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Diese 5 Länder könnten einen weltweiten Kollaps am besten überstehen

Prypjat, nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl verlassene Stadt in der Ukraine.
Prypjat in der Ukraine musste nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl geräumt werden und ist seither eine Geisterstadt. Sie gibt einen Eindruck davon, wie es nach einem Zusammenbruch der Zivilisation aussehen könnte.Bild: Shutterstock

In diesen 5 Ländern wärst du am sichersten, wenn die Zivilisation weltweit kollabiert

05.08.2021, 15:0505.08.2021, 15:05

Die Apokalypse scheint eine Urangst der Menschheit zu sein. Schon die Gallier fürchteten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte – zumindest jene Gallier, die wir aus der Comic-Serie «Asterix» kennen. Heutzutage greifen dystopische Filme, die in einer postapokalyptischen Welt spielen, diese Urangst auf. Nun mag einerseits die Angst vor einem Einsturz des Himmels unbegründet sein, doch andererseits gibt es sehr wohl apokalyptische Szenarien, die tatsächlich eintreffen könnten. Es gibt keine Garantie fürs Überleben.

Die moderne, weltumspannende Zivilisation, in der wir heute leben, hat ihre eigenen Gefahren. Sie ist hochgradig vernetzt und benötigt ungeheure Mengen von Energie. Sie beutet die Ressourcen des Planeten in einem noch nie dagewesenen Ausmass aus und beeinflusst in beispielloser Weise das planetare Klima. Die Vernetzung und die Abhängigkeit von Energieträgern machen die menschliche Gesellschaft verwundbar; Verschwendung von Ressourcen und Umweltschäden bedrohen ihre Grundlage.

Zivilisation «in einem gefährlichen Zustand»

Von diesem Befund geht auch ein Forschungsteam um Aled Jones aus, der Professor für Nachhaltigkeit am Global Sustainability Institute der Anglia Ruskin University in Cambridge ist. Die Wissenschaftler sehen die menschliche Zivilisation «in einem gefährlichen Zustand», wie sie in ihrer Studie schreiben, die in der Fachzeitschrift «Sustainability» erschienen ist.

Ein Kollaps der Gesellschaft könnte durch einen schweren Schock ausgelöst werden. Zu diesen möglichen Auslösern zählen die Forscher etwa eine ernste Finanzkrise, die Auswirkungen der Klimakrise oder von Umweltschäden, eine Pandemie von noch schlimmerem Ausmass als Covid-19 oder eine Kombination aus diesen Faktoren.

Ziel ihrer Untersuchungen war jedoch nicht, mögliche Ursachen oder Folgen eines solchen Zusammenbruchs zu analysieren, sondern herauszufinden, welche Gebiete einem derartigen Kollaps am besten widerstehen könnten – sogenannte «collapse lifeboats» (Kollaps-Rettungsboote). Zu diesem Zweck stuften die Wissenschaftler verschiedene Länder nach deren Fähigkeit ein, Nahrungsmittel für ihre Bevölkerung zu produzieren, ihre Grenzen vor unerwünschter Massenimmigration zu schützen und ein Stromnetz sowie eine bestimmte Produktionskapazität aufrechtzuerhalten.

Die Forscher analysierten die 20 Länder, die sich an der Spitze des «Global Adaptation Index» in einer Studie der Université de Notre Dame befanden. Diese Studie aus dem Jahr 2015 befasst sich mit der Widerstandsfähigkeit verschiedener Staaten gegen die Folgen der Klimaerwärmung. Die britischen Wissenschaftler verdichteten das Ranking anhand der zuvor erwähnten Kriterien und erstellten eine «Shortlist» der fünf Länder mit den günstigsten Bedingungen.

Tabelle: 20 bestplatzierte Länder im Ranking der Université de Notre Dame (2015) zur Widerstandsfähigkeit von Ländern gegen die Auswirkungen der Klimaerwärmung.
https://www.mdpi.com/2071-1050/13/15/81 ...
Die Top-20 der Staaten auf dem «Global Adaptation Index» der Université de Notre Dame. Die Schweiz liegt auf dem 6. Rang. Tabelle: Sustainability

Die 5 Länder mit den besten Bedingungen

Es zeigte sich, dass Inseln mit einer eher geringen Bevölkerungsdichte, die in gemässigten Regionen liegen, nach diesen Kriterien am besten abschnitten. Jones stellte gegenüber dem «Guardian» fest:

«Wir haben uns dafür entschieden, dass man in der Lage sein muss, Grenzen zu schützen, und dass die Orte gemässigt sein müssen. Im Nachhinein betrachtet ist es also ziemlich offensichtlich, dass grosse Inseln mit komplexen Gesellschaften ohnehin auf der Liste stehen.»

