Stubete Gäng: «Es gibt einen neuen ‹Richi›»
Via Social Media suchte die Stubete Gäng aus Hagendorn in den vergangenen Tagen nach dem «talentiertesten Schreihals der Schweiz». Und zwar à la Castingshow: «SGSDSH: Stubete Gäng sucht den Schreihals», ganz nach dem Vorbild der wohl bekanntesten deutschen Castingshow. Der «Schreihals» soll den berühmten Satz «Richi, i ha gseit du söusch di häbe!» für ihren umstrittenen «Richi»-Song neu vertonen. Dies, nachdem ein Streit um die bisherige Song-Stimme aufgeflammt ist. Nun verkündet die Band auf Social Media «Mir hend en!», was so viel bedeutet wie: Eine neue «Richi»-Stimme ist gefunden.
In ihrem Instagram-Video inszenieren sie einen Contest, bei dem unterschiedliche Männer und Frauen bei Lead-Sänger Aurel Hassler und seinem Bruder Moritz vorsingen. Jeder der Teilnehmenden trägt den umstrittenen Kultsatz mehr oder weniger erfolgreich vor – und die Brüder bewerten ihn. Nach zahlreichen gescheiterten Kandidatinnen und Kandidaten sagt Moritz Hassler am Ende des Beitrags mit grossen Augen: «Woah. Mir hend en!» – dann endet das Video.
Wer genau sich hinter der neuen Stimme verbirgt, das lässt die Band aus Hagendorn offen. Das Video zeigt lediglich, wie eine Person mit schwarzen Trainerhosen und nackten Füssen vor die Band tritt. Der Post legt jedoch die Vermutung nahe, dass die neue Stimme «Gucci Brösmeli», eine Person mit Käsekopf oder «Der Praktikant» heissen könnte. Denn diese Accounts sind in dem Beitrag verlinkt.
Wir wollten von der Band wissen, wer genau sich hinter der neuen Stimme verbirgt: «Den neuen Richi gibt es – wir müssen ihn nur noch final bestimmen», so Rafael Graf alias Effe vom Label Hitmill, bei dem die Band unter Vertrag steht. «Fünf bis zehn unserer Favoriten werden in den kommenden Tagen ins Studio eingeladen.» Dann soll gemäss Effe entschieden werden, wer am Ende die Position «des wohl legendärsten Schreihalses der Schweiz» übernimmt. Die Band macht es also weiterhin spannend.
SRF hat nur partielle Rechte am TV-Ausschnitt
Bereits Ende März kündigte die Mundart-Band aus Hagendorn an, ihren Kultsong abzuändern. In einem Instagram-Post schrieben sie sinngemäss, dass sie den Wunsch der Familie Schönbächler respektieren und die Originalstimme aus dem Lied entfernen. So schnell wie möglich soll die alte durch eine neue Version ersetzt werden.
Doch: Hat die Band mit der Nutzung der Stimme von Kult-TV-Auswanderer Hermann Schönbächler überhaupt Rechte verletzt? Die Verwendung durch die Stubete Gäng ist gemäss einer Anfrage beim SRF zwar vorgängig nicht mit dem Sender abgesprochen worden. Aber: «Die für eine Lizenzierung der betreffenden Ausschnitte erforderlichen Rechte liegen nur partiell bei SRF. Für eine solche Nutzung sind die Persönlichkeitsrechte relevant, und diese liegen bei den jeweiligen Personen», heisst es weiter.
Die betroffene TV-Auswandererfamilie Schönbächler in Kanada hat sich bisher nicht erneut geäussert. Sie hatte Ende März den Meme-Streit losgetreten, indem sie auf Facebook öffentlich machte, dass es eine «absolute Respektlosigkeit» sei. Ihr Vorwurf: Der Song «Richi» wurde «mit kommerzieller Absicht» und «ohne unser Wissen und ohne unser Einverständnis» produziert. Und sie gehen gar noch weiter: Der Song «verletzt die Würde unseres Sohnes», schrieb die Familie. Richi war damals 14 Jahre alt, als der Song im Jahr 2022 veröffentlicht wurde.
Bleibt zu hoffen, dass sich mit der neuen Stimme die Wogen glätten und die Band bald wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen kann: Musik machen, die «Mänsche zäme bringt und Freud macht», wie es in ihrem Instagram-Post vom März heisst.
(aargauerzeitung.ch)
