Arbeitswelt
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kaum im Land und schon den Job verloren: Dieses Schicksal trifft immer mehr

Die Arbeitslosenkasse entrichtete im letzten Jahr 31.4 Millionen Franken an EU/Efta-Bürger, die schon im ersten Jahr nach ihrer Ankunft in der Schweiz ihre Arbeitsstelle verloren haben. Das entspricht einer Zunahme von 20 Prozent gegenüber 2018.

Kari Kälin / ch media



arbeitslos unemployed rezession wirtschaftskrise entlassung kündigung dini mueter

Bild: shutterstock

Sie sind weniger als ein Jahr in der Schweiz und beziehen bereits Arbeitslosengelder: Im letzten Jahr traf dies für knapp 1900 Zuwanderer aus EU/Efta-Staaten zu, wie aus dem aktuellen Bericht des Bundes zu den Auswirkungen der Personenfreizügigkeit hervorgeht. Die Schnellarbeitslosen erhielten 2019 Taggelder im Umfang von 31.4 Millionen Franken, rund 5.5 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Zunahme um 20 Prozent überrascht umso mehr, als die Zahl der Schnellarbeitslosen leicht rückläufig ist.

Die gestiegenen Ausgaben entbehren nicht einer gewissen Brisanz. Am 27. September stimmt das Volk über die Begrenzungsinitiative ab, mit der die SVP auf die Personenfreizügigkeit zielt. Für die wählerstärkste Partei öffnet dieses Abkommen Tür und Tor zum gut ausgebauten Schweizer Sozialstaat. Boris Zürcher hingegen, Leiter der Direktion Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sagt: «Die Zuwanderer kommen explizit zum Arbeiten in die Schweiz.» Die Erwerbsquote bei EU/Efta-Bürgern beträgt 87.7 Prozent und liegt damit gut 3 Prozent höher als jene der Schweizer. Auch bei den geleisteten Wochenarbeitsstunden schwingen die Zuwanderer obenauf. Besonders die Frauen aus dem EU/Efta-Raum arbeiten länger als Schweizerinnen.

Weshalb sind die Ausgaben für Schnellarbeitslose gestiegen, während die Zahl derselben sinkt? Die Gründe für dieses Phänomen hat das Seco nicht analysiert. Eine mögliche Erklärung lautet, dass mehr Personen mit höheren Löhnen rasch ihren Job verloren und Betroffene generell länger Taggelder bezogen.

Aus welchen Branchen die Zuwanderer besonders schnell in der Arbeitslosenversicherung landen, ist unbekannt. Am häufigsten handelt es sich um Zuwanderer, die über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen. Diesen sogenannten «B»-Ausweis erhalten EU/Efta-Bürger, wenn sie eine unbefristete oder auf mindestens 365 Tage befristete Anstellung vorweisen können. In der Praxis verliert eine Minderheit vor Ablauf des ersten Jahres die Anstellung. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich solche Fälle wegen der Coronakrise häufen.

Ehemalige Arbeitskollegen zeigen Humor: 29 Abschiedstorten

Beiträge in anderem Land werden angerechnet

Grundsätzlich müssen erwerbstätige Personen innerhalb der letzten zwei Jahre ein Jahr lang Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben, damit sie Anrecht auf eine Entschädigung haben. EU/Efta-Bürger würden eigentlich an dieser Hürde scheitern, wenn sie kurz nach Stellenantritt schon wieder ohne Erwerb dastehen. Doch in diesen Fällen kommt das Prinzip der sogenannten Totalisierung zum Tragen.

Das bedeutet: Die EU/Efta-Bürger können sich die Beiträge an die Arbeitslosenversicherung anrechnen lassen, die sie in einem anderen EU/Efta-Land entrichtet haben. 2019 traf dies auf 4.7 Prozent aller EU/Efta-Leistungsbezüger zu. Theoretisch haben die Zuwanderer schon Anrecht auf Arbeitslosengelder, wenn sie einen einzigen Tag in der Schweiz angestellt waren, sofern sie vorher 364 Tage lang in einem anderen Land Beiträge leisteten.

