Kritik an Trumps Geburtstagsprügelei: «Als Nächstes kommen Hahnenkämpfe?»
Die Wetterprognose für den Sonntag sieht nicht gut aus. In Washington, sagen die Meteorologen, könnte das heisse Sommerwetter zu Stürmen am Nachmittag und Vorabend führen. «Das Potenzial für schwere Gewitter besteht», warnen die lokalen Wetterfrösche bereits. Das ist insofern ein Problem, als am Sonntag Zehntausende von Menschen in der amerikanischen Hauptstadt erwartet werden, für ein Freiluft-Fest im Zentrum der Kapitole.
Der offizielle Anlass: Erstmals findet am Sonntagabend auf dem Gelände des Weissen Hauses eine Profi-Sportevent statt. In einer eigens gebauten Arena veranstaltet der Mixed Martial Arts-Promoter UFC sieben Schaukämpfe – darunter die mit Spannung erwartete Prügelei zwischen dem Georgier Ilia Topuria («El Matador») und dem Amerikaner Justin Gaethje («The Highlight»).
Demokrat nennt die Veranstaltung «ein Sakrileg»
Nichts weniger als «das bedeutendste Sportevent aller Zeiten» verspricht der UFC-Chef Dana White, ein enger Freund von Präsident Donald Trump. Kostenpunkt: Mehr als 60 Millionen Dollar, wobei UFC angeblich den grössten Teil der Ausgaben übernimmt. (Wer die Kämpfe zu Hause mitverfolgen will, muss auf einen Streaming-Dienst zugreifen. In den USA ist das Paramount+, in der Schweiz DAZN.)
Gefeiert wird mit dem Spektakel vor der historischen Fassade des berühmtesten Gebäudes der USA der 250. Geburtstag des Landes. So zumindest behauptet es UFC. Ein Blick auf den Kalender zeigt allerdings: Dieses Jubiläum ist erst am 4. Juli. Hingegen feiert am Sonntag der aktuelle Bewohner des Weissen Hauses seinen 80. Geburtstag.
Für den politischen Gegner Trumps ist diese überdimensionierte Party natürlich ein gefundenes Fressen. «Was für ein Sakrileg», beschwerte sich diese Woche der demokratische Abgeordnete Don Beyer, Ex-Botschafter der USA in der Schweiz.
Stars geben UFC einen Korb
Trump aber gibt sich ungerührt. Erstens ist der Republikaner ein deklarierter Fan der UFC-Kämpfe. Zuletzt sass Trump vor zwei Monaten in Miami direkt beim achteckigen Kampfkäfig, und schaute zu, wie sich die Mixed Martial Arts-Athleten gegenseitig blutig schlugen.
Und zweitens liebt Trump Anlässe, bei denen er im Zentrum steht. Deshalb liess er wohl auch die Eröffnung der Fussball-Weltmeisterschaft in Los Angeles am Freitag sausen. Stattdessen wird Trump nun am Sonntag (Beginn: 2 Uhr Schweizer Zeit in der Nacht auf Montag) sämtliche Kämpfe mitverfolgen – obwohl er sich doch bereits in der Nacht auf Montag auf den Weg nach Genf machen muss, da er am G7-Treffen in Evian teilnehmen will.
Im Gegensatz zur WM oder den Basketball-Finalspielen in New York werden im Weissen Haus keine Promis aufkreuzen. UFC-Chef White lud zwar einige Stars ein, am Spektakel teilzunehmen. Aber bekannte Namen wie Dwayne «The Rock» Johnson, Jared Leto und Adam Sandler gaben ihm einen Korb, wie die Zeitschrift «Vanity Fair» berichtete.
Und auch die vier noch lebenden Vorgänger Trumps werden am Sonntag einen grossen Bogen ums Weisse Haus machen – obwohl doch zwei dieser Ex-Präsidenten ebenfalls bald ihren 80. Geburtstag feiern können. Weder der Demokrat Bill Clinton (Präsident von 1993 bis 2001) noch der Republikaner George W. Bush (2001 bis 2009) haben aber ein Interesse daran, sich an der Seite Trumps zu zeigen. (schweizheute.ch)
