 7. Juni 1970 nur sehr knapp an der Urne. 46 Prozent der Stimmberechtigten, damals nur Männer, sagten Ja, in acht Kantonen erreichte die Initiative eine Mehrheit.

Für die Italienerinnen und Italiener waren das traumatische Jahre. Wie erlebten sie diese Zeit?
Die Schwarzenbach-Initiative vor fünfzig Jahren war ein gesellschaftliches Ventil zum Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Was das für die Italienerinnen und Italiener bedeutete, zeigt der Film «Braccia si, uomini no» (Arbeitskräfte ja, Menschen nein) von Peter Ammann und René Burri eindrücklich. Die Leute standen damals offen zu ihren xenophoben Einstellungen. Mitten in Zürich wurden Ausländerinnen und Ausländer angefeindet. Die Stimmung war überhitzt.

Schwarzenbach war der Erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Migration zum Mittelpunkt seiner Politik machte. Warum er, warum in der Schweiz?
Während dem Zweiten Weltkrieg mussten sich die Länder nicht nur materiell und militärisch, sondern auch geistig verteidigen. Dazu gehörte, herauszufinden, wer man war und zu definieren, was dazugehörte und was nicht. Dieses wirkte auch in der nachfolgenden Konjunktur. Nebst der Schweiz gab es nur ein Land, wo ebenfalls die Überfremdungs-Debatte ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist: England. Enoch Powell, der damalige Gesundheitsminister, thematisierte die Überfremdung von England in flammenden Reden und zielte auf die Einwanderer aus den britischen Kolonien.

Was war die Gemeinsamkeit von England und der Schweiz?
Interessanterweise sind es zwei liberale Staaten, die während des Zweiten Weltkriegs nicht von Nazideutschland besetzt wurden. England war natürlich schwer angeschlagen wegen der Bombardements, während die Schweiz aufgrund der Neutralität und ihrer ambivalenten Rolle bedeutend weniger Schaden genommen hat. Beide Länder hatten ein Freiheitsbild und Demokratieverständnis, das eigentlich alles Denken und Meinen erlaubte. Was ein wichtiges und starkes Element in einer Demokratie ist, kann aber auch in eine andere Richtung schlagen. Darum wurde in den 60er-Jahren das Bild von den Fremden, die nicht dazugehören, aktiviert und ohne Hemmungen thematisiert. Das wäre in Ländern, wo kurz vorher noch der Faschismus grassierte, so nicht möglich gewesen. Da war das Tabu grösser.

ARCHIV --- DIE SCHWEIZ HOLTE IN DEN JAHRZEHNTEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG VIELE ARBEITERINNEN UND ARBEITER AUS DEN SUEDEUROPÄISCHEN LAENDERN INS LAND UM DEN ARBEITSKRAEFTEMANGEL IN DER INDUSTRIE, DER LANDWIRTSCHAFT UND AUF DEM BAU ZU BEHEBEN. DAZU STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Factory workers from Italy at work on the filling machine, pictured on August 8, 1966 at the canning-factory Hero in Frauenfeld in the canton of Thurgau, Switzerland. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Str)

Fabrikarbeiterinnen aus Italien waehrend ihrer Taetigkeit an der Abfuellmaschine fuer Erbsen, aufgenommen in der Konservenfabrik Hero in Frauenfeld am 8. August 1966. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Str)

Italienische Arbeiterinnen 1966 an der Erbsenabfüllmaschine in der Konservenfabrik in Frauenfeld. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Schwarzenbach versuchte es 1974 erneut mit einer Überfremdungs-Initiative und scheiterte. Auch die weiteren Vorstösse zum Thema erhielten an der Urne eine Absage. So in den Jahren 1977, 1984, 1988, 1996 und 2000. Funktionierte die Überfremdungs-Debatte plötzlich nicht mehr?
In den 70er-Jahren kam es zur Ölkrise und erfasste auch die Schweiz. Die Debatte verlagerte sich, die Menschen hatten plötzlich andere Sorgen. Es ging um die Sicherung der Arbeitsplätze und um soziale Absicherungen. Die Migration war im Vergleich nicht mehr so wichtig. Vor allem auch, weil innerhalb kurzer Zeit viele ausländische Arbeitskräfte die Schweiz verliessen. Weil sie ihren Job verloren, verloren sie auch ihre Niederlassung. In vier Jahren sank die Zahl der Gastarbeiter um 300'000 – die Schweiz exportierte damit sozusagen ihre Arbeitslosigkeit. Erst Christoph Blocher gelang es in den 90er-Jahren, das Thema wieder erfolgreich zu beleben, indem er es auf die Asylfrage adaptierte.

«Ich denke, hätte es Schwarzenbach nicht gegeben, so hätte es jemand anderes gegeben, der das Thema aufgenommen und populär gemacht hätte.»

2014 gelang Blocher das, woran Schwarzenbach 1970 scheiterte: Die Masseneinwanderungsinitiative wurde an der Urne mit einer hauchdünnen Mehrheit angenommen. Warum hatte Blocher Erfolg?
Dafür gibt es viele Gründe, ein wichtiger ist die politische, anthropologische Verschiebung im Tessin. Bis in die 70er-Jahre war das Tessin ein liberaler Kanton was Migrationsthemen anbelangt. Man wehrte sich gegen Überfremdungs-Reflexe und schmetterte auch die Schwarzenbach-Initiative ab. Doch dann veränderte sich das Verhältnis der Tessiner zu den Italienern und zur übrigen Schweiz. Die Nordlombardische Region mit der Mailänder Metropole erstarkte und wurde immer dynamischer. Plötzlich fühlten sich die Tessiner marginalisiert, sowohl von der Deutschschweiz, wie auch von der Lombardei aus. Das spielte auch politisch eine grosse Rolle. 2014 ging es nicht nur um die Einwanderung, sondern auch um die rasante Entwicklung der Technologien, um Dichtestress, Europa. Es ist das Gesamtpaket das gezogen hat – vor allem auch im Tessin.

Schwarzenbach hat der fremdenfeindlichen Politik in der Schweiz den Weg geebnet. Blochers Erfolg, der Aufstieg der SVP und die Schweiz als Vorbild für den Rechtspopulismus in Europa – all das wird als Erbe von Schwarzenbachs Politik gesehen. Wäre die Schweiz ohne Schwarzenbach heute eine andere?
Eine schwierige Frage. Ich denke, hätte es Schwarzenbach nicht gegeben, so hätte es jemand anderes gegeben, der das Thema aufgenommen und populär gemacht hätte. Letztlich sind es die institutionellen Strukturen der Schweiz, die dies schon damals erleichtert hätten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • The oder ich 08.06.2020 11:06
    Highlight Highlight Herr Schwarzenbach und Herr Blocher hatten ja etwas gemeinsam: viel Geld und den Willen, dieses für ihre Ausgrenzungsideen einzusetzen. Das "missing link" der beiden ist ja der Herr Schlüer.


