Das Finale ist aus: Deutschland ist Weltmeister!

Da ist der WM-Pokal! Deutschland wird im Krimi von Rio zum vierten Mal Weltmeister. Mario Götze erfüllt mit seinem 1:0 in der Verlängerung den Titel-Traum. Alles Wichtige zum Sieg der deutschen Elf. 

09.03.15, 11:20

Ausgangslage: WM-Finale! Noch Fragen? Eigentlich nicht. Als sich aber Sami Khedira beim Aufwärmen verletzte, war doch plötzlich alles anders. Der Gladbacher Christoph Kramer erfuhr eine knappe Viertelstunde vor dem Einlaufen von seinem ersten WM-Spiel von Beginn an. Ihm blieb so viel Zeit, wie er bislang insgesamt WM-Atmosphäre geschnuppert hatte: zwölf Minuten. 

«An viel kann ich mich nicht erinnern, aber das ist jetzt egal.»

Christoph Kramer, der nach 17 Minuten mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste.

Ansonsten zügelte Trainer Joachim Löw seine Experimentierlust und schickte außer Kramer genau die Spieler zu den Einlaufkindern, die zuvor Frankreich und Brasilien aus der WM geschmissen hatten. Der argentinische Kollege Alejandro Sabella hätte gerne etwas verändert – doch Ángel Di María blieb mit Oberschenkelverletzung wieder draußen. 

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff sagte noch: «Wir haben versucht, die Euphorie zu bremsen.» Vor einem WM-Finale. Netter Versuch. 

Bild: Best Photo/freshfocus

Die erste Halbzeit

Die bedeutendsten Spiele haben oft einen eher unbedeutenden, weil langweiligen Beginn. Nicht so hier. Die deutsche Auswahl suchte früh die Kontrolle über dieses Finale, Abtasten war nicht. Auch weil Argentinien geschickt konterte, gab es hier gleich jede Menge zu sehen. Die Nervosität blieb jedoch immer ein Spielpartner. So missglückten entscheidende Pässe und einfachste Torschüsse – siehe Higuaín nach Kroos-Zuspiel (20.).

Der Abschied des Spiels

Vor zwölf Jahren hatte Miroslav Klose sein erstes WM-Tor geschossen, 2002 gegen Saudi-Arabien. In der 88. Minute des Finales 2014 endete eine große WM-Karriere. Höchstwahrscheinlich. Wenn es der «Kadaver» (Klose) so will, tritt Klose auch 2018 an – mit dann 40 Jahren.

Irgendwann gesellte sich dann der körperliche zum mentalen Kampf. Nicht nur die verletzungsbedingte Auswechslung von Kramer (André Schürrle kam, 31.) war Indiz eines schnellen, aber auch sehr harten Duells, in dem vor der Pause noch einmal aufs Gaspedal gedrückt wurde. Erst rettete Jérôme Boateng im eigenen Fünfmeterraum (41.), in der Nachspielzeit glückte den Deutschen der fast perfekte Standard. Doch Benedikt Höwedes köpfte nach Kroos-Ecke den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten. Viel hätte schieflaufen können für die deutsche Mannschaft in diesen 45 Minuten. Doch es stand 0:0. Ein gutes Ergebnis für die zweimal umgebaute deutsche Elf. 

Bild: Leser-reporter Jogi tigr

Die zweite Halbzeit

Und wieder startete diese Partie im Stile einer Punkrocknummer – gleich auf Vollgas. Diesmal waren die Argentinier dafür verantwortlich, deren Anpfiffswirbel in einer Chance für Messi gipfelte, die der mehrmalige Weltfußballer in neun von zehn Fällen versenkt. In diesem Moment war Nummer 10 an der Reihe (47.). Die DFB-Elf erholte sich verspätet und gab Löw recht, der ein «Duell auf Augenhöhe» erwartet hatte. 

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Der Favorit Deutschland blieb ängstlich, Argentinien sehr gefährlich. Die DFB-Elf agierte nun nicht voll überzeugend, aber hatte Chancen. Schürrle verstolperte den Ball im Strafraum (70.), dann tauchte wieder Höwedes, ja, Höwedes zentral vor dem Tor auf. Doch vieles kann er besser als Tore mit dem Fuß (79.). Dann Kroos nach starkem Özil-Pass (82.) – Deutschland war dem 1:0 nun näher. Doch es reichte nicht.

Die Verlängerung

Diesmal gab die DFB-Elf die Punkrockband, nach wenigen Sekunden scheiterte Schürrle aus guter Position an Sergio Romero. Doch auch Argentinien spielte mit, Rodrigo Palacio lupfte den Ball am deutschen Tor vorbei (97.). Das Spiel nahm sich keine Auszeit – und kulminierte dann im finalen Donnerknall in Form des goldenen Tores durch Mario Götze (113.).

Der Traum des Spiels

Wenn kleine Jungs nachts wachliegen, wenn sie sich sehnsüchtig hineindenken in einen großen Moment, dann sehen sie das, was Mario Götze in Minute 113 erlebte. WM-Finale, Verlängerung, schöner Pass von Schürrle, mit der Brust angenommen, dann direkt ins lange Eck gelegt – 1:0. Ja, ein Traumtor. Ein Traumtor von dem Spieler, der unlängst anmerkte, er lebe beim FC Bayern seinen Traum. Damals glaubten ihm wenige. Jetzt würde das jeder.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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