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Russland

So sterben russische Energie-Oligarchen

Erhängt, erschossen, erstochen, vergiftet: Russische Energie-Oligarchen leben gefährlich

Todesfälle von Oligarchen, die direkt oder indirekt in den russischen Energiesektor verstrickt waren, häufen sich auffällig seit Kriegsbeginn. Nun hat es Rawil Maganow erwischt.
01.09.2022, 15:4801.09.2022, 16:37

Acht russische Energie-Oligarchen sind seit Anfang Jahr unter mehr oder weniger mysteriösen Umständen gestorben. In zwei Fällen sind auch die Familien der Männer tot aufgefunden worden.

Die Männer wurden erhängt, erschossen, erstochen, vergiftet oder sind aus dem Fenster gefallen. Meistens berichten russische Quellen, dass die Umstände auf Suizid oder erweiterten Suizid hindeuten.

Ob die Todesfälle in einem Zusammenhang zueinander oder zum Krieg stehen, ist nicht unabhängig untersucht worden – auch nicht, ob es sich tatsächlich um Suizide oder nicht eher um Morde handelt. Westliche Beobachter äussern aber dahingehende Vermutungen, zum Beispiel in der «New York Post».

Rawil Maganow

Am 1. September 2022 berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax, dass Rawil Maganow, Vorsitzender und Vizepräsident des zweitgrössten russischen Ölproduzenten Lukoil, nach einem Sturz aus einem Fenster eines Moskauer Spitals starb. Lukoil bestätigte den Vorfall in einer Mitteilung.

Als wahrscheinlichste Ursache gilt laut russischen Medienberichten ein Suizid. Denn beim 67-Jährigen sei im Spital neben Herzproblemen eine Depression diagnostiziert worden.

Juri Woronow

Juri Woronow wurde am 4. Juli 2022 mit einer Kugel im Kopf in seinem Pool in einem Vorort von St. Petersburg gefunden. Die Waffe und leere Patronenhülsen lagen am Pool-Rand. Er war bei seinem Tod 61-jährig. Woronow leitete ein Transportunternehmen, das Verträge mit Gazprom hatte.

Alexander Subbotin

Alexander Subbotin, ehemaliger Top-Manager von Lukoil, wurde am 9. Mai 2022 in Mytischtschi bei Moskau tot aufgefunden. Der 43-Jährige habe von einem Schamanen Krötensekret verabreicht bekommen, um einen Kater zu behandeln, wie russische Quellen behaupten. Dies habe zu seinem Tod geführt.

Sergey Protosenya und Familie

Der 55-jährige Sergey Protosenya war ehemaliger stellvertretender Leiter des russischen Gasriesen Novatek. Am 21. April 2022 wurde er erhängt in einer Ferien-Villa in Spanien aufgefunden.

Seine Frau und seine 18-jährige Tochter lagen mit Stichwunden ebenfalls tot in ihren Betten. Da neben der Leiche von Protosenya eine Axt und ein Messer gefunden worden seien, ermittle die Polizei auch in die Richtung, dass Protosenya seine Frau und sein Kind ermordete, bevor er sich selbst erhängte, wie spanische Medien berichteten.

Wladislaw Awaew und Familie

Der ehemalige Vizepräsident der Gazprom-Bank, Wladislaw Awaew, wurde am 18. April 2022 tot in seiner Moskauer Luxuswohnung gefunden. Neben der Leiche des 51-Jährigen wurden auch die sterblichen Überreste seiner Frau und seiner 13-jährigen Tochter gefunden.

Die Wohnung sei von innen verschlossen gewesen und in Awaews Händen sei eine Pistole gefunden worden, wie russische Medien berichten. Darum würden die Ermittler von einem erweiterten Suizid ausgehen.

Michail Watford

Michail Watford wurde am 28. Februar 2022 tot in der Garage seines Hauses in Grossbritannien aufgefunden. Watford wurde in der Ukraine als Michail Tolstosheya geboren. Er hat sich einen Namen als Öl- und Gasmagnat gemacht. Die Polizei von Surrey sagte laut Medienberichten, die Umstände seines Todes seien nicht verdächtig.

Alexander Tyulyakow

Alexander Tyulyakow wurde einen Tag nach Kriegsbeginn erhängt in der Garage einer Hütte bei St. Petersburg gefunden. Der 61-Jährige war stellvertretender Generaldirektor von Gazprom. Neben seiner Leiche sei eine Notiz gefunden worden, die auf Suizid hindeute, wie die russische Polizei bekannt gab.

Am Vorabend seines Todes behauptete eine russische Nachrichtenagentur, dass Zeugen gesehen hätten, wie Tyulyakow verprügelt worden sei.

Leonid Shulman

Der 60-jährige Gazprom-Kader wurde am 30. Januar 2022 tot im Badezimmer eines Landhauses nahe St. Petersburg gefunden. Laut Polizei handelt es sich um Selbstmord.

Laut der russischen Mediengruppe RBC war Shulman krankgeschrieben, als er starb.

(yam)

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