    Wenigstens ist Herr Blocher dank der Gnade der späten Geburt nicht auch noch Frontist gewesen.
  • gurgelipeter 08.06.2020 11:03
    Highlight Highlight Pro Tag wird in der Schweiz eine Fläche von 7 Fussballfeldern zugebaut. Die Bevölkerung ist allein in den letzten 15 Jahren um ca. 1.5 Millionen gewachsen. Es interessiert mich nicht, ob Schweizer oder Ausländer dazu kommen. Hätten wir einen so hohen Geburtenüberschuss im Inland rein hypothetisch nur durch CH Frauen, müsste ebenfalls diskutiert werden, ob diese Entwicklung nachhaltig ist. Nur explodieren die Zahlen derzeit jedoch primär wegen der Zuwanderung. Immer noch mehr von allem und den Hals nicht mehr voll kriegen. Ich kanns nicht vertreten.
    • Ludwig van 08.06.2020 14:32
      Highlight Highlight Die Bevölkerung wird schnell wieder sinken sobald die Babyboomer wegsterben. Die Geburtenrate ist in der Schweiz sehr tief aber momentan wirkt sich das noch nicht auf die Statistik aus weil die geburtenstarken Jahrgänge noch leben.
  • Ludwig van 08.06.2020 10:06
    Highlight Highlight Ich hoffe dass ich das Argument mit den vollen Zügen nie mehr hören muss. Schuld an der gestiegenen Nachfrage sind nicht die Ausländer sondern der Pendlerverkehr. Und wenn die Züge voll sind, dann gibt es eine einfache und brilliante Lösung: Mehr Verbindungen! Dadurch nicht nur wieder genug Platz, es steigt sogar die Qualität des ÖV, weil ich flexibler bin und weniger lange auf einen Zug warten muss.
  • Notabik 08.06.2020 08:29
    Highlight Highlight Man muss dieses Thema kontrovers diskutieren, ohne aber dabei die Fakten aus den Augen zu verlieren: In unserem Land leben heute über 200 Menschen auf einem einzigen Quadratkilometer. Das bedeutet ein enormer Bevölkerungsdruck auf unsere Umwelt. Aber das thematisiert irgendwie niemand. Manchmal fühle ich mich in einer Gesinnungsdiktatur, in welcher man die masslose Zuwanderung nicht hinterfragen darf.
    • Ludwig van 08.06.2020 11:33
      Highlight Highlight Bevölkerungsdichte hat keinen Einfluss auf die Umwelt. Unsere Umwelt ist sehr sauber, das grösste Problem für die Gewässer sind noch die Pestizide aus der Landwirtschaft.
  • Vintage 08.06.2020 07:52
    Highlight Highlight Ich war damals 6 Jahre alt. Ich kann mich erinnern, dass meine Eltern grosse Ängste ausstanden. Sie rechneten stark damit nach Italien abgeschoben zu werden.
  • Schneider Alex 08.06.2020 05:35
    Highlight Highlight „Die Mainstream-Medien waren damals und bis heute Partei und führten mit allen Offiziellen des Landes – Gewerkschaften, Wirtschaftsverbänden, Kirchenvertretern, Parteien, den kant. und eidg. Behörden – einen leidenschaftlichen Kampf gegen die Initiative. Für die Nachgeborenen mag James Schwarzenbach heute als plumper Ausländerfeind erscheinen. Mit Hilfe der direkten Demokratie erzwang er aber eine Kurskorrektur in der Einwanderungspolitik – sein historischer Verdienst.“(altNR B. Hess in PIKOM INFO 2/20)
    • Silphium 08.06.2020 15:56
      Highlight Highlight "Für die Nachgeborenen mag James Schwarzenbach heute als plumper Ausländerfeind erscheinen."

      Eher ein glühender Antisemit und Nazi-Verehrer, immerhin engagierte er sich aktiv in der Frontenbewegung, die den Nationalsozialisten in DE bzw. den Faschisten in Italien nahestand. "Harus!" als Gruss innerhalb der Bewegung, heute der Titel der PNOS-Zeitschrift. In den 70ern war solches Gedankengut nicht mehr so gefragt nach den Geschehnissen während des zweiten Weltkriegs. Darum hat er sich dann andere Ziele gesucht...
  • John Henry Eden 08.06.2020 03:07
    Highlight Highlight Ich stimme jeder Initiative zu, die laut Gegnern zu weniger Wirtschaftswachstum führt. Seit Jahrzehnten profitieren nur noch die Reichen von diesem Wachstum. Ihre Vermögen wachsen und wachsen.

    Der Mittelstand hat hingegen weniger Geld zur Verfügung als in den 80ern. Aber dafür viel mehr Stress "dank" Wohnungsnot, vollen ÖV, Jugendwahn und Konkurrenzdruck in der Arbeitswelt etc.

    Zudem wäre mit einer Schweiz mit sechs Millionen Einwohnern lieber als eine mit zehn.
    • Ludwig van 08.06.2020 10:31
      Highlight Highlight Achtung! Wenn die Wirtschaft am Boden liegt, dann ist auch der Staat irgendwann dermassen pleite dass er deine Sozialhilfe nicht mehr zahlen kann.

      Wenn die Wirtschaft zerstört ist hat der Mittelstand noch viel mehr Stress und Konkurrenzdruck.

      Und die Bevölkerungszahl wird bald wieder sinken sobald die Babyboomer wegsterben.
    • Ludwig van 08.06.2020 10:55
      Highlight Highlight Und wenn der ÖV voll ist, dann braucht es eben mehr ÖV. Bei Wohnungsnot braucht es mehr Wohnungen in den Städten. Aber um das finanzieren zu können, braucht es eine starke Wirtschaft. Du siehst den Fehler in deiner Logik :D
    • Liselote Meier 08.06.2020 12:37
      Highlight Highlight @Ludwig; Ja und Nein. Bei gleichbleibender ökonomischen Form, ist dein Gegenargument zutreffend.

      Bei einer Formveränderung sprich hin zu einer geplanteren, bedarfsorientierter Ökonomie, wo der Mehrwehrt nicht in privaten Taschen sondern in die Firmen bleiben würden zwecks qualitativem Wachstum, Forschung etc. würde das sehr wohl gehen, weg vom quantitativen Wachstum in der Schweiz, welches es schlicht nicht mehr braucht.