Die fünf Staaten, die sich am Schluss in der Shortlist der Forscher befanden, sind:

  • Neuseeland
  • Island
  • Vereinigtes Königreich
  • Australien
  • Irland

Neuseeland

Schafe auf der Nordinsel von Neuseeland.
Bild: Shutterstock

Der Inselstaat südöstlich von Australien ist weit von allen grossen Bevölkerungszentren der Welt entfernt; er ist neben Chile derjenige bewohnte Teil der Erde, der dem Pazifischen Pol der Unzugänglichkeit (auch «Point Nemo» genannt) am nächsten liegt. Neuseeland, das mit 18 Einwohnern pro km2 nur relativ dünn besiedelt ist, verfügt über geothermische und hydroelektrische Energiequellen und dazu über reichlich landwirtschaftliche Nutzfläche. Kein Wunder, dass es reiche «Prepper» gibt, die sich Land für einen Bunker auf dem Inselstaat sichern.

Island

Isländische Landschaft.
Bild: Shutterstock

Auch bei Nummer 2 auf der Liste handelt es sich um einen dünn besiedelten (4 Einwohner / km2) Inselstaat in gemässigten Breiten. Island verfügt über eine Vielzahl von erneuerbaren Energiequellen, namentlich im Bereich der Geothermie. Die nicht einmal 400'000 Einwohner könnten sich von den nahen Fischgründen und der kleinen Ackerfläche autark ernähren.

Vereinigtes Königreich

Landschaft in England.
Bild: Shutterstock

Das Vereinigte Königreich ist zwar dichter besiedelt (275 Einwohner / km2) und hat eine bedeutend grössere Bevölkerung als die anderen Staaten auf der Liste, aber es gibt dort nach wie vor viel verfügbares Ackerland. Zusammen mit dem milden Klima, der Insellage und der geringen Anfälligkeit für Naturkatastrophen sichert dies dem Vereinigten Königreich einen Platz unter den Top five.

Australien

New South Wales, Australien.
Bild: Shutterstock

Der Staat nimmt die gesamte Landmasse des australischen Kontinents ein und ist mit 3 Einwohnern pro km2 äusserst dünn besiedelt. Australien verfügt über bedeutende erneuerbare Energieressourcen und ein mildes Klima. Zusätzlich könnte Tasmanien, eine Insel im Süden Australiens, der Bevölkerung des Kontinents laut der Studie als Zufluchtsort dienen.

Irland

Halbinsel Dingle, Irland.
Bild: Shutterstock

Ähnlich wie das Vereinigte Königreich weist die Insel geringe Niederschläge und fruchtbare Böden auf. Im Gegensatz zu seinem Nachbarn ist die Bevölkerung jedoch viel kleiner und das Land ist dünner besiedelt (71 Einwohner / km2). Der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen erhöht die Chancen Irlands, einen globalen Kollaps zu überstehen, zusätzlich.

«Which countries are best suited to survive a global systems breakdown?»Video: YouTube/CGTN Europe

Jones sagte dem «Guardian», die Wissenschaftler seien nicht erstaunt gewesen, dass Neuseeland auf ihre Shortlist gelangte, hingegen habe sie überrascht, dass auch das Vereinigte Königreich, das lediglich 50 Prozent seines Nahrungsmittelbedarfs selber produziert, dort auftaucht.

Der Wissenschaftler wies auch darauf hin, dass es in den letzten Jahren sowohl zu grossen weltweiten Nahrungsmittelverlusten, einer schweren Finanzkrise und einer Pandemie gekommen sei – und es sei Glück gewesen, dass sich diese Dinge nicht alle gleichzeitig ereigneten. Es gebe allerdings keinen Grund, warum solche Ereignisse nicht alle im selben Jahr auftreten könnten. Aus diesem Grund sei es wichtig, in der globalen Planung vermehrt über Resilienz nachzudenken. (dhr)

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Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, bei Nekoma, US-Staat North Dakota. Teil des Safeguard-Raketenabwehrsystems, das wegen der Abrüstung und aus Kostengründen nach kurzer Zeit stillgelegt wurde. (bild: pd)
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Land verschwindet wegen Klimaerwärmung
Video: srf
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