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L’entraineur de Kloten Kevin Schlaepfer lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le EHC Kloten ce samedi 6 janvier 2018 a la patinoire provisoire de Malley 2.0 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Kevin Schläpfer ist Langenthals Sportchef – und in seiner Rolle eher unterfordert. Bild: KEYSTONE

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Kevin Schläpfer – vom «Hockeygott» in Biel zum Maskottchen in Langenthal

Kevin Schläpfer (50) war «Hockey-Gott» in Biel und nun ist er als Sportchef in Langenthal eigentlich ein wenig unterfordert. Gut rockt es mit den Playoffs gegen Olten endlich wieder einmal so richtig. Und er weiss auch schon, wie «sein» SC Langenthal in Olten gewinnen kann.



Kann das Charisma des Sportchefs den Substanzverlust eines Meisterteams kompensieren? Nein. Auch dann nicht, wenn der Sportchef Kevin Schläpfer heisst.

Der Baselbieter musste gleich in seiner ersten Saison das unpopuläre Sparprogramm «100 000 Salär sind genug» umsetzen (ausser Captain Stefan Tschannen darf keiner sechsstellig verdienen). So ist der Titelverteidiger vom Transferwind verweht worden. Zur Erinnerung: Unter anderem haben Nico Dünner (25, zu den Lakers), Robin Leblanc (37, Rücktritt), Giacomo Dal Pian (26, zu Ambri), Toms Andersons (26, zu Langnau), Philipp Rytz (35, zu Olten), Luca Wyss (21, zu Zugs Farmteam) und Trainer Per Hanberg (zu Kloten) das Meisterteam im letzten Frühjahr verlassen.

Langenthals, Stefan Tschannen, Torschuetze zum 2:1, jubelt waehrend dem vierten Playoff Finalspiel der Swiss League, zwischen dem SC Langenthal und dem HC La Chaux de Fonds, am Mittwoch 3. April 2019 auf der Eisbahn Schoren in Langenthal. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Captain Stefan Tschannen. Bild: KEYSTONE

Mit seinem tüchtigen kanadischen Trainer Jeff Campbell (er hatte zuvor als ausländischer Stürmer Kultstatus) ist Kevin Schläpfer zufrieden. Aber der Transfer-Aderlass ist einfach zu gross. Zumal die beiden billigen ausländischen Stürmer Andrew Clark (14.) und Joey Benik (24.) in der Liga-Skorerliste bloss fleissige Hinterbänkler sind. Die berühmteste Hockey-Person in Langenthal ist nicht mehr ein Spieler. Sondern der Sportchef.

Wenigstens bleiben die Leihspieler Mika Henauer (19, vom SCB), Alain Bircher (22), Stefan Rüegsegger (21) und Bastian Guggenheim (18, von Langnau) erst einmal für die Playoffs. Aber diese talentierten Flaumbärte können die Mannschaft höchstens ein wenig ergänzen.

Logisch also, dass der Titelverteidiger die Qualifikation «nur» auf Rang 6 beendet hat und nun im Viertelfinal gegen Olten als Aussenseiter antritt. Auf dem Weg zum Titel hatten die Langenthaler letzte Saison die Oltner im Halbfinal eliminiert. Nun wäre ein solcher Triumph eine veritable Sensation.

Langenthals Goalie, Philip Wuethrich, links, kaempft um den Puck, gegen Chaux Fonds, Gaetan Augsburger, rechts, waehrend dem vierten Playoff Finalspiel der Swiss League, zwischen dem SC Langenthal und dem HC La Chaux de Fonds, am Mittwoch 3. April 2019 auf der Eisbahn Schoren in Langenthal. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Liegt es in seiner Hand? Meistergoalie Philip Wüthrich. Bild: KEYSTONE

Eigentlich können den Langenthalern nur Meistergoalie Philip Wüthrich (nächste Saison beim SCB) und ein bisschen Magie helfen. Sie haben diese Saison erst eine Direktbegegnung gewonnen: am 23. Dezember in Olten (4:1). Kevin Schläpfer weiss warum: «Ich habe das Spiel unten neben unserer Spielerbank verfolgt. Offenbar hat das gewirkt. Wir haben gewonnen und ich werde nun am Mittwoch wieder dort unten stehen.» Um Trainer Jeff Campbell dreinzureden? «Nein, Nein. Ich sagte doch, dass ich neben und nicht auf der Spielerbank stehen werde.» Eigentlich sollte Oltens Manager Patrick Reber seine Ordnungskräfte anweisen, Kevin Schläpfer am Mittwoch auf die Tribüne zu verbannen.

Vom Hockey-Gott in Biel also zum Glücksbringer in den Playoffs der Swiss League. Kevin Schläpfer hat wahrlich auch schon bessere Hockey-Tage gesehen. Er hätte im Oktober 2015 Nationaltrainer werden können. Wer weiss, wie seine Karriere, wie die Geschichte unseres Hockeys seither verlaufen wäre, wenn er das Angebot angenommen hätte. Nun ist Patrick Fischer Nationaltrainer und Kevin Schläpfer nach der unfreiwillig freiwilligen Amtsniederlegung in Biel, der Entlassung in Kloten und langen Monaten der Arbeitslosigkeit am 1. Mai 2019 Sportchef in Langenthal geworden.

