Architektur
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ponte Tower, Johannesburg, Südafrika

Der Ponte-Tower (rechts) dominiert die Skyline der Innenstadt von Johannesburg. Bild: Shutterstock

«Afrikas gefährlichstes Hochhaus» wird gefragte Touristenattraktion



Gefährlich, chaotisch, vermüllt und verwahrlost: Johannesburgs Ponte-Tower galt als angeblich gefährlichstes Hochhaus Afrikas. Ein fast schon apokalyptisch anmutender Ort, in dem der deutsche Autor Norman Ohler in seinem Buch «Stadt des Goldes» einst Nigerias Drogenmafia ansiedelte.

Nach einer kompletten Erneuerung wird er in der einstigen Goldgräberstadt nun zur gefragten Touristenattraktion. «Fast 95 Prozent unserer Besucher sind Touristen, viele davon aus Deutschland, Frankreich oder den USA», sagt Gilbert Mwape, der die Besucher herumführt.

Südafrikaner seien eher selten dabei, sagt der gebürtige Kongolese und meint: «Da arbeiten wir noch an Vorurteilen.» Von der 52. Etage schweift der Blick weit hinüber zum Vorort Sandton, wo zum Jahreswechsel mit dem 234 Meter hohen Leonardo-Turm gerade Afrikas höchstes Wohngebäude fertiggestellt wurde. Es ist eine Art Gegenentwurf zum Ponte-Turm: Johannesburgs Finanzwelt hat sich dort nach dem Ende der Apartheid ihre neue Hochhaus-Kulisse gebaut.

Symbol der Gesetzlosigkeit

Da kann der 1975 eröffnete, kreisrunde Ponte-Tower mit seinen 173 Metern Höhe längst nicht mehr mithalten. Heute steht er eher für die wechselhafte Geschichte des Kap-Staats. Als weithin sichtbares Wahrzeichen wirkt er wie ein Leuchtturm im Beton-Elend des zu Apartheidzeiten sehr gefragten Stadtviertels Hillbrow, das zum Zentrum einer neuen Gesetzlosigkeit wurde, in dem immer noch Chaos, Schmutz und Gewalt gedeihen.

Ponte-Tower – das war zunächst eine Kleinstadt mit Schwimmbädern, Restaurants und Boutiquen für eine weisse Elite. Doch der Bau wandelte sich noch zu Apartheid-Zeiten zu einem vertikalen Slum auf 54 Etagen. Im hohlen Innenbereich stapelte sich zuweilen mehrere Stockwerke hoch der Müll.

Skrupellose Gangster hatten den Wohnblock im Griff, in dem von Sex über Drogen bis hin zu Waffen fast alles zu haben war. Nach dem Fall der Apartheid beherbergte das für maximal 3500 ausgelegte Gebäude bis zu 10'000 Menschen, die sich von sogenannten Slumlords Schlafplätze in den verlassenen Wohnungen zuweisen liessen.

Ponte Tower, Johannesburg, Südafrika

Einst war der Turm ein Synonym für Verfall und Verbrechen. Bild: Shutterstock

Symbol der Hoffnung

Die Fussball-WM vor zehn Jahren brachte die Wende und machte den runden Turm zum Hoffnungssymbol. Der Müll wurde abgetragen, die Apartments wurden renoviert und die Sicherheit drastisch verschärft. Der Weg ins Innere gleicht heute mit gescannten Fingerabdrücken und Sicherheitsschleusen dem Gang in eine schwer gesicherte Festung.

Die Hilfsorganisation «Dlala Nje» des Journalisten Nickolaus Bauer hat seit einigen Jahren ein Büro im Ponte-Tower und versucht, dessen Negativ-Image zu wenden und zugleich den Kindern und Jugendlichen Orientierung zu geben.

Sie organisiert auch Touren durch das Hochhaus. «Bisher hatten wir mehr als 20'000 Besucher», schätzt Bauer, dessen Vorfahren einst aus Österreich nach Südafrika auswanderten.

Die Idee für die Hochhaus-Touren entstand nach Dreharbeiten für einen der vielen Filme in dem Hochhaus, bei denen sich eine rege Nachfrage abzeichnete. Obwohl die Organisation kaum Werbung dafür macht, sind diese Touren längst kein Geheimtipp mehr.

