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Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, kündigte am 28. Dezember die Einführung des Covid-19-Impfstoffs Moderna an.
Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, kündigte am 28. Dezember die Einführung des Covid-19-Impfstoffs Moderna an.
Bild: keystone

In den USA wird ein Impfnachweis für iPhones und Android-Handys lanciert

Die Bürger von Los Angeles County, dem bevölkerungsreichsten Bezirk in den USA, sollen ihre Covid-19-Impfung neu auf ihrem Smartphone speichern und damit auch gegenüber Dritten «beweisen» können.
29.12.2020, 19:18

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Los Angeles sollen neu mit ihrem Handy nachweisen können, dass sie gegen Covid-19 geimpft wurden. Der digitale Impfnachweis könne auf iPhones und Android-Smartphones hinzugefügt werden, berichtete Bloomberg am Montag.

Möglich werde dies dank einer Partnerschaft zwischen dem Los Angeles County und dem Start-up Healthvana, das sich auf die Zustellung von Testergebnissen für HIV und andere übertragbare Krankheiten spezialisiert hat und im Auftrag der Behörden auch Covid-Testresultate übermittelt.

Was ist das Ziel?

Hauptziel sei die möglichst schnelle und zuverlässige Durchführung der zweistufigen Impfungen.

In den USA haben Ende Dezember die Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff Moderna begonnen. Wie der in der Schweiz zugelassene Impfstoff von Biontech/Pfizer muss auch der vom US-Biotechnologie-Unternehmen Moderna entwickelte Impfstoff zeitversetzt in zwei Dosen abgegeben werden.

Die Hauptidee des digitalen Impfnachweises sei es, Menschen damit an die Einnahme der zweiten Dosis des Impfstoffs zu erinnern und ausserdem lasse sich so bestätigen, wer die beiden Dosen bereits eingenommen habe.

Alle US-Bürger, die sich (freiwillig) impfen lassen, erhalten von ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde eine Karte, auf der vermerkt ist, welchen Impfstoff sie wann erhalten haben. Diese Karte (aus Papier) könne aber leicht verloren gehen. Hier soll der zentral gespeicherte Impfnachweis helfen.

Wo werden die Daten gespeichert?

Dies soll über die Geldbörsen-Apps möglich sein, die Apple und Google für ihre Betriebssysteme iOS und Android anbieten: Apple Wallet (fürs iPhone), bzw. Google Pay.

Healthvana speichere die Daten auf Servern von Amazon Web Services, heisst es. Dabei würden die gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutzbestimmungen eingehalten.

Bloomberg zitiert Claire Jarashow, die Verantwortliche, die in der Gesundheitsbehörde von Los Angeles County für Impfprogramme zuständig ist: «Es ist so sicher, wie wir es machen können. Ich persönlich würde mich wohl fühlen, es zu benutzen, also hoffe ich, dass das beruhigend ist.»

Da der Impfnachweis auf dem Smartphone abgerufen werden kann, könnte er auch als digitaler Beleg zuhanden von Dritten dienen, wie beispielsweise Fluggesellschaften.

Healthvana arbeite mit Konzertveranstaltern, Universitäten und weiteren Unternehmen zusammen, um die Technologie einzusetzen. Die Verantwortlichen glaubten aber nicht, dass ihre Lösung zum landesweiten Standard werde. «Es wird nicht wie eine Kreditkarte sein, die man in den ganzen USA benutzen kann», sagte der CEO, Ramin Bastani.

Wer steckt dahinter?

Das US-Unternehmen Healthvana bezeichnet sich als sichere Online-Plattform für Patientendaten. Es wird ein «Mobile First»-Ansatz verfolgt, das heisst, die Software wird in erster Linie für die Nutzung per Smartphone entwickelt. Die User könnten jederzeit auf ihre Testergebnisse oder Impfaufzeichnungen zuzugreifen, um sie «einfach zu teilen».

Los Angeles kooperiert bereits mit Healthvana, um die Covid-19-Testergebnisse zuzustellen. Wer sich bei einem der von der Stadt betriebenen Testzentren testen lässt, wird per E-Mail oder SMS benachrichtigt, wenn die Ergebnisse vorliegen – normalerweise geschehe dies innert 48 Stunden.

Los Angeles County ist mit 4084 Quadratmeilen einer der grössten Bezirke innerhalb der Vereinigten Staaten. Es ist gleichzeitig der bevölkerungsreichste Bezirk des Landes – die fast 10 Millionen Einwohner machen etwa 27 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates Kaliforniens aus.

Wirds das auch in der Schweiz geben?

Dazu ist nichts bekannt.

Ende November wurde berichtet, dass die Swiss als eine von fünf Fluggesellschaften eine neue Smartphone-App einführen wolle. Dabei handle es sich um einen digitalen Gesundheitspass namens «Commonpass», entwickelt von der Non-Profit-Organisation «The Commons Project» und dem World Economic Forum, die beide ihren Sitz in Genf haben.

Zwei Wochen später liess der Swiss-CEO verlauten, einen Impfpass werde man nicht von sich aus verlangen: «Es ist nicht die Aufgabe von Airlines, Impfpflichten zu fordern.»

Quellen

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