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Interview

Warum Vogelhäuschen den Tieren wenig bringen und das Füttern ein reiner Ego-Boost für uns ist

Jedes Jahr stellt sich die Frage: Soll man ein Vogelhäuschen aufstellen oder hilft man so nur den Detailhändlern? Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach gibt Auskunft.
29.11.2015, 17:5630.11.2015, 15:55

watson: Herr Schaad, soll man Vögel füttern?
Michael Schaad: Kommt darauf an, was man erreichen will. Möchte man die Vögel einfach aus der Nähe beobachten, kann es Sinn machen, Futterstellen einzurichten. Wichtig ist, dass man es richtig macht.

Und aus überlebenstechnischen Gründen?
Für die Vögel, welche den Winter in der Schweiz verbringen, ist die Fütterung nur in seltenen Fällen überlebenswichtig. Die Vögel fliegen oft einfach weiter, wenn sie an einem Ort keine Nahrung mehr finden. Und die meisten Vogelarten, welche auf der roten Liste stehen, verbringen den Winter sowieso in wärmeren Gefilden wie Afrika oder dem Mittelmeerraum.

Also ist die Vogelfütterung ein reiner Ego-Boost?
Das ist jetzt natürlich sehr überspitzt gesagt. Aber grundsätzlich ist es schon richtig, dass ein naturnah gestalteter Garten und der Einsatz für die Lebensraumerhaltung mehr helfen. Insbesondere auch während der Brutzeit und nicht nur im Winter. Nichtsdestotrotz verhungern immer wieder Vögel während besonders kalten Perioden im Winter.

«Es ist wichtig, den Katzen keine Versteckmöglichkeiten zu bieten.»
Michael Schaad, Vogelwarte Sempach

Gut, das ist dann halt Darwins «Survival of the Fittest», auf diese paar Vögel weniger kommt es wohl auch nicht an. 
Es gibt auch Vogelarten, deren Populationen in extrem kalten Wintern schrumpfen. Diese erholen sich aber in der Regel schon innerhalb weniger Jahren. Die Frage, ob die Vögel erfolgreich Junge aufziehen können, ist wohl deutlich relevanter.

Bietest du den Vögeln Futter an?

Nun gut, die Schweizerinnen und Schweizer werden sowieso nicht aufs Füttern verzichten, was sollen sie den Tieren also geben?
​Wir unterscheiden zwischen Singvögeln mit dicken und dünnen Schnäbeln. Die mit den Dicken bevorzugen Sonnenblumenkerne und Hanfsamen, denen mit den Dünnen kann man gerne auch mal Rosinen oder einen Apfel geben. Auch Meisenknödel sind eine bewährte Nahrungsquelle.

Und dann kommen die Tauben und fressen alles weg.
Tauben und auch Spatzen bevorzugen Getreide. Dieses ist vor allem in günstigerem Vogelfutter enthalten. ​Will man also die Strassentauben nicht füttern, sollte man beim Vogelfutter nicht sparen.

Die Tauben sind ja vor allem in den Städten ein ernst zu nehmendes Problem.
Genau. Ihr Kot kann Gebäudefassaden beträchtlich schädigen. Daher ist es wichtig, den Instruktionen der Städte Folge zu leisten – so wie übrigens auch betreffend der Entenfütterung.

Sprechen wir nochmals von der Vogelfütterung ums Haus. Was gibt es sonst noch zu beachten?
Wichtig ist, dass man nur kleine Futtermengen aufs Mal bereitstellt und am besten täglich nachfüllt. So hat man einen Überblick, ob das Futter Spuren von Kot oder Schimmel enthält. Ebenfalls sollte man die herunter gefallenen Essensreste regelmässig wegwischen oder -schaufeln.

Zum Schluss noch eine Frage, die ein Katzenportal natürlich stellen muss: Sind Katzen eine Gefahr für die fressenden Vögel?
Oh, ja. Obwohl sich um das Vogelhaus Sträucher oder Bäume als Zufluchtsort für die Vögel befinden sollten, ist es wichtig, dass innerhalb von zwei bis fünf Metern den Katzen keine Versteckmöglichkeiten geboten werden.

Die kleinsten Vögel der Welt haben kein Kälte-Problem: Kolibris auf Trinidad & Tobago

1 / 12
Kolibris auf Trinidad & Tobago
quelle: ap/the idaho press-tribune / adam eschbach
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