      Quantitatives Wachstum braucht es in Afrika bis zu einem gewissen Punkt bis man es dort auch auf Qualität ändern kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PC Principal 07.06.2020 22:26
    Highlight Highlight Ich freue mich schon auf ein krachendes Scheitern der Begrenzungsinitiative :D Die SVP hat seit 6 Jahren nur noch verloren.
    • PC Principal 07.06.2020 22:58
      Highlight Highlight Und sobald der SVP-Unsinn gebodigt ist gehts gleich weiter: Dann muss die Anti-Konzern-Initiative niedergemacht werden 😀🤘
  • Kanischti 07.06.2020 18:18
    Highlight Highlight Ich unterstütze die Begrenzungsinitiative.
    Bin ich nun fremdenfeindlich oder gar ein Rassist?
    Was will mir dieser Professor unterjubeln?
    • AF27 07.06.2020 19:28
      Highlight Highlight Ja bist du.
    • grünerantifaschist #blm 07.06.2020 20:18
      Highlight Highlight Natürlich oder was sagst du zu deiner verteidigung? Ich wär eher für eine wirtschaftswachstumsbegrenzungsinitiative oder reiche wirtschatszuzügerbegrenzungsinitiavie
    • Quo Vadis 08.06.2020 10:04
      Highlight Highlight #blmm "Ich wär eher für eine wirtschaftswachstumsbegrenzungsinitiative oder reiche wirtschatszuzügerbegrenzungsinitiavie"

      Deinen grünen Sozialstaat kannst du dann aber vergessen.. wenn keine Blings reinkommen, können auch keine Blings mehr verteilt werden.
  • Quacksalber 07.06.2020 17:54
    Highlight Highlight Es gibt da einen scharfen Unterschied zu damals: diesmal gehts auch um die PFZ die für die Schweizerinnen und Schweizer in der EU gilt.
  • landre 07.06.2020 16:24
    Highlight Highlight Auszug des Initiativtext bzw der vorgeschlagenen Änderungen in unserer Bundesverfassung 27.09.2020; Art. 121b, Abs. 2:

    "Es dürfen keine neuen völkerrechtlichen Verträge abgeschlossen und keine anderen neuen völkerrechtlichen Verpflichtungen eingegangen werden, welche ausländischen Staatsangehörigen eine Personenfreizügigkeit gewähren."

    Solch ein juristischer Grundsatz bzw angestrebte Politik verkörpert aber keine souveräne "Steuerung", folglich haltbare "Begrenzung" von etwas, sondern ist nichts anderes als eine "bedingungslose und zeitlose Blockade".

    Sowas ist doch unserer BV unwürdig...
    • landre 07.06.2020 17:13
      Highlight Highlight @Blitzer-innen

      Dass Wir als Schweiz ein Problem bzw eine dringende Baustelle bezüglich hyper beschleunigte Zuwanderung haben, ist offensichtlich...

      Warum aber so aggressiv und vor allem pauschal blockierend in unsere BV eindringen?

      Und warum wurde damals in Folge der effektiv höchst fragwürdigen Umsetzung der "MEI" kein Referendum herbeigezogen?
    • Ein einsamer Holländer 07.06.2020 19:54
      Highlight Highlight Es war unfair die Initiative nicht umzusetzen. Das Referendum hätte nichts gebracht. Die breite und medienbeherrschende Gegnerschaft hatte sich soweit in Position gebrach, dass dieses wohl nicht zu gewinnen war. Zudem, Referendum gegen was? man wäre bei gewonnenem Ref. ja wieder am selben Ort gewesen. Vor einer erfolgreicher Initiative, die aber nicht umgesetzt wird.
    • Truth Bot 08.06.2020 08:56
      Highlight Highlight Die SVP wollte kein Referendum, weil sie die Volksabstimmung verloren hätte. Die "Medienbeherrschende Gegnershaft" ist ein Märchen. Die SVP hat genügend Möglichkeiten ihre Anliegen breitzutreten. Schon bevor Blocher diverse Medienschaffende kaufte, hatte die SVP wohl die grösste Medienpräsenz aller Parteien. Dass sie dabei nicht immer gut wegkamen, dafür sorgen ihre Mitglieder mit fragwürdigen Aussagen selbst. Die Initiative wurde so weit umgesetzt wie möglich ohne die Bilateralen zu kündigen. Die Verwässerung ist Teil des politischen Prozesses und passiert auch mit anderen Initiativen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Merida 07.06.2020 15:26
    Highlight Highlight Deborah Feldmann zitiert in ihrem Buch "Überbitten" Gregor von Rezzori, Denkwürdigkeiten eines Antisemiten, Rimbaud, Aachen, 2014
    Benutzer Bild
    • Ein einsamer Holländer 07.06.2020 15:44
      Highlight Highlight Und was diese Deborah Feldmann sagt, ist so wichtig, dass man dem gleich soviel Patz einräumen muss?
    • Dani S 07.06.2020 15:54
      Highlight Highlight Aha.
      Dann kann sich der Polizist in Minneapolis also auf sein Immunsystem berufen, das nicht funktioniert hat, als er George Floyd erstickte?
      Das ist doch dämlich!

      Wir hegen alle Zuneigungen und Abneigungen, wir sollten nur lernen, diese immer wieder zu hinterfragen!
    • Merida 07.06.2020 17:11
      Highlight Highlight In diesem Fall meint Rezzori, dass man sein "Immunsystem" selber steuern kann...
    Weitere Antworten anzeigen
  • OlafDerWeise 07.06.2020 15:05
    Highlight Highlight Ich glaube vielen Leuten geht es weder um Überfremdung - noch um ein Gefühl der Überlegenheit gegnüb. anderen Menschen. Es geht primär um die schwindende Lebensqualität. Die CH besitzt schon heute - unter Abzug von Gewässer etc. - nach den Niederlanden die grösste Bevölkerungsdichte Europas. Die Autobahnen sind jeden Morgen verstopft, Züge übervoll. Pro Sek. verschwinden in der CH bis zu 0.86m2 Grünfläche - dies entspricht pro Jahr 3780 Fussballfelder. Zuwanderung erhöht die Bodenpreise - Hauptprofiteure sind die Vermögenden - nicht die einfachachen Bürger - BIP-ProKopf steigt nicht.
    • Hamudi Dudi 07.06.2020 15:16
      Highlight Highlight Entschuldige, aber Du verbreitest hier Falschinformationen. Die Schweiz hat nicht nach den Niederlanden die höchste Bevölkerungsdichte Europas.
    • OlafDerWeise 07.06.2020 15:36
      Highlight Highlight Doch - die Bevölkerungszahl muss ins Verhältnis der tatsächlich besiedelbaren Fläche gesetzt werden.
    • sottosopra 07.06.2020 19:16
      Highlight Highlight Momol, daher hat es in Städten ja immer am meisten SVP-Wähler und Rassisten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • B-Arche 07.06.2020 14:52
    Highlight Highlight «Im Kindesalter sagte mir ein Freund, er könne nicht mehr mit mir spielen, weil er nicht wolle, dass sein Vater arbeitslos werde»

    Tönt nach SVP von heute. Mit der "Begrenzungsinitiative" die eigentlich Kündigungsinitiative ist wird exakt dieses Sentiment wieder hoffähig gemacht. Es wird hässlich werden bis Ende September.

    Man will wohl dafür sorgen dass Ausländer von selbst gehen. Nichts anderes steckt dahinter.
  • du_bist_du 07.06.2020 14:16
    Highlight Highlight Bei jedem Interview, in jedem Artikel bislang.
    Bitte, bringt doch endlich Definitionen.
    Ist es Rassismus gegen das Schächten zu sein? Gegen Migrationsströme? Oder erst wenn die fremdländischen Nachbarn terrorisiert werden?
    Ist es Rassismus wenn man gegen alle Religionen ist? Usw...
    Nirgends Definitionen, jeder pickt sich raus was er will.
    Inwieweit sind Gedanken in Ordnung?
    Blickkontakt, wo beginnt ein abwertender Blick?
    Zusammenleben braucht Richtlinien, egal in welche Richtung. Ihr redet seit zwei Wochen über Veränderung, Definitionen nicht vorhanden.
    • Bruno Wüthrich 07.06.2020 14:58
      Highlight Highlight Der Punkt ist, dass nicht Watson diese Richtlinien machen kann. Genauso wie auch nicht eine Gruppe von Frauen Richtlinien machen kann, wie denn die Männer zu sein haben.

