Klima
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epa08178189 (FILE) - A picture showing the old Royal Dutch Shell company logo at a service station in Beauty Point, Tasmania, Australia, 03 July 2015 (reissued 30 January 2020). The Royal Dutch Shell is to release their 4th quarter 2019 results on 30 January 2020.  EPA/UDO WEITZ *** Local Caption *** 52091789

Öl-Gigant: Shell streut Desinformationen über den Klimawandel. Bild: EPA

«Shell Papers»: So finanzieren Öl-Multis und Airlines Klimawandel-Leugner



Dutzende internationale Unternehmen wie der Ölkonzern Shell und die niederländische Fluggesellschaft KLM haben laut Medienberichten jahrelang den prominenten niederländischen Klimawandel-Skeptiker Frits Böttcher finanziell unterstützt.

In den am Samstag von Investigativjournalisten der Plattform für authentischen Journalismus (PAJ) veröffentlichten «Shell Papers» heisst es, Böttcher habe zwischen 1989 und 1998 hunderttausende Euro von den Firmen erhalten. Ziel sei es gewesen, Zweifel am menschengemachten Klimawandel zu säen.

Veröffentlicht wurden die «Shell Papers» in der Zeitung «De Volkskrant» sowie auf dem niederländischen Investigativ-Portal «Follow the Money». Demnach erhielt der inzwischen verstorbene Chemieprofessor Böttcher insgesamt mehr als eine Million niederländische Gulden (450'000 Euro) von den Firmen, die er zur Veröffentlichung klimawandel-skeptischer Artikel und Meinungsbeiträge einsetzte.

ING, Shell und KLM als Böttcher-Unterstützer

Zu Böttchers namhaftesten Unterstützern zählten den Journalisten zufolge neben Shell und KLM auch der deutsche Industriekonzern ThyssenKrupp sowie die niederländische Bankengruppe ING.

Böttcher war 1968 eines der Gründungsmitglieder der einflussreichen Expertengruppe Club of Rome. Der Chemieprofessor der Universität Leiden war bekannt dafür, den Treibhausgaseffekt, der zur Erderwärmung führt, für einen «Mythos» zu halten. Seiner Einschätzung nach war CO2 sogar «gut für den Planeten».

Mehrere der in den Recherchen genannten Unternehmen gaben an, die Vorwürfe nicht überprüfen zu können. Die angeblichen Finanzhilfen für Böttcher lägen zu lange zurück. «Das war vor 25, 30 Jahren. Wir können nicht darüber spekulieren, was genau passiert ist und in welchem Kontext», erklärte Shell.

KLM teilte mit, es gebe «keine Hinweise», dass das Unternehmen Böttcher vor 30 Jahren unterstützt habe. Auch ThyssenKrupp erklärte, es könne die Vorwürfe nicht bestätigten, versicherte aber, das Unternehmen unterstütze keine «Klimawandel-Skeptiker». (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Joe Smith 23.02.2020 10:33
    Highlight Highlight Ich ergreife die Gelegenheit, wieder einmal auf das Buch von Naomi Oreskes: «Die Machiavellis der Wissenschaft» zu verweisen, in der sie zeigt, wie Grossunternehmen seit den 1950er Jahren systematisch Zweifel an der Wissenschaft säen, von der Verharmlosung des Rauchens über die Leugnung des Sauren Regens, des Ozonlochs und schlisslich des Klimawandels. (Der englische Originaltitel lautet denn auch treffender: «Merchants of Doubt».) Interessant ist, wie dabei immer wieder die gleichen Protagonisten auftauchen. Lesenswert! (ISBN 978-3-527-41211-2)
  • beaetel 23.02.2020 09:53
    Highlight Highlight Der Mensch, ein Gewohnheitstier. Wer ihm diese wegnehmen will, wird vehement bekämpft. Gilt auch fürs Rauchen. Man weiss zwar, dass es schlecht ist, aber kann und will dennoch nicht aufhören. Bei all diesen Sachen braucht es einen entscheidenden „turning point“. Und natürlich Einsicht und vor allem ... eine Handlungsalternative, die wenn möglich besser scheint, als das, was man gewohnt ist. Wer also viel Geld mit Öl verdient oder sein Arbeitsplatz von diesem abhängt, wird wahrscheinlich schwer in einer anderen Disziplin zu gebrauchen sein, geschweige dann dort absahnen können.
  • Töfflifahrer 23.02.2020 09:37
    Highlight Highlight Ist leider nichts Neues. Liegen plötzlich Studien vor, die denen nicht passen, finanzieren diese das 5 bis 10 fache an Studien, die genau das Gegenteil beweisen sollen. In der Hoffnung so entsprechende Zweifel sähen zu können und die Originalstudie zu diskreditieren.
  • Chaoz 23.02.2020 02:05
    Highlight Highlight Und irgendwann erfahren wir dann evtl. auch noch, wie die Automobilindustrie die E-Mobilität jahrelang verunglimpfte...
  • dmark 22.02.2020 20:03
    Highlight Highlight "Bezahlt mich und ich erzähle, was ihr wollt."
    Wo ist das Problem? So läuft es doch überall. Man betrachte doch nur mal die normale Werbung. Dort erzählen Leute auch gegen Geld jeden Sch...
    Ebenso in der Politik.
    • Denk Mal 23.02.2020 10:05
      Highlight Highlight Da muss ich Ihnen Recht geben - sauber auf den Punkt gebracht.
  • Meyer Andrej 22.02.2020 19:29
    Highlight Highlight Das hätte man niemals gedacht. Ich bin erschüttert.
  • banda69 22.02.2020 19:07
    Highlight Highlight Es wird Zeit, dass Parteispenden offengelegt werden.

