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Der 44. und der 45. Präsident der USA streiten sich darüber, wer mehr für die Wirtschaft getan hat. bild: shutterstock / montage watson

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Trump gegen Obama: Wer hat den Längeren?

Der Präsident und sein Vorgänger streiten sich darüber, wer die Wirtschaft kräftiger angekurbelt hat.



Nach dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump wurde Barack Obama gefragt, ob er gedenke, die Arbeit seines Vorgängers zu kritisieren. Eigentlich nicht, entgegnete der abtretende Präsident. Aber sollte Trump die grundlegenden Werte und Ideale der amerikanischen Demokratie angreifen, «dann werde ich mir es überlegen.»

Former President Barack Obama poses for photos during a campaign stop with Illinois Democratic gubernatorial candidate J.B. Pritzker at Caffe Paradiso Friday, Sept. 7, 2018, after speaking on the University of Illinois campus in Urbana, Ill. (Stephen Haas/The News-Gazette via AP)

Wieder im Wahlkampf-Modus: Barack Obama. Bild: AP/The News-Gazette

Das ist mittlerweile eingetreten. Seit vergangener Woche hat sich Obama aktiv in den Wahlkampf für die Zwischenwahlen eingeschaltet. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er greift Trump frontal an und hat mehrere weitere Auftritte angekündigt.

Ein wichtiger Teil des Duells Trump gegen Obama ist die Frage: Wer hat eigentlich die US-Wirtschaft nach der verheerenden Finanzkrise wieder auf die Beine gebracht? In seiner Rede an der University of Illinois hat Obama erklärt: «Wenn ihr nun ständig von einem Wirtschaftswunder hört, von den wunderbaren neuen Jobs, dann möchte ich die Republikaner freundlich daran erinnern: Es sind die gleichen Zahlen wie 2015 und 2016.»

«Ich muss zugeben, die Wirtschaft war am Ende von Obamas Amtszeit in bester Verfassung.»

Gregory Mankiw

Obama hat die Grand Old Party damit dort getroffen, wo es speziell weh tut: Die boomenden Wirtschaft ist ihr wichtigster Trumpf für die kommenden Zwischenwahlen. Die Republikaner nehmen für sich in Anspruch, dass dies die Folge ihrer Wirtschaftspolitik im allgemeinen und den Steuerkürzungen im Speziellen sei.

Trump hat denn auch Obamas Fehdehandschuh aufgegriffen und postwendend zurückgeschlagen. Er retweetete eine Fan-Botschaft: «Barack Obama beansprucht Trumps Erfolg für sich. Das ist eine Schande.» Und an einem Wahlkampfveranstaltung in Montana behauptete Trump keck: «Unter Obama wäre das Wirtschaftswachstum jetzt im negativen Bereich.»

Wer aber hat in diesem absurden Streit die Fakten auf seiner Seite. Die «New York Times» hat nachgerechnet: In den ersten 19 Monaten von Trumps Amtszeit sind 3,58 Millionen neue Jobs entstanden. In Obamas ersten 19 Monaten waren es jedoch 3,96 Millionen. Letztes Jahr ist die amerikanische Wirtschaft flott gewachsen, im zweiten Quartal dieses Jahres gar um 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Aber: Das letzte Mal wurde dieser Wert 2014 erreicht – als Obama im Weissen Haus sass.

Es steht damit unentschieden, das bestätigen selbst konservative Ökonomen. Gregory Mankiw, Wirtschaftsberater von George W. Bush, erklärt: «Ich muss zugegeben, die Wirtschaft war am Ende von Obamas Amtszeit in bester Verfassung.»

President Donald Trump speaks during a fundraiser in Sioux Falls, S.D., Friday, Sept. 7, 2018. Trump is speaking at the Noem-Rhoden Victory Committee, a joint fundraising committee authorized by and composed of Kristi Noem for Governor, Larry Rhoden for Lieutenant Governor, KRISTI PAC and the South Dakota Republican Party. (AP Photo/Susan Walsh)

Eilt von einer Wahlkampfveranstaltung zur nächsten: Donald Trump. Bild: AP/AP

Der Wirtschaftsstreit der beiden Kampfhähne geht eh am Wesentlichen vorbei: Präsidenten haben einen viel kleinen Einfluss auf die Wirtschaft als sie glauben. Das BIP-Wachstum wird weniger von der Politik beeinflusst als von Zyklen und der Notenbank.