Unter dem Schlagwort «Stopp der Plünderung der Sozialwerke durch EU-Bürger» forderte deshalb der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer schon vor mehr als 10 Jahren abgestufte Arbeitslosengelder: Je kürzer die Beitragszeit in der Schweiz, desto tiefer die Entschädigung. Er kenne konkrete Beispiele, in denen bekannte deutsche Kebabverkäufer türkischer Abstammung in die Schweiz geholt und ihnen nach wenigen Monaten bereits wieder gekündigt worden sei, sagte er damals der «Zentralschweiz am Sonntag». Der Bundesrat lehnte seinen Vorstoss mit Verweis auf das im Freizügigkeitsabkommen enthaltene Diskriminierungsverbot ab. Auch Parlament fand Heer keine Mehrheit.

Ganz geheuer war dem Bund die Angelegenheit aber nicht. Er hielt die Kantone seit Anfang 2010 an, Fälle, in denen Personen weniger als einen Monat nach ihrer Einreise in die Schweiz die Stelle verlieren, zu melden. Falls nämlich ein Arbeitsvertrag nur abgeschlossen wurde, um Arbeitslosengelder zu erschleichen, läge ein Rechtsmissbrauch vor. Derartige Befürchtungen bestätigten sich aber in der Folge nicht.

Generell ist die Arbeitslosenquote bei EU/Efta-Bürgern höher als bei Schweizern. Sie beziehen auch mehr Geld aus der Arbeitslosenkasse, als sie einzahlen. In die AHV und IV hingegen profitiert die Schweiz deutlich von den Zuwanderern.

EU will Regeln anpassen

Bei der Arbeitslosenversicherung plant die EU derweil eine Änderung, welche der Schweiz Mehrkosten aufbürden würde. Konkret soll bei Grenzgängern künftig jener Staat die Arbeitslosengelder übernehmen, in denen die Grenzgänger zuletzt arbeiteten. Momentan kommt der Wohnsitzstaat für die Arbeitslosenentschädigung auf. Er lässt sich vom Staat der letzten Beschäftigung aber drei oder fünf Monate Arbeitslosengeld zurückerstatten. Einigt sich die EU auf die neuen Regeln, dürfte sie von der Schweiz deren Übernahme fordern. Dazu ist sie allerdings nicht verpflichtet, wie das Seco festhält.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Büroangestellte verwandeln langweiliges Büro mit Post-its in super coolen Arbeitsplatz