      Es wird immer Interpretationsspielraum geben müssen, weil in solchen Dingen nie Einigkeit herrschen wird, und sich zudem die Welt immer weiter dreht.

      Alles ist immer der Veränderung unterworfen. Es kann bereits morgen wieder alles anders sein.
      Das Dumme ist nur, dass die meisten Menschen immer denken, dass das, was sie für richtig halten, automatisch für alle gelten muss. Dabei interessiert sie die Meinung der Anderen kaum.
    • B-Arche 07.06.2020 15:11
      Highlight Highlight Meine Erfahrungen 2012ff:

      "Wann gehen Sie wieder nach Deutschland? Wie lange bleiben Sie?"
      "Es hätte zuviele Dütsche im Land"
      Ständiger Blickkontakt wenn man Alemannisch ins Telefon sprach. Das Nichtsprechen von Schweizerdeutsch war sofort die Abgrenzung. Kritischer Blick, ständiges Anstarren als ob man die eingeschworene Eidgenossenschaft vor mir schützen müsste.
      In der Beiz abends absichtliches Wegsetzen nachdem man merkte dass ich Deutscher war (und man sich zuvor zu mir gesetzt hatte).
      Absichtliches Vollrauchen in mein Gesicht "Du bist Ausländer, wir bestimmen hier über Dich!".
    • du_bist_du 07.06.2020 15:19
      Highlight Highlight @Bruno Wüthrich
      Besten Dank für Ihre Einwände.
      Sie mögen recht haben.
      Selbstverständlich ist es nicht an den Medien Gesetze zu schreiben. Ich erwarte jedoch mehr investigatives, mehr hinterfragendes, konstruktives und vor allem klärendes.

      Man legt auch keine Brände mit der Begründung, man bezahlt Steuern für die Feuerwehr und die solen sich kümmern.

      Aber ich gebe ihnen, aus meiner Sicht, ansonsten recht. Danke.
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  • NumeIch 07.06.2020 14:14
    Highlight Highlight Wor sollten uns die Sesamstrasse zum Vorbild nehmen. So dass es in der Schweiz hoffentlich bald nur noch Sesamstrassen gibt.

    https://twitter.com/cnn/status/1269270231383449601?s=21

  • De-Saint-Ex 07.06.2020 14:11
    Highlight Highlight Ich erinnere mich (leider) noch sehr genau an jene Zeit... war damals in der Primarschule. Da ich nicht sonderlich mitteleuropäisch aussehe, kriegte auch ich Sachen zu hören wie „Sau-Tschingg, gang heim“... und das aus dem Munde von Kindern, die es wohl am Mittagstisch zuhause aufgeschnappt hatten.
    Teilweise frage ich mich schon, ob solches Gebaren einfach Teil des „menschlichen“ (niedrigen) Instinktes ist, dass man es offenbar nicht wegkriegt?
    Rassismus (um bei diesem Begriff zu bleiben) findet man leider überall auf der Welt. Leider wird er erst noch immer wieder aufs neue befeuert.
  • pop_eye 07.06.2020 13:59
    Highlight Highlight Sehr guter Bericht und ein Thema, dass sogar den liberalsten Eidgenossen wie ein Kloss im Hals zuwider ist.

    Als Secondo (ital. Einwanderer in den späten 60ern) habe ich während meiner Schulzeit so einiges mitgemacht und als "Schiss-Tschingg" zu hören bekommen. Ab und an auch heute noch.

    Die Thematik ist heute genauso aktuell wie damals. Geändert hat sich leider nicht viel. Insbesondere die Blocherfraktion in der SVP zündet das Feuer mit ungeheuetlichen Halbwahrheiten, wie damals James Schwarzenbach, immer wieder von neuem an. Die Ignoranz ist in der CH ist leider noch weit verbreitet.
    • Ein einsamer Holländer 07.06.2020 14:46
      Highlight Highlight Die heutige Zeit mit zahllosen Migranten und Asylanten aus zT. sehr anderen Kulturen, lässt sich nicht mit damals vergleichen, wo viele Italiener tatsächlich unter Fremdenfeindlichkeit zu leiden hatte.
      Die Migranten von heute haben es besser, passen sich weniger an und haben zT. eine Erwartungshaltung ans neue "Gastland".
    • pop_eye 07.06.2020 15:55
      Highlight Highlight Ja stimmt ...
      Darf ein Gastarbeiter keine Erwartungshaltung haben ... als Gast? Er bezahlt schlussendlich in unser System ein wie jeder CHler auch. Was heisst für Sie anpassen? Immer wieder hört man, dass sich Gastarbeiter nicht anpassen. Auch die "Tschinggen" galten immer als nicht anpassungsfähig. Idem Spanier, Tamilen, Yugoslaven etc. Es ist immer die gleiche Mär, schlicht und einfach Inhaltslos, da es das einfachste ist, sich mit diesem Nonsens-Argument zu rechtfertigen.
      Wenn es den Migranten heute besser geht, ist es einzig und allein den mittlerweilen vielen Secondos und Terzos zu verdanken.
    • Samurai Gra 07.06.2020 16:03
      Highlight Highlight @ja, stimmt: Ist das so?
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  • Lumpirr01 07.06.2020 13:46
    Highlight Highlight Ich habe es als Lehrling in dieser Zeit wie folgt erlebt:

    Plötzlich waren da so viele dunkelhaarige junge Männer, die sich am Samstag und Sonntag als Gruppen am Bahnhof versammelten und deren Sprache kein Einheimischer verstand. Ich erinnere mich, wie speziell den Blondinen nachgepfiffen wurde. Bei vielen Leuten entstand mit der Zeit durch dieses Wachstum eine Verunsicherung und ein mulmiges Gefühl. Würde ich in dieser Phase noch nicht als Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit bezeichnen.
    NB: Ferien der Einheimischen im Süden waren damals nach ausgedehnten Staus am Gotthardpass noch selten.
    • c_meier 07.06.2020 14:51
      Highlight Highlight "Plötzlich waren da so viele dunkelhaarige junge Männer, die sich am Samstag und Sonntag als Gruppen am Bahnhof versammelten und deren Sprache kein Einheimischer verstand."
      könnte auch 2020 sein... 😉
    • Vecchia 07.06.2020 14:57
      Highlight Highlight "Ich erinnere mich, wie speziell den Blondinen nachgepfiffen wurde."

