Emma Amour
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

bild: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Wie ich in der Shisha-Bar Liebeskummer wegtwerke!

Ich habe einen lustigen Kumpel, der auf Shisha-Bars schwört. Ich bin so heartbroken, dass ich mich widerstandslos einem Abend mit ihm und seinen Bros hingebe – und dabei für kurze Zeit mein Elend vergesse. Aber von Anfang an.



Boro ist Bosnier. Und Boro ist ein enorm guter Freund von mir. Boro und ich kennen uns schon sehr lange. Ein paar Mal haben wir biz geknutscht. Und okay, einmal sind wir zusammen im Bett gelandet. Um dann am nächsten Morgen wieder zurück in die Friendszone zu treten.

Wo wir uns also bis heute befinden. An Boro liebe ich am meisten, dass er seine Wurzeln mit viel Selbstironie zelebriert. Dank Boro kenne und liebe ich die bosnische Küche, kenne bosnische Lieder (dramatisch, lustig und schön!) und Dank Boro war ich sogar schon mehrmals unter sehr vielen seinesgleichen in irgendwelchen bosnischen Clubs, wo alle Menschen zu allen Liedern mitsingen.

Macht hie und da sehr viel mehr Spass als all die ach-so-angesagten Clubs und illegalen Underground-Partys dieser Stadt, an die du nur kommst, wenn du die Geilsten der Geilen kennst.

Soviel zur Vorgeschichte No 1.

Vorgeschichte No 2: Ich habe immer noch Liebeskummer. Wegen Marc. Mit dem ich unfassbar schöne Stunden erlebt habe, BEVOR er mir sagte, dass er verheiratet ist.

Also leide ich zurzeit unter schrecklichem Herzschmerz. Unter der Woche geht's einigermassen. Die Wochenenden sind Sauhund. Habe keine Lust auszugehen. Habe keine Lust zu atmen.

Ausflüge in andere Welten, die sind lustig!

Das ist kein Zustand, findet Boro. Er habe das beste Anti-Liebeskummer-Programm für mich, sagt er. Da ich Boro kenne, weiss ich, dass er mich entweder an ein Konzert oder in die Shisha-Bar mitschleppen will.

Es ist die Shisha-Bar. Ich solle mich nicht so anstellen. Das sei sehr viel lustiger als man meinen würde. Ich wolle mich doch nicht vom schlechten Ruf abhalten lassen. Oder gar davon, dass in Shisha-Bars vor allem «Bachelor/ette»-Material abhängt.

Hier hat mich Boro.

Er holt mich mit seiner riesigen Karre und zwei Kollegen ab. Auch Bosnier. Auch toll. Wir fahren gefühlt ewig an einen Ort jenseits der Stadtgrenze. In der Shisha-Bar angekommen bin ich angetan. Sehr hübsches Ambiente. Viele Laternen. Viele – logisch – Shishas. Ein Duftmix wie in 1001 Nacht.

Und die Leute. Geil. Wirklich. Die Damen tragen selbstbewusst Leder- oder Lackleggings und das obwohl keine einzige eine Gisele-Bündchen-Figur hat. Mega Heels. Alle haben lange Mähnen. Viele sind mit Extensions gepimpt. Die meisten Nägel sind pink. Einige haben Nagelpiercings. Das habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Der Sound ist auch geil. Von «Despacito» bis Loco Escrito läuft hier alles. Die Girls twerken. Die Männer schauen, rauchen, sitzen mit gespreizten Beinen da. So tun es auch Boro und seine Kumpels. Ich bin möglicherweise etwas underdressed. Auch ist mein schulterlanges Haar etwas zu kurz für hier. Dafür ist mein Kleid, das bis über die Knie geht, zu lang.

Auf dem WC muss ich eine Weile warten, bis ich meine Hände waschen kann. Die Ladies sind sehr damit beschäftigt, ihre Lippen nachzuziehen und ihre Gesichter abzupudern. Eine lächelt mich an.