Ein Prozent der Schweizer Bevölkerung ist dauerhaft arm

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

71
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
71Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chili5000 14.07.2020 08:29
    Highlight Highlight Wow, 31.4 Millionen Franken. Wenn ich mir vorstelle wie viele Milliarden an Steuergeschenken wir jedes Jahr an reiche vergeben... Lachhafte Summe... Aber der Bünzli wird nun empört auf die EU/Efta Bürger schauen und die nase rümpfen...
  • pali2 14.07.2020 07:36
    Highlight Highlight "In die AHV und IV hingegen profitiert die Schweiz deutlich von den Zuwanderern". Diese Aussage sollte nochmals überdacht werden - ich weiss jedoch, dass dies bei den Bundesdokumenten auch gerne so verkauft wird. Einbürgerungen werden schön ignoriert, so zahlen die Einwanderer als EU/EFTA-Bürger in die Sozialwerke ein und beziehen es dann als Schweizer. So sehen die Statistiken natürlich schöner aus für die Zuwanderer.
    • Abendländer 14.07.2020 18:02
      Highlight Highlight In 10 Jahren werden wir 25% der AHV Renten (mit Recht) ins Ausland schicken, aber d.h. auch dass das Geld somit dem Binnenmarkt entzogen ist. Die Renten müssen jedoch laufend im Binnen-Wirtschaft-Kreislauf erwirtschafte werden (Umlageverfahren)!
      Eidgenossen schnallt denen Gürtel schon mal enger!
  • Schneider Alex 14.07.2020 06:05
    Highlight Highlight "Die freie Zuwanderung auf den Schweizer Arbeitsmarkt erhöht längerfristig die Sockelarbeitslosigkeit und damit die Sozialkosten. Der konjunkturelle Abschwung wird Entlassungen mit sich bringen. Diese gibt es nicht unbedingt bei den zuletzt Rekrutierten, sondern bei bisherigen, fachlich schwächeren schweizerischen und früher eingewanderten ausländischen Beschäftigten, die aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. (Nach Rudolf H. Strahm: „Warum wir so reich sind“, Seite 216, 2008)
  • Clife 14.07.2020 00:12
    Highlight Highlight Betrug hin oder her, dem PFZ Abkommen die Schuld in die Schuhe zu schieben ist aber auch nicht weit gedacht. Es gibt immer Mittel und Wege, um ein Abkommen oder ein Gesetz zu umgehen (Steuerhinterziehung bspw.) und man muss bedenken, wieviele Menschen davon profitieren, dass sie als Schweizer in der EU arbeiten können. 5er und Weggli kann man nicht haben und lieber habe ich die Freiheit in der EU/Schweiz als dass ich mich in der Schweiz wie ein Gefängnisinsasse fühle. Die entsprechenden Menschen, die dann direkt Arbeitslosengeld erhalten haben ihre Karriere ohnehin verspielt
  • tömu 13.07.2020 20:45
    Highlight Highlight Schon spannend, liebes watson-team:
    https://www.watson.ch/international/leben/516807112-seine-geschichte-ist-eine-us-horrorstory-die-leider-ach-so-typisch-ist
    Ich mag ansonsten Eure Berichterstattung, aber das Thema Begrenzungsinitiative müsste ENDLICH von linker Seite positiv besetzt werden. Macht mal wieder was für die Malocher. Ich glaub's nicht. Überall horrende Mieten, Bevölkerungs- und Jobdruck. Hört doch auf, das schön zu reden! Besetzt da Positionen, und Ihr gewinnt wieder Wähler, aber die EU ist halt zu lässig, gell? Lieber die Arbeitnehmer weiter bachabschicken und sich dann wundern?
  • Abendländer 13.07.2020 19:54
    Highlight Highlight 750 Milliarden Euro für den Süden? Italien plant damit Investitionen in neue Infrastruktur (Bahn, Strasse, Internet etc.). Über 30% wird von den Deutschen finanziert, und hat selbst aber die marodeste Infrastruktur Europas (inklusive funktionsunfähiger Klo-Schüssen in den Grundschulen). Ist es möglich dass Mutti Merkel die Realität verkennt? Oder spinnen die Deutschen einfach?
  • Abendländer 13.07.2020 16:55
    Highlight Highlight Es wäre an der Zeit dass der Süden selbst seine legitimen Steuern eintreibt. Insbesondere auch die Einkünfte der Früh-Pensionisten (meist Schwarzarbeit) erfasst und sich nicht jahrzehntelang via EU vom Norden finanzieren lässt.
    Benutzer Bild
    • vescovo 13.07.2020 23:22
      Highlight Highlight Mit 63.3 für Männer und 61.9 bei Frauen würde sich die Schweiz in dieser Grafik im Mittelfeld bewegen, sprich hinter Spanien und Portugal. Inwieweit spricht das für eine "Finanzierung des Südens durch den Norden"?!
    • Abendländer 14.07.2020 18:09
      Highlight Highlight Es wäre an der Zeit dass der Süden selbst seine legitimen Steuern eintreibt. Insbesondere auch die Einkünfte der Früh-Pensionisten (meist Schwarzarbeit) erfasst. Da denke ich zuerst an Italien wo es zur Kultur gehört dass Früh-Pensionisten ihre Einkünfte nicht versteuern (=Schwarzarbeit). Credimi, ...so di cosa sto parlando.

