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Die Polizei in Wien präsentiert ihren Fund.
Die Polizei in Wien präsentiert ihren Fund.Bild: Keystone/APA/Georg Hochmuth

Sturmgewehre, Handgranaten, Säbel – Polizei hebt Waffenlager von Rechtsradikalen aus

Die Polizei in Österreich hat ein riesiges Waffenarsenal von Rechtsradikalen sichergestellt. Mit den Waffen sollte «möglicherweise eine rechtsradikale Miliz» in Deutschland aufgebaut werden.
12.12.2020, 22:3713.12.2020, 14:08

Bei Durchsuchungen haben Ermittler ein riesiges Waffenarsenal für Rechtsradikale sichergestellt. In Bayern und Österreich seien mehrere Verdächtige festgenommen worden. Den Ermittlern sei ein «massiver Schlag» gegen die rechte Szene gelungen, erklärte der österreichische Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz mit Vertretern der Sicherheitsbehörden am Samstag. Mit den Waffen sollte «möglicherweise eine rechtsradikale Miliz» in Deutschland aufgebaut werden.

Demnach nahmen die Ermittler fünf Personen in Österreich und zwei Personen in Bayern fest. Weitere Ermittlungen sollen auch in Nordrhein-Westfalen laufen. Das Bayerische Landeskriminalamt bestätigte auf Nachfrage eine Festnahme im Osten Bayerns am vergangenen Mittwoch. Ein zweiter Verdächtiger sei in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei über die Ermittlungen informiert und habe sich im Gespräch mit Nehammer «zutiefst schockiert» gezeigt, hiess es aus Österreich. «Die Behörden stehen im engsten Kontakt», bestätigte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag. «Wir nehmen die Situation sehr ernst. Die Tat und die Tathintergründe müssen jetzt restlos aufgeklärt werden.»

Nach Angaben der österreichischen Behörden wurden über 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen, Handgranaten, Wehrmachtsgegenstände wie Säbel und Helme, sowie Munition im sechsstelligen Bereich sichergestellt. Bei den Waffen handelt es sich laut dem österreichischen Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl um einen der «grössten Funde der letzten Jahrzehnte».

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch stellten die Ermittler nach eigenen Angaben Maschinenpistolen und Sturmgewehre samt Munition sicher. Bei einer weiteren Durchsuchung am Donnerstag sei ein Container mit Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden. In einer Lagerhalle in Niederösterreich hätten die Ermittler am Freitag dann noch einmal rund 100'000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen entdeckt.

«Alles, was wir sichergestellt haben, würde hier gar nicht hineinpassen», sagte Pürstl während der Pressekonferenz. Es handele sich um «schweres Gerät, mit dem man sehr, sehr viel Schaden anrichten» könne, so Pürstl weiter.

Eine Drogenlieferung aus Deutschland im Oktober habe die Polizei zu dem Netzwerk geführt, teilten die österreichischen Ermittler mit. Mit den Erlösen aus dem Drogenhandel seien dann die gefundenen Waffen gekauft worden. Der Hauptverdächtige ist ein 53-jähriger vorbestrafter Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll. (sda/dpa)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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auslandbasler
12.12.2020 22:47registriert Februar 2015
Aber die Linken und die Antifa....
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Nutshell
13.12.2020 03:45registriert September 2018
Mich stört, dass hier (und in vielen anderen Medien) von "Miliz" gesprochen wird. Dadurch werden deren gestörte Eigenwahrnehmungen und -bezeichnungen wiedergegeben. "Rechtsradikale Terrorzelle" oä. trifft es doch viel besser.
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_kokolorix
12.12.2020 23:06registriert Januar 2015
Spätestens wenn die Spuren in Richtung Politik oder Polizei zeigen, wird das 'restlos' dann ziemlich Makulatur werden...
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