Krieg beeinflusst Reisen: Diese Destinationen sind nun zu meiden
Ich will im Sommer in die Golf-Region. Soll ich die Reise buchen?
Wer auf der sicheren Seite sein will, bucht keine Ferien in Dubai oder anderswo in den Golfstaaten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheit (EDA) empfiehlt aktuell, auf touristische Reisen in verschiedene Nahoststaaten zu verzichten. Darunter sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Saudi-Arabien. Ob die Lage im Sommer eine andere ist, lässt sich kaum vorhersehen. Aktuell sind viele Flüge ausgesetzt. Die Swiss fliegt zum Beispiel bis 10. März nicht nach Dubai, Tel Aviv wird bis 22. März nicht angesteuert.
Welche Flüge sind vom Iran-Krieg besonders betroffen?
Die geopolitische Lage belastet vor allem den Luftverkehr zwischen Europa und Asien. Nicht nur die Situation in Nahost, auch der Krieg in der Ukraine ist seit Längerem ein Grund dafür, dass Flugreisen über Umwege erfolgen müssen. Die Swiss schreibt auf Anfrage: Zwar habe die jetzige Eskalation im Iran keine Auswirkungen auf die Reisezeit in asiatische Länder, doch bereits seit Oktober 2024 meide man bestimmte Gebiete in Nahost. Viele Verbindungen führen seither vermehrt über Saudi-Arabien und Ägypten. Dadurch haben sich die Flugzeiten für einzelne Destinationen in Asien um 30 Minuten verlängert. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine dauern Flüge nach Tokio zwei Stunden länger.
Steigen nun die Preise für Destinationen wie Australien oder Thailand, die oft ein Umsteigen im Arabischen Golf erfordern?
Die Preise sind auffällig in die Höhe geschnellt, wie etwa travelnews.ch berichtet – vor allem bei Airlines, die ohne Halt im Golf in Richtung Asien fliegen. So sollen Economy-Tickets bei Singapore Airlines für den Zeitraum zwischen dem 8. und 22. März nun 4438 Franken kosten. Das ist dreimal so viel wie in den letzten Wochen. Angebot und Nachfrage entscheiden mit: Dass arabische Airlines auf Sparflamme laufen, spielt ebenso eine Rolle wie australische Reisende, die nach Hause wollen. Ob die Ticketpreise langfristig hoch bleiben, ist unklar. Grundsätzlich gilt sowieso: Kurzfristige Buchungen kosten mehr.
In Zypern ist eine iranische Drohne eingeschlagen. Sind Reisen dorthin sicher?
Die iranische Drohne hat die britische Militärbasis in Akrotiri getroffen. Zeitweise kam es deshalb zu Einschränkungen im Flugverkehr und manche Airlines haben ihre Verbindungen auf die Mittelmeerinsel ausgesetzt. Aktuell sind Reisen dorthin mit Unsicherheiten verbunden: Vorübergehende Schliessungen und Flugverspätungen sind denkbar. Wie sich die Lage entwickelt, ist unklar. Es lohnt sich auch hier den Reisehinweis des EDAs zu beachten.
Gewinnen wegen der Lage in Nahost andere Destinationen an Beliebtheit?
Der Reiseveranstalter Tui schreibt, dass viele von abgesagten Reisen betroffene Gäste nun umbuchen. «Zum Beispiel auf die Kanaren oder die Karibik.» Die Swiss teilt derweil mit, dass es noch zu früh sei, um aussagekräftige Aussagen über das Buchungsverhalten der Swiss-Kundschaft zu treffen. Auch bei der Dertour Group, dem Konzern hinter Hotelplan, heisst es, Auswirkungen seien noch schwierig abzuschätzen. Eine grössere Nachfrage nach europäischen Destinationen im Sommer sei aber denkbar.
Welche Reisedestinationen liegen für den Sommer 2026 im Trend?
Dauerbrenner sind die klassischen Mittelmeerdestinationen wie Spanien, Italien oder Griechenland, sagt Dertour. Gleichzeitig beobachte man den sogenannten Coolcation-Trend: Viele Reisende entschieden sich im Hochsommer bewusst für kühlere Regionen in Nordeuropa. Die grosse Nachfrage bei Mittelmeer-Destinationen bestätigt auch Tui. Man sei bei Buchungen für die griechischen Inseln derzeit auf dem Weg, das Vorjahresniveau zu übertreffen, schreibt der Reiseveranstalter. Ebenfalls stark sei die Entwicklung bei Ägypten, das mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis locke. (yal)