      Daran waren wir Landeier schuld. ;-)
      Ich gebe es jetzt zu. In den 70ern genossen wir Teeniemädchen durchaus, wenn uns einer der jungen Bauarbeiter mit schwarzen Locken, meist braungebrannt und "oben ohne", anerkennend nachgepfiffen hat (Es blieb beim Pfeifen). Dazu spazierten wir auch extra an der Baustelle vorbei. Dieser Anblick wurde ja auch später noch zu Werbezwecken genutzt.

      Keine Ahnung wieso, aber Latinos vermochten zu faszinieren. Womöglich ärgert gerade das die braven Herren und ihr dressierten Hausfrauen.
    • Shabaqa 07.06.2020 15:49
      Highlight Highlight Fürs Rumstehen am Bahnhof gibts eine einfache Erklärung. Die Italiener haben die Piazza gesucht und nicht gefunden, also standen sie auf den Bahnhofsplatz. Schweizer empfanden dies als Herumlungern. Die Italiener waren es sich so gewohnt und bekämpften so auch ihr Heimweh.
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  • Jeremy Liquidpsy 07.06.2020 13:26
    Highlight Highlight Meine Grosseltern sind noch heute extrem rassistisch und sie stehen auch dazu :/ ich habe schon stundenlang mit ihnen disskutiert aber es bringt einfach nichts. Sie haben ihr ganzes leben lang noch nie eine gute erfahrung gehabt mit schwarzen.. immerhin sind sie einigermassen offen für mein kollegen..
    • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 13:39
      Highlight Highlight Man sagt, dass einem das negative, das man anderen im Leben antut, irgendwann einholt. Wir haben Corona und da trifft es eher alte Menschen sehr schlimm. Und am Wochende haben sich tausende in Zürich, Basel, Bern zu Demonstrationen gegen den Rassismus getroffen.
    • du_bist_du 07.06.2020 14:07
      Highlight Highlight @Stefan
      Ihr Kommentar empfinde ich als äusserst primitiv.
      In einigen Ihrer Kommentare spüre ich negative Emotionen Ihrerseits. Ich weiss nicht ob das zielführend ist.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 14:27
      Highlight Highlight @du. Keine Ahnung, was genau Sie mit primitiv meinen. Aber warum unterstellen Sie dieses Attribut nicht den Grosseltern von Jeremy?

      Keine Ahnung was Sie mit negativen Emotionen meinen. Haben Sie denn negative Emotionen und wenn ja, welche und wie gehen Sie damit um. Ich bin ein guter Zuhörer.
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  • homo sapiens melior 07.06.2020 13:17
    Highlight Highlight Einer seiner übelsten Gesinnungsgenossen lebt noch und politisiert für die SVP Zürich. Sein Wiki-Eintrag ist erschreckend.

    Ulrich Schlüer
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Schl%C3%BCer
    • Silent_Revolution 07.06.2020 14:43
      Highlight Highlight Das erschreckendste daran, er war Lehrer....
  • Nausicaä 07.06.2020 13:17
    Highlight Highlight Eine Grosszahl der Menschen hat rassistische Reflexe, wenn es darum geht, dass sie ihren Wohlstand / und oder ihre Arbeit / ihre Kultur in Gefahr sehen.
    Vielleicht sollte man da ansetzen, den Reflex anerkennen und ihn von diesem Standpunkt aus bekämpfen und sich nicht in der Diskussion verlieren, wer zu welchem Zeitpunkt in der Weltgeschichte rassistischer war.


    Von den USA spreche ich hier nicht. Was die dort abziehen, hat Holocaust-Dimension und muss dringend aufgearbeitet werden.

    • Silent_Revolution 07.06.2020 14:51
      Highlight Highlight WID

      Natürlich ist die Geschichte der USA, von der Sklaverei über die Rassengesetze hin zu Jim Crow und der heutigen 3% Inhaftierungsrate, wo die Sklaverei noch immer weiter besteht vergleichbar mit dem Holocaust und ihre militärisch, imperialistischen Ansprüche sind jenen von Hitler ganz klar gleich zu setzen.

      Ich weiss, man hat uns in der Schule eingetrichtert, nichts darf je mit dem Holocaust verglichen werden. Man darf nur nie vergessen, wer die Geschichte geschrieben hat. Die Siegermacht / USA, die seinerzeit die Schwarzen nicht besser behandelt hat als Hitler die Juden.
    • Balabar 07.06.2020 16:05
      Highlight Highlight @Silent revolution: bisschen dünn das Eis, nicht? Sie dürfen schon mit dem Holocaust vergleichen, müssen aber damit rechnen, dass das als Unfug beurteilt wird. Meinungsfreiheit heisst nicht, dass es kein Widerspruch gibt - der dann auch noch plausibler ist (ist nicht von mir).
    • Silent_Revolution 07.06.2020 16:29
      Highlight Highlight Balabar

      Natürlich kann man eine andere Meinung als Unfug abtun. Eine argumentative Erläuterung wäre dennoch wünschenswert.

      Ich sehe in moralischer Hinsicht keinen Unterschied zwischen industrieller Vernichtung und industrieller Haltung von Menschen.

      Ein Leben in Gefangenschaft ist m.E sogar grausamer als der schnelle Tod.

      Es ist schlicht und einfach so, dass Afroamerikaner zu Zeiten Hitlers Herrschaft nicht mehr Rechte in den USA hatten, als die Juden in Deutschland.

      Es ist absurd, das eine als das ultimativ Böse zu bezeichnen und die anderen als Retter von Freiheit und Demokratie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hakuna!Matata 07.06.2020 13:12
    Highlight Highlight "In der Schweiz ist der Rassismus mit der Migrationspolitik und der Einstellung gegenüber Einwanderern verknüpft"
    Ich verstehe nicht was diese beiden Themen so direkt mit Rassismus zu tun haben. Vielleicht könnte man zu Beginn des Artikels erst die wichtigsten Begriffe anhand der Wissenschaft definieren. Solange sich die Migrationspolitik nicht gezielt z.B. gegen Schwarze oder Asiaten richtet hat das mit Rassismus nicht zu tun.
    Damit will ich auf keinen Fall Rassismus gut reden oder in der Schweiz verheimlichen. Den gibt es leider und das finde ich eine Schande. Wie überall wo es ihn gibt.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 13:31
      Highlight Highlight Rassismus behandelt Menschen nicht als Individuen, sondern als Angehörige einer Gruppe – und unterstellt, dass sich aus dieser Gruppenzugehörigkeit unveränderliche Eigenschaften oder Charakterzüge ableiten. Die eigene wird Gruppe als höherwertig begriffen.

      Klassischer, bio. Rassismus basiert auf einer wissenschaftlich längst überholten Einteilung der Menschheit in „Rassen“ nach äusseren Merkmalen wie Haut- und Haarfarbe.

      Auch deshalb versuchen Rechtsextreme seit den siebziger Jahren neue Begründungen für ihren Rassismus zu finden, in dem sie von "anderen Kulturen" oder "Ethnien" sprechen.
    • lilie 07.06.2020 13:33
      Highlight Highlight @Hakuna: Danke für den Hinweis. Es bräuchte wirklich dringend ein paar Begriffsdefinitionen.

