International
Asien

Höhlendrama in Laos: Sieben Goldsucher sitzen fest

Höhlendrama in Laos: Sieben Goldsucher sitzen fest

26.05.2026, 11:0026.05.2026, 11:00

Sie suchten nach Gold – jetzt kämpfen Rettungskräfte um ihr Leben: Sieben Dorfbewohner sitzen seit Tagen in einer überfluteten Höhle im Norden von Laos fest.

epa12994225 A handout photo made available by Metta Tham Kalasin Rescue shows Thai rescuers on a mission to free seven Laotians trapped in a flooded cave in Xaysomboun province, Laos, 25 May 2026 (iss ...
In Laos läuft ein grosser Rettungseinsatz.Bild: keystone

Spezialteams aus dem Nachbarland Thailand unterstützen inzwischen die schwierige Rettungsmission, die von Wassermassen, engen Gängen und Sauerstoffmangel herausgefordert wird.

Insgesamt waren nach Behördenangaben zehn Männer bereits am 19. Mai in eine Höhle im Bezirk Longchaeng in der Provinz Xaisomboun vorgedrungen, um dort nach Gold zu graben. Die Region ist von schroffen Bergen, steilen Tälern und dichtem Dschungel geprägt und liegt etwa 130 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Vientiane.

Während drei Arbeiter entkommen konnten, wurden sieben weitere eingeschlossen, nachdem heftige Regenfälle die Ein- und Ausgänge der Höhle geflutet hatten, wie örtliche Medien berichteten. Teile der Höhle sollen während eines Unwetters zudem eingestürzt sein.

Hilfe aus dem Ausland

Die Regierung in Laos bat Thailand um Hilfe – auch wegen der Erfahrung thailändischer Einsatzkräfte bei der international beachteten Rettung einer Jugendfussballmannschaft aus der Tham-Luang-Höhle im Jahr 2018. Mehrere freiwillige Rettungsteams aus Thailand seien am Wochenende am Unglücksort eingetroffen und hätten sofort mit den Arbeiten begonnen, berichtete das Portal «Thaiger».

Auch internationale Tauchexperten unterstützen inzwischen die Mission, darunter der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, der bereits an der spektakulären Rettung in Tham Luang beteiligt war.

Nach Angaben der Retter gestaltet sich der Einsatz aber äusserst schwierig. Der Zugang zur Höhle führe durch einen nur rund 60 Zentimeter breiten Tunnel, durch den Einsatzkräfte etwa 100 Meter kriechen müssten, um den eigentlichen Schacht zu erreichen, zitierte der thailändische Sender Channel 7 beteiligte Einsatzkräfte. Steigende Wassermassen verhinderten bislang jedoch ein weiteres Vordringen.

Leben die Vermissten noch?

Zusätzliche Sorgen bereiten niedrige Sauerstoffwerte in der Höhle sowie anhaltender Regen, der die Lage weiter verschärft. Spezialisten pumpen seit Tagen Wasser aus der Höhle und beobachten die Wetterentwicklung. Unklar ist aber, ob die Vermissten überhaupt noch am Leben sind.

Möglicherweise könnten sich die Arbeiter in eine grosse Kammer gerettet haben, die mehr als 100 Meter vom Eingang entfernt liegt, berichtete der Sender Thai PBS World. Über der Kammer befindet sich demnach eine schachtartige Öffnung von etwa 50 Metern, die die Rettungskräfte ebenfalls als möglichen Zugangsweg untersuchen.

Die Familien der Eingeschlossenen warten unterdessen in provisorischen Lagern nahe der Höhle auf Nachrichten. Ein Ärzteteam, Krankenwagen und Rettungsfahrzeuge stehen nach Angaben der Zeitung «Vientiane Times» rund um die Uhr vor der Höhle bereit.

Erinnerungen an die Rettungsaktion in Thailand

Die Rettungsaktion erinnert viele an das Drama um die Tham-Luang-Höhle in Nordtthailand vor acht Jahren. Damals waren zwölf Jugendliche und ihr Fussballtrainer nach starken Regenfällen mehr als zwei Wochen lang in der überfluteten Höhle eingeschlossen und wurden in einer weltweit beachteten Rettungsmission von internationalen Höhlentauchern und Spezialkräften befreit. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Viele Musiker sagen ab – rate mal, wen Trump nun bei US-Jubiläumsfeier im Mittelpunkt will
Nachdem mehrere Musiker ihren geplanten Auftritt auf dem US-Jubiläumsfest abgesagt haben, sieht Präsident Donald Trump andere im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Allen voran: sich selbst.
Präsident Trump werde die historischen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA «am Mittwoch, den 24. Juni» in einer Zeremonie persönlich eröffnen, teilte eine Sprecherin von Trumps Veranstaltungsinitiative Freedom250 verschiedenen US-Medien am Wochenende mit. Zuvor hatte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social zeitlich etwas verwirrend verkündet, er lasse prüfen, ob eine Kundgebung «am Mittwoch, Washington D.C., zur selben Zeit, am selben Ort» machbar sei.
Zur Story