      LG/ ein Secondo
  • Abendländer 13.07.2020 16:40
    Highlight Highlight Reicher Norden, armer Süden – so sieht Europa aus. Wirklich? Wenn man auf die Vermögen der Privathaushalte der Bevölkerung blickt, zeigt sich ein anderes Bild. Spanier oder Italiener besitzen weit mehr Geld als Deutsche. Das mittlere Vermögen deutscher Haushalte ist rund 51.400 Euro. In Italien rund 163.900 Euro, in Spanien rund 178.300 Euro. In Frankreich im Mittel 113.500 Euro. Der für Österreich ermittelte Wert liege mit 76.400 Euro. Also wieso soll der Norden den Süden alimentieren und soll die Schweiz mitfinanzieren?
  • Abendländer 13.07.2020 16:17
    Highlight Highlight EU-Rahmenvertrag und Lohnschutz ? Nicht das das Problem (nur populistische Nebelpetarde)! Ans Eingemachte gehen:
    Unions-Bürger Richtlinie und die „dynamische“ Rechtsübernahme!!!
    Fatale Konsequenz ist: La Svizzera non esiste più - La Suisse n'existe plus
    Eidgenossen/innen überlegt eure Stimme wohl! Darf die Freiheit der kommenden Generationen verkauft werden? Darf man den kommenden Generationen die Freiheit berauben? (für wenige, vielleicht mögliche, kurzfristigen, mit Sicherheit aber nicht nachhaltige Vorteile)
    • Neruda 13.07.2020 22:28
      Highlight Highlight Ich wäre wohl auch so ein Eidgenosse. Aber wenn jemand diesen Ausdruck benutzt, weiss man sofort welche Agenda er hat. Nationalismus ist nur etwas für Versager, die nichts erreicht haben, worauf sie stolz sein können. Daher nehmen sie ein Attribute, für welches keine Leistung benötigt wurde.
  • Abendländer 13.07.2020 16:17
    Highlight Highlight Nachhaltiges Wachstum wir durch mehr BIP pro Kopf und nicht durch mehr Köpfe generiert.
    Zweites dient nur den Kontrolleure/Inhabern der Produktionsmittel und fördert die Umverteilung des Wohlstandes von unten nach oben. Profiteure sind FDP und economieswiss sowie alle anderen Paladine der Superreichen. Was zwingend zur Frage führt: …lässt sich die Philosophie des stetigen Wachstums, möglichst noch unbeschränkt, überhaupt verantworten.
  • Posersalami 13.07.2020 16:11
    Highlight Highlight Der Betrag absolut zu den total ausgezahlten Taggeldern ins Verhältnis gesetzt zeigt, das wir hier von einem absoluten Scheinproblem sprechen.

