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Schweiz kriegt bald eine neue Risikoländer-Liste – das sind die Details

Der Bund will mitten in den Sommerferien die Risikoländer-Liste aktualisieren. Die Details zu den Plänen und was das für Betroffene bedeutet.
Cet article est également disponible en français. Lisez-le maintenant!
29.07.2021, 16:2130.07.2021, 10:27

Ferienlustige staunen derzeit beim Anblick der Schweizer Corona-Risikoländerliste nicht schlecht. Sie wurde am 26. Juni 2021 zuletzt aktualisiert und enthält eigentlich nur drei Staaten: Indien, Nepal, Grossbritannien (und ein paar dazu gehörige Inseln). Für die Sommerferien war das bislang eine gute Nachricht, weil sie Ferienreisenden nicht in die Quere kam.

Zumindest für Leute, die nicht in der Schweiz wohnen oder den Schweizer Pass haben, dürfte es demnächst eine Aktualisierung geben. Es handelt dabei um die sogenannte SEM-Liste, ausgestellt vom Staatssekretariat für Migration. Sie entscheidet darüber, aus welchem Land etwa Touristinnen und Touristen in die Schweiz einreisen können.

Korrekturhinweis
Der Artikel wurde nach der Publikation korrigiert. Es handelt sich um die sogenannte SEM-Liste, die insbesondere für Touristinnen und Touristen von Bedeutung ist, die in die Schweiz einreisen wollen.

Das Update ist auch nötig, angesichts der stärkeren epidemiologischen Entwicklungen in einzelnen Ländern. Viel berichtet wurde etwa über Grossbritannien oder Griechenland. Die Daten zeigen jedoch auch einen Anstieg der Fallzahlen in Zypern oder Spanien.

Die Tendenz flacht zwar ab oder sinkt bereits – dennoch stellt sich die Frage: Wie aktuell und wie aussagekräftig ist die Risikoländerliste der Schweiz überhaupt noch?

Gross-Update am Freitag

Eine kurze Nachfrage beim SEM zeigt schon mal: Die Behörden in Bern arbeiten noch. Sie kündigten gegenüber watson an, «voraussichtlich morgen» – also Freitag – die Risikoliste aktualisieren zu wollen. Welche Länder neu aufgenommen werden, war aufgrund der Planung nicht zu erfahren.

Das zuständige Staatssekretariat verriet jedoch auf Anfrage, in welche Richtung es beim Update gehen soll: «Aufgrund unserer Lage im Zentrum Europas ist die Schweiz bestrebt, zu einer einheitlichen Einreisepolitik im Schengen-Raum beizutragen.» Sprich: Es dürfte eine grössere Änderung folgen.

Die Schweiz will sich künftig stärker an den EU-Empfehlungen orientieren. «Diese basieren auf objektiven Kriterien zur Beurteilung der pandemiebedingten Lage in den einzelnen Ländern und Gebieten», ergänzt das SEM nichtssagend. Unter dem Strich könnte das gemäss Stellungnahme jedoch dazu führen, dass auch Länder und Gebiete neu auf die Risikoländerliste aufgenommen werden, «die eine tiefere Inzidenz aufweisen als jene der Schweiz».

Good News: EU will schrittweise lockern

Damit dürfte klar sein, dass neue Staaten dazu kommen. Die jüngste EU-Empfehlung von Mitte Juli enthielt jedoch auch die Forderung, die Reisebeschränkungen für eine ganze Reihe von Ländern «schrittweise» aufzuheben. Auf dieser Liste finden sich derzeit folgende Gebiete – für sie gilt von der EU eine Lockerungs-Empfehlung:

  • Albanien
  • Armenien
  • Australien
  • Aserbaidschan
  • Bosnien und Herzegovina
  • Brunei
  • Darussalam
  • Kanada
  • Israel
  • Japan
  • Jordanien
  • Libanon
  • Montenegro
  • Neuseeland
  • Katar
  • Kosovo
  • Republik Moldau
  • Republik Nordmazedonien
  • Saudi-Arabien
  • Serbien
  • Singapur
  • Südkorea
  • Taiwan
  • Ukraine (neu)
  • Vereinigte Staaten von Amerika
  • China, vorbehaltlich der Bestätigung der Gegenseitigkeit

Quarantäne-Regel im Detail

Die aktuelle Schweizer Quarantäne-Regel gilt für Personen, die nicht geimpft sind oder in den letzten 6 Monaten keine durchgemachte Covid-Infektion nachweisen können. Es sind (mit Ausnahme des Tests) dieselben Kriterien, die man für ein Covid-Zertifikat braucht.

Entscheidend für die Quarantänepflicht ist die Länderliste, welche beim Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz gültig ist. Die Quarantänepflicht gilt auch für Kinder.

Sprich: Wer ungeimpft oder ungenesen ist und sich am Freitag in einem neuen Risikoland befindet, muss gemäss Bundesamt für Gesundheit Folgendes tun:

  1. Nach der Einreise nach Hause oder in eine «andere geeignete Unterkunft» gehen. Dabei bitte Abstand halten, Maske tragen und den öffentlichen Verkehr – wenn möglich – vermeiden.
  2. Innerhalb von zwei Tagen bei der zuständigen kantonalen Behörde melden.
  3. Die Quarantäne gilt während 10 Tagen. In dieser Zeit darf man das Zuhause oder die Unterkunft nicht verlassen.
  4. Wer die Reisequarantäne verkürzen will, kann das ab dem siebten Tag tun. Details dazu gibt es auf dieser Seite.
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