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Schweizer Hochschulen müssen Heilpädagogik-Studienanwärter abweisen



Studienplätze für Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sind gefragt, und die öffentlichen Schulen haben grossen Bedarf nach diesen Lehrkräften. Doch etliche Pädagogische Hochschulen müssen jedes Jahr Studienanwärter abweisen.

Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich bekommt beim Master in Schulischer Heilpädagogik und beim Bachelor Logopädie jedes Jahr mehr Bewerbungen, als sie Studienplätze anbieten kann. Dies sagte Rektorin Barbara Fäh der Nachrichtenagentur sda.

Kantone können Plätze kaufen

Beim Master-Studiengang in Schulischer Heilpädagogik kann die von 13 Kantonen und Liechtenstein getragene HfH 70 Prozent der Angemeldeten aufnehmen. Das sind laut Fäh knapp 300 pro Jahr. Für das Bachelor-Studium Logopädie können etwa 60 Prozent der Angemeldeten aufgenommen werden - also gegen 40 im Jahr.

Die Schweizer Schulen umgekehrt benötigen mehr Heilpädagogen und -pädagoginnen. Erst im vergangenen Sommer hatte Beat Zemp, der Präsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), von einem ausgewiesenen Mangel gesprochen.

«Die Kantone entscheiden, wie viele Studienplätze zur Verfügung gestellt werden», sagt HfH-Rektorin Barbara Fäh dazu. Eine interkantonale Vereinbarung garantiert jedem Trägerkanton der HfH eine gewisse Anzahl Studienplätze.

Weitere Plätze könnten die Kantone einkaufen. Der Kanton Zürich zum Beispiel habe im laufenden Jahr zusätzliche 95 Plätze in Schulischer Heilpädagogik eingekauft, sagt Fäh.:«Jeder weitere Studienplatz ist mit Mehrkosten verbunden.»

Beschränkung in Freiburg

Auch Westschweizer Ausbildungsstätten können nicht alle Frauen und Männer für ein Heilpädagogik-Studium aufnehmen, die sich anmelden. Die Universität Freiburg zum Beispiel ist für etwa 40 Absolventen des Master-Studiums eingerichtet, hat 2016 aber 120 aufgenommen, wie der zuständige Departementsleiter Gérard Bless sagt.

Im Herbst schränkte die Universität den Zugang zum Master-Studium ein: Nur Kandidaten der eigenen sonderpädagogischen Abteilung werden berücksichtigt sowie Anwärter aus anderen Pädagogischen Hochschulen. Die übrigen müssen sich anderswo umsehen. Diese Situation kritisieren nicht nur Abgewiesene, sondern auch Bless selbst.

An der Pädagogischen Hochschule Waadt (HEP Vaud) in Lausanne ist die Zahl der Studierenden stark angestiegen, von 45 bis 50 im Jahr 2015 auf um die 80. Zum Beginn des nächsten Studienjahres rechnet die Hochschule mit ungefähr 140 Anwärtern.

Cyril Petitpierre, Bildungsverantwortlicher der HEP Vaud, führt den starken Andrang darauf zurück, dass Bachelor- und Master-Inhaber verwandter Disziplinen an ihre Ausbildung ein Studium in Heilpädagogik anhängen wollen.

Attraktives Studium

Die Aussichten für diplomierte Heilpädagogen und -pädagoginnen, einen Job zu finden, sind nach Einschätzungen der Verantwortlichen der Westschweizer Hochschulen sehr gut. Die grosse Nachfrage, die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und die Möglichkeit, an Regelschulen zu arbeiten, macht die Arbeit laut Bless attraktiv.

Barbara Fäh, die Rektorin der HfH in Zürich, schildert, weshalb die Master-Ausbildung zum Schulischen Heilpädagogen auf derart viel Interesse stösst: «Sie erlaubt es, sich vertieft mit den spezifischen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen mit besonderen Bildungsbedürfnissen auseinanderzusetzen.»

Schülerinnen und Schüler sollten in einer zunehmend heterogenen Schule entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten gefördert werden, sagt Fäh. Die Heilpädagogik-Studierenden könnten sich das Wissen dafür aneignen. (sda)

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