Meillard feuert gegen Eliasch: «Wünsche einen Präsidenten, der weniger für sich schaut»
FIS-Präsident Johan Eliasch erfährt immer stärkeren Gegenwind. Am 11. Juni geht beim Kongress des internationalen Skiverbands die Präsidentschaftswahl über die Bühne. Eliasch steht zur Wiederwahl, obwohl weder der britische noch der schwedische Verband ihn offiziell aufstellte. Der 64-Jährige liess sich aber noch rasch von Georgien einbürgern und dieser Verband nominierte ihn doch noch für die Präsidentenwahl.
Sehr zum Ärger von Swiss-Ski und diversen Skigrössen. Vor wenigen Wochen äusserten der Schweizer Verband und Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt scharfe Kritik an Eliasch. Nun schlagen auch Loïc Meillard und Mikaela Shiffrin in die gleiche Kerbe.
«Ich habe kein Problem mit der Person Eliasch, aber als Präsident hat er nicht gehalten, was er versprochen hat», sagt Meillard im Blick. Auch der Slalom-Olympiasieger wählt klare Worte: «Deshalb wünsche ich mir einen neuen Präsidenten, der weniger für sich und mehr für den Skisport schaut.»
Wie der Schweizer Verband sorgt sich auch Meillard darum, wie bei der FIS mit Geld umgegangen wird. Beim Amtsantritt von Eliasch seien noch 130 Millionen Franken auf dem Konto des Verbands gelegen, nun seien es noch rund 43 Millionen. Und der Präsident habe dieses Geld nicht etwa investiert, um den Sport besser zu machen. «Die Präparation der Weltcuppisten ist im Durchschnitt nicht besser geworden. Es ist auch nicht so, dass in sämtlichen Teamhotels hochwertigeres Essen serviert wird», klagt Meillard.
Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin prangert unter anderem auch die Undurchsichtigkeit des Verbands an. «Viele von uns Athleten haben das Gefühl, dass die derzeitige Führung einen erheblichen Mangel an Transparenz an den Tag gelegt hat.» Das sei vielleicht naiv, aber sie sei der Meinung, dass Transparenz der Schlüssel zum Erfolg sei.
Auch die US-Amerikanerin findet, dass der Präsident und die FIS Versprechungen gemacht hätten, die sie nicht eingelöst haben. Bei seinem Amtsantritt vor fünf Jahren sprach Eliasch davon, eines Tages im Skisport gleich hohe Preisgelder wie im Tennis ausschütten zu wollen. Und während der Saison 2024/25 versicherte er den Athleten, dass sie rückwirkend 20 Prozent mehr Preisgeld erhalten würden. Doch dazu kam es nie.
«Tatsächlich scheint es so, dass der Beitragsanteil der FIS an den Preisgeldern in den kommenden Jahren sogar sinken wird», sagt Shiffrin. Und Meillard klagt: «Weil das Preisgeld neu in Euro statt in Franken ausbezahlt wird, ist das für uns wegen des schwachen Euros kein gutes Geschäft.» Sie hoffe darauf, dass der künftige Präsident den Athleten wirklich zur Seite stehe und Transparenz und Ehrlichkeit zu schätzen wisse. (abu)