      In der Schweiz werden Fremde im Allgemeinen mit einem gewissen Misstrauen beäugt. Das betrifft nicht nur "die" Italiener und "die" Ex-Jugoslawen, sondern auch Deutsche und Österreicher, von denen man noch viel schlechter behaupten kann, sie seien eine andere "Rasse" als die Schweizer.

      Ja, mehr noch, die Zürcher beklagen sich doch auch über die "fremden Fötzel" aus dem Aargau oder machen sich über Ostschweizer lustig. Und die Bündner fluchen laut über die "Unterländer".

      Da sollte man mal anfangen.
    • Martel 07.06.2020 15:11
      Highlight Highlight @Stefan: danke für die verständlichen Definitionen. Aber „darf“ man dann etwas gegen alle Muslime haben? Es ist ja ein freiwillig gewählter Glaube und nicht ein Atribut, dass mon von Geburt an hat und nichts über den Charakter/Verhalten aussagt (Hautfarbe, Nationalität). Wenn ich (rein hypothetisch) die islamischen Lehren schlecht fände, dürfte ich ja auch die Menschen ablehnen, die diesen Lehren freiwillig folgen? Ähnlich wie ein Linker SVPler blöd findet und vice-versa (vereinfacht gesagt).
  • Nachteule 07.06.2020 13:08
    Highlight Highlight Als ich 9 war bot mir 1970 ein fremder Italiener auf dem Schulweg 100 Fr. an, wenn ich mit ihm ginge. Es war die erste sexuelle Belästigung. Viele weitere folgten. Von Stalken bis versuchte Vergewaltigung. Laut meinen Tagebüchern waren fast 2/3 der Täter Italiener.
    Zum Glück machte mich das nicht fremdenfeindlich. Auch weil meine beste Freundin Italienerin war. Und auch heute habe ich italienische Freunde beider Geschlechter. Trotzdem mache ich um fremde Italiener erstmal vorsichtshalber einen Bogen. Zu oft haben sie mich traumatisiert.
    Blitzt mich ruhig nieder. Aber das sind Fakten.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 07.06.2020 13:38
      Highlight Highlight Es sind keine Fakten. Es sind allerhöchstens deine persönlichen Erlebnisse.
      Daraus kann man jedoch keinen größeren Zusammenhang extrapolieren.
      Es tut mir wahnsinnig leid, dass du diese Erlebnisse hattest.
      Bei den jedem Sexualdelikt, dass ich in meinem Bekanntenkreis mitbekommen habe, waren es ausschließlich Schweizer.
      Daraus kann man auch nicht extrapolieren dass die meisten Schweizer Sexualstraftäter sind.
    • Nachteule 07.06.2020 14:23
      Highlight Highlight Persönliche Erlebnisse sind auch Fakten. Extrapoliert habe ich nicht. Ich wollte zeigen, dass man nie alle Türen zuknallen darf. Ich hatte früher ebenso ausländische Freunde wie heute. Die such ich nach Charakter aus. Aber damals gab es mindestens in meinem Umfeld eine Häufung solcher Übergriffe aus der Richtung. Trotzdem waren die meisten nicht so.
      Beispiel: In den USA sind Rassisten meist weiss (A). Die meisten Weissen sind aber nicht rassistisch (B). Darf man wegen B nicht mehr über A sprechen?

      Natürlich sind Belästiger in der Schweizer Armee mehrheitlich Schweizer. Wär sehr seltsam sonst.
    • Silent_Revolution 07.06.2020 14:56
      Highlight Highlight "Zum Glück machte mich das nicht fremdenfeindlich."

      "Trotzdem mache ich um fremde Italiener erstmal vorsichtshalber einen Bogen"

      Dir ist schon klar, dass die Aussage "Ich bin nicht fremdenfeindlich" erst mal nichts bedeutet, schon gar nicht, wenn du sie gleich selbst widerlegst.

      Du bist eindeutig fremdenfeindlich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 13:03
    Highlight Highlight In dieser Zeit gab es Restaurants, die ein Schild mit dem Text "Hunde und Italiener keinen Zutritt" vor dem Eingang aufgehängt haben. Das war gesellschaftlich akzeptiert. Wie soll solches Gedankengut verschwinden, wenn Eltern solche geistigen Borniertheiten an die Kinder weitergeben?
    • FrancoL 07.06.2020 13:11
      Highlight Highlight Das wird nie ganz verschwinden, weil eben Verlustängste und das Schuld suchen bei anderen Menschen nie verschwinden werden. Es wird auf die Schwächsten eingeprügelt um sich stärker zu fühlen.
    • Dani S 07.06.2020 16:41
      Highlight Highlight @Stefan Morgenthaler: Dümmliche Ängste und Schilder gab es schon immer und wird es immer geben. Und verboten dumme Eltern gibt es auch zu viele.

      Die Schwachen suchen seit jeher Abgrenzungsrituale und Gruppenzugehörigkeiten. Das ist nun wirklich nicht neu!
  • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 12:59
    Highlight Highlight «Dass sich ‹weisse Schweizer› gegenüber ‹Fremden› überlegen fühlen, hat auch hier bei uns Tradition und ist tief in unseren Strukturen verankert.»

    Bestätigt sich auch aus meiner Alltagserfahrung. Wenn ein Ausländer in einer Gruppe mit dabei ist, redet man nicht über dieses Thema. Kaum ist man unter sich, wird immer mal negativ über Ausländer hergezogen, entweder gegen die reichen Ausländer, gegen ausländische Arbeitskollegen oder Ausländer aus der Unterschicht.

    Es ist so übel, was man da alles hört. Und selbstverständlich hält sich niemand von denen für einen Rassisten oder Herrenmenschen.
    • Queen C 07.06.2020 13:49
      Highlight Highlight Du hast aber einen speziellen Bekanntenkreis... deckt hinten und vorne nicht mit den Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis.
    • Ein einsamer Holländer 07.06.2020 14:24
      Highlight Highlight häxe
      Nur kurz ne Frage (bist du auf einem Auge blind)? Wo hörst du täglich etwas über Scheissjugos?
    • Ein einsamer Holländer 07.06.2020 14:50
      Highlight Highlight Im Gastro?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fools garden 07.06.2020 12:49
    Highlight Highlight Ich war elf Jahre alt, nur die Mutter war Schweizerin. Wir Kinder und der Vater hatten einen Österreichischen Pass. Es bestand erheblicher Stress Zuhause, bei Annahme der Abstimmung ausreisen zu müssen.
    • homo sapiens melior 07.06.2020 13:20
      Highlight Highlight Ich hatte damals sehr gute Freunde, die auch hätten das Land verlassen müssen mit ihren Eltern. Ich konnte gar nicht verstehen, warum sich jemand sowas Böses und Dummes einfallen lässt wie diese Initiative. Anders konnte ich das damals nicht sehen und tu ich auch heute noch nicht. Dumm und Böse.
  • Knety 07.06.2020 12:35
    Highlight Highlight Diese Initiative wurde zum Glück abgelehnt. Im Gymnasium haben wir uns sehr kritisch mit der Thematik auseinandergesetzt. Ich hoffe das ist heute auch noch so.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 13:12
      Highlight Highlight "IM Gymnasium haben wir uns sehr kritisch mit der Thematik auseinandergesetzt."

