DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: shutterstock.com

Will sich ein schwuler Fussball-Profi outen? Das Rätsel um «gay_Bundesligaspieler»

18.10.2019, 12:0218.10.2019, 12:17

Der Profifussball nutzt seine Öffentlichkeit oft für gute Aktionen: Gegen Rassismus werden Plakate ausgefahren, oder Geflüchtete werden zu Spieltagen eingeladen. Es werden Aktionen für das Kindeswohl gestartet oder recycelte Trikots produziert. Doch es gibt auch Themen, denen sich der Fussball nur zaghaft nähert: Homosexualität und Homophobie.

Das liegt auch daran, dass es so gut wie keinen offen homosexuellen Profi-Fussballer gibt. Homosexuelle Spieler stehen zwar auf dem Platz – doch die haben auch im Jahr 2019, wo es offen schwule Politiker, Pop-Sänger und Baumarkt-Mitarbeiter gibt, noch immer Angst, in der Machowelt Fussball offen darüber zu sprechen. Nun soll ein Profi-Fussballer in Deutschland dies versuchen – zumindest lässt ein Twitter-Account dies derzeit Tausende Fans glauben.

Der User «gay_Bundesligaspieler» postet seit dem 16. Oktober auf Twitter. Alles fing mit einem «AMA» an – einem «ask me anything», welches auf Plattformen wie Reddit gerne von Personen genutzt wird, um über spannende Inhalte aus dem eigenen Leben zu informieren.

Der Account postete:

«Ich bin ein schwuler Spieler der 2. Bundesliga. Ich möchte mich bald outen, um das Versteckspiel zu beenden. Ich teste hier ob ich den Druck aushalten kann... Ask me anything!»

Hunderte Fans antworteten. Es erreichten den vermeintlichen Zweitliga-Profi nicht nur Fragen, sondern vor allem aufbauende Worte und Respektsbekundungen. «Scheiss auf die Hater, lieb die Lover», schrieben Fans etwa.

Nachdem ihn offenbar über die vergangenen Tage viele Nachrichten erreicht hatten, schrieb der User des Accounts am Freitagmorgen: «OK ich wollte heute morgen nur kurz diesen Kanal checken. Muss mich erstmal sammeln – das gerät ja jetzt schon fast ausser Kontrolle . Jetzt muss ich mich erst mal auf das Training konzentrieren. Heute Abend mehr.»

Ob hinter dem Account wirklich ein homosexueller Fussballprofi steckt, ist indes nicht klar. Klar ist: Die positiven Nachrichten der Fans offenbaren, dass ein grosser Teil der Fussballfans positiv auf ein Coming-out eines aktiven Fussballprofis reagiert. Am Freitagabend könnte wohl mehr kommen.

In Deutschland outete sich bisher lediglich der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger – jedoch nach seinem Karriereende im Jahr 2014. Dessen Coming-out machte Hoffnung: Der Gang an die Öffentlichkeit wurde anschliessend von Vereinen, Mitspielern, Fans und den Medien sehr positiv aufgenommen. Mittlerweile ist Hitzlsperger Sportvorstand beim VfB Stuttgart. In den vergangenen Jahren starteten Klubs wie der FC St. Pauli, Werder Bremen oder der HSV Spieltagsaktionen, um über Homosexualität zu informieren. (bn/watson.de)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!

1 / 19
Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Wann hast du rausgefunden, dass du hetero bist?»

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Dümpelente
18.10.2019 12:47registriert Februar 2014
"Mittlerweile ist Hitzlsperger Sportvorstand beim VfB Stuttgart."

Mittlerweile ist Hitzlsperger nicht mehr Sportvorstand, sondern Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG.
380
Melden
Zum Kommentar
avatar
Willzyx Moonstone
18.10.2019 12:21registriert Mai 2018
"...ein grosser Teil der Fussballfans positiv auf ein Coming-out eines aktiven Fussballprofis reagiert"
das schon aber "ein grosser Teil der Fussballfans" ist auch gegen Ausschreitungen - entscheidend ist bei den Fussballfans jedoch leider der kleine Teil Idioten.
322
Melden
Zum Kommentar
12
Real Madrid verkauft schon vor Ronaldos rauschendem Debüt über 100'000 seiner Trikots
5. Oktober 2002: Bei Real Madrid spielen schon Zinédine Zidane und Luis Figo, doch erst mit dem Zuzug von Ronaldo wird der spanische Rekordmeister endgültig «galaktisch». Einen Tag vor seinem ersten Einsatz zieht Reals Finanzchef eine erste, freudige Bilanz.

Jedes Jahr ein neuer Superstar – das ist das Motto von Florentino Perez, dem Präsidenten von Real Madrid Anfang des neuen Jahrtausends. Von Erzrivale Barcelona stösst im Jahr 2000 Luis Figo zu den Königlichen, ein Jahr später folgt Weltmeister Zinédine Zidane und 2002 kommt Ronaldo dazu.

Zur Story