Fussball-Nati
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ARCHIV -- ZUM 75. GEBURTSTAG DES EHEMALIGEN FUSSBALL NATIONALTRAINERS KOEBI KUHN AM FREITAG, 12. OKTOBER 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --  Koebi Kuhn, former headcoach of the Swiss National Soccer Team, is pictured prior to a test match between Austria's National Soccer Team and the local team US Schluein Ilanz, on Thursday, May 26, 2016, in the Raiffeisen Arena Crap Gries in Schluein, canton of Grisons, Switzerland. The Austrian National Soccer Team prepares in the region for the European Football Championship. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Köbi Kuhn, ehemaliger Trainer der Schweizer Fussball-Nati. Bild: KEYSTONE

Ex-Nati-Trainer Köbi Kuhn ist als Kind missbraucht worden



Der frühere Fussballspieler und Ex-Nati-Coach Köbi Kuhn ist laut eigenen Angaben als Kind von einem älteren Vereinskollegen sexuell missbraucht worden. Dies schreibt der 75-Jährige in seiner Autobiografie, von der der «Blick» am Dienstag einen Auszug publiziert hat.

Als Frischling bei seinem ersten Verein habe sich ein älterer Kollege mit ihm angefreundet, schreibt Kuhn. Dieser sei nett zu ihm gewesen und habe ihn eines Nachmittags zu nach Hause eingeladen. Törichterweise sei er mitgegangen. «Denn als wir allein waren, hat er mich benutzt, um sich selbst zu befriedigen, und mich gezwungen mitzumachen.»

«Ich stand unter Schock, war eingesperrt in der fremden Umgebung und konnte mich nicht wehren.»

Wann, wo genau und durch wen es zum Missbrauch kam, dazu machte Kuhn keine Angaben. Er wagte es den Angaben zufolge jahrzehntelang nicht, über den Vorfall zu sprechen. «Ich stand unter Schock, war eingesperrt in der fremden Umgebung und konnte mich nicht wehren. Danach habe ich mich geschämt und gefürchtet, was wohl passieren würde, wenn meine Eltern oder der Trainer etwas erfahren.»

Als 2016 derartige Fälle von Missbrauch im Fussball mehrfach in den Schweizer Medien geschildert worden seien, habe er nicht mehr länger schweigen können. «Das Schicksal dieser Kinder berührte mich zutiefst. Ich habe meiner Frau von meinem traumatischen Erlebnis erzählt.»

Danach konfrontierte Kuhn laut eigenen Angaben die Klubverantwortlichen mit seiner Geschichte. Dabei sei er auf taube Ohren gestossen. «Man hat mich abgekanzelt, hinterfragt, warum ich erst jetzt, nach all den Jahren, komme.» Er wolle mit seiner Geschichte allen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass niemand vor so einer Tat gefeit sei.

Der in Zürich-Wiedikon geborene Jakob «Köbi» Kuhn zählt zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Fussballspielern der Schweiz in den 1960er und 1970er Jahren. Der Mittelfeldspieler stand 17 Jahre lang für den FC Zürich auf dem Platz und kickte von 1962 bis 1976 auch für die Nationalmannschaft. In den 1990er Jahren wechselte er ins Trainergeschäft. Als Höhepunkt trainierte er von 2001 bis 2008 die Nati. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • RETO1 16.04.2019 17:22
    Highlight Highlight ... und warum nennt er den Namen des Täters nicht ?
  • Don Alejandro 16.04.2019 13:26
    Highlight Highlight Traurig, aber leider keine Ausnahme.
  • Mia Mey 16.04.2019 11:59
    Highlight Highlight Danke Köbi Kuhn für deine Offenheit. Missbrauch betrifft viele Kinder, heute wie auch früher.
    Es ist so wichtig darüber zu sprechen, so dass auch Kinder wissen dass sie sich wehren dürfen und sagen was läuft.
  • Glenn Quagmire 16.04.2019 08:13
    Highlight Highlight Respekt Köbi National! Schade, dass der Täter, sofern er denn noch lebt, nicht bestraft werden kann.
  • Leachim 16.04.2019 08:00
    Highlight Highlight Es ist mutig von Köbi Kuhn, dass er sich outet und gut von Watson, dass ihr darüber berichtet. Ein extrem unangenehmes Thema und wir tun alles, um es zu verdrängen. Leider haben Kinder, die damit allein gelassen werden, keine andere Möglichkeit, als den Fehler bei sich selbst zu suchen. Darum ist es so wichtig, dass darüber gesprochen wird!
  • I_am_Bruno 16.04.2019 07:20
    Highlight Highlight Es gibt Studien, die zeigen, wie weit verbreitet das Problem auch in der Schweiz ist (UBS Optimus Stiftung). Und auch die Politik und die Sportverbände wissen Bescheid und kennen auch die Ansätze, die sich im Ausland bewährt haben. Doch alle machen die Augen zu und möchten nicht über das Thema sprechen oder gar etwas verändern - und so geht es immer weiter.
    Für uns Eltern einfach nur schrecklich, die Vorstellung, dass unseren Kindern so etwas geschehen kann. Wie belastend das sogar noch nach einem langen und erfolgreichen Leben sein kann, zeigt dieser Beispiel von Köbi Kuhn.
    • Menel 16.04.2019 08:31
      Highlight Highlight Darum sollte schon früh mit den Kindern über Sexualität gesprochen werden. Denn so lange Sexualität etwas ist, über das nicht gesprochen wird und es etwas ist, das jeder für sich selbst im stillen Kämmeruein aus macht, so lange haben wir Kinder, die sich bei Übergriffen vollkommen überumpelt und machtlos vorkommen, weil für sie nicht klar ist, wie und wo sie einen Übergriff einordnen sollen. Scham ind Angst sind die Folge und das schlzmmste, es wird wieder alleine im stillen Kämmerlezn mit sich selbst ausgemacht.
  • gurix 16.04.2019 07:15
    Highlight Highlight Solche Artikel sind genau der Grund warum ich keine 20Minuten etc. lese. Wäre schön wenn ihr in Zukunft solche Geschichten weglässt.
    • Zanzibar 16.04.2019 07:35
      Highlight Highlight Warum?
    • Frausowieso 16.04.2019 07:56
      Highlight Highlight Was genau ist dein Problem?
    • Gopfridsenkel 16.04.2019 08:14
      Highlight Highlight Verstehe dein Problem mit dem Artikel gerade überhaupt nicht...
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