    Und ja. Die Klimaleugner von der SVP werden sich vehement dagegen wehren.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 22.02.2020 19:30
      Highlight Highlight Was ist jetzt mit der Vaterfigur?
      Mit deinem Vater?
    • äti 22.02.2020 22:11
      Highlight Highlight .. welcher Papa?
  • TheRealDonald 22.02.2020 18:55
    Highlight Highlight Das ist so krank, aktiv und voll bewusst das zukünftige Leid von Millionen von Menschen und das Aussterben vieler Tierarten zu fördern, nur um kurzfristig noch fette Gewinne zu machen. Wollen die irgendwann mal das viele Geld fressen, wenn es sonst nichts mehr gibt? Was sind das nur für elende, gierige und machtgeile Typen?! Ich kann ein solches Verhalten nicht verstehen.
    • Kruk 22.02.2020 21:16
      Highlight Highlight Bis zu meinem Tod wird es schon reichen...
      Wird wohl das Motto sein, denn auch diese Leute wissen ganz genau um was es geht.
    • Todesstern 23.02.2020 06:52
      Highlight Highlight Wenns hart kommt triffts jeden am Schluss. Auch diese Konzerne, alle die Leute und Familien und ihre Kinder und Enkel.

    • Thomas Rothen 23.02.2020 07:55
      Highlight Highlight Willkommen in der Realität... Bei jedem Konzern geht es nur und einzig ums Geld. Mehr und grössere Gewinne zu machen, mit allen, mal legaleren, mal weniger legalen Mitteln. Kein einziger (Gross-) Konzern macht irgendetwas aus Wohlwollen. DAS ist die Realität.

      Wer etwas anderes glaubt, ist m.M. naiv und/oder blauäugig. Gewinnmaximierung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, ansonsten überlebt ein weltweit operierender Konzern nicht lange... Da wird nicht überlegt, ob legal/moralisch, sondern: Schadet es uns finanziell oder nicht? Alles andere ist zweitrangig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Heinzbond 22.02.2020 18:08
    Highlight Highlight Nun danke für den Artikel, da Gibt es es jetzt wohl eine Liste mit Firmen die kein Geld mehr von mir bekommen... Hoffentlich schliessen sich da ein par an...
  • Auric 22.02.2020 17:28
    Highlight Highlight echt ? da hat also vor 20 Jahren einer Geld bekommen!

    Damit sind alle nicht-Hysteriker selbstverständlich entlarvt und müssen sofort von der SAntifa gejagt werden.
    • Gipfeligeist 22.02.2020 18:06
      Highlight Highlight @Auric
      Der Punkt ist vielmehr, dass die Geldströme nicht abgenommen haben, sonder sich stetig weiterentwickelt haben.
      Beispiel Heartland Institute (professionelle Klima-Leugner) hat über 800'000 $ [1] von ExxonMobil, von anderen Öl-Multis ebenfalls. Das Institut hält seine finanziellen Unterstützer inzischen intransparent.