Der Einfluss der Präsidenten auf die Wirtschaft ist mässig

Obamas Aufschwung war streng genommen das Werk von Ben Bernanke, dem damaligen Präsidenten der US-Notenbank. Er hat mit seinem energischen Eingreifen einen Absturz der Wirtschaft verhindert. Fairerweise muss man anfügen, dass Obama die Hände gebunden waren. Der Kongress genehmigte ihm bloss ein Ankurbelungsprogramm, das zu mickrig war.

Trumps Aufschwung ist derweil pures Glück. Als er ins Weisse Haus einzog, befand sich die Wirtschaft an einem Punkt, an dem sie nur wachsen konnte. Mit seiner Steuersenkung hat der 45. Präsident Öl ins Feuer gegossen und den Aufschwung beschleunigt. Die meisten Ökonomen halten dies aus zwei Gründen für gefährlich: Erstens droht die Wirtschaft zu überhitzen, und zweitens wird der ohnehin schon gewaltige amerikanische Schuldenberg noch grösser.

Faktisch falsch ist hingegen Trumps Prahlerei, die US-Wirtschaft erlebe den grössten Boom aller Zeiten. Unter Ulysses Grant, Dwight Eisenhower, Lyndon Johnson und Bill Clinton ist sie kräftiger gewachsen.

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RescueHammer 10.09.2018 19:34
    Highlight Highlight Wo zuviel Testosteron im Spiel ist, leidet die Weisheit... dem geneigten Leser überlasse ich gerne die Entscheidung, für welchen der beiden das eher zutrifft.
  • Roland Strauss 10.09.2018 18:34
    Highlight Highlight Schön dass Trump die Wirtschaftspolitik von Obama so erfolgreich weiterführt. Wie kann man bloss etwas gegen denn Mann haben?
    • Yogi Bär 10.09.2018 19:43
      Highlight Highlight @Roland Strauss Trump betreibt die Wirtschaftspolitik von Obama nicht weiter. Er betreibt Protektionismus und dies ist nur ein kurzfristiger Erfolg. Über längere Zeit geht dies meistens in die Hose!
  • milkdefeater 10.09.2018 17:30
    Highlight Highlight Trump ist Obamas Nachfolger, nicht sein Vorgänger.
    • Grave 10.09.2018 18:05
      Highlight Highlight Vieleicht sowohl als auch 😉
    • swisskiss 10.09.2018 19:01
      Highlight Highlight Grave: Nope, verbietet die US Verfassung, dass ein Bürger mehr als 2 reguläre Amtszeiten absolvieren darf.
    • RescueHammer 10.09.2018 19:30
      Highlight Highlight @das geht in den USA nicht, in Russland ist das möglich....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erich Gerschwiler 10.09.2018 16:30
    Highlight Highlight Ziemlich einfache Frage: Obama hat mehr Kriege angezettelt als Trump. Also Obama. Aber was nicht ist, kann ja noch werden....
    • Yogi Bär 10.09.2018 17:11
      Highlight Highlight @Erich Gerschwiler solch einen Schwachsinn! Welche Kriege soll Obhama angezettelt haben?
    • swisskiss 10.09.2018 18:23
      Highlight Highlight Erich Gerschwiler: Bisschen in der Vegangenheit verhaftet oder nur ideologisch verwirrt?

      Vielleicht mal das aktuelle Handeln Trumps erfassen:
      https://edition.cnn.com/2018/09/10/politics/us-bolton-icc-plo-intl/index.html

      Einmalig in der Geschichte, dass die USA droht, den internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen in Den Haag zu sanktionieren, seine Richter und alle Länder die Klage gegen die USA oder Israel einreichen.

      Da darf man sich schon über den Waffengang gegen den Iran freuen.
    • äti 10.09.2018 19:00
      Highlight Highlight @ataraksia, unter welchem Hintergrund und mit welchen Gründen hat er den Friedens-Nobelpreis bekommen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pontifex 10.09.2018 15:46
    Highlight Highlight Was ist das för ein Foto??? XD
  • Snowy 10.09.2018 15:24
    Highlight Highlight Tiefere Steuersätze als wirtschaftliches Wundermittel scheint sich langfristig nicht auszuzahlen...

