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«Der grösste Witz, den ich je gesehen habe» – dieses Offside-Tor verwirrt die NHL



Die Carolina Hurricanes gewinnen eine spektakuläre NHL-Partie gegen die Columbus Blue Jackets mit 6:5. Es ist ein Spiel, in dem so einiges passiert. Neben den elf Toren lässt sich unter anderem Nino Niederreiter auf einen Faustkampf mit Columbus-Provokateur Max Domi ein.

Es ist aber auch das Spiel, in dem einer der umstrittensten Schiedsrichter-Entscheide der jüngeren NHL-Geschichte vorkommt. Es geht um dieses Tor, das zwischenzeitliche 4:3 von Vincent Trocheck für Carolina:

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Trocheck bringt Carolina mit 4:3 in Führung. Video: streamable

Columbus-Trainer John Tortorella glaubt allerdings, eine Offside-Position des Torschützen beim Betreten der Zone gesehen zu haben. Er nimmt deshalb seine Coach's Challenge. Die Linienrichter gehen raus, schauen sich das Video an und entscheiden: Das Tor zählt. Und weil es mittlerweile bei einer fälschlicherweise genommenen Offside-Challenge auch eine Strafe gibt, müssen die Blue Jackets zu allem Überfluss auch noch in Unterzahl ran.

Vincent Trocheck (Carolina Hurricanes) offside vs Columbus Blue Jackets

Eigentlich scheint die Sache klar: Trocheck (Pfeil) hat die blaue Linie bereits überquert, als die Scheibe (Kreis) über die Linie getragen wird. Das wäre Offside. Bild: screenshot twitter, bearbeitung watson

Columbus schafft es zwar, die restlichen 75 Sekunden im zweiten Drittel in Unterzahl zu überstehen, doch was in der Pause folgt, dürfte sie fast noch mehr ärgern. Wie «The Athletic» berichtet, verlassen die Linienrichter in der Pause ihrer Garderobe und tauchen in der Kabine der Blue Jackets mit einem Geständnis auf: Bei Trochecks Tor sei tatsächlich ein Abseits vorgelegen. Deshalb werde die Strafe, von der noch 45 Sekunden verblieben, annulliert, aber das Tor bleibe dennoch bestehen.

Wie kann das passieren? Die NHL gibt sich bedeckt und sagt nur: «Während des Video-Reviews kam es zu einer fehlerhaften Kommunikation zwischen der Video-Review-Box, den Linienrichtern und dem Situation Room in Toronto. Das hatte zur Folge, dass nicht nicht alle nötigen Wiederholungen angeschaut werden konnten, um das Offside zu bestätigen.» Eine Erklärung, weshalb dann nur die Strafe, nicht aber das Tor annulliert wurde, gibt es nicht.

Update: Mittlerweile ist geklärt, wie genau es zur fehlerhaften Kommunikation kam. In der Nationwide Arena in Columbus gibt es neu einen Video-Koordinator, der dafür zuständig ist, dass die Kommunikation zwischen dem Situation Room in Toronto und den Offiziellen auf dem Eis funktioniert.

In diesem Fall war dieser Koordinator aber etwas zu euphorisch. Während die Videoschiedsrichter in Toronto die Bilder anschauten, sagte der Koordinator zwei Mal: «Er ist onside, gutes Tor.» Die Linienrichter glaubten, das sei die Entscheidung aus Toronto, gaben deshalb die Kopfhörer zurück und verkündeten, dass das Tor zähle. In Toronto brach Panik aus, man versuchte, die Linienrichter wieder zurück ins Review-Kabäuschen zu holen, doch niemand reagierte.

Als in Toronto die Videokonsultation abgeschlossen wurde, war das zweite Drittel bereits beendet. Man setzte sich mit den Schiedsrichtern und den Team in Verbindung, um die Situation zu erklären. Es wurde auch diskutiert, das Tor nachträglich doch noch zu annullieren, doch weil es das noch nie gab, scheute man davor zurück. Um zu verhindern, dass Columbus nicht noch doppelt bestraft wird, entschied man, wenigstens die Strafe zu streichen, auch wenn es dafür keine Grundlage im Regelwerk gab.

Selbstverständlich sind die Blue Jackets alles andere als erfreut darüber. «Da sehen die NHL, die Linienrichter und die Schiedsrichter ganz schlecht aus. Fehler auf dem Eis können passieren, aber der Videobeweis wäre da, um diese Fehler zu korrigieren», sagt beispielsweise Team-Captain Nick Foligno.

Noch deutlicher wird Neuzugang Patrik Laine: «Es war sehr grosszügig von den Schiedsrichtern, die verbleibenden 45 Sekunden der Strafe von der Uhr zu nehmen. Das ist der grösste Witz, den ich je gesehen habe.»

Selbst die Profiteure sind verwirrt: «Es war gut für uns, aber sieht natürlich schlecht aus. Doch im Jahr 2021 schockiert mich wirklich nichts mehr», erklärt Carolina-Stürmer Ryan Dzingel.

Columbus-Trainer John Tortorella, der schon mehrfach dafür bestraft wurde, weil er die NHL und ihre Schiedsrichter öffentlich scharf kritisierte, schweigt dagegen an der Pressekonferenz nach dem Spiel wohlweislich und verweist nur auf die offizielle Erklärung der Liga. (abu)

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