      Halten Sie es für hysterisch, solche Misstände zu diskutieren?

      1) Wikipedia Heartland: https://bit.ly/2HOmLmZ
    • äti 22.02.2020 22:16
      Highlight Highlight @auric. Was genau ist ein "nicht-Hysteriker"?? Ist das einer der nicht SVP, AfD oder Trump wählt?
  • Gipfeligeist 22.02.2020 17:25
    Highlight Highlight Und Albert Rösti ist SwissOil Präsident. Neoliberale Parteien wie SVP, CDU oder Republikaner stehen unter der Geld-Dusche. Shell, Exxon und BP verdienen Geld mit Ausbeutung und Extraktion des Planeten. Natürlich bekommt auch Silicon Valley Google und Microsoft was vom Kuchen [1]. Das Geld fliesst praktischerweise in Thinktanks [2] die den Klimawandel mit Lobbyismus-Macht leugnen. So bleibt der Zyklus bestehen und wir alle leben glücklich für weitere 50 Jahre. Danach ists eh egal.

    Danke deregulierter Kapitalismus 🙌🏼

    1) Gizmodo: https://bit.ly/2vVAw0m
    2) Wikipedia: https://bit.ly/2HOmLmZ
    • Eisvogel 22.02.2020 19:10
      Highlight Highlight Gipfeligeist - Herzfunktion funktioniert grad nicht, deshalb so ❤
    • Gipfeligeist 22.02.2020 19:37
      Highlight Highlight @Eisvogel
      Schankedöhn :)
  • piatnik 22.02.2020 17:18
    Highlight Highlight das klima kann man nicht leugnen
    • Gipfeligeist 22.02.2020 17:26
      Highlight Highlight @piatnik
      Ich traue den Geldgebern sogar zu, einen Regentag als Sonnenschein zu interpretieren... Leugnen kann man alles
    • Grohenloh 22.02.2020 17:28
      Highlight Highlight Ich leugne das Klima!
      Das ist wie Bielefeld!
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 22.02.2020 18:35
      Highlight Highlight @Grohenloh
      😂
  • Lowend 22.02.2020 17:11
    Highlight Highlight Es ist sehr wichtig, die Finanzströme der Klimaleugner zu thematisieren, denn hinter denen stehen oft riesige Organisationen.

    Zu diesem Thema, wie auch amerikanische Financiers europäische Klimawandelleugner finanziell unterstützen, um auch in Europa Fuss zu fassen, schrieb «Correctiv» letzthin einen hervorragende Undercover-Story.

    «Die Recherche von CORRECTIV und Frontal21 zeigt, wie das US-amerikanische Heartland Institute Leugner des Klimawandels in Deutschland unterstützt, um Maßnahmen zum Klimaschutz zu untergraben.»

    https://correctiv.org/top-stories/2020/02/04/die-heartland-lobby/
    • Gipfeligeist 22.02.2020 17:28
      Highlight Highlight @Lowend
      Diese Finanzströme, meist im Dunkeln liegend, müssen unbedingt thematisiert werden! Heartland ist definitiv ein Problem, aber die Banken vor unserer eigenen Haustüre (UBS, CS, PostFinance) investieren alle in Shell & Co.

      Deswegen habe ich meine Bank gewechselt, weil ich dies nicht länger unterstützen möchte...
    • w'ever 22.02.2020 23:50
      Highlight Highlight @gipfeligeist
      sag mir welche bank keinen dreck am stecken hat.
      sind doch eh alle gleich, oder?
  • ignotusandri 22.02.2020 17:05
    Highlight Highlight Und da soll noch einer sagen "Klimaschutz geht einfach nicht so schnell, das ist kompliziert."
    Wie immer steht das kurzfristige Profitdenken über aller Vernunft.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 22.02.2020 19:32
      Highlight Highlight Gürtel enger schnallen. Auch du!
    • äti 22.02.2020 22:19
      Highlight Highlight Es gibt mehr als nur einen Weg gut zu leben. Und ja: weniger ist mehr.
    • Töfflifahrer 23.02.2020 09:38
      Highlight Highlight Interessant ist, dass den Schaden den diese anrichten, dann vom Steuerzahler bezahlt werden muss. Wie bei der Bankenrettung.

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