Switzerland's head coach Patrick Fischer, during the  ice hockey tournament NaturEnergie Challenge game between Switzerland and Russia at the Lonza Arena ice rink in Visp, Switzerland, Friday, December 13, 2019. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Patrick Fischer ist Schweizer Nati-Trainer – eine Rolle die für Kevin Schläpfer gepasst hätte. Bild: KEYSTONE

«Es ist gut wie es ist» sagt er. Mit sich und seiner Karriere trotz allem im reinen. Nach wie vor füllt er mit seiner Präsenz jeden Raum. Vielleicht ist es ja so, dass er sich manchmal in einer kleinen, überschaubaren Welt wohler fühlt als ganz oben wo die Luft dünner ist. Lieber der erste im Dorf als der Zweite in Rom. Und der Job in Langenthal lässt ihm auch mehr Zeit, um sich um die Karriere seines Sohnes Elvis zu kümmern.

Kevin Schläpfer hat drei Kinder: Die Söhne Elvis (18) und Lovis (15) und die Tochter Elisha (13). Aber nur Elvis strebt eine Profikarriere im Eishockey an. Lovis ist am Gymnasium und möchte später Physik studieren. Will er auf diesem Weg eine ähnliche Reputation wie sein Vater erlangen, muss er wohl der nächste Einstein werden.

Für Elvis wird es nicht einfach sein, seinen Vater zu übertreffen. Kevin Schläpfer war ein schlauer «Instinkt-Stürmer» und Leitwolf mit feinen Händen aber hölzernen Füssen. Dominant in der zweithöchsten Liga (538 Punkte in 598 Spielen) aber bloss Mitläufer ganz oben (212 NLA-Spiele/59 Punkte). Aufstiegsheld mit Olten, Langnau und Chur. Aber nur einmal Hinterbänkler in einem Meisterteam (1990 in Lugano). Immer ein bisschen mehr offensiver Zirkus als defensive Pflichterfüllung.

Arno Del Curto ist rechtzeitig zurück

Arno Del Curto (63) wird bereits am Mittwoch seinem Freund Loïc Burkhalter (40), dem Trainer und Sportchef des HC La Chaux-de-Fonds beim ersten Viertelfinalspiel gegen Ajoie unentgeltlich an der Bande helfen. Der ehemalige HCD-Trainer weilte am Wochenende im Ausland und wusste vorerst nicht, ob er rechtzeitig zum Playoff-Auftakt zurück sein würde.

Immerhin hatte er einen «Kickstart» im Hockey-Business: 1989 bekommt er mit 20 bereits einen Profivertrag mit Lugano. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem grossen Geo Mantegazza. Die Legende geht, er habe sechsstellig verdient und sich erst einmal einen Porsche gekauft. Er ist also schon ganz oben bevor alles überhaupt so richtig angefangen hat. Aber höher als in Lugano (Meister 1990) sollte er im Laufe seiner 20 Jahre dauernden Spielerkarriere, die er 2006 in Langenthal beenden wird, nicht mehr steigen.

Einen so fulminanten Start in eine Karriere gibt es heute nicht mehr. Elvis arbeitet sich Schritt für Schritt nach oben. Er steht in der entscheidenden Phase seiner Karriere. Er gehörte zum U18 WM-Team und kam bis ins WM-Vorbereitungscamp zur letzten U20-WM. Er steht an der Schwelle zur höchsten Liga. Aber er hat sie noch nicht überschritten. Dieser letzte Schritt ist der schwierigste.

Als Spielertyp ist Elvis nicht der nächste Kevin. Ihm fehlt die verspielte Schlauheit seines Vaters. Sein Stil ist geradliniger, intensiver, er ist eher mehr «Fräser» als Künstler. Er steht bis zum Ende der nächsten Saison in Biel unter Vertrag, pendelt zwischen den Elite-Junioren, Langenthal und Biel. Am Mittwoch wird er in den Playoffs mit Langenthal nicht zum Einsatz kommen.

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Kevin Schläpfer mit Sohn Elvis. Bild: zweiteliga.org

Spielerväter können fordernd sein. Kevin Schläpfer in dieser Beziehung keine Ausnahme. Aber es ist rührend, wie er sich zurücknimmt, wenn er mit seinem Sohn zusammen ist. Wir treffen uns in der Hotel- und Freizeitanlage seines langjährigen Freundes Markus Bösiger in Langenthal. Papa Schläpfer, der ruhelose, temperamentvolle Macher, der oft mehr rennt als geht («Hallo, tschau, hallo, tschau, tschau!») ist erstaunlich ruhig und entspannt. Er redet Elvis nicht drei und erweckt nie den Eindruck, alles besser wissen zu wollen.