Die Besucher kommen überwiegend aus dem Ausland: «Viele Junge, aber auch Pensionierte», erklärt Bauer und seufzt: «Prinz Harry und seine Meghan wollten bei ihrem Südafrika-Besuch eigentlich auch kommen – aber der südafrikanische Personenschutz war dann doch zu skeptisch.»

Ponte Tower, Johannesburg, Südafrika

Der kreisrunde Ponte-Tower erfreut sich neuer Beliebtheit. Bild: Shutterstock

Hipper Gegenentwurf

Der Franzose Damien Regnier beendet gerade seine erste Südafrika-Tour im Ponte-Tower. «Wir haben davon in unserem Reiseführer erfahren», sagt er. Kurz vorm Abflug geniesst er mit seiner Partnerin Laetitia Oodoomansaib auf der 52. Etage den Weitblick bis nach Sandton, das heute mit seinen Shopping-Zentren als teuerste Meile Afrikas gilt.

Der Ponte-Tower profiliert sich ebenso wie das einst marode, nun aber wieder hippe Stadtviertel Maboneng als eine Art Gegenentwurf zu Sandton. Und zum Wochenende hin kommen auch schon einmal Party-Gäste. «Wir haben viele Nachfragen von Betrieben, wie hier das Wochenende mit einem Sundowner einläuten wollen», sagt Mwape. (sda/apa/dpa)

Nyaope-Drogenszene in Johannesburg

Als Südafrika jubelte

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

«Der Drogenkonsum war nicht das Schlimmste» – Jasmin über ihr Leben bei süchtigen Eltern

Link zum Artikel

An dieser Monsterschlange mussten Skifahrer anstehen, um auf den Lift zu kommen 😨

Link zum Artikel

Kehrt Arno Del Curto rechtzeitig heim und ist es Kloten zu wohl in der Swiss League?

Link zum Artikel

«Black Mirror» in Utrecht – so sieht die Vision eines «gesunden Wohnviertels» aus

Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

Link zum Artikel

«Nazis raus» – die grossartige Fan-Reaktion gegen einen Rassisten im Stadion

Link zum Artikel

«Natürlich hatte ich schon mit Piloten Sex»: Eine Swiss-Stewardess erzählt

Link zum Artikel

Mirage-Skandal lässt grüssen: 5 Dinge, die du zu einer möglichen Crypto-PUK wissen musst

Link zum Artikel

Du kannst mit dem letzten Penalty alles klar machen … UND DANN SCHIESST DU SO?!

Link zum Artikel

Du willst Polizist werden? Dann musst du zuerst dieses Deutsch-Diktat meistern

Link zum Artikel

15-Jähriger greift Schwule vor Zürcher Gay-Club an – das hat Folgen für die Justiz

Link zum Artikel

Massive Störungen bei Swisscom ++ Notrufnummern ausgefallen ++ Panne auch in Deutschland

Link zum Artikel

«Etwas pendeln»: Was der Bundesrat im Kampf gegen die SVP besser machen muss

Link zum Artikel

Sander-Sieg, Biden-Frust, Trump-Wut: Alles zur Vorwahl in New Hampshire

Link zum Artikel

Ohne die Fehler der Initianten hätte es die Wohnbau-Vorlage (wohl) geschafft

Link zum Artikel

Schweizer Skifest in Chamonix! Loic Meillard gewinnt vor Thomas Tumler

Link zum Artikel

Ein (sonniges) Trump-Foto erhitzt die Gemüter – aber ist es auch echt? 🙈

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Der Drogenkonsum war nicht das Schlimmste» – Jasmin über ihr Leben bei süchtigen Eltern

45
Link zum Artikel

An dieser Monsterschlange mussten Skifahrer anstehen, um auf den Lift zu kommen 😨

109
Link zum Artikel

Kehrt Arno Del Curto rechtzeitig heim und ist es Kloten zu wohl in der Swiss League?

