Nach Sexualisierung und Kritik – Olivia Rodrigo äussert sich zu ihrem «Babydoll-Dress»
Vor einigen Tagen ist die US-amerikanische Sängerin Olivia Rodrigo auf ihrer Welttournee «The Unraveled Tour» in Barcelona aufgetreten. Dabei trug die 23-Jährige ein sogenanntes «Babydoll-Dress». Für diese Outfitwahl hat sie in den sozialen Medien Kritik geerntet. Doch nicht nur das, die junge Sängerin wurde aufgrund ihres Kleides auch sexualisiert. In den sozialen Medien kritisierten Nutzer, dass sie ein solches Kleid trug, andere machten unangebrachte Kommentare zu ihrem Aussehen. Auch wurde geschrieben, dass sich die Sängerin nicht wundern soll, wenn sie sexualisiert werde, wenn sie ein solch kurzes, kindlich aussehendes Kleid trage.
Nun hat sich Rodrigo im Podcast der New York Times, «Popcast», zu den Reaktionen auf ihr «Babydoll-Dress» geäussert. Schau dir im Video an, was Olivia Rodrigo zum Kleid, zur Sexualisierung und zur Kritik sagt:
Die kurzen Kleider, die heute als «Babydoll-Dress» bekannt sind, haben ihren Ursprung im Zweiten Weltkrieg. Sie haben einen kurzen Saum und eine hohe Taille. Grund dafür ist, dass in den 1940er-Jahren wegen des Kriegs der Stoff knapp war und die Kleider somit kürzer genäht werden mussten. Damals wurden diese jedoch erst als Nachthemd benutzt.
Während der 1950er wurde das eigentliche Nachthemd dann im Film «Baby Doll» auf der Leinwand gezeigt. In diesem spielt die Schauspielerin Caroll Baker eine 19-Jährige, die verheiratet wurde. Ihr Ehemann darf sie, bis sie 20-Jährig wird, jedoch nicht anfassen, wie er ihrem Vater versprechen musste. Die junge Frau wird oft in besagten Nachthemden gezeigt und benimmt sich wie ein Kleinkind; liegt in einem Bett, nuckelt an ihrem Daumen und macht fast den Anschein einer Baby-Puppe. Aus dem Film hat das Kleid auch seinen heutigen Namen, wie The Independent schreibt.
Während der 1960er wurde das Kleid dann ein fester Teil der Frauenmode, gepaart mit Strumpfhosen und blumigen Mustern. 20 Jahre später tauchte das «Babydoll-Dress» in der Grunge-Bewegung wieder auf. Dort wurde es von Musikerinnen wie Courtney Love mit Stiefeln getragen. Dadurch wurde das stark feminin konnotierte Kleid mit Rock und Punk gekreuzt.
Wie Olivia Rodrigo selbst sagt, sind Frauen wie Courtney Love und Kathleen Hanna, die die Kleider vor ihr getragen haben, ihre Vorbilder.
Heute hat das «Babydoll-Dress» in der Mode ein Comeback gefeiert. Das Kleid wird wie in den 90ern oft mit Stiefeln kombiniert, wie es Olivia Rodrigo bei ihrem Auftritt in Spanien getragen hat.
