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«Fabrikool» am Ende: Berner Polizei räumt besetztes Haus in der Länggasse



Die Besetzung der Alten Schreinerei in der Berner Länggasse ist Geschichte. Die Polizei hat das vom «Fabrikool»-Kollektiv besetzte Gebäude am Dienstagmorgen geräumt. Der Kanton Bern hatte den Räumungsantrag gestellt.

Die Räumung verlief zunächst ohne Zwischenfälle, wie Ramona Mock von der Medienstelle der Kantonspolizei Bern auf Anfrage sagte. Personen seien keine anwesend gewesen. Das Besetzerkollektiv hatte im Vorfeld mit Krawallen gedroht, sollte das Haus geräumt werden.

Das alte, verlotterte Holzgebäude stand jahrelang leer. Anfang 2017 wurde es vom «Fabrikool»-Kollektiv besetzt. Die Besetzung wurde in der Folge durch einen Vertrag zur Zwischennutzung mit dem Kanton Bern legalisiert.

Im September 2018 verkaufte der Kanton das Grundstück im Baurecht an ein Berner Architekten-Duo. Die neuen Besitzer wollen einen Quartiertreffpunkt mit Markthalle und Restaurants sowie Studentenwohnungen einbauen.

Aus Protest gegen den Verkauf kündigten die Hausbesetzer den Zwischennutzungsvertrag mit dem Kanton fristlos, verharrten aber vor Ort. Einer Aufforderung, das Gebäude bis Ende April 2019 zu verlassen, widersetzten sich die Aktivisten.

Man wolle die nächsten fünfzig Jahre bleiben und sich gegen «die gewinnorientierte kapitalistische Logik» der neuen Besitzer wehren, liess das Kollektiv verlauten.

Der Kanton Bern reichte schliesslich Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ein. Und er stellte den Räumungsantrag, wie Polizeisprecherin Mock sagte. «Diesen haben wir am Dienstag vollzogen.» (sda)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ATH99 14.05.2019 22:45
    Highlight Highlight Die Besetzung des Gebäudes war anfänglich völlig legitim und das Kollektiv hat tatsächlich einen Treffpunkt für Studenten und Anwohner aller Gesinnungen geschaffen, gemeinsame Mittagessen organisiert und sogar Eindrucksvolles errichtet (die fleissige Ameise). Mit der Zeit sah der Eingang zum vonRoll-Areal allerdings nur noch heruntergekommen aus, es trieben sich fragwürdige Persönlichkeiten herum und der Lärm hat sowohl Anwohner als auch Angehörige der Uni und PH (Studis und Mitarbeiter) gestört. Die Sympathie ist ab jenem Moment leider verflogen.
  • LibConTheo 14.05.2019 12:55
    Highlight Highlight Ja was ist denn jetzt wichtiger:
    Dass Studenten eine Wohnung haben oder dass sich der Eigentümer nicht durch den Bau dadurch bereichern kann.

    Solch' Gedankengänge will ich nicht durchmachen müssen.
  • Pachyderm 14.05.2019 12:32
    Highlight Highlight Das Gebäude stand jahrelang leer und hat niemanden interessiert. Bis es durch die Besetzer belebt und zu einem Quartiertreffpunkt gemacht wurde. Nachdem es für einen symbolischen Franken (!) verkauft wurde, soll daraus ein neuer Quartiertreffpunkt entstehen, und bezahlbare (?) Studiwohnungen. Ich bin gespannt, und finde den Verlust der Fabrikool sehr schade.
  • Paul_Partisan 14.05.2019 11:45
    Highlight Highlight Es ist mehr als zweifelhaft ob aus dem Bauprojekt schlussendlich wirklich ein Quartiertreffpunkt mit (bezahlbaren!) Studentenwohnungen wird. Für das Quartier ist der Verlust von Fabrikool schade.
    • Pachyderm 14.05.2019 18:01
      Highlight Highlight Ausserdem ist das Konzept der Käufer ja noch gar nicht fertig und bewilligt, das heisst das Gebäude steht nun erstmal leer und wird auf Kantonskosten bewacht.
  • René S. 14.05.2019 11:30
    Highlight Highlight Tja, wenn man einen bestehenden Vertrag kündet muss man nicht erstaunt wein wenn man dann auch gehen muss.
    Man hätte ja zusammen reden können.
  • who cares? 14.05.2019 11:08
    Highlight Highlight Quartiertreffpunkt, Markthalle und Studentenwohnungen. Da haben die bösen Kapitalisten aber wieder zugeschlagen!
    • zoobee1980 14.05.2019 14:48
      Highlight Highlight Richtig! Denn während die Fabrikool-Leute all dies dank viel Gratisarbeit, cleverem Recycling und endlos Kreativität kostenlos und damit allen (auch Ärmeren) zugänglich auch anboten, werden die neuen Investoren auf Grund und Boden der Stadt Bern nun Klotzen und danach auch ordentlich Rendite machen wollen.
      Klar, die neuen Investoren sind kleine Fische im Vergleich. Mit eh schon knappem Boden Rendite bolzen und damit das Preisniveau anheizen werden sie aber gleich wie ihre grossen Investoren-Vorbilder. Schade! Waren sehr coole Nachbarn, die Fabrikoolis...
    • who cares? 14.05.2019 17:45
      Highlight Highlight Preisniveau anheizen mit Studentenwohnungen? Da gibt's bessere Methoden.
  • Pachyderm 14.05.2019 10:57
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 14.05.2019 10:19
    Highlight Highlight Hausbesetzungen sind mir im ersten Moment nicht unsympathisch, wenn es darum geht, ihr Leerstehen anzuprangern, während überall die Mieten immer teurer werden.

    Sobald mit dem besetzten Haus konkrete Pläne enstehen, haben die Besetzer eigentlich gewonnen.

    Da hört für mich dann die Sympathie auf, wenn sie dann nur noch mehr Forderungen stellen
  • Thor_Odinson 14.05.2019 10:19
    Highlight Highlight Soviel zumThema es wird mit gleichen Ellen gemessen. Hätten die Rechten so ein Gebäude besetzt, wäre der mediale Aufschrei gewaltig gewesen und Mordio und Totschlag gerufen worden. Das Gebäude wäre innerhalb von einer Woche geräumt worden. Und hier? Hier hat es 2 Jahre gedauert!
    Und nun los mit den Blitzen, Thor braucht sie 👍!
    • Liselote Meier 14.05.2019 13:13
      Highlight Highlight Bis auf die Splittergruppe Namens "Autonome Nationalisten", weshalb sollten den Rechte Häuser besetzen? Das wäre ziemlich Widersprüchlich.
  • Roterriese #DefendEurope 14.05.2019 09:35
    Highlight Highlight Gut so

In Bern kostet eine Wohnung deutlich mehr als in Berlin und Wien

In der Schweizer Hauptstadt wohnt es sich deutlich teurer als in den Kapitalen der Nachbarländer Deutschland und Österreich. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6'570 Franken kostet eine Wohnung in Bern 43 Prozent mehr als in Wien (4'590 Fr.) und 45 Prozent mehr als Berlin (4'530 Fr.).

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