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Gay Soccer

Bild: shutterstock.com

Will sich ein schwuler Fussball-Profi outen? Das Rätsel um «gay_Bundesligaspieler»



Der Profifussball nutzt seine Öffentlichkeit oft für gute Aktionen: Gegen Rassismus werden Plakate ausgefahren, oder Geflüchtete werden zu Spieltagen eingeladen. Es werden Aktionen für das Kindeswohl gestartet oder recycelte Trikots produziert. Doch es gibt auch Themen, denen sich der Fussball nur zaghaft nähert: Homosexualität und Homophobie.

Das liegt auch daran, dass es so gut wie keinen offen homosexuellen Profi-Fussballer gibt. Homosexuelle Spieler stehen zwar auf dem Platz – doch die haben auch im Jahr 2019, wo es offen schwule Politiker, Pop-Sänger und Baumarkt-Mitarbeiter gibt, noch immer Angst, in der Machowelt Fussball offen darüber zu sprechen. Nun soll ein Profi-Fussballer in Deutschland dies versuchen – zumindest lässt ein Twitter-Account dies derzeit Tausende Fans glauben.

Der User «gay_Bundesligaspieler» postet seit dem 16. Oktober auf Twitter. Alles fing mit einem «AMA» an – einem «ask me anything», welches auf Plattformen wie Reddit gerne von Personen genutzt wird, um über spannende Inhalte aus dem eigenen Leben zu informieren.

Der Account postete:

«Ich bin ein schwuler Spieler der 2. Bundesliga. Ich möchte mich bald outen, um das Versteckspiel zu beenden. Ich teste hier ob ich den Druck aushalten kann... Ask me anything!»

Hunderte Fans antworteten. Es erreichten den vermeintlichen Zweitliga-Profi nicht nur Fragen, sondern vor allem aufbauende Worte und Respektsbekundungen. «Scheiss auf die Hater, lieb die Lover», schrieben Fans etwa.

Nachdem ihn offenbar über die vergangenen Tage viele Nachrichten erreicht hatten, schrieb der User des Accounts am Freitagmorgen: «OK ich wollte heute morgen nur kurz diesen Kanal checken. Muss mich erstmal sammeln – das gerät ja jetzt schon fast ausser Kontrolle . Jetzt muss ich mich erst mal auf das Training konzentrieren. Heute Abend mehr.»

Ob hinter dem Account wirklich ein homosexueller Fussballprofi steckt, ist indes nicht klar. Klar ist: Die positiven Nachrichten der Fans offenbaren, dass ein grosser Teil der Fussballfans positiv auf ein Coming-out eines aktiven Fussballprofis reagiert. Am Freitagabend könnte wohl mehr kommen.

In Deutschland outete sich bisher lediglich der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger – jedoch nach seinem Karriereende im Jahr 2014. Dessen Coming-out machte Hoffnung: Der Gang an die Öffentlichkeit wurde anschliessend von Vereinen, Mitspielern, Fans und den Medien sehr positiv aufgenommen. Mittlerweile ist Hitzlsperger Sportvorstand beim VfB Stuttgart. In den vergangenen Jahren starteten Klubs wie der FC St. Pauli, Werder Bremen oder der HSV Spieltagsaktionen, um über Homosexualität zu informieren. (bn/watson.de)

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