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Olivia Rodrigo: Sängerin äussert sich zu ihrem Auftritt im Babydoll-Dress

Video: watson/nina bürge

Nach Sexualisierung und Kritik – Olivia Rodrigo äussert sich zu ihrem «Babydoll-Dress»

29.05.2026, 13:2629.05.2026, 16:08

Vor einigen Tagen ist die US-amerikanische Sängerin Olivia Rodrigo auf ihrer Welttournee «The Unraveled Tour» in Barcelona aufgetreten. Dabei trug die 23-Jährige ein sogenanntes «Babydoll-Dress». Für diese Outfitwahl hat sie in den sozialen Medien Kritik geerntet. Doch nicht nur das, die junge Sängerin wurde aufgrund ihres Kleides auch sexualisiert. In den sozialen Medien kritisierten Nutzer, dass sie ein solches Kleid trug, andere machten unangebrachte Kommentare zu ihrem Aussehen. Auch wurde geschrieben, dass sich die Sängerin nicht wundern soll, wenn sie sexualisiert werde, wenn sie ein solch kurzes, kindlich aussehendes Kleid trage.

Nun hat sich Rodrigo im Podcast der New York Times, «Popcast», zu den Reaktionen auf ihr «Babydoll-Dress» geäussert. Schau dir im Video an, was Olivia Rodrigo zum Kleid, zur Sexualisierung und zur Kritik sagt:

Video: watson/nina bürge

Die kurzen Kleider, die heute als «Babydoll-Dress» bekannt sind, haben ihren Ursprung im Zweiten Weltkrieg. Sie haben einen kurzen Saum und eine hohe Taille. Grund dafür ist, dass in den 1940er-Jahren wegen des Kriegs der Stoff knapp war und die Kleider somit kürzer genäht werden mussten. Damals wurden diese jedoch erst als Nachthemd benutzt.

Während der 1950er wurde das eigentliche Nachthemd dann im Film «Baby Doll» auf der Leinwand gezeigt. In diesem spielt die Schauspielerin Caroll Baker eine 19-Jährige, die verheiratet wurde. Ihr Ehemann darf sie, bis sie 20-Jährig wird, jedoch nicht anfassen, wie er ihrem Vater versprechen musste. Die junge Frau wird oft in besagten Nachthemden gezeigt und benimmt sich wie ein Kleinkind; liegt in einem Bett, nuckelt an ihrem Daumen und macht fast den Anschein einer Baby-Puppe. Aus dem Film hat das Kleid auch seinen heutigen Namen, wie The Independent schreibt.

CAroll Baker im Film Baby Doll 1956
Carroll Baker im Film «Baby Doll» im Jahr 1956.Bild: Screenshot: Facebook/Retro Reels

Während der 1960er wurde das Kleid dann ein fester Teil der Frauenmode, gepaart mit Strumpfhosen und blumigen Mustern. 20 Jahre später tauchte das «Babydoll-Dress» in der Grunge-Bewegung wieder auf. Dort wurde es von Musikerinnen wie Courtney Love mit Stiefeln getragen. Dadurch wurde das stark feminin konnotierte Kleid mit Rock und Punk gekreuzt.

Courtney Love im Babydoll Dress
Courntey Love 1994 im «Babydoll-Dress».Bild: Getty Images

Wie Olivia Rodrigo selbst sagt, sind Frauen wie Courtney Love und Kathleen Hanna, die die Kleider vor ihr getragen haben, ihre Vorbilder.

Heute hat das «Babydoll-Dress» in der Mode ein Comeback gefeiert. Das Kleid wird wie in den 90ern oft mit Stiefeln kombiniert, wie es Olivia Rodrigo bei ihrem Auftritt in Spanien getragen hat.

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Roli_G
29.05.2026 14:21registriert Januar 2021
Die Aussage, dass "sich die Sängerin nicht wundern soll, wenn sie sexualisiert werde, wenn sie ein [...] kindlich aussehendes Kleid trage" triggert mich gerade massiv. Es fällt mir schwer einen schlechteren Grund zu finden jemanden zu sexualisieren.
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Olavus Cunctator
29.05.2026 15:10registriert Juli 2021
Praktisch jeder weibliche Popstar mit einem derartigen Bekanntheitsgrad operiert unter dem Prinzip "Sex sells". Dafür könnt ihr mich nun ruhig blitzen, es ist aber nunmal eine Tatsache. Mich würde es dementsprechend nicht wundern, wenn Rodrigo bzw. ihr Management den Skandal mit der Kleiderwahl gewissermassen provoziert hat, um Aufmerksamkeit für die Tour zu generieren. Denn dass dieses Outfit in den sozialen Medien kontroverse Reaktionen hervorrufen würde, war im Vorfeld zweifelsfrei abzusehen.
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Mimimi_und_wow
29.05.2026 15:09registriert März 2018
Wir haben hier bei watson Diskussionen, welche Füsse mit FlipFlop unterwgs sein dürfen. Ob kurze Hosen im Büro erlaubt sein sollen, ob man sich die Achselhaare rasieren soll. Was kulturelle Aneignung ist, was politisch korrekt ist... Wir reden, in meinen Augen, zu sehr über andere Menschen anstatt mit anderen Menschen.
Bei einem Bühnen-Outfit ist ja praktisch alles erlaubt. Siehe z.B. Cher. Wird da auch darüber diskutiert über die Sexualisierung?
Die Welt brennt. Politisch und klimatisch. Ich mag mich auch davon ablenken. Aber muss man echt neue Schlachten starten?
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