    Benutzer Bild
    • Fichtenknick 10.09.2018 19:43
      Highlight Highlight Ach, jetzt kommst du mit Fakten... Trump und Konsorten sind dagegen immun, gib dir keine Mühe.
    • swisskiss 11.09.2018 06:04
      Highlight Highlight Snowy: Die Grafik ist kein Abbild der Realität, da Verluste nicht aufgezeichnet und eingerechnet sind. Da ist der erster Term Obamas mit Sicherheit nicht bei 2%.

      Doch, Steuerreduzierung ist ein probates Mittel eine schwache Wirtschaft anzukurbeln. So ist die heute so starke US Wirtschaft auch auf die massiven Steuersenkungen Obamas 2010 und 2013 zurückzuführen.

      Grenzdebil ist es, in einer Boomphase die Steuern zu senken, die Inflation anzuheizen und dann die FED zu kritisieren für die Zinserhöhungen, damit Inflation nicht zu stark steigt.
      Hier zeigt sich die komplette Inkompetenz Trumps
    • Snowy 11.09.2018 09:36
      Highlight Highlight Natürlich können Steuersenkungen während einer Rezession stimulierend wirken!

      Aber was Trump und die Reps mit ihren Steuereleichterungen für Reiche tun ist eine ökonomische und sozialpolitische Dummheit epischen Ausmasses:

      Gerade jetzt wo Firmen und Reiche auf soviel Cash sitzen wie selten zuvor und gleichzeitig die Infrastruktur kollabiert und die Zinsen tief sind, wäre der ideale Zeitpunkt für eine Steuererhöhung - sicher nicht Erleichterungen (und erst recht nicht überproportional für die Reichsten der Reichen).

      Die wealth inequality ist bereits wieder so extrem, wie beim Crash 1929...
      Benutzer Bild
  • RiotGurl 10.09.2018 15:21
    Highlight Highlight Der einzige Kampfhahn hier ist Trump. Obama, so scheint mir, korrigiert bloss die Lügen des "Präsidenten". Wer die Rede geschaut hat, hat hoffentlich bemerkt wer von den beiden das grössere Mass an Intelligenz, Klasse und Stil hat.
  • Vanessa_2107 10.09.2018 15:14
    Highlight Highlight Ein Newsembargo ist unmöglich, würde ich meinen, aufgrund all der Ereignisse, die in Washington und auch sonst in Trump-Amerika tagtäglich passieren. 🤓🤓🤠🤠🇺🇸🇺🇸
  • DerSimu 10.09.2018 15:12
    Highlight Highlight Wer die Wirtschaft besser gehandelt hat müssen wir glaube ich nicht diskutieren. Ich denke egal welches thema wir ansprechen, trump zieht in jedem thema gegen jeden seiner vorgänger den kürzeren.
    • bytheway 10.09.2018 21:23
      Highlight Highlight Ausser beim Lügen und der grossen Klappe, das ist DT der Grösste aller Zeiten. Ind so schnell wird ihn kaum jemand von diesem Trohn stossen.
  • joshy 10.09.2018 15:04
    Highlight Highlight Ich halte von Obama nicht viel und noch viel weniger von Trump.
    Ich glaube die Zeit der Staatsmänner und Frauen die man ernst nehmen kann sind vorbei. Früher ist man sich mit Respekt in der Politik begegnet heute klingt es als ob man an einem Stammtisch sitzt.
    • potatoklaus 10.09.2018 15:23
      Highlight Highlight Fakten muss man nicht mehr glauben.
    • RiotGurl 10.09.2018 15:26
      Highlight Highlight Wenn es bei jemandem nach Stammtisch klingt, dann bei den Rechten.
      Und jaja, früher war alles besser, klaro.
    • dan2016 10.09.2018 15:47
      Highlight Highlight Früher wurden die einfach weniger hinterfragt, es wäre spannend, einen Kennedy heute zu erleben....
  • Z&Z 10.09.2018 14:32
    Highlight Highlight Ich plädiere für ein News-Embargo während der Wahlzeit in den USA. Es wird ohnehin nichts schlaues rüber kommen und das was kommt, erhitzt unsere Gemüter nur unnötig.

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