    Da kosten uns die sinnlosen Vorstösse der SVP in den Parlamenten der Schweiz sicher deutlich mehr.
    • Abendländer 13.07.2020 20:24
      Highlight Highlight Ok, dann her mit dem EU-Rahmenvertrag und sofort ratifizieren. Insbesondere jetzt wo Britannien raus ist. Eidgenossen helft mit eurem Steuergeld den Süden zu finanzieren. Lasst das arme Deutschland, die Niederlande und Oestreich mit ihrer Last nicht alleine. Unsere Kinder und kommende Generationen stimmen dankend sicherlich auch zu :-(
    • Neruda 13.07.2020 22:31
      Highlight Highlight Hier sind wohl ein paar Telegramm-Freunde vom schlauen Attila unterwegs bei der Herz-Blitz Verteilung.
  • Abendländer 13.07.2020 16:07
    Highlight Highlight Personenfreizügigkeit = Schönwetterabkommen! Lasst noch den EU-Rahmenvertrag mit der Unionsbürger-Richtlinie kommen, dann gute Nacht? Eidgenosse schnallt den Gürtel schon mal enger. Nirgends gibt es mehr Grenzgänger u. Ausländer pro Kopf Einheimischer als in der Schweiz. Wer auch immer irgendwie kann sollte sich in Frühpension verabschieden. Lasst den Scheiss von denen bezahlen die ihn wollen.
    • Irene Adler 14.07.2020 07:24
      Highlight Highlight Und bei der zweiten Welle sofort die Grenzen schliessen, und die Ausländer, die in der Gesundheitswesen arbeiten rausschmeissen!
    • Abendländer 14.07.2020 18:44
      Highlight Highlight Einigt das Corona-Virus das zerstrittene Europa?
      Weniger das Virus als vielmehr das Steuergeld der Bürger von Deutschland, von Holland, von Österreich und anstelle der Briten vielleicht das der Eigenossenschaft? (zumindest via den kontinuierlichen Interventionen der SNB) !
  • cool zurich boy 13.07.2020 14:11
    Highlight Highlight Da sieht man, wie Britannien gut gehandelt hat. Nur ausgesuchte, möglichst evangelische Leute reinlassen. EU wird kommunistisch
    • Firefly 13.07.2020 15:47
      Highlight Highlight evangelische? echt jetzt?
    • misohelveticos 13.07.2020 17:36
      Highlight Highlight "Da sieht man, wie Britannien gut gehandelt hat"
      Ja klar, deshalb mussen die jetzt auch eine LKW-Station f. 700 Mio GBP bauen, um den Zoll abzufertigen, der Einzelhandelsverband hat schon mal die Preisaufschläge für Lebensmittel ab 2021 bekannt gemacht, vom Personalproblem des NHS wollen wir gar nicht reden.
      Das Schöne ist, genau das droht den Schweizern auch, wenns am 247.9. so ausgeht, wie ich es erhoffe.
      Dann dürfen wir auch Schweizern, die solchen Unfug schreiben: "EU wird kommunistisch " den Zutritt verwehren
  • Borki 13.07.2020 14:00
    Highlight Highlight Ein (abtrünniger?) SP'ler hatte einmal die Idee, dass die Firma, die einen EU-Bürger in die Schweiz holt, einen Betrag an den Staat zahlen muss. Sagen wir 10'000 CHF. Für Infrastrukturkosten und als Lenkungsabgabe.

    Das wäre eine elegante Lösung gewesen für den Inländervorrang und um solche Probleme wie im Artikel beschrieben abzufedern.

    Allerdings habe ich keine Ahnung, ob die Lösung mit den Bilateralen vereinbar wären.
    • walsi 13.07.2020 14:17
      Highlight Highlight Das wäre so sehr wahrscheinlich nicht umsetzbar. Man könnte aber einführen, dass ein AG bei den Steuern CHF 5'000.-- abziehen kann, wenn er jemanden einstellt der arbeitslos ist und sich auf Grund dieser Anstellung beim RAV abmeldet und nach 12 Mt noch immer in der Firma arbeitet und ungekündigt ist.
    • Irene Adler 14.07.2020 07:25
      Highlight Highlight Dann bekommst du aber nirgendwo Mittagessen für 25 Franken.
  • Stef171 13.07.2020 12:46
    Highlight Highlight Es sind ja wohl nicht die Arbeitnehmer was das Problem ist sondern die Arbeitgeber.
    Da werden Personen aus der ganzen EU hergeholt und wenn diese nicht mehr gebraucht werden setzt man diese auf die Strasse.
    Wer bezahlt dann solche Arbeitslose ?
    Natürlich die Allgemeinheit und nicht die Firma was diese geholt hat.
    Somit sollten div. Arbeitgeber ihre Gier nach immer mehr überdenken
    • Irene Adler 13.07.2020 13:49
      Highlight Highlight Ein Arbeitgeber stellt lieber Leute ein, die das Land kennen.
    • Jolanda 14.07.2020 22:09
      Highlight Highlight Und wie viele Arbeitgeber die ihre eigenen Landsleute (auch Familienmitglieder) hierherholen, kennen denn die Schweiz….
  • Fairness 13.07.2020 12:42
    Highlight Highlight Ein JA zur Begrenzungsinitiative hilft auch diesbezüglich. Wir müssen unsere Sozialwerke erhalten können und die Zuwanderung selber regulieren. Sonst endet alles in einem Desaster. Infrastrukturkosten können obendrauf auch massiv gespart werden. Ich wüsste gerne mal, was die Zuwanderung, alles berücksichtigt, uns total kostet. Das wäre dann der Subventionsbetrag der Wirtschaft und deren Investoren.
    • Hans Jürg 13.07.2020 13:46
      Highlight Highlight Sagen wir mal so...

