Sport
Eishockey

Eishockey-WM 2026: Schweden toben nach Meier-Check gegen Sundqvist

meier sundqvist
Oskar Sundqvist liegt nach Timo Meiers Aktion auf dem Eis. Der Schweizer nach einem Revanche-Schlag gegen den Kopf ebenfalls.Bild: srf screenshot

«Skandal» und «feige Schiedsrichter»: Schweden toben nach Meier-Check gegen Sundqvist

Schweden-Stürmer Oskar Sundqvist erleidet nach einem regelwidrigen Check von Timo Meier eine wohl schwere Verletzung. Dass Meier weiterspielen durfte, sorgt für grosse Kritik beim besiegten Gegner. Besonders die Schiedsrichter stehen im Fokus.
29.05.2026, 05:0529.05.2026, 07:28

Ivar Stenberg, der hochveranlagte 18-jährige Flügel der Schweden, der als einer der Toppicks im diesjährigen NHL-Draft gehandelt wird, nahm kein Blatt vor den Mund. Gegenüber schwedischen Medien sagte er nach dem Viertelfinal-Out gegen die Schweiz über Meiers Aktion und das Verdikt der Unparteiischen:

«Das war unglaublich hässlich. Feige Schiedsrichter. Sie trauten sich nicht, eine Entscheidung gegen das Schweizer Publikum zu treffen. Wirklich feige.»
epa13001142 Switzerland's Ken Jager (L) in action against Sweden's Ivar Stenberg during the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship Quarterfinal game between Switzerland and Swede ...
Ivar Stenberg (hier gegen Ken Jäger) ist überhaupt nicht zufrieden mit der Schiedsrichterleistung im Viertelfinal gegen die Schweiz.Bild: keystone

Auf eine Nachfrage führte Stenberg aus, die Schiedsrichter hätten, nachdem sie bereits eine 5-Minuten-Strafe und einen Spielausschluss gegen Dean Kukan früher im Spiel verfügt hatten, keinen Mut gehabt, eine weitere solche Strafe auszusprechen.

meier sundqvist
Oskar Sundqvist musste mit dem Rollstuhl abtransportiert werden.Bild: viaplay screenshot

Tatsächlich war Meiers Check gegen NHL-Stürmer Sundqvist, der das Stadion im Rollstuhl verlassen musste, klar regelwidrig. Und auch klar ist, dass das Schweizer Team mit der Entscheidung der Schiedsrichter, Meier nicht vom Eis zu schicken und es bei einer kleinen Strafe zu belassen, gut bedient war. Darüber war man sich auch auf Schweizer Seite einig. Da der Appenzeller unmittelbar nach seinem Tackling von Albert Johansson zur Revanche niedergestreckt wurde, mussten die Schweizer nicht einmal in Unterzahl spielen.

Auch Schwedens NHL-Haudegen Mattias Ekholm wurde deshalb in seinem Postgame-Interview deutlich:

«Ich halte das für ein klares Knie-Tackling. (...) Ich weiss nicht, ob sie (die Schiedsrichter, d.Red) nach der 5-Minuten-Strafe im ersten Drittel Angst bekommen haben.»

Er habe versucht, die Schiedsrichter dazu zu bringen, die Situation noch einmal auf Video anzuschauen. Doch diese wollten nicht:

«Meiner Meinung nach waren sie in dem Moment sehr arrogant. Sie waren nicht begeistert und damit endete das Gespräch.»
260528 Mattias Ekholm of Sweden looks dejected after the 2026 IIHF Ice hockey, Eishockey World Championship, WM, Weltmeisterschaft quarterfinal match between Switzerland and Sweden on May 28, 2026 in  ...
Mattias Ekholm war nach der Niederlage gegen die Schweiz nicht gut auf die Schiedsrichter zu sprechen.Bild: www.imago-images.de

Ekholm war auch der Meinung, dass ein Check Nino Niederreiters gegen Oliver Ekman-Larsson, den wohl wichtigsten Verteidiger der Schweden, hätte geahndet werden müssen. Ekman-Larsson prallte nach einem harten, aber nicht unbedingt unfairen Check des Schweizer Stürmers mit dem Kopf unglücklich aufs Eis und konnte nicht mehr weiterspielen.

Auch im schwedischen TV gingen die Wogen hoch, wie die Zeitung Aftonbladet schreibt. Erik Granqvist, Experte beim Streamingdienst «Viaplay», wetterte ebenfalls über die Entscheidung beim Meier-Check:

«Das ist eine klare 5-Minuten-Strafe. Meiers Aktion ist wirklich übel. Ich weiss, er versucht einen Cross-Check, aber er streckt sein linkes Knie aus, und es ist Knie an Knie. Sundqvist könnte sechs Monate ausfallen, vielleicht steht sogar seine gesamte Karriere auf dem Spiel. Es wäre eine klare 5-Minuten-Strafe für Meier gewesen. Ich will nicht fluchen, aber die Schiedsrichterleistung war einfach nur furchtbar.»

Verteidiger Ekholm, der über lange Jahre Verteidigerkollege von Roman Josi bei Nashville war, hatte immerhin zum Ende seiner Schiedsrichterschelte noch einige versöhnliche Worte bereit.

«Ich habe alles gegeben, was ich konnte, aber es hat nicht gereicht. Man muss den Schweizern Respekt zollen. Sie sind eine gute Mannschaft. Aber wir sind nicht viel schlechter.»
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Erstmals seit 15 Jahren: Novak Djokovic kommt an die Swiss Indoors
Der 24-fache Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic erhält für die Swiss Indoors in Basel eine Wildcard. Somit wird der 39-Jährige erstmals seit 15 Jahren wieder beim Turnier in Basel dabei sein.
Novak Djokovic wird in eineinhalb Wochen in Basel aufschlagen. Der Serbe erhält von den Organisatoren der Swiss Indoors eine Wildcard und nimmt somit erstmals seit 15 Jahren am ATP-500er-Turnier teil.
Zur Story