
Oh-oh, Hide the Pain Harold hat Ärger am Flughafen Zürich.Bild: watson/keystone
User Unser
31.05.2026, 06:5531.05.2026, 06:55
Die sommerlichen Temperaturen sorgen für Ferienstimmung. Wer ins Ausland reist, muss jedoch unvermeidlich den Zoll und am Flughafen die Sicherheitskontrolle passieren. Während sich die einen (zu) wenig Gedanken beim Gang durch die Kontrolle machen, schwitzen andere aus Angst, ein Securitymitarbeiter könnte verbotene Dinge im (Hand-) Gepäck finden.
Oft ist die Sorge unbegründet – aber eben nicht immer.
Und so kam es, dass wir schon einige unangenehme Situationen aushalten mussten, bei denen wir uns fühlten wie ein 8-jähriger Schulbub vor dem tadelnden Lehrer. Immerhin können wir heute darüber lachen ...
Hier nun unsere Geschichten – am Ende des Artikels möchten wir dann gerne deine lesen! <3
Sprengstoffverdacht mit Happy End
Nach der Sicherheitskontrolle am Berliner Flughafen wurde ich zur Seite gebeten. Auf dem Bildschirm hatte etwas in meinem Rucksack offenbar verdächtig nach Sprengstoff ausgesehen. Ein Satz, den man am Flughafen wirklich nicht hören möchte. Noch bevor der Sicherheitsdude meinen Rucksack öffnete, fragte er: «Haben Sie einen Apfel dabei?» Etwas überrascht antwortete ich: «Ja…» Dann durchsuchte er den Rucksack und zog den Apfel heraus. Danach wischte er mit einem kleinen Tuch darüber, steckte das Tuch in ein Analysegerät. Natürlich fiel der Test negativ aus. Währenddessen erklärte er mir, dass in der Schale von Äpfeln ein Stoff enthalten sei, der bei den Geräten manchmal wie Sprengstoff angezeigt werde. Immerhin war der Herr extrem freundlich – und die Story ging weiter: auf dem Weg zum Gate traf ich dann zufällig Rapper Monet192.
Amanda Schneider

Was 1 Tag für Amanda!bild: watson
Keine Wurst für Hubi :(
Einmal wurde ich kontrolliert, als ich vor vielen Jahren aus Russland zurückkam, und der Zöllner hat die zwei oder drei Würste, die ich in Moskau gekauft hatte, beschlagnahmt. Fleisch aus einem Drittland ... Weitere Sanktionen gab's aber nicht.
Daniel Huber
«Are you carrying any other weapons?»
Ich wurde mal bei der Einreise in Las Vegas rausgenommen – nicht wegen Geld oder Drogen … sondern wegen eines kleinen Schweizer Sackmessers. Das Lustigste daran: In Zürich hat das offenbar absolut niemand bemerkt. Ich bin ganz entspannt durch die Sicherheitskontrolle spaziert und fühlte mich wie ein ganz normaler Ferien-Tourist. In Vegas angekommen, machte es plötzlich BEEP BEEP, und zwei Zollbeamte, beide ungefähr so breit wie ein Kühlschrank mit Armen, eskortierten mich direkt raus und baten mich kurz mitzukommen. Dieses «kurz» bedeutete natürlich: kleiner Raum, ernste Gesichter und Fragen: «Why do you have a knife with you?», «Are you carrying any other weapons?», «Is there anything else we should know about?», «What is the purpose of your trip to the United States?» Ich habe mich selten so kriminell gefühlt.
Am Ende wurde das Sackmesser einkassiert und ich durfte weiterreisen. Vegas war grossartig – nur mein Sackmesser wohnt jetzt vermutlich irgendwo in einem amerikanischen Beweismittelschrank.
Livia Jeger
Die ultimative Waffe – für lange Wimpern
Vor vielen Jahren am Flughafen Dublin – ich war etwa 19 – wurde ich nach der Durchleuchtung meines Handgepäcks auf die Seite genommen. Ich wurde gefragt, ob ich schöne Ferien hatte und ob ich das Land grundsätzlich möge. Dem Gesicht des Security-Typen nach zu urteilen, würde ich gleich Ärger bekommen. Er zog meine Mascara aus dem Bauchtäschli und fragte, ob das eine Waffe sei. Okay, die Verpackung sah etwas futuristisch aus und die Etikette war kaum mehr zu sehen, aber ...