Unten in der Bar des Hotels «Meilenstein» steht ein Flügel. So wie wir Kevin Schläpfer als rockenden und rollenden Zampano im Laufe der Jahre kennen und schätzen gelernt haben, sieht er in einer solchen Klimperkiste höchstens die Möglichkeit, einen Bierkrug abzustellen.

Sein Sohn weiss dieses edle Instrument hingegen sehr zu schätzen. Er setzt sich hin, beginnt spontan ohne Notenvorlage virtuos zu spielen. Sollten die Langenthaler bereits im Viertelfinal scheitern, so kann Elvis seinem Vater mit einem Blues trösten. Wie wäre es mit «Darn that Dream» («Verdammt dieser Traum») von Miles Davis?

Kevin Schläpfer hat in Langenthal als Sportchef einen Vertrag bis 2023. Auf Dauer wird es ihm nicht genügen, auf dem Transfermarkt den «billigen Jakob» und als Höhepunkt der Saison während der Playoffs das Maskottchen für seine Mannschaft zu spielen. Er hat eine Ausstiegsklausel für die höchste Liga. Der Traum von einer Rückkehr als Trainer oder Sportchef auf die ganz grosse Bühne hat er ganz tief in seiner Hockey-Selle nicht aufgegeben. Er wird ihn nie aufgeben.

Die Frage ist eigentlich nicht, ob Kevin Schläpfer diesen Schritt ins nationale Rampenlicht doch noch einmal schaffen wird. Sondern eher, wer es als erster oben ankommt. Sein Sohn Elvis oder er.

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SörgeliVomChristophNörgeli 18.02.2020 12:31
    Highlight Highlight Ich habe den Hype um diesen masslos überschätzten Schwätzer nie verstanden. So Pseudo-Motivationsgehampel, das sich bald abnutzt. Seit er weg ist in Biel, geht es dort stetig aufwärts.
    Ein Hanspeter Latour des Eishockeys.
  • Pax Mauer 18.02.2020 09:37
    Highlight Highlight Dass Klein-Elvis in seinem ersten NLA-Shift gleich einen Zweier erhielt (und im gleichen Drittel gleich nochmals einen) hätte der Eismeister doch bei aller Freundschaft zu Kevin Leider-nicht-National erwähnen können. Mehr Rock‘n‘Roll geht ja nicht 😃
  • Ricardo Tubbs 18.02.2020 09:08
    Highlight Highlight trotzdem fliegt Langenthal gegen olten raus...ob mit schläpfer oder nicht...
  • Der Buchstabe I 18.02.2020 08:32
    Highlight Highlight Mit der Ausstiegsklausel, die Schläpfer damals bewusst ablehnte, fing es an. Als er danach trotzdem gehen wollte, um Natitrainer zu werden, was Biel dann logischerweise ablehnte ging es bergab. Schade, bis dahin stand ich voll und ganz hinter ihm. Was danach aber passierte führte dazu, dass ich jegliche Sympathie zu Schläpfer verlor. Ja, er ist ein Ausnahmetrainer, aber gleichzeitig ein kindischer Kleingeist.

    Aber das ist nur die Meinung von mir (seit jeher EHC-Fan). Kann mich also nicht von jeglicher Subjektivität abgrenzen.
  • Chatzegrat Godi 18.02.2020 08:09
    Highlight Highlight Kevin in Ehren. Ich schätze ihn und er hat das Herz auf dem rechten Fleck. Gut aber, ist Fischer Natitrainer geworden. Wir hätten sonst nach wie vor allfällig Pausenplatz-Hockey auf dem Eis, wie auch in schreibender „art à la“ Eismeister!😬
  • kupus@kombajn 18.02.2020 07:51
    Highlight Highlight "Lovis ist am Gymnasium und möchte später Physik studieren. Will er auf diesem Weg eine ähnliche Reputation wie sein Vater erlangen, muss er wohl der nächste Einstein werden."

    Das hiesse dann, Papa Kevin hat die Reputation eines Wayne Gretzky als Spieler bzw. eines Scotty Bowman als Coach? Oder wie ist das zu versehen?
  • Finn1 18.02.2020 07:27
    Highlight Highlight Evtl. wird ja bald in Langnau der Job als Sportchef frei........
  • CaptainObvious 18.02.2020 07:22
    Highlight Highlight Nach der SCB-intensiven Zeit der letzten Artikel sind es nun gleich mehrere, in denen der SCB und auch Langnau nahezu nicht genannt werden.
    Das wird die Nörgler und Kritiker bestimmt freuen 😉.
  • bullygoal45 18.02.2020 05:24
    Highlight Highlight Was wäre das Schweizer Eishockey ohne Schläpfer, Arno oder McSorley? Ein Marionettenhaus ohne Glanz und Gloria! 😀🤔

    Als ich letztes Frühjahr mit Schläpfer telefoniert habe, war das einfach nur geil.. der Typ ist mit seiner Art zum schiessen 😆!!

    Gegen Olten wird das aber ziemlich sicher nichts dieses Jahr - doch zum Glück hat meine Meinung keine Auswirkung auf den Ausgang der Serie, denn auch den SCL muss man zuerst noch 4 Mal schlagen!

Eismeister Zaugg

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