«Du bist wohl das erste Mal hier?» sagt sie.

Ich bejahe.

Sie will meinen Namen wissen.

Dann umarmt sie alle ihre Freundinnen. Sie drehen sich zu mir um und heissen «Emma herzlich willkommen!».

Ich bin ernsthaft sehr gerührt.

Dann malt mir eine einen krassen Lidstrich über die Augen, bevor sie mich alle zurück auf die Tanzfläche ziehen.

Jetzt läuft «Macarena». Also tanzen wir «Macarena». Inmitten dieser zehn Frauen auf dem Dancefloor fühle ich seit längerer Zeit mal wieder etwas Freiheit im Herz.

Dass hier keine Männer mittanzen, kommt mir gerade recht. Es gefällt mir gerade besser, von Ladies angetwerkt zu werden. Und die Twerking-Lektion, die ich hier bekomme, amüsiert mich ebenfalls sehr.

#JeSuisAmor

So geht das zwei Stunden weiter. Ich tanz mir zusammen mit der Girls-Crew die Seele aus dem Leib. Beim 12. Shakira-Song bin ich auch sicher – oder genug angesäuselt – dass ich schon richtig gut twerken kann.

Boro und seine Bros jubeln uns zu. Was auch Amira auffällt, die zu meiner Linken tanzt. Sie hat's auf Sacha, den einen Freund von Boro, abgesehen. Ich stelle die zwei einander vor.

Eine halbe Stunde später sind beide weg. Gut so. Amor spielen kann ich.

Wir bleiben bis circa 2 Uhr. Daheim falle ich glücklich und ausgepowert ins Bett, wo ich in einen tiefen Schlaf falle.

Das war das beste Anti-Liebeskummer-Programm, das ich mir hätte wünschen können.

Hvala, Boro.

Apropos Boro. Am nächsten Tag frage ich ihn, was aus Sacha und Amira geworden ist. Weiss er natürlich nicht. Weil sich Männer nicht immer sofort alles erzählen würden.

Wie auch immer die das schaffen.

Hab jetzt aber zu wenig Zeit, um mir tiefer Gedanken darüber zu machen. Muss meine frisch angeeigneten Twerk-Kenntnisse vertiefen.

Shakira - «Hips don't lie»

abspielen

Video: YouTube/shakiraVEVO

Adieu,

Bild

Und was ist dein Geheimtipp gegen Liebeskummer?

Bitte beachtet die Kommentarregeln!

Wie's aussieht, haben einige User unsere Kommentarregeln vergessen. Daher hier kurz nochmal: Wer komplett am Thema vorbeischreibt («Ich weiss, hat jetzt nichts mit der Story zu tun, aber ...»), beleidigt (nein, es ist keine «konstruktive Kritik», wenn du alles als *ç&%/& bezeichnest), oder seine Kommentare anfängt mit «Ihr werdet meinen Kommentar ja eh wie immer löschen, ...», muss sich nicht wundern, wenn diese «ja eh gelöscht» werden.

Genauer nachzulesen hier >>

Es dankt: die Redaktion

Auch eine ganz eigene Welt: Street Parade! (Damals und heute)

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

Bild

Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Emma Amour

«Mein Mann will nach dem Sex sofort duschen»

Hoi Alex,

tatsächlich war es bei meinem zweiten Freund auch so, dass der nach dem Sex sofort aufsprang, um zu duschen. Er war ständig sehr bemüht, dass ja keine Körperflüssigkeiten in Berührung mit Bettwäsche kommen.

Ich bin ganz mit und bei dir, mich hat das auch zum einen gestört und zum anderen verunsichert. Der Punkt führte bei uns zu regelmässigen Diskussionen. Irgendwann blieb er dann mir zuliebe liegen, fühlte sich dabei aber sichtlich unwohl und war verkrampft.

Irgendwann habe ich …

Artikel lesen
Link zum Artikel