Ungefähr so sah die Mascara aus. Einfach ohne Schriftzug.Bild: loreal
... komm schon, Security-Mann?
Ich habe mich erklärt und meinte verängstigt, er dürfe die Wimperntusche behalten. Hat er auch.
Ich hoffe, er hat bis heute schöne Wimpern. »
Madeleine Sigrist
Nein, es ist Kreide, ich schwör
Okay, dies ist jetzt ein wenig technisch, aber bleibt kurz dran: Für Konzerte, für die wir eingeflogen wurden, nahm ich früher immer meinen eigenen abnehmbaren Tonabnehmer, einen eigenen Satz Saiten und meinen eigenen Steg für den Kontrabass mit. Dies, um zu garantieren, dass ich jeden Kontrabass, den mir der Konzertveranstalter zur Verfügung stellt, mehr oder weniger nach meinen Vorstellungen einrichten konnte. Eine Zeit lang habe ich mit jenem dreibeinigen «Ampeg/Selmer-Dreifuss-Steg» experimentiert (vgl. Foto). Damit das ganze Konstrukt – das ja nur durch den Saitendruck in Position gehalten wird – nicht verrutscht, trägt man auf die Unterseite jener Gelenkfüsse ein bisschen Geigenbauer-Kreide auf (sieht aus wie Wandtafel-Kreide, aber in Pulverform).

Bild: watson
Rückflug von einem Konzert (in Finnland, glaub); umsteigen in Frankfurt; der deutsche Zoll nimmt mich raus. Zuerst klauben die Beamten den Tonabnehmer raus, der nun mal mega technisch aussieht und, zugegeben, wie nichts, was ein gewöhnlicher Reisender normalerweise im Gepäck mit sich führen würde. Ich erkläre ... und ernte konsternierte Blicke vom bundesdeutschen Zoll. Erst recht, als sie den Metallsteg mit seinen Schrauben und Ecken und Kanten entdecken. «Und was ist denn das?» Ich erkläre weiter. Guckt – ich habe ja noch einen Satz Basssaiten dabei. Und noch ein Säckchen mit weissem Pulver – die Geigenbauer-Kreide. Ja, ich wurde zur Seite in einem Untersuchungsraum genommen. Doch – ein Lob auf die deutschen Grenzbehörden – schlussendlich wurde alles schnell gelöst und ich durfte meine Reise fortsetzen. Dass sie irgendeinen doofen Musiker mit einem Säckchen weissen Pulver kurz rausnahmen, ist ja mehr als verständlich.
Oliver Baroni
Miso, du so?
Ich war vor einigen Jahren mit meiner Freundin in New York. Wir hatten uns vor dem Abflug noch Sushi geholt und hatten dieses in einem grossen To-Go-Sack dabei. Völlig verpeilt stellten wir die Tüte am Flughafen aufs Security-Band. Als der Sack herausgefischt wurde, trafen sich unsere Blicke und die Panik setzte ein: Fuck, wir haben ja Miso-Suppe! Der Beamte fragte uns: «What is this?» Wir so: «Miso soup – sorry.» Wir sahen die Suppe natürlich schon im Mülleimer. Doch stattdessen packte er die Suppe gechillt zurück in die Tüte und liess uns gehen. Das illegalste und witzigste Sushi-Znacht meines Lebens.
Nicole Christen
Und hier noch ein kleines Drama ausserhalb des Flughafens:
«Go back to your country»
Ich wollte mit einem seit sechs Tagen abgelaufenen Pass nach Kroatien, damals waren sie noch nicht im Schengen-Raum dabei. Der Zöllner hat sich meinen Pass angesehen, mich aus dem Bus geholt und an einem Grenzübergang mitten im Wald mit den Worten: «Go back to your country», stehen lassen. Ich bin dann mit dem Taxi zurück nach Triest, war auch schön da.
Leo Helfenberger
(sim)
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