DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Video: srf

Hurrikan «Michael» hinterlässt Zerstörung und viele Verletzte

11.10.2018, 16:50

Hurrikan «Michael» hat im US-Bundesstaat Florida zahlreiche Menschen verletzt und schwere Schäden angerichtet. «Es gibt unglaubliche Zerstörung», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Donnerstagmorgen (Ortszeit) dem Sender CNN. «Wir haben viele Verletzte.»

1 / 19
Hurrikan «Michael»
quelle: epa/epa / dan anderson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

CNN berichtete, in Florida sei bei dem Sturm ein Mann ums Leben gekommen, im benachbarten Bundesstaat Georgia sei ein Mädchen gestorben. Scott machte zunächst keine Angaben zu Toten, er sagte aber: «Meine grösste Sorge wäre der Verlust von Leben.»

Scott warnte die Menschen davor, ihre Häuser zu verlassen. «Sie haben diesen unglaublichen Sturm überlebt. Bleiben Sie sicher. Gehen Sie nicht hinaus, wenn Sie nicht müssen.» Es gebe zahlreiche Überlandleitungen, die zerstört worden seien, und Bäume, die umgestürzt seien.

Rettungskräfte würden die Betroffenen bald erreichen. Scott fügte mit Blick auf die schweren Sturmschäden hinzu: «Ich wünschte nur, das wäre nie geschehen.»

Hunderttausende Haushalte ohne Strom

Der Gouverneur sagte, rund 360'000 Haushalte, Büros und Geschäfte seien ohne Elektrizität. Floridas Katastrophenschutzbehörde Sert teilte mit, alleine im Bezirk Bay - wo der Hurrikan am Mittwoch auf Land getroffen war - sei bei fast 115'000 der 117'625 Anschlüssen der Strom ausgefallen. Im benachbarten kleineren Bezirk Calhoun verfügte am Donnerstagmorgen kein einziger Anschluss mehr über Elektrizität.

Auf seinem Weg nach Nordosten über Georgia schwächte sich «Michael» ab und wurde zu einen tropischen Sturm herabgestuft. Der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier war am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf Land gestossen. 

Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als «Panhandle» («Landzipfel» oder wörtlich «Pfannenstiel») wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet.

Ausharren als Fehlentscheid

Missy Theiss lebt acht Kilometer von der Küste von Panama City Beach entfernt. Die 54-Jährige entschied sich, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Hunden in ihrem Haus zu bleiben. «Ich schaue aus dem Fenster und es wirkt, als lebte ich in einem Kriegsgebiet», schrieb Theiss in einer Textnachricht an die Nachrichtenagentur DPA. «Es war die schlechteste Entscheidung, hier zu bleiben. Wir haben es für unsere Haustiere getan», erklärte sie. Sie habe gedacht, «Michael» würde die Küste als Hurrikan der Stufe zwei erreichen, dann wurde er aber zur Kategorie vier hochgestuft.

«Als wir darüber nachdachten, zu gehen, war es schon zu spät. Wir hatten viel Angst, wir wollten nicht, dass etwas Schlimmes passiert», schilderte Theiss ihre schwierige Lage. Sie habe Schutz im Flur ihres Hauses gefunden, abseits von Fenstern und Türen.

Panama City in Florida wurde besonders hart getroffen.
Panama City in Florida wurde besonders hart getroffen.
Bild: EPA/EPA

Oberster Chef will nicht stören

US-Präsident Donald Trump sprach den Menschen in den betroffenen Gebieten sein Mitgefühl aus, blieb dem Katastrophengebiet aber bislang fern. Die «Gedanken und Gebete» der gesamten Nation seien bei ihnen. Trump hatte zuvor erklärt, er habe eine Wahlkampfkundgebung nicht absagen wollen, weil er die Menschen nicht enttäuschen wollte, die darauf gewartet hätten.

Der Präsident kündigte an, das Katastrophengebiet voraussichtlich am Sonntag oder Montag zu besuchen. Bei einem früheren Besuch befürchte er, den Helfern in die Quere zu kommen, sagte Trump.

«Michael» ist nicht der erste Hurrikan, der in diesem Jahr Zerstörung an die US-Südostküste gebracht hat. Mitte September hatte «Florence» vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht – dort war das Wasser vor dem nächsten Hurrikan noch immer nicht vollständig abgeflossen. Anders als «Michael» war «Florence» lediglich als Sturm der Kategorie eins an Land getroffen – mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde. Dennoch kamen infolge des Sturms Dutzende Menschen ums Leben. (sda/dpa)

Hurrikan der Stufe Vier verwüstet Florida

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Obama sendet Merkel zum Abschied eine Liebeserklärung

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel für ihren «unerbittlichen» moralischen Kompass und die vielen Jahre guter Zusammenarbeit gewürdigt.

«So viele Menschen, Mädchen und Jungen, Männer und Frauen, haben ein Vorbild gehabt, zu dem sie in schwierigen Zeiten aufschauen konnten», sagte er in einer Videobotschaft, die von EU-Ratspräsident Charles Michel auf Twitter verbreitet wurde. Das Video wurde am Freitag auch bei dem wohl letzten Treffen der Staats- …

Artikel lesen
Link zum Artikel