31
Link zum Artikel

«Black Mirror» in Utrecht – so sieht die Vision eines «gesunden Wohnviertels» aus

72
Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

106
Link zum Artikel

«Nazis raus» – die grossartige Fan-Reaktion gegen einen Rassisten im Stadion

65
Link zum Artikel

«Natürlich hatte ich schon mit Piloten Sex»: Eine Swiss-Stewardess erzählt

231
Link zum Artikel

Mirage-Skandal lässt grüssen: 5 Dinge, die du zu einer möglichen Crypto-PUK wissen musst

53
Link zum Artikel

Du kannst mit dem letzten Penalty alles klar machen … UND DANN SCHIESST DU SO?!

11
Link zum Artikel

Du willst Polizist werden? Dann musst du zuerst dieses Deutsch-Diktat meistern

118
Link zum Artikel

15-Jähriger greift Schwule vor Zürcher Gay-Club an – das hat Folgen für die Justiz

382
Link zum Artikel

Massive Störungen bei Swisscom ++ Notrufnummern ausgefallen ++ Panne auch in Deutschland

148
Link zum Artikel

«Etwas pendeln»: Was der Bundesrat im Kampf gegen die SVP besser machen muss

146
Link zum Artikel

Sander-Sieg, Biden-Frust, Trump-Wut: Alles zur Vorwahl in New Hampshire

138
Link zum Artikel

Ohne die Fehler der Initianten hätte es die Wohnbau-Vorlage (wohl) geschafft

143
Link zum Artikel

Schweizer Skifest in Chamonix! Loic Meillard gewinnt vor Thomas Tumler

12
Link zum Artikel

Ein (sonniges) Trump-Foto erhitzt die Gemüter – aber ist es auch echt? 🙈

153
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

«Der Drogenkonsum war nicht das Schlimmste» – Jasmin über ihr Leben bei süchtigen Eltern

45
Link zum Artikel

An dieser Monsterschlange mussten Skifahrer anstehen, um auf den Lift zu kommen 😨

109
Link zum Artikel

Kehrt Arno Del Curto rechtzeitig heim und ist es Kloten zu wohl in der Swiss League?

31
Link zum Artikel

«Black Mirror» in Utrecht – so sieht die Vision eines «gesunden Wohnviertels» aus

72
Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

106
Link zum Artikel

«Nazis raus» – die grossartige Fan-Reaktion gegen einen Rassisten im Stadion

65
Link zum Artikel

«Natürlich hatte ich schon mit Piloten Sex»: Eine Swiss-Stewardess erzählt

231
Link zum Artikel

Mirage-Skandal lässt grüssen: 5 Dinge, die du zu einer möglichen Crypto-PUK wissen musst

53
Link zum Artikel

Du kannst mit dem letzten Penalty alles klar machen … UND DANN SCHIESST DU SO?!

11
Link zum Artikel

Du willst Polizist werden? Dann musst du zuerst dieses Deutsch-Diktat meistern

118
Link zum Artikel

15-Jähriger greift Schwule vor Zürcher Gay-Club an – das hat Folgen für die Justiz

382
Link zum Artikel

Massive Störungen bei Swisscom ++ Notrufnummern ausgefallen ++ Panne auch in Deutschland

148
Link zum Artikel

«Etwas pendeln»: Was der Bundesrat im Kampf gegen die SVP besser machen muss

146
Link zum Artikel

Sander-Sieg, Biden-Frust, Trump-Wut: Alles zur Vorwahl in New Hampshire

138
Link zum Artikel

Ohne die Fehler der Initianten hätte es die Wohnbau-Vorlage (wohl) geschafft

143
Link zum Artikel

Schweizer Skifest in Chamonix! Loic Meillard gewinnt vor Thomas Tumler

12
Link zum Artikel

Ein (sonniges) Trump-Foto erhitzt die Gemüter – aber ist es auch echt? 🙈

153
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • no-Name 18.01.2020 19:25
    Highlight Highlight Warum spricht man immer von „Afrika“?

    Russland ist Russland, China ist China, Thailand ist Thailand und Japan ist Japan. Komplett unterschiedliche kollektive Wahrnehmung und Kultur und dennoch alles Asiaten.

    Ich würde auch behaupten Kubaner, Argentinier, Chilenen und Mexikaner sehen sich als Amerikaner ohne sich besonders mit den USA zu identifizieren. Logisch!