      Wenn wir die Begrenzungsinitiative annehmen sollten, dann wäre das Problem mit ausländischen Arbeitnehmern, die arbeitslos werden, das kleinste Problem. Die gingen in der Flut der arbeitslosen Schweizer und konkursen resp. aus der Schweiz auswandernden Firmen völlig unter.

      Aber wenn sie meinen, dass die Schweiz mit Sozialschmarotzern überbevölkert ist, sollten sie mal in sich gehen...
    • Liselote Meier 13.07.2020 13:48
      Highlight Highlight Nein, darum geht es bei der Initiative nicht, sonst müsste man eine Planwirtschaft einführen.

      Ich schreibe es nicht zum ersten Mal. Wer von der Akkumulation des Kapitals nicht reden will, soll zum Wachstum schweigen!
    • misohelveticos 13.07.2020 17:38
      Highlight Highlight "Wir müssen unsere Sozialwerke erhalten können und die Zuwanderung selber regulieren."
      Tut das, denn Ihr werdet sie brauchen, sollte die Kündigungsinitiative so ausgehen, wie ich es erhoffe. Ich hoffe, Eure Sozialkassen sind gut gefüllt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • De-Saint-Ex 13.07.2020 11:50
    Highlight Highlight Ich stehe wahrscheinlich auf dem Schlauch, aber wie kann das sein: sind weniger als ein Jahr in der Schweiz und beziehen Arbeitslosengeld obwohl ihnen dieses erst nach einem vollen Jahr Anstellung zusteht? Danke für evtl. Aufklärung.
    • Hans Jürg 13.07.2020 12:02
      Highlight Highlight Ausserdem verliert man ja die B-Bewilligung, wenn man arbeitslos wird innerhalb der ersten 2 Jahre.