      Und gut ist?
    • Knety 07.06.2020 13:17
      Highlight Highlight Ja
    • Stefan Morgenthaler-Müller 07.06.2020 13:20
      Highlight Highlight Das genügt leider nicht, wenn daraus keine konkrete Handlungen folgen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • glointhegreat 07.06.2020 12:34
    Highlight Highlight Trotz langem, interessantem text, ist es viel zu wenig um dieses thema zu durchleuchten, geschweige denn, die gründe zu erklären. Längst nicht alles, was als rassismus bezeichnet wird, ist es auch (ähnlich wie mobbing) und ebenso spielt sich viel rassismus im verdeckten ab. Einige sind empfindlicher, andere lachen darüber oder werden dadurch umso "stärker"
    Ich persönlich versuche alle menschen erstmal gleich zu behandeln, ebenso fühle ich mich von allen erstmal gleich behandelt. Ist einer ein arxxxxx ist mir doch egal ob er schwarz oder weiss ist. Oder ob ich es bin. Lebt doch auch danach!!
  • Jä nu 07.06.2020 12:15
    Highlight Highlight Entschuldigung aber solche Zeitsprünge und konstruierte Zusammenhänge passen nicht zu einem Thema mit genug Tiefe.....aus dem Antworttext:
    .....1893 wurde per Volksinitiative ein Schächtverbot eingeführt, was als klare antisemitische Aktion zu verstehen war (Anmerkung: Heute würde man eher von Tierwohl schreiben).
    Nächste Frage: Was uns zu James Schwarzenbach führt, der es 1970 schaffte.....
    Kann da wirklich jemand die Verbindung erkennen?
    • Silphium 08.06.2020 13:53
      Highlight Highlight 1893 gab es den Begriff Tierwohl vermutlich noch gar nicht. Das ausgehende 19. Jahrhundert war durchtränkt von Antisemitismus, egal ob der kleine Mann oder Prominente (siehe z.B. den Komponisten Wagner). In diesen Jahrzehnten wurde die Saat gestreut, die dann später zu Hitlers Aufstieg führte. Dies geschah rund um den Planeten, nicht nur in DE (einige bekannte antisemitische Werke dieser Zeit sind britischen Ursprungs). James Schwarzenbach war bekennender Antisemit und betätigte sich in jungen Jahren in rechten Vereinigungen. Hitler wäre begeistert gewesen, wenn ich mir seine Vita anschaue...
    • fidget 08.06.2020 14:47
      Highlight Highlight Ich denke es geht dabei weniger um eine direkte Verbindung, sondern eher darum, aufzuzeigen dass Rassismus in der Schweiz schon lange in der Bevölkerung schwelte und durch solche politischen Entscheide ausgedrückt wurde.
      Eine Verbindung gibt es direkt nicht. 77 Jahre später war die Welt eine andere, wie auch die Situation.
  • Hierundjetzt 07.06.2020 12:14
    Highlight Highlight Ein unaufgeregtes wenn aber auch sehr einseitiges Interview, dass sich als guter Diskussionsbeitrag eignet.

    "Die" Schweizer waren "rassistisch" gegenüber den Italiener -aber nicht gegenüber den Tessinern? Geht für mich so nicht auf.

    Das die Franzosen in den 50gern - 60gern die Algerienaufstände in Paris via Polizei blutig niederschlugen mit 100eten von Toten (!), infolge des extremen französischen Rassismus (dieses mal echten) hat er leider vergessen

    Auch die Pogrome in Siebenbürgen (Rumänien)?

    Tito in Jugoslawien?

    Die Imitative wurde Gottseidank abgelehnt. Es war eine unschöne Zeit, ja
    • lilie 07.06.2020 13:02
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Doch, gegen die Tessiner auch.

      Der Vater meines Ex stammte aus dem Tessin, wurde aber wegen der Armut der Familie in die Deutschschweiz in die Lehre geschickt. Hier wurde es als "Tschingg" beschimpft, da er auch kaum Deutsch konnte.

      Seine "Lösung" dieses Problems war, dass er sehr demonstrativ bei jeder Gelegenheit über Ausländer herzog, nur um zu beweisen, dass er Schweizer ist. 😥
    • Lodestone 07.06.2020 13:23
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: was hat Tito in Jugoslavien mit dem Rassismus zu tun. Er war ein Diktator ja, aber fragt man Serben, Albaner oder sonst Leute noch heute gibt es niemand der schlechtes über Ihn sagt! Würde echt gern den Zusammenhang wissen, im ernst bin gespannt😔
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 07.06.2020 13:41
      Highlight Highlight @die liebe Lilie

      Das ist unglaublich traurig.😢
      Aber es ist das selbe Muster, wie wenn sich Kinder einem Mobber anschließen, um nicht selbst Opfer zu werden.
      Einfach nur unendlich traurig.😞
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  • Antiypanikmacher 07.06.2020 12:11
    Highlight Highlight Ein sehr guter Artikel, bis auf die Aussage, dass sich weisse Schweizer gegenüber Fremden überlegen fühlen. Warum immer diese Stereotype Aussage "weisse Schweizer"?
    Will man damit sagen, dass andersfarbige Schweizer nicht rasistischcsein können?
    Diese Aussage ist doch ebenfals rassistisch!
  • Maya Eldorado 07.06.2020 12:11
    Highlight Highlight Warum hat ausgerechnet James Schwarzenbach einen englischen Vornamen.
    Der tönt so gar nicht urschweizerisch.
    • The oder ich 08.06.2020 11:06
      Highlight Highlight Den Witz haben wir vor 50 Jahren auch schon gemacht^^
  • FrancoL 07.06.2020 11:59
    Highlight Highlight „Die Leute standen damals offen zu ihren xenophoben Einstellungen“
    Das ist das was mir auch geblieben ist, es war eine erschreckende Offenheit und eine bewusste und gelebte Abneigung und Ächtung der Fremden. Nicht aller Schweizer, aber es waren viel mehr, als man sich heute wohl vorstellen kann.
    • Hierundjetzt 07.06.2020 12:16
      Highlight Highlight Ja, das stimmt. Und die Politik inkl. der BR hatte einen extrem grossen Anteil daran an diesem Chaos.

      Das war auch die Zeit der CH-Atombombe und dem CH-Langstreckenatombomber der Moskau atomisieren sollte.

