Schweiz
Astronomie

Heute siehst du den Mond wie selten: als liegende Sichel

epa12754754 A crescent moon shines in the sky on the first day of the fasting month of Ramadan in Sana'a, Yemen, 18 February 2026. Muslims around the world observe the fasting month of Ramadan by ...
Eine liegende Mondsichel sieht man sonst nur näher am Äquator, wie hier beispielsweise im Jemen.Bild: keystone

Nur alle 18 Jahre und perfekte Verhältnisse: Darum solltest du heute in den Himmel schauen

19.03.2026, 12:3219.03.2026, 12:32

Eine Mondsichel ist an sich nichts Spezielles. Doch was du heute Abend am Schweizer Himmel beobachten kannst, ist allemal einen Blick wert. Denn für eine kurze Zeit wird die Mondsichel heute liegend zu sehen sein – das nächste Mal passiert das erst in etwa 18 Jahren wieder.

Wann du deinen Kopf in den Nacken legen solltest und wie du das Phänomen sogar fotografieren kannst, erfährst du hier:

Wann wird die liegende Mondsichel zu sehen sein?

Das Spektakel beginnt bei Sonnenuntergang. In Zürich ist dies um 18.37 Uhr der Fall, in Genf einige Minuten später, in Davos einige Minuten früher. «Man darf am Donnerstagabend nicht erwarten, dass einem die schmale, liegende Mondsichel gleich ins Auge springt, zumal es nach Sonnenuntergang eine Weile dauert, bis der Himmel sich langsam abdunkelt», erklärt der Experte Thomas Baer. Er schreibt über Astronomie für die Zeitschrift Orion der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG). Baer empfiehlt etwas Geduld bei der Suche und sicher ein Fernglas.

Die Venus, links, und der zunehmende Mond, aufgenommen am Himmel ueber dem Hirschberg, Kanton Appenzell Ausserrhoden, am Mittwoch, 26. Februar 2014. Heute Morgen standen der Mond und die Venus sehr na ...
Fast liegend: Diese Mondsichel wurde vor 12 Jahren im Kanton Appenzell fotografiert. Daneben ist die Venus zu sehen, diese Konstellation beglückt uns dann im Juni wieder. Bild: KEYSTONE

Zu diesem Zeitpunkt kommt der Mond senkrecht über der untergegangenen Sonne zu liegen. Er wird also quasi «von unten» beleuchtet, deshalb ist die Mondsichel liegend – wie ein U und nicht wie ein C – zu sehen. Wer dieses Phänomen sehen will, hat dann nur etwa 50 Minuten Zeit, denn um 19.27 Uhr geht der Mond bereits wieder unter.

Warum ist das so speziell?

Der Mond geht nur 16,6 Stunden nach Beginn der Neumondphase auf. Das sei schon eher aussergewöhnlich, sagt Baer zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Nur 0,7 Prozent der Mondfläche werden sichtbar sein.

Ausserdem liegt der Mond am Abend wie oben beschrieben beinahe senkrecht über der untergegangenen Sonne. Daher wird er liegend erscheinen, wie ein Schiffchen. So kennt man den Mond normalerweise nur in den Äquatorgegenden.

Wie sind die Verhältnisse?

So sieht die Bewölkung über der Schweiz am 19. März 2026 um 19 Uhr aus.
Etwas dunstig, aber weit und breit keine Wolke zu sehen: Diese Verhältnisse prognostiziert MeteoSchweiz für den Donnerstagabend, 19 Uhr.Bild: meteoschweiz

Was den heutigen Abend noch spezieller macht: Die Verhältnisse für die Sichtung des Mondes sind beinahe perfekt. Wie MeteoSchweiz meldet, wird es über der Schweiz zwischen 19 und 20 Uhr kaum Bewölkung geben. Du musst am Abend also einfach in die richtige Richtung schauen, also gegen Westen.

Weil nur so wenig vom Mond zu sehen sein wird, ist das Phänomen kaum von blossem Auge sichtbar. Ein Fernglas oder ein Feldstecher helfen.

Wann ist eine liegende Mondsichel das nächste Mal zu sehen?

Du wirst bis 2028 noch häufiger die Möglichkeit haben, eine liegende Mondsichel zu sehen. Das hängt damit zusammen, dass die Lage von Mond, Erde und Sonne ein solches Phänomen aktuell begünstigt. Das nächste Mal treten diese exakten Voraussetzungen aber erst in etwa 18,6 Jahren wieder ein. Und wer kann schon versprechen, dass die Schweiz dann nicht gerade unter einer dicken Wolkendecke begraben liegt?

(leo mit Material der sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Supermond in der Schweiz und der Welt
1 / 28
Supermond in der Schweiz und der Welt
Supermond in Athen
quelle: keystone / thanassis stavrakis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So hast du eine Mondfinsternis noch nie gesehen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
future--?
19.03.2026 16:05registriert November 2023
Heute Abend kurz nach Sonnenuntergang Richtung Westen schauen, Fernglas griffbereit – und ein seltenes Himmelsschauspiel geniessen, das erst in 18 Jahren wieder in dieser Form zu sehen ist. In Zeiten von Kriegen, Wirtschaftskrisen und politischem Chaos tut es gut, kurz innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass da draussen noch etwas viel Grösseres seinen gleichmässigen Gang geht.
331
Melden
Zum Kommentar
avatar
Garp
19.03.2026 13:05registriert August 2018
Ob der Mond nun liegt oder nicht, ist mir eigentlich egal. Ich sah die Sichel kürzlich fast liegend in einem schönen rot, sehr mystisch. Der Mond ist immer schön.
275
Melden
Zum Kommentar
6
Shell-Chef warnt vor Benzinknappheit binnen Tagen – was das für die Schweiz bedeutet
Friedensgespräche hin oder her, die Strasse von Hormus ist für Tanker bis auf Weiteres nicht befahrbar. Shell-Chef Wael Sawan warnt vor baldigen Versorgungslücken in Europa. Noch zeigt man sich in der Schweiz relativ entspannt.
Der Erdölpreis sinkt wieder, die Börsen jubilieren und mindestens in der Welt der Finanzmärkte denken offenbar viele, dass der Krieg mit Iran bald vorüber sein könnte. Doch abgesehen vom Umstand, dass es für die von US-Präsident Donald Trump seit Montag zunehmend offensiv geäusserte Aussicht auf Friedensverhandlungen noch keine wirklich harten Belege gibt, spitzt sich die Versorgungslage auf den Energiemärkten weiter zu.
Zur Story