      Da wird wohl von irgend welchen Stellen fehlinformiert. Zufall, dass gerade in Kürze über die Selbstmordinitiative der SVP abgestimmt wird?
    • Lady Shorley 13.07.2020 12:16
      Highlight Highlight Steht im Artikel:
      Das bedeutet: Die EU/Efta-Bürger können sich die Beiträge an die Arbeitslosenversicherung anrechnen lassen, die sie in einem anderen EU/Efta-Land entrichtet haben. 2019 traf dies auf 4.7 Prozent aller EU/Efta-Leistungsbezüger zu. Theoretisch haben die Zuwanderer schon Anrecht auf Arbeitslosengelder, wenn sie einen einzigen Tag in der Schweiz angestellt waren, sofern sie vorher 364 Tage lang in einem anderen Land Beiträge leisteten.
    • DerTaran 13.07.2020 12:24
      Highlight Highlight Steht im Text. Die Anstellung im EU-Ausland werden angerechnet, weil sonst mit einem Landeswechsel ein zusätzliches Risiko verbunden wäre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ruud 13.07.2020 11:31
    Highlight Highlight Wir sind schon übervölkert mit Dauerstau, Infrastrukturüberlastung, verdichtetem Bauen und Mietzinswucher wegen Landknappheit. Da ist das Schneeballsystem Personenfreizügigkeit mit einem Fass von 500 Millionen EU-Bürgern das Dümmste, was man haben kann. Und dass EU-Bürger schon nach 1 Tag Arbeit in der Schweiz Arbeitslosengelder von der Schweiz beziehen können, zeigt, was für ein zerstörerisches System die EU installiert. Missbrauch bei der Arbeitslosenkasse und bei der Sozialhilfe sowie fehlender Lohnschutz sind in der Personenfreizügigkeit einprogrammiert, um die Nationen abzuschaffen.
    • JackMeMore 13.07.2020 13:28
      Highlight Highlight Dann ergreif eine Initiative , eine Petition etc und wehre dich dagegen. Ich sehe auch ein Arbeitgeber in der Pflicht wenn er einen ausländischen Arbeiter in die Schweiz holt und danach wieder entlässt.
    • Frankygoes 13.07.2020 14:35
      Highlight Highlight Sorry, aber das ist schlicht Seich. Die Sozialhilfequote beträgt heute 9.5%, 2006 betrug sie 8.9%. Wir wurden also keineswegs von EU-Sozialschmarotzern überrannt, seit die PFZ exisitiert. Das ist nix als Propaganda für die katapultieren-wir-die-Schweiz-zurück-ins-Mittelalter-Initiative der SVP.
    • Firefly 13.07.2020 15:47
      Highlight Highlight Ja, die Zersiedelung ist ein grosses Problem. Der Grund dafür ist jedoch nicht die Zuwanderung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gopfridsenkel 13.07.2020 11:17
    Highlight Highlight Diese neue Regelung finde ich etwas problematisch. Schliesslich müssen die Grenzgänger ja auch im Wohnsitzstaat Steuern zahlen, oder liege ich da falsch?
    • Herr Ole 13.07.2020 11:37
      Highlight Highlight Ja, aber in die Arbeitslosenkasse zahlen sie dort ein, wo sie arbeiten.
    • SeboZh 13.07.2020 12:00
      Highlight Highlight Ok Herr Ole, dann also 1 monat zb hier einzahlen und dann paar jahre hier beziehen? Wird nicht aufgehen
    • Herr Ole 13.07.2020 14:22
      Highlight Highlight Das ganze Leben lang hier einzahlen und dann 1 Monat in einem anderen Land leben, welches dann bezahlen muss, ist genauso problematisch. Aber ich bin froh, dass du den Haken an der neuen Regelung gefunden hast, Sebo.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SeboZh 13.07.2020 11:16
    Highlight Highlight Ich will nichts unterstellen... Aber man hört ja immer wieder dass da auch viel Betrug betrieben wird... Man bietet einem Angehörigen/Bekannten eine Stelle an, der/die wird bald entlassen und schon darf man hier Sozialgeld beziehen. Gibts dazu genaue Zahlen?
    • Tschowanni 13.07.2020 11:54
      Highlight Highlight Anhand der Reaktionen siehst du das die blauäugigen Gutbürger das nicht wahrhaben wollen
    • zombie woof 13.07.2020 11:54
      Highlight Highlight Dann mach es auch nicht
    • Gopfridsenkel 13.07.2020 12:11
      Highlight Highlight "Ganz geheuer war dem Bund die Angelegenheit aber nicht. Er hielt die Kantone seit Anfang 2010 an, Fälle, in denen Personen weniger als einen Monat nach ihrer Einreise in die Schweiz die Stelle verlieren, zu melden. Falls nämlich ein Arbeitsvertrag nur abgeschlossen wurde, um Arbeitslosengelder zu erschleichen, läge ein Rechtsmissbrauch vor. Derartige Befürchtungen bestätigten sich aber in der Folge nicht."
    Weitere Antworten anzeigen

Die Babyboomer-Lücke: In der Schweiz fehlen schon bald die Arbeitskräfte

Die Coronakrise hat in manchen Firmen einen Stellenabbau zur Folge. Davon könnte die Begrenzungs-Initiative der SVP profitieren. Dabei droht der Schweiz ein Arbeitskräftemangel.

Minus 200 Stellen bei Schindler, minus 400 bei SR Technics, minus 350 bei Gategourmet. Die Hiobsbotschaften aus der Schweizer Wirtschaft haben sich in den letzten Tagen summiert. Begründet wird der Abbau in allen Fällen mit der Coronakrise. Und das dürfte nur der Anfang sein. Weitere Firmen streichen ebenfalls Jobs oder müssen dicht machen.

Solche Meldungen beunruhigen die Gegner der Begrenzungs- oder Kündigungsinitiative. Eigentlich läuft alles in ihrem Sinne. Die Umfragewerte der Initiative …

Artikel lesen
Link zum Artikel