      Ein sehr sehr komische Zeit wars. Ich mein Saisonierstatut? Wie kommt man auf sowas bescheuertes?
    • JimKnopf666 07.06.2020 12:56
      Highlight Highlight Ich weiss nicht, was gefährlicher ist. Die versteckte, oft auch unbewusste (weil durch die gesellschaftliche Sozialisierung bedingte), xenophobie oder die offene, sehr wohl bewusste. Das Resultat für die Zielgruppen ist dasselbe. Hass bleibt Hass. Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, dass so viele Leute italienische, spanische, portugiesische Staatsangehörige offen hassen würden. Sehr wohl findet aber genau dieser Hass gegenüber afrikanischstämmigen, offensichtlich muslimischen und jüdisch-orthodoxen Menschen auch heute noch statt. Vielleicht weniger häufig, aber auch das bezweifle ich.
    • ueberfluessig 07.06.2020 12:56
      Highlight Highlight wieso die blitze? wart ihr dabei?
      ich schon: und es war so, wie francol sagt.
      augenzeugen und zeitzeugen, könnt ihr blitzen, soviel ihr wollt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • niklausb 07.06.2020 11:59
    • Vecchia 07.06.2020 14:10
      Highlight Highlight Verstehe die Blitze grad nicht. Die Dok ist tatsächlich sehr interessant, weil sie zeigt wie vielschichtig die Problematik (bis heute) ist.

      Hubacher, der erzählt, dass Schwarzenbach selbst von Ostschweizer SPlern finanziell unterstützt wurde und dass die SP damals Mitglieder verloren hat...
      Die Schwester von Blocher die vehement gegen die Masseneinwanderungsinitiative war, ihr Mann der als ehemaliger Einwanderer hingegen zugibt, ein Ja eingelegt zu haben...

      Letzteres ist klassisch; integrierte Migranten, die neue Einwanderer vehement bekämpfen - für mich absolut unverständlich.
    • niklausb 07.06.2020 14:37
      Highlight Highlight Danke Vecchia. Zum Schwager kommt noch erschreckenderweise hinzu dass er Gewerkschafter war.
    • B-Arche 07.06.2020 15:06
      Highlight Highlight Vecchia: Das ist klassisch. Ich bin drin und nach mir bitte keiner mehr.
      Ich hatte in Winterthur einen polnischen Kollegen der noch zur Zeit in die Schweiz kam als die PFZ noch nicht für Polen galt.
      Der beschwerte sich ständig über die Bilateralen und die PFZ und es sei ein Unding dass ich aus Deutschland einfach so kommen dürfe. Er musste seine Freundin heiraten und bürgen und das sei richtig so.
      Heute ist er Schweizer Bürger und vehement für die SVP. SVP über alles. Er sieht sich als "Superschweizer" und geht nun auf jede Armee-Schau.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ein einsamer Holländer 07.06.2020 11:53
    Highlight Highlight “In der CH war Rassismus schon immer ein Problem„

    Hauptsache reisserische Headlines.
    Die Schwarzenbach Initiative hatte nichts mit Rassismus zu tun.
    Sie war Fremdenfeindlich.
    Und Fremdenfeindlichkeit hat auch immer einen klar rationalen Hintergrund.

    Im Moment wird hier wieder mit einer Rassismuskeule gefuchtelt, die bald so gross ist wie der Eifelturm.

    Die CH ist heute wohl eines der Fremdenfreundlichsten Länder überhaupt. Rassismus ist hier (glücklicherweise) ein Micro-Problem.
    • Peter R. 07.06.2020 13:02
      Highlight Highlight Viele Familien wie die D'Amatos kamen in den früheren Jahren in die Schweiz um Arbeit zu finden, weil sie in Italien nicht zurecht kamen. Viele sind geblieben und sind heute noch da, wollen zum Teil nach der Pensionierung auch nicht in ihr Land zurück.
      Viele haben der Schweiz viel zu verdanken und sagen dies auch. Wäre der Herr D'Amato in Italien auch Professor geworden?
    • BetterTrap 07.06.2020 13:12
      Highlight Highlight Dein Ernst? Wie verblendet kann man sein?
      Kein Rassismus in der Schweiz? Ja es tut weh sich mit den eigenen Verfehlungen auseinanderzusetzen - aber zu Behaupten die Schweiz sei eines der fremdenfreundlichsten Länder der Welt, dass ich nicht lache.

      Ein wenig Selbstreflektion würde bei der Thematik nicht schaden. Unglaublich die Kommentare mal wieder.

      „Die Anderen vielleicht, aber wir Schweizer, nein wir doch nicht, niemals - gibts nicht.“
    • Froggr 07.06.2020 13:20
      Highlight Highlight Gewisse sehen immer Probleme. Und wenns keines gibt, dann konstruiert man sich eben selbst eins. Schade, tangiert aber auch nicht gross.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grohenloh 07.06.2020 11:45
    Highlight Highlight Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind zwei verschieden Dinge.

    Rassismus ist: andere Ethnien herabsetzen, behindern, bis zu ermorden. Sich besser fühlen. Die andere Ethnie nicht als vollwertige Menschen akzeptieren. Unmöglich, Freundschaften zu schliessen.

    Fremdenfeindlichkeit ist etwas relativ Natürliches: Misstrauen gegenüber Menschen, die man nicht kennt, die andere Sitten haben. Wenn man sich dann kennt, sind Freundschaften mögl.
    Das ist natürl. entstanden. Offensichtlich haben menschl. Gesellschaften, die gg. Fremden misstrauisch waren, besser überlebt. Ist eigentlich nachvollziehbar.
    • JimKnopf666 07.06.2020 13:19
      Highlight Highlight ...habe den Unterschied noch nicht begriffen...Hass bleibt Hass. J.Schwarzenbach hätte sich nie und nimmer mit Italiener anfreunden können. Wie auch C.Blocher und seine Schergen nicht.
    • Luki Bünger 07.06.2020 13:57
      Highlight Highlight @Grohenloh

      Ich gehe mit dir einig, dass Rassismus und Xenophobie nicht das gleiche sind und im Falle der Schweiz gerne verwechselt werden.

      Das Selbstverständnis des Überlegenen ist aber in der Schweiz sehr stark verwurzelt, sowohl gegenüber Fremden, wie auch z.B. tieferen Einkommensschichten und dass du das mal einfach so als natürlichen Antireflex darstellst, der sich mit ein bisschen beschnuppern eigentlich gut abstellen lässt, zeigt nur, wie selten du in deinem Leben wohl wirklich fremd warst.
    • Grohenloh 07.06.2020 16:55
      Highlight Highlight Bünger: Mit Beschnuppern stellt es ihn automatisch ab. Weil die Fremden dann nicht mehr fremd sind. Das kann aber zugegebenermassen dauern. Und völlig einverstanden bin ich damit, dass man heutzutage daran arbeiten muss und guten Willen haben!

      Ich stelle nichts hin. Das ist einfach evolutionäre Entwicklung. Sehr interessant diesbezüglich: Scheinbar waren menschliche Gesellschaften mit einigen schwulen Männern erfolgreicher. Sonst gäbe es nicht in allen menschl. Gemeinschaften schwule Männer. Ist also natürlich.
  • Dr. Unwichtig 07.06.2020 11:35
    Highlight Highlight Herzlichen Dank. Dieses Interview sollte jeder lesen, der noch immer der Überzeugung ist, die SVP wolle mit ihrer Politik und Initiativen nur reale Missstände beheben...

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Jakob Fischbacher*. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus Syrien …

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