    Aber das Äthiopier, Südafrikaner und Marokkaner alles unterschiedliche Völker sind und alle Länder dieses vielfältigen Kontinents auch ein Recht auf Differenzierung (z.B. Der Kultur wegen) haben, kümmert niemanden.. 🤷🏽‍♂️
  • CalibriLight 18.01.2020 17:52
    Highlight Highlight Na dann warten wir doch mal darauf, dass die Influencer das entdecken.......
    • DiDumDaDum 18.01.2020 18:07
      Highlight Highlight jep, und das manche für ein doofes selfi abstürzen. ... ;-)
  • B-Arche 18.01.2020 17:38
    Highlight Highlight Dieser Tower zeigt auch die menschenfeindliche Idee: Die Ärmeren und Hausdiener hatten ihre Wohnungen alle zur Innenseite. Sonnenlicht gibt's dort nicht bzw nur das was von oben durch den "Kamin" hereinkommt.
    Ich habe vor 20 Jahren Schwarz-weiss-Fotografie dort gemacht und mit all den Menschen die keine Zukunft mehr sehen hinterliess es eine mehr aus bedrückende Erfahrung.
    • Hä?Nö! 18.01.2020 18:00
      Highlight Highlight Kannst du diese Bilder zeigen?
    • Hardy18 18.01.2020 19:05
      Highlight Highlight Jaa bitte.
    • FCZBVB180 18.01.2020 23:17
      Highlight Highlight Da hätte ich auch Interesse daran
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maragia 18.01.2020 17:36
    Highlight Highlight Johannesburg ist auch sonst nicht gerade sicher. Ob ich da Ferien machen möchte? Naja...
  • Juliet Bravo 18.01.2020 16:34
    Highlight Highlight Diese Stadt ist das apokalyptischste/dystopischste, was ich je gesehen habe.
    • Züzzi 18.01.2020 19:43
      Highlight Highlight Süd­afri­kas größte Stadt hat sich neu er­fun­den. Wer Jo­han­nes­burg be­sucht hat, weiss, dass die 10-Mil­lio­nen-Me­tro­pole das pul­sie­rende Herz des Lan­des ist. Wie sehr sich Jo­han­nes­burg wan­delt, sieht man vor al­lem in den hip­pen Stadt­vier­teln wie Mabo­neng, Mel­ville, Braam­font­ein.In Sand­ton er­öff­nen Ban­ken und Ein­kaufs­tem­pel und selbst So­WeTo hat sich in ein fa­mi­liä­res Vier­tel vol­ler Le­ben ge­wan­delt. Dazu kommt, dass Jo­han­nes­burg mit sei­nen vie­len Parks und klei­nen Wald­vier­teln als grünste Stadt der Welt gilt.
  • butteraufsbrot 18.01.2020 16:03
    Highlight Highlight Im Film “Dredd” auch gut zu bestaunen, falls das Geld für einen Südafrika-Trip gerade nicht im Haus ist.
    • Alcedinidae 18.01.2020 16:24
      Highlight Highlight Ist doch gar nicht gleiche Turm. Der Turm in Dredd ist viereckig und gemäss Wikipedia haben sie zum Filmen ein dreiwandiges Gebäude gebraucht.
    • Evan 18.01.2020 16:43
      Highlight Highlight Hat mich auch gleich daran erinnert, aber nur die Atmosphäre ist gleich. Wie Alvedinidae sagt ist der Turm nicht rund.
    • butteraufsbrot 18.01.2020 17:15
      Highlight Highlight Nein ist er nicht, aber das Konzept stammt vom Ponte Tower. Man war meines Wissens wegen diverser Szenen in Johannesburg und da hat sich der Regisseur wohl sehr stark vom Tower inspirieren lassen.
    Weitere Antworten anzeigen

Star-Architektin Zaha Hadid überraschend gestorben – ihre grossartigen Bauten bleiben

Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist völlig überraschend gestorben. Sie erlag am Donnerstag in Miami (USA) im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt, teilte ihr Büro in London mit. Dort sei sie wegen einer Bronchitis behandelt worden.

Hadid zählte zu den weltweit erfolgreichsten Architekten - wegen der fliessenden Formen ihrer Gebäude wurde sie auch «Königin der Kurven» genannt. Hadid war 2004 als erste Frau mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet worden, der als Nobelpreis für …

Artikel lesen
Link zum Artikel